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Ratgeber: Schritt für Schritt zum Profi-Camper 14 Bilder Zoom

Schritt für Schritt zum Profi-Camper: Welches Mobil passt zu wem?

Der Traum von Freiheit und Unabhängigkeit wird mit einem Wohnmobil erst Wirklichkeit. Doch welches ist das richtige für mich und meine Familie? Hier finden Sie wichtiges Basis-Know-how zum schönsten Hobby der Welt.

Freiheit und Unabhängigkeit mit einem Wohnmobil - doch welches ist das richtige für mich? Gerade für Einsteiger ist die große Bandbreite an Modellen auf den ersten Blick verwirrend - dabei ist die Orientierung im Fahrzeugdschungel kein Hexenwerk. promobil.de erklärt die Unterschiede der Wohnmobil Aufbauformen, deren Vor- und Nachteile und wie man die richtige Wahl trifft.

Ein paar grundlegende Fragen sollte man sich schon im Vorfeld stellen: Wie viel Geld möchte ich ausgeben? Wohin sollen mich meine Wohnmobil Touren vorwiegend führen - stehen zum Beispiel Städtetrips, Fernreisen oder Wintercamping auf dem Plan? Je genauer man sich im Voraus überlegt, welche Anforderungen das Wohnmobil erfüllen muss, desto leichter fällt hinterher die richtige Wahl. Die Aufbauformen Wohnmobile sind in vier Kategorien eingeteilt, die sogenannten Aufbauformen. Unterschieden wird zwischen Alkoven, Teilintegrierten, Integrierten und Campingbussen.

Der Klassiker: Das Wohnmobil mit Alkoven

Das Alkovenmobil ist leicht an der weit vorgewölbten Nase über dem Fahrerhaus zu erkennen. In dieser Nische, dem sogenannten Alkoven, verbirgt sich ein festes Bett. Fest bedeutet bei einem Wohnmobilbett, dass es nicht aus einer Sitzgruppe umgebaut werden muss. Man kann es also immer nutzen, außer während der Fahrt. Alkovenmobile haben eine wuchtige Erscheinung, sind nicht gerade windschnittig und verbrauchen daher etwas mehr Sprit als andere Reisemobile. Ungeübte Fahrer vergessen leicht den Aufbau, Vorsicht bei Schildern und Ästen. Achtung: Wegen des hohen Schwerpunkts neigt sich ein Alkovenmobil in Kurven deutlich zur Seite. Das Alkovenmobil ist das typische Familienmodell, da es neben dem Bett im Dachgeschoss oft noch weitere feste Betten hat. Manche bieten sogar bis zu sieben Personen einen Schlafplatz. Dazu kommen ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der luftige Raumeindruck, der durch die enorme Innenhöhe entsteht.

Die Windschnittigen: Teilintegrierte Wohnmobile

Teilintegrierte (TI) gibt es in zwei Ausführungen: mit und ohne Hubbett. Dieses Bett hängt tagsüber an der Decke und kann zum Schlafen abgesenkt werden - dann ist die Sitzgruppe darunter allerdings meist blockiert. Ein Hubbett-TI hat oft ein aufgewölbtes Dach, um das Zusatzbett unterzubringen. Teilintegrierte ohne Hubbett sind aerodynamisch günstig, damit spritsparend und im Preis ähnlich wie Alkovenmobile angesiedelt. Sie eignen sich vor allem für Paare, die nur ab und zu weitere Reisende mitnehmen.

Die Luxuriösen: Integrierte

Integrierte sind die extravagantesten Wohnmobile. Das eigenständig gestaltete Fahrerhaus geht nahtlos in den Wohnbereich über, der deshalb besonders geräumig wirkt. Integrierte verfügen über den Vordersitzen häufig über ein Hubbett. Nachteile: ein unübersichtlicher Bug mit teils schlechtem Motorzugang und ein relativ hoher Preis.

Die Flexiblen: Campingbusse

Campingbusse sind die wendigsten Wohnmobile, sie basieren auf der Original-Karosserie eines Transporters mit Schiebetür. Durch ihre geringeren Abmessungen sind sie alltagstauglicher als Reisemobile anderer Gatttungen. Hecktüren erlauben die Mitnahme auch von sperrigem Gepäck. Für zwei Personen reicht der Platz aus, bei mehreren wirds eng.

Wohnmobil-Know how: Der Grundriss

Als Grundriss wird im Reisemobil die Anordnung und Aufteilung der Wohnraumkomponenten bezeichnet, also zum Beispiel Betten, Bad und Küche. Eines vorweg: Grundrisse gibt es in vielen Variationen, allerdings unterscheidet man eine Handvoll Grundtypen, die die Orientierung enorm erleichtern.

Wichtig sind Vorüberlegungen: Wie viele Urlauber benutzen das Wohnmobil im Höchstfall gleichzeitig? Die Anzahl der Betten muss danach ausgerichtet werden. In vielen Reisemobilen finden sich neben Alkoven- oder Hubbett weitere Betten im Heck. Hier gibt es entweder Doppel- oder Etagenbetten für Familien. Steht das Doppelbett mittig im Heck und ist wie zu Hause bequem von drei Seiten zugänglich, nennt man es Queensbett. Ist es seitlich angeordnet, heißt es auch französisches Bett. Alternative dazu ist ein quer angeordnetes Bett.

Die Größe der Sitzgruppe und somit auch die Anzahl der Ess- und besonders der Gurtplätze muss man ebenfalls nach der Zahl der Mitreisenden auswählen. Viele Sitzgruppen lassen sich ebenfalls zu einem Bett umbauen, doch das ist oft nicht mehr als ein Notbehelf für Besuch.

Wie viel Gepäck wollen Sie mitnehmen? Sperriges Sportgerät wie Fahrräder oder Surfbretter brauchen entsprechend Platz. Will man sie nicht auf Trägern außen transportieren ist ein Wohnmobil mit Heckstauraum die beste Wahl. Passen Zweiräder hinein, nennt man ihn Garage.

Von großer Bedeutung sind auch die sanitären Einrichtungen. Die Spanne reicht von der einfachen Nasszelle bis hin zu Bädern, die ihren Namen auch verdienen. Ähnlich üppig ist die Auswahl an Küchen in Größe und Ausstattung.
Sowohl bei der Aufbauform wie auch beim Grundriss gilt: Die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche sind der Wegweiser. Wer sich gut überlegt, wie er sein Mobil nutzen möchte, hält die Antwort auf die Frage „Welches Mobil passt zu mir?“ eigentlich schon in Händen.

Kleine Basisfahrzeug-Kunde

Was steckt unter dem Aufbau eines Wohnmobils?
 
Oft hört oder liest man Sätze wie „ein Hymer auf Fiat Ducato“ - diese etwas kryptische Formulierung bedeutet nichts anderes, als dass es sich um ein Wohnmobil der Marke Hymer handelt, das auf dem Basisfahrzeug Fiat Ducato aufgebaut ist. Das Basisfahrzeug von Alkoven und Teilintegrierten ist ein Fahrgestell mit Original-Fahrerhaus, bei Integrierten hingegen ist es ein Fahrgestell ohne blechernes Fahrerhaus, nur mit Sitzen und Armaturenbrett. Beim Campingbus dient dagegen ein leerer Kastenwagen als Basis.

Am weitesten verbreitet als Basisfahrzeug ist der Ducato von Fiat, der Marktanteil liegt bei über 60 Prozent. Sein Frontantrieb gibt den Reisemobilherstellern mehr Freiheit, verschiedene Aufbauten auf diesem Fahrgestell aufzubauen. Der Rahmen, also der Teil hinter dem Fahrerhaus, kann zudem variieren. Je nach Modell kann ein Leiter-, Flach- oder Tiefrahmen verwendet werden. Der Vorteil des Flach- und noch mehr des Tiefrahmens liegt in seiner geringen Höhe. Ergebnis sind flachere Aufbauten. Oder der zusätzliche Raum wird zum Aufbau eines Doppelbodens genutzt, das bedeutet zusätzlichen Stauraum und eine bessere Isolierung. Das Basisfahrzeug gibt die Motorisierung vor. Sie beginnt beim Ducato mit 115 PS. Wer mehr Leistung möchte, kann sich bis zu 177 Pferdestärken gönnen.

Hinter dem Ducato ist der Ford Transit die Nummer zwei bei den Zulassungen, auch den Mercedes Sprinter trifft man häufig an. Er setzt in der Oberklasse des Campingbus-Segments Zeichen: Sein geräumiges Fahrerhaus und das komfortable Fahrverhalten zeichnen ihn aus. Der VW Transporter T5 mischt bei den kompakten Campingbussen kräftig mit: Eine Vielzahl an Ausführungen, gute Verarbeitung und hervorragende Fahreigenschaften machen ihn in dieser Klasse zum Maßstab. Bei großen Integrierten spielt der Iveco Daily eine wichtige Rolle mit bis zu 205 PS und Heckantrieb.

Wohnmobil- Grundrisse - Lesen leicht gemacht

So behalten Sie den Überblick: Die gängigsten Grundriss-Symbole knapp erklärt.

  • Kleiderschrank: Für die Ordnung im Mobil sind sie unerlässlich. Das Kleiderbügelsymbol zeigt den Verwendungszweck an. Manche Kleiderschränke sind auch beleuchtet.
  • Dusche: In manchen Reisemobilen ist die Dusche zusammen mit der Toilette in einem Raum untergebracht.
  • Kocher: Flammenanzahl und -abstand sind wichtig, damit man mit mehr als nur einem Topf kochen kann.
  • Spüle: Kann meistens mit einem Deckel abgedeckt werden und vergrößert so die nutzbare Arbeitsfläche.
  • Esstisch: Der zentrale Ort im Wohnmobil. Oft ausziehbar und in jede gewünschte Richtung verschiebbar.
  • Hubbett: Die gestrichelte Linie kennzeichnet ein Bett, das über der Sitzgruppe angeordnet ist.
  • Heckbett: Es ist meistens auf einem Podest untergebracht, so dass darunter noch Platz für Schränke und eine Heckgarage bleibt.
  • Kleiderschrank: unterm Bett Die blasse Farbe zeigt an, dass der Schrank unter dem Bett steckt. Eingeschränkter Zugang.
  • Toilette: Es gibt Bank- und Drehtoiletten. Letztere sind üblicher, Banktoiletten aber pflegeleichter.
  • Waschbecken: Manche Waschbecken sind schwenkbar und helfen, den Raum im Bad flexibel zu nutzen.
  • Aufbautür: Praktisch: Viele Türen sind mit Fenster und Fliegengitter ausgestattet.
  • Sitzbank: Je nach Modell zum Bett umbaubar, wieder häufiger auch im Heck angesiedelt als üppige Rundsitzgruppe.
  • Fahrerhaussitze: In vielen Wohnmobilen lassen sich die Sessel umdrehen und vergrößern so die Sitzgruppe.

Glossar

  • Alkoven: Feste Schlafnische über dem Fahrerhaus in einem Alkovenmobil.
  • Aufbau: Die Hülle des Wohnmobils, die auf dem Rahmen des Basisfahrzeugs aufgebaut wird.
  • Ausbau: Die Inneneinrichtung des Wohnmobils, wie Küche, Bad, Betten, Sitzgruppe, Möbel etc.
  • Chassis: Ein anderes Wort für Fahrgestell.
  • Dinette: Eine spezielle Sitzgruppenanordnung: Bank-Tisch-Bank. Gibt es auch als Halbdinette mit der Anordnung Bank-Tisch-umgedrehte Fahrersitze.
  • Doppelboden: Zwei übereinanderliegende Böden, zwischen denen ein Kellergeschoss entsteht. Wird als Installations- und Stauraum genutzt und dient zur Isolierung.
  • Heckgarage: Stauraum im hinteren Teil des Reisemobils, durch Außenklappen und teils auch vom Wohnraum her zugänglich.
  • Hubbett: In Integrierten, Teilintegrierten und teils auch Campingbussen verwendetes Bett, das unter der Decke im Wohnmobil hängt und bei Bedarf abgesenkt werden kann.
  • Queensbett: Ein zentrales, von drei Seiten zugängliches Bett im Heck des Reisemobils.
Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Archiv

Datum

19. Februar 2013
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