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Ratgeber Wohnmobile Richtig Mieten: Suchen und Buchen

Die Angebote für 2012 stehen fest: Jetzt können Wohnmobilmieter bequem das passende Fahrzeug für den nächsten Urlaub aussuchen. Hier lesen Sie, worauf es vor und nach der Buchung besonders ankommt.

Lange Winterabende laden zum Träumen ein. Zum Beispiel vom Urlaub. Spielen Sie mit dem Gedanken, ein Wohnmobil zu mieten? Dann gibt es auch rationale Gründe, über Touren im neuen Jahr nachzudenken. Jetzt winken Vermieter mit Frühbucherrabatten. Noch wichtiger: Nur wenn Sie sich schnell entscheiden, können Sie sicher sein, das passende Fahrzeug zur gewünschten Zeit am richtigen Ort zu übernehmen. 

Wo kann ich ein Mietreisemobil finden?

Der schnellste Weg führt zum heimischen PC. Im Internet bieten Mietportale ihre Dienste an. Auf erento.de können Sie etwa aus über 2000 Reisemobilen wählen. Über Suchkriterien gelangt man zum passenden Typ, muss sich dann aber an den Vermieter wenden. Das können große Händler oder Ein-Mann-Betriebe sein.

Die Alternative: Sie stöbern auf den Internetseiten der großen Vermietketten. Dort kann man die Reservierung oder Buchung gleich unter Dach und Fach bringen. Empfehlenswert ist die virtuelle Suche allerdings nur für Wohnmobilkenner.

Bei der Entscheidung über Größe und Grundriss hilft beispielsweise der Bummel über eine Freizeitmesse. Noch naheliegender erscheint der Besuch bei einem Reisemobilhändler. Zumindest in größeren Betrieben können Sie sich die Mietmobile der kommenden Saison ansehen - und auch gleich buchen. Praktisch jeder Händler ist gleichzeitig Vermieter.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Vergleichbare Preise verstehen sich pro Tag - obwohl die Mindestmietdauer meist eine Woche beträgt. Die beiden entscheidenden Faktoren für die Kosten: Fahrzeuggröße und Urlaubszeit. In der Nebensaison sind Mittelklassemodelle für knapp unter 100 Euro pro Tag zu haben. Für einen geräumigen Integrierten müssen Sie in den Sommerferien täglich mit über 150 Euro rechnen. Hinzu kommt fast immer eine Servicepauschale von rund 100 Euro für die Bereitstellung einschließlich Gas.

Spartipp: Je nach Wahl der Urlaubsroute kann es sich im Sommer lohnen, in einem Bundesland zu mieten, das gerade keine Schulferien hat.

Planen Sie den schnellen Trip zum Nordkap, bieten sich die Angebote ohne Kilometerlimit an. Für Normalurlauber sollte ein Limit von 300 Kilometern pro Tag keine Mehrkosten verursachen, wie es etwa der ADAC für die Mietdauer von bis zu 14 Tagen ansetzt.

Dagegen müssen Sie Spritkosten fest ins Reisebudget einrechnen. Ein typischer Teilintegrierter verbraucht rund zwölf Liter Diesel auf 100 Kilometer. Hinzu kommen eventuell auch Mautgebühren und Fährpassagen, die bei Reisemobilen empfindlich teurer ausfallen als bei Pkw.

Die Übernachtung auf einem einfachen Stellplatz kann kostenlos sein, der Aufenthalt auf einem guten Campingplatz schlägt im Sommer schon einmal mit über 50 Euro pro Nacht zu Buche. Nicht vergessen: eine Kaution fürs Mietmobil, die meist zwischen 1000 und 1500 Euro beträgt. 

Welche Versicherungen benötige ich?

Die gute Nachricht: Eine Vollkaskoversicherung ist üblicherweise im Mietpreis enthalten. Der weniger erfreuliche Teil der Botschaft: Mieter haften meist mit einer Selbstbeteiligung von bis zu 1500 Euro. Die Summe entspricht meist genau der Kaution.

Einmal an der engen Campingplatzeinfahrt nicht richtig aufgepasst, schon zieht ein tiefer Kratzer am Aufbau eine Reparatur auf ähnlichem Kostenniveau nach sich. Gerade für unerfahrene Reisemobilurlauber ist die Investition in eine Zusatzversicherung eine Überlegung wert, die den hohen Eigenanteil reduziert. Von Ihrem Reiseverhalten hängt es ab, ob außerdem eine Inhaltsversicherung sinnvoll ist. Sie hilft nach Einbrüchen und Diebstahl des persönlichen Eigentums. Wie viel sie wert ist, zeigt das Kleingedruckte. Oft werden typische Risiken gleich ausgeschlossen. Wenn Sie mit dem Reisemobil jedoch ohnehin nur auf gut gesicherten Campingplätzen stehen, können Sie sich die Versicherungsprämie sparen.

Wie bei allen Buchungen gilt: Die Reiserücktrittskosten-Versicherung deckt ein überschaubares Risiko ab; die Auslandsreise-Krankenversicherung schützt vor wirklich bösen Überraschungen.

Wie finde ich das richtige Wohnmobil?

Kastenwagen, Teilintegrierte und Alkoven - wer zum ersten Mal nach einem Urlaubsmobil sucht, versteht plötzlich die Welt nicht mehr. Der Reihe nach: Ausgebaute Kastenwagen, auch Campingbusse genannt, sind kompakt und deshalb leicht zu fahren. Ihre Einrichtung ist auf zwei Reisende ausgelegt, wobei man wiederum zwischen zwei Kategorien unterscheidet: Campingbusse mit und ohne Toilettenraum. Ein Cassetten-WC gehört bei allen anderen Reisemobilen zu Standard und macht unabhängiger von Campingplätzen.

Zu Recht ist die Alkovenbauweise mit dem typischen Schlafabteil über dem Fahrerhaus bei Familien besonders beliebt. Hier können sich die Kinder in den Alkoven zurückziehen, während die Sitzgruppe nutzbar bleibt.

Paare bevorzugen die flacheren Teilintegrierten, die mit einer festen, gut zugänglichen Liegefläche aufwarten. Mit Hubbett taugen sie für bis zu vier Personen.

Integrierte mit ihrem breiten eigenständigen Bug erfordern etwas mehr fahrerisches Geschick. Sie punkten meist durch ein Hubbett und beim Raumgefühl. Sitzen Sie in südlichen Gefilden sowieso lieber unter der Markise, hält sich der Mehrwert in Grenzen. Wichtiger können vielleicht große Stauräume für Fahrräder sein.

Für Ihre Erholung in jedem Fall entscheidend: bequeme Betten. Reichen Ihnen 1,30 Meter Matratzenbreite aus? Sind leicht zugängliche Einzelbetten die bessere Wahl? Am besten probieren Sie es beim Händler aus. Und noch ein wichtiger Punkt: Sprechen Sie frühzeitig mit dem Vermieter, falls ein Haustier mitreisen soll. 

Welche Ausstattung kann ich erwarten?

Bei Mietmobilen handelt es sich meist um maximal drei Jahre alte Modelle mit gängiger Ausstattung. Einen 130-PS-Turbodiesel unter der Haube sowie Klimaanlage und Radio im Fahrerhaus dürfen Sie erwarten. Auch Markise und Fahrradhalter fehlen praktisch nie. Weitere Selbstverständlichkeiten: zumindest eine Gasflasche, Toilettenzusatz, ein Anschlusskabel für den Netzstrom und Ausgleichskeile für unebene Stellplätze.

Sinnvoll, aber nur selten an Bord: ein Navigationssystem und ein aktueller Stellplatz-Atlas. Für Klapptisch und Campingstühle, Bettzeug und Geschirr müssen Sie als Mieter dagegen selber sorgen. Die großen Anbieter vermieten aber auch Haushaltsutensilien.

Welchen Führerschein brauche ich?

Haben Sie noch einen Führerschein der Klasse 3, dann brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Mehr als 7,5 Tonnen wiegt kaum ein Mietmobil. Anders sieht es bei der aktuellen Klasse B aus. Der überwiegende Teil der Mietangebote bewegt sich zwar im Bereich unter 3,5 Tonnen. Besonders geräumige Modelle mit deutlich mehr als sieben Meter Länge liegen oft über dieser Grenze. Fahranfänger brauchen außerdem Geduld: Alle großen Vermieter setzen ein Mindestalter von 21 Jahren und zwölfmonatigen Führerscheinbesitz beim Fahrer voraus.

Was muss ich bei der Übergabe beachten?

Mancher Mieter, der übereilt vom Händlerhof startet, muss später den Campingplatznachbarn befragen, wie die Cassettentoilette funktioniert. Noch unangenehmer wird es, wenn man am ersten Urlaubstag einen Kratzer unbekannter Herkunft am Aufbau entdeckt. Der Start in einen erholsamen Urlaub braucht Ruhe.

Planen Sie die Übergabe des Mietmobils ohne Zeitdruck und bei Tageslicht ein. Lassen Sie sich alle Funktionen erklären; prüfen Sie die Vollständigkeit des vereinbarten Zubehörs und der Bedienungsanleitungen. Lassen Sie sich vom Feierabend des Verkäufers nicht in Hektik versetzen, wenn es darum geht, die Mängelfreiheit zu bestätigen. Dokumentieren Sie eventuelle Löcher in den Polstern oder Kratzer an den Möbeln schriftlich und am besten mit einem Foto. Das Gleiche gilt für Schäden am Aufbau: Gebrauchsspuren entdecken Sie meist in Stoßstangenhöhe oder an den Dachkanten.

Was ist beim Urlaubsstart wichtig?

Fahrzeugübergabe, packen, erste Reiseetappe - für den Urlaubsstart sollten Sie sich mehr als einen Tag Zeit nehmen.

Die richtige Beladung erfordert etwas Theorie: Aus den Gewichtsangaben in den Fahrzeugpapieren können Sie die erlaubte Zuladung errechnen (F.1: Gesamtgewicht, G: Leergewicht). Reicht die Spanne für Menschen, Haushalt und das Sportgerät? Tipp für Ihre Daumenpeilung: Ein 3,5-Tonner mit etwa sechs Meter Länge kommt beim großen Urlaub zu viert an seine Grenzen. Ein Sieben-Meter-Mobil dieser Gewichtsklasse kann auch von zwei Menschen mit großem Gepäck rasch überladen werden. Die Verantwortung dafür tragen Sie als Fahrer.

Beim Packen nicht vergessen: schwere Gegenstände lagern sicherheitshalber weit unten. Dabei auf guten Halt achten. Klappernde Töpfe strapazieren auf kurvigen Strecken die Nerven.

Worauf muss ich beim Fahren achten?

Beim Fahren kommt es auf Ihre innere Ruhe an. Die viel gerühmte Entschleunigung im Urlaub darf man auf Reisemobiltouren getrost wörtlich nehmen. Mit Gelassenheit gewöhnen Sie sich schnell an die Dimensionen des rollenden Ferienhauses.

Idealerweise haben Sie sich zu Hause mit den für Reisemobile gültigen Verkehrsregeln im Urlaubsland vertraut gemacht. Bemessen Sie die erste Etappe so, dass Sie vor der Dämmerung einen Stellplatz erreichen und sich mit der Bordtechnik vertraut machen können. Auch an den Folgetagen sollte nicht schnelles Ankommen das Ziel sein. Wer die unvermeidliche Zeit für den Provianteinkauf sowie für Ver- und Entsorgung einplant, vermeidet Stress.

Worauf kommt es bei der Rückgabe an?

Letzte Etappe, auspacken, Rückgabe - auch ein gutes Urlaubsfinale benötigt Zeit. Zumal am Ende noch ein Putzeinsatz hinzukommt. Andernfalls werden Sie die Kaution wohl nicht in voller Höhe wieder sehen. Zwischen 100 und 200 Euro setzen Vermieter als Reinigungspauschale an.

Besonders penibel achten sie auf eine ausgespülte Toilettencassette. Auch für die Entsorgung droht sonst eine satte Extragebühr. Nur die Außenreinigung ist - wenn nicht ausdrücklich anders vereinbart - Sache des Vermieters.

Davon abgesehen gilt das Gleiche wie bei der Übergabe: Sehen Sie sich das Reisemobil zusammen mit dem Vermieter an. Dann sollten alle Missverständnisse ausgeschlossen sein - eine gute Basis für die nächste große Tour im Mietmobil.

Auf der nächsten Seite finden Sie alle großen Vermiet-Firmen und alles zum Thema das eigene Wohnmobil vermieten.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Frank Eppler, Fotolia

Datum

29. Januar 2012
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