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Ratgeber: Richtig heizen 16 Bilder Zoom

Praxis-Test: Richtig heizen: Luft- oder Wasserheizung?

Was heizt besser: Luft- oder Wasserheizung? Und was gilt es zu beachten, damit auch beim Wintercamping ein angenehmes Klima im Reisemobil herrscht? promobil hat es für Sie getestet. Lesen Sie hier:

Vielleicht lesen Sie diese Zeilen, während Sie gemütlich im Wohnmobil sitzen und draußen die Schneeflocken tanzen - dann spüren Sie hautnah, wovon hier die Rede ist. Oder wir erwischen Sie zu Hause, und Sie denken: Wintercamping würde ich gerne mal machen, aber nur mit ähnlichem Heizkomfort wie daheim. Doch geht das? Mit dem richtigen Wissen und ein paar Tipps ganz bequem.

Zwei Heizsysteme buhlen auf dem Wohnmobilmarkt um die Gunst der Kunden. Die Warmwasserheizung von Alde, die bei Fahrzeugen der Oberklasse meist serienmäßig verwendet wird, arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die gas- oder ölbetriebene Zentralheizung zu Hause. Ein Brenner erhitzt das Systemwasser. Das Wasser wiederum transportiert die Wärme von einer Pumpe gefördert zu den Heizkörpern - hier Konvektoren genannt.

Was heizt besser: Luft- oder Wasserheizung?

Häufiger verbreitet, vor allem in Einsteiger- und Mittelklasse-Fahrzeugen, ist die Warmluftheizung von Truma. Sie ist eher mit einem Kachelofen zu vergleichen. Die erwärmte Luft verteilt sich hier aber nicht von selbst langsam im Raum, sondern wird mit einem Gebläse gezielt im ganzen Fahrzeug verteilt.

Macht das einen Unterschied? Um fundierte Aussagen treffen zu können, schickte promobil zwei 7,44 Meter lange und bis auf die Heizung identische Integrierte in die Kältekammer. 

So testet promobil

Zwei Knaus Sky i 700 LEG traten zum Test an. Knaus bietet beide Systeme für dieses Wohmobil an. Zur aufpreispflichtigen Alde Compact 3010 gibt es sogar eine Fußbodenheizung, die im getesteten Fahrzeug allerdings nicht eingebaut war.

Der einziger Unterschied bei den zwei identischen Testfahrzeugen: das Heizungssystem. Ein Knaus Sky war mit der serienmäßigen Warmluftheizung Truma Combi 6 ausgerüstet, der andere mit der aufpreispflichtigen Warmwasserheizung Alde Compact 3010. Im Beisein von Christian Reisch von Alde Deutschland mussten die Probanden mehrere Testdurchläufe in den beiden Kältekammern von Truma in Putzbrunn bei München absolvieren, unter anderem den Normaufheizungstest nach DIN 1646-1.

Außerdem wurde die Luftfeuchtigkeit gemessen und insbesondere die Veränderungen durch Wasserkochen und Lüften untersucht sowie mithilfe einer Thermografiekamera nach typischen Wärmebrücken gesucht.

Die Scheiben und Fußräume beider Fahrerhäuser wurden mit zusätzlichen Isoliermatten versehen. So vorbereitet kühlten die Testkandidaten in den Kältekammern über Stunden auf -15° C ab. Anschließend wurden Fenster und Türen geschlossen und die Heizungen gestartet. Geheizt wurde nur mit Gas. Die Elektropatrone der Alde Compact blieb ausgeschaltet, um „Waffengleichheit“ bei der Leistung herzustellen. Außerdem ist nicht überall ein 230-Volt-Anschluss verfügbar.

Luftheizung und Wasserheizung im Normtest

Nach Norm EN 1646-1 soll die Aufheizung so ablaufen, dass am Temperaturfühler in der Fahrzeugmitte innerhalb von vier Stunden die 20-Grad-Marke erreicht wird. Zusammen mit den vier weiteren Messstellen in den Fahrzeugecken darf der Unterschied zwischen kältester und wärmster Stelle maximal sieben Grad betragen. Mit den großzügigen Innenräumen der beiden Integrierten haben beide Heizungen kein leichtes Spiel.

Die Truma-Luftheizung schafft es aber, die Ziellinie knapp vor der geforderten Zeit zu überschreiten. In den hinteren Fahrzeugecken kommt die Wärme jedoch nur verzögert an. Die maximale Differenz zwischen den Messstellen liegt bei 7,5° C.

Die Alde-Wasserheizung arbeitet prinzipbedingt langsamer: Wasser nimmt die Wärme nicht so schnell auf wie Luft. Darum wird es in der Fahrzeugmitte des zweiten Testmobils erst nach rund sechs Stunden 20 Grad warm. Dafür heizt die Wasserheizung gleichmäßiger. Zwischen den fünf Messstellen liegt der maximale Unterschied bei nur drei Grad. Da die Konvektoren ihre Wärme zu einem Gutteil auf die Möbel und die Seitenwände übertragen, ergibt sich ein angenehmer Abstrahleffekt.

Die Zusammenfassung der Testergebnisse und Tipps fürs effiziente Heizen im Wohmobil finden Sie auf der nächsten Seite.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Hans Lippert, Illustration: Harald Hornig

Datum

21. März 2013
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