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Ratgeber Mietmobile kaufen: Jugendbewegung

Wer jetzt im Herbst zugreift, kann günstig zuschlagen: Tausende von jungen Miet-Reisemobilen stehen mit deftigem Nachlass zum Verkauf.

Wenn im Herbst die Blätter fallen, dann purzeln auch die Reisemobilpreise. Übriggebliebene Vorjahrsmodelle müssen vom Hof der Händler. Vor allem aber ganze Flotten von Mietwagen werden nach Ende der Urlaubszeit ausgemustert. Das ist die richtige Zeit für clevere Schnäppchenjäger.

Gelegenheiten gibt es fast an jeder Straßenecke: Praktisch jeder der rund 500 Reisemobilhändler in Deutschland ist gleichzeitig Vermieter. Meist nach einer, spätestens nach zwei Saisons verwandeln sich Mietfahrzeuge in Gebrauchtwagen. Verkäufer deklarieren sie gern als Halbjahreswagen um auf den jugendlichen Zustand hinzuweisen.

Die Spanne ist enorm: Zu Reisemobilhändlern mit überschaubaren Mietfuhrparks gesellen sich riesige Fahrzeugflotten: Fast 1000  Reisemobile  rollen für die Dethleffs-Tochter McRent, der ADAC liegt mit 950 Fahrzeugen auf gleicher Höhe, auch Hymerrent, DRM und die Mitglieder des Händlerverbunds Intercaravaning verfügen über ansehnliche Stückzahlen. Teils gibt es hier eigene Gebrauchtwagenportale, oder die Vermietpartner veräußeren direkt ihren Bestand an Gebrauchtmobilen.

Exakte Zahlen zu Mietmobilen gibt es nicht, aber das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg weist Jahr für Jahr mehr als 35 Prozent der Reisemobil-Neuzulassungen als gewerblich genutzte Fahrzeuge aus. „Das sind weit überwiegend Mietfahrzeuge“, ist Oliver Waidelich, Geschäftsführer des Händlerverbands DCHV,  sicher. Rund ein Drittel aller Neuzulassungen dürfte auf Mietmobile entfallen, in Deutschland 6000 bis 7000 Reisemobile im Jahr.
Einst ragten Alkovenmobile in jeder Beziehung aus den Mietfuhrparks heraus, aber das hat sich geändert. „Wir haben einen kompletten Mix aus dem Dethleffs-Programm“, stellt etwa Mc Rent-Geschäftsführer Alexander Kastl fest. Seine Devise: „Wir gucken unter anderem, was auf dem Caravan-Salon läuft und legen dann die Vermietflotte für das nächste Jahr fest.“ Campingbusse, Alkovenmobile, Teilintegrierte, Integrierte - bei den großen Vermietern ist alles vertreten. Auch manch edles Stück im Bereich von rund 100.000 Euro gibt es erst auf Zeit und bald darauf als jungen Gebrauchten.

Vermieter treffen ihre Wahl bereits mit Blick auf den späteren Verkauf. Denn nur wenn er reibungslos flutscht, funktioniert das Geschäftsmodell. Deshalb sind Mietmobile auch durchweg gut ausgestattet: Fahrerhaus-Klimaanlage, Beifahrer-Airbag, CD-Radio, Markise und Fahrradträger gehören zum Pflichtprogramm. Für die Vermietung ginge es auch magerer, nicht aber für den späteren Verkauf. Was nicht ausschließt, dass Händler auch manche „Standuhr“ unter den Neuwagen in die Vermietung nehmen, um Bewegung in das Geschäft zu bringen.

Nicht nur für das Wohlbefinden der Mieter, auch mit Aussicht auf den späteren Verkauf spielt der Pflegezustand eine wichtige Rolle. „Das größte Problem der Vermietfahrzeuge sind die Vermietfirmen selbst“, registriert Günther Petz, der Seniorchef des gleichnamigen Augsburger Handelsbetriebs. Eine gründliche Einweisung gehört bei ihm zum Pflichtprogramm, die Innenreinigung wird grundsätzlich von der eigenen Putzkraft erledigt, „das sichert einen gleichbleibend hohen Sauberkeitsstandard“, so Petz. Auch vermietet er nicht an jeden, etwa nie an Cliquen, die zu Veranstaltungen reisen.

Petz gepflegte Mietwagen legen im Durchschnitt pro Saison etwa 25.000 Kilometer zurück, eine übliche Laufleistung. Ebenso gängig sind in der Branche Nachlässe beim Wiederverkauf von 20 bis 25 Prozent auf den Neupreis. Angesichts dieser Angebote nimmt mancher in Kauf, dass Bett und Bad schon andere Benutzer gesehen haben.

Dies ist eher ein psychologischer Nachteil, ein handfester können Garantiebedingungen sein: Manche Hersteller reduzieren die Werksgarantie bei gewerblichem Einsatz von zwei auf nur ein oder anderthalb Jahre. Dem Käufer des Mietwagens bleibt in diesem Fall die Sachmängelhaftung des Verkäufers von einem Jahr. Sie deckt nur Mängel ab, die nachweislich bereits beim Verkauf bestanden haben. Käufer sollten deshalb genau nachfragen, was im Einzelfall zutrifft. Andererseits: Die eventuell weniger gute Absicherung gehört schließlich zu den Argumenten, weshalb auch in diesem Herbst wieder viele tausend Mietmobile vergleichsweise günstig zu haben sind.

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12. November 2011
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