Ratgeber Navigationsgeräte für Reisemobile, PKWs und LKWs 24 Bilder Zoom

Ratgeber Navigationsgeräte: Reiselotsen für's Wohnmobil

Besser reisen dank Navigations-System im Wohnmobil? Die promobil-Kaufberatung verrät Ihnen, welche Geräte Sie ohne Umwege in den Urlaub bringen.

Geschafft! Das Wohnmobil ist gepackt. Alles sicher verstaut, und die Vorfreude wächst. Das wichtigste Utensil für die Fahrt befestigt Heinz Schulze gerade an der Frontscheibe: sein nagelneues Navigationssystem, ein echtes Schnäppchen aus dem Elektronikmarkt.

„Jetzt können wir die Karten endlich in den Papierkorb werfen!“ tönt es stolz aus dem Cockpit. „Warte lieber, bis wir es ausprobiert haben!“ wirft seine Frau Inge ein. Zu Recht. Denn ob der kleine Lotse zuverlässig den Weg zum Urlaubsziel weist, wird Heinz Schulze erst unterwegs erfahren. Abenteuerlust kann den Wohnmobilfahrer teuer zu stehen kommen. Obwohl moderne Navis mittlerweile alle mehr oder weniger komfortabel ans Ziel lotsen, ergeben sich für den Einsatz im Wohnmobil besondere Ansprüche an das Navi, da die Mobile irgendwo zwischen Lkw und Auto liegen.

Wohnmobile haben zwar deutlich größere Abmessungen als Pkw, wollen aber oft auf den gleichen Strecken fahren. Im Urlaub zieht man des Öfteren die schönere Route der schnelleren vor, auch wenn diese etwas länger dauert, schließlich will man die Landschaft genießen können. Das Navi sollte also entsprechende Routenoptionen anbieten. Auch ist das Cockpit deutlich geräumiger als im Auto, das erfordert eine ausreichende Lautstärke. Die Abbiegungen sollten rechtzeitig angesagt werden, um Kamikaze-Manöver in der letzten Sekunde vor der Autobahnausfahrt zu vermeiden, schließlich ist ein Wohnmobil kein wendiger Stadtflitzer wie viele Kleinwagen.

Hinzu kommt, dass das Display eine ausreichende Größe haben sollte. Das erleichtert dem Fahrer oder dem Beifahrer die Bedienung und ist besser ablesbar. Apropos ablesbar: Insbesondere matte Displays neigen bei starker Sonneneinstrahlung zur Verspiegelung, da sich das Licht - ähnlich wie bei den Kristallen in einem Eisblock - im Kunststoff bricht und die Ablesbarkeit dadurch stark verringert oder das Display gar völlig verblendet.

Die Software macht den Unterschied

Die wichtigste Entscheidung bei der Anschaffung eines neuen Navis ist wohl die Frage nach der Gerätegattung: also ob es ein Wohnmobil- beziehungsweise Lkw-Navigationsgerät oder doch ein Pkw-Navigationsgerät werden soll. Der wesentliche Unterschied findet sich in der Software. So bieten Reisemobil- oder Lkw-spezifische Navis die Möglichkeit, die Abmessungen des Fahrzeugs einzugeben. Das System warnt den Fahrer dann bei entsprechenden Gefahrenpunkten wie Brückendurchfahrten, Gewichtsbeschränkungen oder scharfen Kurven, Seitenwinden oder auch Baumüberhängen. Doch Vorsicht: Blind vertrauen sollte man dem Gerät und den Werbesprüchen der Hersteller nicht, denn die Qualität der Warnhinweise hängt stark von der Qualität und der Aktualität des Kartenmaterials ab.

Im Ausland ist vor allem zur Vorsicht geraten, da einige Länder erst vor kurzem digitalisiert wurden und noch längst nicht jedes Brücklein mit seiner Durchfahrtshöhe vermerkt ist. Böse Überraschungen kann man unter anderem vermeiden, indem man sein Navi auf dem aktuellen Stand hält. Hierzu bieten einige Hersteller kostenlose Software für den PC an.

Um das Navi zu aktualisieren, hängt man es mit dem USB-Anschluss an den Computer und kann so prüfen ob neue Karten und Softwareversionen verfügbar sind.  Beim Kauf sollte man auch ein Augenmerk auf die Halterung werfen. Insbesondere Lkw- und Reisemobil-Navis haben des Öfteren sehr klobige Halterungen, die zwar weiter zum Fahrer hin reichen, dafür aber sehr umständlich zu befestigen und einzustellen sind.  Das herkömmliche Pkw-Navi bietet in der Regel zwar kein spezielles Wohnmobil- oder Lkw-Routing, kann dafür aber auch im alltäglichen Gebrauch verwendet werden.

Komfort dank Internet

In den vergangenen Jahren haben sich die portablen Lotsen gehörig weiterentwickelt. So ist nicht nur die Zielführung effektiver und zuverlässiger geworden, sondern auch die Technik: Einige Navis wie das TomTom Go 1005 Live, das Navigon 70 Premium Live oder das Garmin 1695 nülink warten nebst schnelleren Prozessoren mit einem Zugang zum Internet auf. Möglich wird dies durch eine im Navigationssystem integrierte SIM-Karte.

Der Internetzugang ermöglicht es, Ziele über die Suchmaschine Google einzugeben oder das Wetter am Zielort abzufragen. Außerdem empfangen diese sogenannten livefähigen Navis Verkehrsdaten aus dem Internet. Diese sind vor allem bei TomTom und Navigon deutlich präziser als TMC oder TMC Pro.

Die Verkehrsdaten werden über das Handynetz gesammelt: Stehen viele Netzteilnehmer an einer Stelle, ist das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Indiz für einen Stau oder stockenden Verkehr. Diese gesammelten Daten werden dann vom Navi via Internet von den Herstellerservern abgefragt. Allerdings ist dieser Zusatzservice nicht gerade billig: Bei TomTom sind die Internetdienste in den ersten zwei Jahren kostenlos im Kaufpreis enthalten, danach werden knapp 50 Euro für ein Jahresabonnement fällig.

Ähnliches gilt für die Livedienste von Navigon und Garmin. Das sind stolze Summen, vor allem für Gelegenheitsfahrer, die das Navi nur für gelegentliche Urlaubsfahrten nutzen möchten. Zumal die Livedienste meist nur in Deutschland verfügbar sind. Also bedenken Sie: Augen auf beim Kauf.

Halterungssysteme und ihre Unterschiede

Die Halterung eines Navigationssystems hat großen Einfluss auf die Nutzerfreundlichkeit des Geräts. Im Wesentlichen gibt es zwei unterschiedliche Systeme. Greifarm-Halterungen wie beispielsweise beim Snooper Ventura S6000 oder Navigon Premium 70 Caravaning & Truck mit Stellschrauben werden meist bei Lkw- und Wohnmobilspezifischen Navis verwendet. Diese Halterungen haben den Vorteil, dass das Navi näher am Fahrer sitzt und der Touchscreen somit leichter zu erreichen ist.

Der Nachteil solcher Greifarmsysteme ist meist die umständlichere Anbringung und Höhen- und Längsverstellung. Halterungen mit einem Kugelgelenk wie bei den Geräten von TomTom, Becker und Garmin sitzen zwar weiter weg vom Fahrer, lassen sich aber sehr leicht an- und abmontieren und auch sehr leicht höhen- und längsverstellen.

Navigation mit I-Phone, I-Pad & Co

Navigation mit dem Smartphone ist mittlerweile so komfortabel wie noch nie. So mancher stellt sich die Frage, ob es denn unbedingt ein neues Navi sein muss. Nein, muss es nicht. Auch mit dem iPhone und dem iPad kann man durchaus komfortabel navigieren, sofern man die richtige Navi-App als Lotsen verwendet.

Empfehlenswert sind hier vor allem die Apps Navigon Mobile Navigator, die TomTom App und auch der Copilot Live von ALK. Allerdings sollten Sie beim Navigieren mit dem iPhone beachten, dass für die Modelle iPhone 3G und 3GS eine Halterung mit integriertem GPS-Empfänger empfehlenswert ist, da der GPS-Empfänger der „älteren“ iPhone-Modelle noch nicht so gut ist, wie beim neuen iPhone 4G. Eine empfehlenswerte Halterung ist das TomTom Car Kit, das für rund 100 Euro erhältlich ist. Ebenfalls gut ist die Bury Motion für 130 Euro. Diese macht nebenbei auch als Freisprecheinrichtung eine gute Figur.

Auch das iPad eignet sich aufgrund seiner immensen Displaygröße zum Navigieren, sofern man eine entsprechende Halterung verwendet. Aufgrund seines hohen Gewichts sollte man beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Halterung auch wirklich für das iPad zertifiziert wurde, um böse Überraschungen bei Unfällen oder scharfen Bremsungen zu vermeiden.

Auch für das iPad empfehlen sich - bis auf die TomTom App - die gleichen Apps wie für das iPhone. Praktisch ist natürlich auch die promobil-Stellplatz-App mobil life. Hier können Sie einfach ihren Wunschstellplatz suchen und erhalten alle notwendigen Daten inklusive GPS-Koordinaten. In Kürze erscheint eine Premium-Variante, die noch mehr Funktionen bieten wird.

Was man beim Einsatz des Smartphones als Navi bedenken sollte, ist, dass die Kosten für die Navi-App und die Halterung schnell in den Preisregionen eines portablen Navis ankommen. Bei der Verwendung anderer Smartphones sollten Sie darauf achten, dass es sich um sogenannte Onboard-Applikationen handelt, die Karte wird also mitsamt der Software auf das Gerät heruntergeladen.

Offboard-Applikationen laden bei jeder berechneten Route die benötigten Kartendaten von einem Server herunter, was im Ausland enorme Kosten aufgrund der Roaming-Gebühren verursachen kann. Laden Sie deshalb vor dem Urlaub die App herunter, und deaktivieren Sie im Ausland das Datenroaming auf Ihrem Smartphone.

Neben Tipps zum Umgang mit den Geräten erklärt Ihnen das kleine Navi-Lexikon auf der nächsten Seite die wichtigsten Begriffe.

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Autor

Foto

Konstantin Tschovikov, Hersteller

Datum

6. April 2011
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