Ratgeber: Schutz vor Plagegeistern 19 Bilder Zoom

Schutz vor Insekten im Camping-Urlaub: Stichtag

Gegen stechende Insekten und Zecken gibt es viele Verteidigungsmethoden. promobil sagt welche, nennt Vor- und Nachteile und gibt wertvolle Tipps zum Umgang mit dem lästigen Getier, damit Sie den Urlaub genießen können.

An einem lauen Sommerabend mit einem Gläschen Wein vor dem Reisemobil zu sitzen, könnte so schön sein - wäre da nicht allzu oft das nervige Sirren von Stechmücken. Vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen sind die kleinen Plagegeister unterwegs, meistens in der Dämmerung, aber auch tagaktiver Moskitos muss man sich erwehren. Der Hinweis, wasserreiche Regionen in den Sommermonaten zu meiden, ist wenig hilfreich. Denn wer will schon die schönsten Urlaubsgebiete auslassen, nur um Moskitos aus dem Weg zu gehen?

Praktikabler sind da schon mechanische Abwehrmaßnahmen wie Mückengitter oder lange Kleidung. Mückenschutz-Lotionen, die sogenannten Repellents, wirken unterschiedlich gut. Doch wenn man weiß, welche Inhaltsstoffe effektiv sind, fällt die Auswahl leichter. Über deren Vor- und Nachteile klärt der Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg aus Bremen auf. Er rät zu einer Insektenabwehrkombination aus langer, weiter Kleidung, Repellents und Vorbeugung durch Mückenbarrieren, wie zum Beispiel Fliegengittertüren am Reisemobil. Lästig und zuweilen auch schmerzhaft sind Mückenstiche eigentlich immer, in Europa aber meistens nicht gefährlich. Anders sieht es da bei einem Zeckenbiss aus: Die Spinnentiere können vor allem im Süden Deutschlands Borreliose und Frühsommermeningitis (FSME) übertragen. Daher sind Schutzmaßnahmen gegen diese Blutsauger ein Muss.

Aber keine Sorge: Auch wenn Mücken und Co. lästig sind, haben Sie mit dem richtigen Schutz die stichhaltigeren Argumente.

Der Klassiker: Repellents

Vorbeugen ist der beste Schutz gegen Insektenstiche. Am unkompliziertesten geht das mit Hilfe von sogenannten Repellents. Diese Mittel halten Insekten aufgrund ihres Geruchs fern. Auf dem Markt tummeln sich unzählige Produkte mit mehr oder minder guter Wirkung. Ein gängiger Wirkstoff ist DEET, auf dem zum Beispiel Anti Brumm Forte basiert. Dieses Mittel wird von der WHO empfohlen, da es zuverlässig schützt - auch vor tropischen Insekten, die Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber übertragen. Allerdings kann es bei wiederholter großflächiger Anwendung zu Hautirritationen kommen. Außerdem sollte man den Kontakt mit Kunststoffen vermeiden, da diese von DEET angegriffen werden. Unbedenklicher ist der Wirkstoff Icaridin, der beispielsweise in den Autan-Produkten verwendet wird. Für nicht tropische Regionen ist das gerade auch für Kinder die besser verträgliche Wahl.

Um einen optimalen Schutz zu erhalten, sollte man alle unbedeckten Hautstellen gleichmäßig einreiben. Trägt man nur dünne Kleidung, muss auch die Haut darunter behandelt werden, da Mücken durch den Stoff stechen können. Dr. Schwichtenberg rät, die angegebene Wirkungsdauer der Repellents nicht unbedingt für bare Münze zu nehmen: Schweiß, Wasser und andere Faktoren können sie vermindern. Wenn Sonnen- und Mückenschutz angewendet werden, zuerst das Sonnenschutzmittel auftragen und nach etwa 15 Minuten den Mückenschutz. Beachten: Der Lichtschutzfaktor wird durch Mückenmittel reduziert.

Experten-Tipp: Achten Sie bei Repellents, die Schutz vor Zecken und Stechmücken versprechen, auf die Wirkungsdauer: Die ist gegen Zecken meist nur halb so lang wie gegen Mücken.

Die Vorbeugung: Mechanische Abwehr

Wo keine Mücke, da kein Stich. Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Mit einem engmaschigen Fliegengitter vor Tür und Fens-ter, am besten mit einem Mückenschutzmittel imprägniert, hält man das Reisemobil am effektivsten mückenfrei. Die auch oft gebräuchlichen Flauschvorhänge eignen sich zwar bei größeren Insekten, für kleinere stellen sie aber kein ernst zu nehmendes Hindernis dar.

Die meisten Stechmücken werden in der Dämmerung aktiv, daher sollte man bereits vorher gelüftet haben, um abends keine unnötigen Einfallswege offen zu halten. Essensreste sollten nicht offen herumstehen, da Wespen, Fruchtfliegen oder Ameisen davon magisch angezogen werden. Hat Ihr Reisemobil keine Fliegengitter, kann man mit Fliegengaze aus dem Campinghandel mit wenig Aufwand selbst eine Barriere bauen. Verirren sich trotz dieser -Sicherheitsvorkehrungen Moskitos ins Reisemobil, gibt es neben der klassischen Fliegenklatsche auch batteriebetriebene. Die sehen wie Tennisschläger aus und erzeugen eine geringe Spannung, die die Insekten tötet, ohne hässliche Flecken an der Wand zu hinterlassen. Sie sind schon für unter fünf Euro im Campinghandel, Baumarkt oder Supermärkten erhältlich. Sich selbst schützt man am besten mit langer, weiter Kleidung vor Insekten. Bei Wanderungen im Wald oder durch Wiesen mit hohem Gras sollte man zudem Socken tragen, die die Knöchel bedecken.

Experten-Tipp: Beugen Sie vor: Bereits ein alter Reifen voller Wasser neben dem Reisemobil reicht als Brutstätte für lästige Stechmücken aus. Entfernen Sie deshalb solche Risikofaktoren.

Die Bekämpfung: Geräte für drinnen und draußen

Eine mückenfreie Schutzzone rund um das Reisemobil versprechen Produkte wie zum Beispiel Ultraschallgeräte. Durch einen hochfrequenten Ton sollen sie lästige Insekten fernhalten, inzwischen gibt es sogar eine Anti-Mücken-App für das Iphone, die einen hohen Ton aussendet. So weit die Theorie, in der Praxis funktioniert diese Methode aber leider nicht zuverlässig. Auch UV-Lichtfallen versuchen sich im Großraumschutz: Durch UV-Licht werden Insekten angelockt und mit Strom oder Klebestreifen getötet. Im Freien ist ihre Verwendung verboten, für Tierfreunde spricht außerdem dagegen, dass auch harmlose Nutzinsekten in diese Falle gehen. Zudem ist eine Stromversorgung notwendig. Mit zwölf oder 230 Volt beziehungsweise mit Batterien funktioniert die dritte Methode: Verdampfer oder Räucherspiralen. Diese Geräte verströmen ein Insektizid, das für Mücken tödlich ist. Wenn Menschen mit Atem-wegsproblemen oder kleine Kinder anwesend sind, sollte man einen ander-en Mückenschutz aussuchen. Die Wirkung ist übrigens in geschlossenen Räumen höher als im Freien. Mückenstecker werden direkt in die Steckdose gesteckt, sie funktionieren nach demselben Prinzip.

Experten-Tipp: UV-Lichtfallen sollten nicht im Freien verwendet werden, weil sie auch Nutzinsekten anlocken und töten. Ihre Wirkung auf Stechmücken ist zumindest fragwürdig.

Der Mythos: Hausmittel

Natürliche Wirkstoffe statt Chemiekeule - obwohl die Wirksamkeit von ätherischen Ölen, Duftkerzen und Co. wissenschaftlich nicht belegt werden kann, schwört fast jeder Camper auf ein anderes Mittelchen. Von Lavendelduft über aufgeschnittene Zitronen mit Nelke bis zu Tomatenpflanzen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ein Körnchen Wahrheit steckt aber oft in den Hausmitteln. So hat zum Beispiel die Tomatenpflanze als Nachtschattengewächs natürliche Duftstoffe, mit denen sie Insekten abwehrt. Ob allerdings ein einsames Pflänzchen am Reisemobilfenster die stechenden Plagegeister effektiv fernhalten kann, ist mehr als fraglich. Um Mücken mit Duftölen abzuschrecken, müsste man laut Dr. Schwichtenberg den ganzen Raum so sehr bedampfen, dass man nicht mehr atmen könnte. Apropos Atem: Knoblauchpräparate können tatsächlich einen Effekt haben, denn alles, was unangenehm riecht, schreckt Mücken ab. Generell darf man von Hausmitteln nicht erwarten, dass sie Mücken großräumig fernhalten. Wer sich effektiv schützen möchte, sollte auf andere Methoden zurückgreifen.

Experten-Tipp: Duftkerzen und ätherische Öle sind als Insektenabwehr unzureichend. „Biologische“ Inhaltsstoffe wie Birkenholzteer sind sogar schädlich, weil krebserregend.

Der Ernstfall: Stiche und Bisse versorgen

Wer viel draußen ist, kommt auch mit einem guten Schutz kaum ohne Stich davon. Während Insekten wie Wespen oder Bienen beim Stechen Gift abgeben, lösen die Stiche von Stechmücken durch den Mückenspeichel Juckreiz und Schwellungen aus. Auch wenn es schwer fällt: An Stichen sollte man nicht herumkratzen, da so Schmutz in die Wunde gelangt und sie sich entzünden kann. Dr. Schwichtenberg rät, stattdessen die betroffenen Stellen zu kühlen. Durch die Kälte werden die Gefäße zusammengezogen, und die Schwellung geht zurück. Beim Campen sind nicht immer Kühlakkus zur Hand, daher kann man es auch einmal mit Hitze versuchen. Temperaturreize unterbrechen die Schmerzmeldung an das Gehirn, daher kann es helfen, die heiße Kaffeetasse auf den Stich zu drücken - Vorsicht vor Verbrennungen. Cortisonhaltige Salben oder Antihistaminikatabletten lassen Stiche relativ schnell abklingen. Antibiotika sollte man keinesfalls vorbeugend nehmen, da sie nur bei einer bakteriellen Infektion ihre Wirkung entfalten. In Gebieten mit Zeckenrisiko sollte man sich stets gut absuchen und Zecken sofort entfern-en. Da Zecken in Europa FSME und Borreliose übertragen, ist es ratsam, auf eine ringförmige Rötung zu achten. Tritt diese auf, sollte man sofort einen Arzt konsultieren.

Experten-Tipp: So entfernt man Zecken: Packen und mit wackelnden Bewegungen aus der Haut ziehen. Benutzen Sie kein Öl, denn dadurch gelangt Zeckenspeichel in die Wunde.

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Datum

13. September 2013
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