Folienbeklebung für Wohnmobile 13 Bilder Zoom

Ratgeber Folienbeklebung : Wohnmobil mal ganz anders

Wohnmobile sehen einander sehr ähnlich: Ab Werk überwiegend in schlichtem Weiß, dazu ein einfaches Streifendekor. Folienbeklebungen schaffen hier Abwechslung und mehr Sicherheit. So wird's gemacht:

Schön ist, was gefällt. Ein malerischer Sonnenuntergang. Der Text des Lieblingslieds. Oder ein Bild von seinem Haustier. Ihr Reisemobil ist auch mit einem individuellen Foliendesign beklebt? Oder Sie sind unterwegs auf interessante Beispiele gestoßen? Viele Leser und User haben uns bereits Beispiele Ihrer, mit Folie veredelten Mobile zugesandt. Eine Auswahl der schönsten Motive finden Sie in unserer großen Fotoshow - hier :

Foliendesign lässt der Kreativität viel Freiraum

Die großen Flächen des Wohnmobilaufbaus schreien förmlich nach künstlerischer Verwirklichung. Dabei sind den Möglichkeiten und der Kreativität bei einer Folienbeklebung fast keine Grenzen gesetzt. Jedenfalls fast keine. „Die Optik von Sonderfahrzeugen wie Feuerwehr-, Polizei- oder Krankenwagen darf nicht vergleichbar nachgeahmt werden“, schränkt Werbetechniker Rainer Mozer von Komo etwas ein. Auch die Frontscheibe sowie die Seitenscheiben bis zur B-Säule sind tabu. Zudem sollte man vor der Verwendung eines Motivs, Logos oder Fotos gegebenenfalls die Marken- und Urheberrechte geklärt haben, um von vornherein etwaigem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Am besten, man lässt seine gestalterischen Ideen von einem Fachmann umsetzen. Der ist nicht nur im Umgang mit Entwürfen im Maßstab eins zu eins vertraut. Er achtet auch darauf, dass die Daten für den Digitaldruck der Folie in der richtigen Auflösung vorliegen - benötigt werden 100 Bildpunkte pro Zoll (dots per inch, dpi). Bei der Gelegenheit sollte man sich gleich ein Angebot für die Reisemobilfolierung ausarbeiten lassen. Seriöse Betriebe machen das ohnehin von sich aus.

Übrigens: Die Tabelle unten zeigt nur eine Auswahl möglicher Anbieter. Um einen Betrieb in Ihrer Nähe zu finden, lohnt es sich, im Internet auf den einschlägigen Suchseiten einfach mal mit den Stichworten Werbetechnik oder Car-Wrapping zu stöbern.

Vor allem großflächige Beklebungen, die das ganze Fahrzeug einbeziehen oder nur die Heckpartie, sind Sache von Profis. Die Kosten dafür beziffert Rainer Mozer je nach Aufwand im Schnitt auf 800 bis 3000 Euro bei zwei bis drei Arbeitstagen - immer noch preiswerter als eine Volllackierung. Wer nur einen Schriftzug verewigen will, kommt günstiger davon und kann ihn mit Hilfe einer Transferfolie selbst anbringen.

Für die Beklebung von Fahrzeugen findet in der Regel gegossene Folie Verwendung. Sie ist langlebiger als sogenannte kalandrierte Folie und in verschiedenen Ausführungen sowie für verschiedene Einsatzzwecke erhältlich: unifarben, als Digitaldruckfolie für die individuelle Gestaltung, für glatte Flächen sowie für 3-D-Anwendungen, um Kanten und Sicken sauber zu folieren.
Auch Hammerschlagblech kann damit beklebt werden. Allerdings nimmt die Anbringung Zeit in Anspruch. „Jede Erhöhung und Kuhle muss einzeln von Hand bearbeitet werden“, erklärt Werbetechniker Mozer.

Bevor ein Wohnmobil mit Folie beklebt werden kann, steht eine gründliche Reinigung an. Zunächst mit Grundreinigungsmitteln, dann mit Wasser. Anschließend wird es trocken gerieben. Tipp: Um sich selbst extra Reinigungskosten und dem Fachbetrieb einen Arbeitsgang zu ersparen, reinigt man sein Fahrzeug am besten gut vor.

Kleine, oberflächliche Lackkratzer sind für eine Folienbeklebung kein Problem, sie werden gut kaschiert. Anders Beulen oder Dellen, die eher noch betont und deshalb vorher gespachtelt werden sollten.

Ein Fall für Profis: die fachgerechte Beklebung

Die eigentliche Folienmontage ähnelt dann einem Tapeziervorgang. Dank Spezial-Kleber kann die Folie nach dem ersten Aufkleben noch verschoben werden. Mit Filzrakel oder Schwammrolle streicht man Lufteinschlüsse heraus.
An Ecken und Kanten erhitzt der Fachmann die Folie mit einem Heißluftfön, um sie formen zu können. Jedoch will die Folie immer wieder in ihren Ausgangszustand zurück. Durch Tempern wird das verhindert. „Tempern meint, die Folie je nach Typ kontrolliert auf 80 bis 100 Grad Celsius zu erhitzen“, so Rainer Mozer. Dadurch verliert sie die Spannung und legt sich an Ecken an. „Diese Arbeit sollte man gründlich machen“, empfiehlt der Werbetechniker.
Größte Sorgfalt ist auch dort geboten, wo die Folie am Fahrzeug geschnitten werden muss. Fachbetriebe nutzen dafür das sogenannte Knifeless-Band. An den Schnittkanten wird es unter die Folie geklebt. Anschließend löst man den in ihm integrierten Carbonfaden, wodurch die Folie von unten nach oben messerscharf getrennt wird.

Obwohl eine Folie nur wenige Mikrometer dick ist (maximal 100 µm), schützt sie das Wohnmobil gegen Steinschlag. An exponierten Stellen wie der Motorhaube kann man gegebenenfalls zusätzlich eine Lackschutzfolie anbringen.

Weitere Vorteile: Der Lack wird nicht stumpf. Wenn man eine Folie nach Jahren - in der Regel hält sie acht bis zehn Jahre - entfernt, was übrigens jederzeit rückstandsfrei möglich ist, ist der Lack darunter im selben Zustand wie vor der Beklebung. Auch Waschanlagenbürsten können ihr nichts anhaben. Und sollte die Folie infolge eines Parkremplers beschädigt worden sein, kann ein Fachmann die Schadstelle ausbessern.

Dennoch sollte man ein paar Dinge beachten. Werden beispielsweise Scheiben in ein Design einbezogen, geschieht dies mit sogenannten Window-Graphics-Folien. Von innen wirkt es wie getönte Scheiben, von außen ist das Motiv dafür durchgängig sichtbar. Für die Spezialfolie gibt es ein Prüfzeichen, das mit aufgeklebt wird, und eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) des Herstellers.
Einen Haken hat die Sache jedoch: Bei einer Folienbeklebung von Acrylglasfenstern wird meist keine Garantie übernommen. Der Grund: „Das auf die Folie aufgebrachte Schutzlaminat verträgt sich nicht mit dem Kunststoff der Scheiben“, sagt Rainer Mozer. Auch unlackierte Rückspiegelschalen können nicht immer foliert werden.

Wer nachträglich zum Beispiel eine Markise an ein foliertes Reisemobil anbringen will, sollte die Beklebung im Montagebereich vorher entfernen. Bei einem nur teilweise beklebten Fahrzeug sollte man bedenken, dass der unter der Folie befindliche Lack geschützt ist, während andere Partien mit der Zeit beginnen, auszubleichen. Und: Ein komplett in schwarze Folie gehülltes Mobil heizt sich in der Sonne schneller auf.

Ansonsten ist eine Folienbeklebung eine runde Sache, mit der man sich von der Masse der Reisemobile abheben kann. Es muss ja nicht immer gleich ein Krokodilkopf sein.

Folien sind echte Multitalente

Folie ist vielseitig einsetzbar. Mit ihr kann man sein Reisemobil nicht nur individuell aufhübschen, sondern auch schützen. Zum Beispiel gegen Hagel, Steinschlag oder Einbrecher.
Von KM Foliographics ist die Spezialfolie Caraskin zum Schutz vor Hagelschlag erhältlich. Sie besteht aus einer drei Millimeter dicken, weichen Kunststoff-Schicht und wird auf das Reisemobildach aufgeklebt. Netter Nebeneffekt: Durch Caraskin soll sich auch die Isolation und das Wohnklima verbessern.
Caraskin wird in einzelnen Matten mit einer Größe von 1,5 auf 2,5 Meter ausgeliefert. Die Farbe ist Weiß, der Preis pro Matte beträgt 220 Euro. Mit etwas Geschick soll man sie leicht selbst montieren können. Zudem haben laut KM Foliographics erste Versicherer angekündigt, ihre Prämie senken zu wollen, falls Caraskin montiert wurde.

Mit Caralux hat derselbe Anbieter auch noch eine Einbruchschutzfolie im Programm, die von innen auf die Seitenfenster des Fahrerhauses geklebt wird. Beim Versuch, die Scheibe einzuschlagen, hält die nur mikrometerdicke Folie die Glassplitter zusammen und verhindert, dass sich Einbrecher Zutritt zum Reisemobil verschaffen. Die Einbruchschutzfolie ist mit viskoelastischem Klebstoff versehen, der nach dem Anbringen dauerhaft glasklar bleibt. Preis pro Paar: ab 75 Euro.

Steinschlägen beugt eine Lackschutzfolie vor, wie sie beispielsweise Trim-Line anbietet. Die Folie ist transparent und nach Montage nahezu unsichtbar. Sie besteht aus strapazierfähigem Polyurethan und kommt an exponierten Stellen (Motorhaube) zum Einsatz. Mit Montage beginnt der Preis ungefähr bei 120 Euro. Die Lackschutzfolie soll auch nach Jahren wieder rückstandsfrei entfernbar sein und der Lack darunter wie neu bleiben.

Folienbeklebung - die Anbieter
Anbieter Telefon Internet
KM Foliographics 0 73 48/4 07 48 10 www.km-f.eu
Komo 0 82 23/9 00 63 www.komo.de
Trim-Line 0 21 31/1 40 www.trim-line.de
Wens Werbetechnik 0 20 65/67 79 77 www.wens-werbetechnik.de
X-Cover 03 31/24 38 67 58 www.xcover.de
Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

3M, Komo, Fotolia, Archiv

Datum

12. September 2012
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