Alles über Wintercamping
Reise-Service: Überwintern im Süden 16 Bilder Zoom

Reise-Tipp Überwintern im Süden: Nomaden auf Zeit

Nach Süden, der Sonne hinterher: Wintermüde Reisemobilfahrer zieht es jetzt in wärmere Gefilde, wie etwa an die Südküsten Spaniens oder nach Marokko. Die besten Reise- und Stellplatz-Tipps - hier:

"Mein Traum wurde wahr: Ich sehe endlich die Wüste, doch so schön habe ich sie mir nicht vorgestellt", schwärmt Sonja Müller aus Mannheim. Sie und ihr Ehemann Erwin weilen seit einigen Tagen in Merzouga, einem Berberdorf im fernen Südostzipfel Marokkos - es liegt am Fuß der märchenhaft anmutenden "Erg Chebbi" mit ihren riesigen rot schimmernden Sanddünen.

Die Badener wählten als Herberge die schöne Kasbah Mohayut, die einen neuen, sehr großzügig angelegten Stellplatz besitzt. Auch übergroße Fahrzeuge finden hier Platz. Die Mauer, die das Stellplatzgelände umgibt, ist zu den Dünen hin offen. Zur Nutzung des komfortablen Sanitärblocks erhält jeder Gast einen Schlüssel. Das Herzstück der Kasbah bilden mehrere dicht bewachsene Innenhöfe, ein kleiner Swimmingpool und ein gemütliches Restaurant mit offenem Kamin.

Landestypische Schmorgerichte aus dem Tontopf, Tajine genannt, und weitere Köstlichkeiten werden hier auf Wunsch in einem Biwak-Zelt serviert. Mit solchen Annehmlichkeiten wartet freilich nicht jede Herberge in der Gegend auf, doch ein Großteil von ihnen - das sind etwa 25 Betriebe - nehmen gerne Reisemobile auf und bieten die notwendigen Einrichtungen. Strom ist auf Anfrage ebenfalls meist erhältlich. Und oft ist das Übernachten sogar kostenlos, sofern man im Haus speist.

Vielerorts buchbar sind Ausflüge in die Umgebung, wie etwa Kamelreiten bei Sonnenaufgang oder Jeeptouren zu geheimnisvollen Salzseen. Ein besonderer landschaftlicher Höhepunkt im Süden ist die von bizarren Felswänden gesäumte Todra-Schlucht. Hier gibt es auch attraktive Camping- und Stellplätze - zum Beispiel Camping de Atlas, angelegt in einem gepflegten Palmenhain mit alten, sehr stattlichen Bäumen.

Die meisten der etwa 250 im Land bekannten Campingplätze und schätzungsweise weitere 125 freie Stellplätze findet man an der südlichen Atlantikküste sowie rund um den Hohen Atlas. Manche können nur eine Handvoll, andere mehrere Dutzend Fahrzeuge aufnehmen. In einer höheren Liga spielt indes "Atlantica Parc", eine moderne Campingstadt in der Nähe der Touristenhochburg Agadir, wo mehr als 700 mit Blumenbeeten eingefasste Parzellen bereitstehen. Die Anlage ist behindertengerecht ausgestattet, es gibt Kindertoiletten, dazu spricht man hier Deutsch - ansonsten klappt die Verständigung auf Französisch, manchmal auch auf Spanisch oder Englisch. Läden und Werkstätten vervollständigen das Angebot, und die beiden Maler Abdel und Rachid verwandeln auf Wunsch das Reisemobil in ein rollendes Kunstwerk.

Doch wer dem oft nasskalten mitteleuropäischen Winter entfliehen möchte, der muss nicht unbedingt nach Marokko reisen. Die bewährten Alternativen liegen in Südspanien und heißen Costa Blanca und Costa del Sol. Auch diese Küstenstriche garantieren dank schützender Berge stets milde Temperaturen und viele Sonnenstunden. Heftige Regenfälle beschränken sich in der Regel auf wenige Tage im Spätherbst und Frühjahr. Viele auf Langzeitaufenthalte spezialisierte Plätze liegen nicht direkt am Meer, sondern in nebelfreien Zonen ein bis zwei Kilometer landeinwärts - exakt in jenem Streifen, der Zitrusfrüchte frostsicher gedeihen lässt. Eine Standplatzreservierung ist zwar generell empfehlenswert, da aber fast überall ein ständiger Wechsel stattfindet, kommt man oft auch kurzfristig unter. Einige Campingplätze, wie etwa Villasol in Benidorm, halten zudem für spontan Anreisende eine Ausweichfläche zur Verfügung.

Wie hoch sind die Kosten? -Die Betreiber bieten gewöhnlich Staffelpreise an. Diese liegen in der Zeit vom 1. September bis 30. Juni bei mehr als 30 Nächten im Rahmen von etwa acht bis 20 Euro für zwei Personen und ein Reisemobil. Manche gewähren den höchsten Nachlass erst ab einem Aufenthalt von 181 Nächten. Strom wird normalerweise extra berechnet. Auch für Langzeitaufenthalte können sich Camping Cheques lohnen (geeignete Partnerplätze und Informationen unter www.campingcheque.de).

Welche Freizeitaktivitäten bieten sich im Winter an? Wandern steht zum Beispiel an der Costa Blanca ganz hoch im Kurs. Entlang der Küste und in den Küstengebirgen stehen mittlerweile etliche ausgeschilderte Wanderwege zur Verfügung, darunter auch die ökologischen Wanderpfade zwischen Calpe und Benissa sowie in Cullera, Torrevieja und Jávea.

Überwintern in Spanien und mehr noch in Marokko verlangt eine gute Planung. Doch dafür, dass sich dann Träume erfüllen, lohnt die Mühe einer sorgfältigen Reisevorbereitung doch allemal.

Darauf müssen Sie beim Überwintern im Süden achten

  • Vergessen Sie nicht, für alle laufenden Kosten zu Hause Daueraufträge oder Einzugsermächtigungen zu erteilen. Per Online-Banking sind darüber hinaus längerfristige Terminüberweisungen möglich.
  • Manche Vereine bieten an, die Mitgliedschaft zeitweise ruhen zu lassen.
  • Um volle Kostendeckung im Krankheitsfall zu gewährleisten, eine private Zusatzversicherung fürs Ausland abschließen. Es gibt kein Sozialversicherungsabkommen mit Marokko.
Gasversorgung
  • Das Befüllen von Gasflaschen in Spanien ist verboten, doch man kann spanische Pfandflaschen an Repsol-Tankstellen leihen. Benötigt wird dazu ein Regler (regulador) und der Euro-Adapter Nr. 4, der im Set in Deutschland erhältlich ist. Fest ein-gebaute Gastanks können an Gastankstellen befüllt werden.
  • Auch bei den marokkanischen Gaswerken ist das Befüllen von deutschen Gasflaschen seit 2009 aus Sicherheitsgründen untersagt. Zwei Elf-Kilogramm-Flaschen reichen aber gewöhnlich für zwei Monate aus, da Heizen fast nie erforderlich ist.
  • Gastankstellen sind in Marokko unbekannt.
Im Notfall
  • Hilfe im Notfall in Spanien unter der Telefonnummer 112 (Mobilfunk und Festnetz). Kostenpflichtige Pannen-hilfe gewährt rund um die Uhr der Automobilclub RACE (Telefon 915933333 oder 900112222).
  • Notrufnummern in Marokko: Feuerwehr 15, Polizei 19.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit: www.auswaertiges-amt.de

Autor

,

Foto

Thomas Cernak

Datum

14. November 2012
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