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Praxis: Einbau einer Anhängekupplung 15 Bilder Zoom

Praxis-Tipp Einbau einer Anhängekupplung: Haken Dran

Als Zugfahrzeug für Auto-, Boots- oder Pferdeanhänger taugen Reisemobile ähnlich gut wie Pkw. Beim Nachrüsten einer Anhängekupplung gibt es einiges zu beachten. So funktioniert es.

Wohnmobile zeichnen sich vor allem durch ihre Flexibilität aus. Verlockend ist, nicht an einen Urlaubsort gebunden zu sein. Und das eigene Heim samt Ausrüstung ist immer dabei. Gehören dazu aber Motorräder oder Auto, sollen Boot oder gar Pferd mit auf eine Tour, stoßen die meisten Mobile schnell an ihre Grenzen. Abhilfe kann eine Anhängekupplung schaffen. Sperriges oder schweres Gepäck reist dann in einem separaten Anhänger in zweiter Reihe mit. Um den Einbau einer Anhängekupplung exem-plarisch darzustellen, erhielt der promobil-Dauertestwagen - ein Adria Matrix Plus M 680 SP - einen Haken. Kupplungsspezialist Linnepe unterstützte mit Material und Know-how.

Welche Anhängekupplung für welches Mobil?

Zunächst gilt es zu klären, welche Anhängekupplung für das jeweilige Fahrzeug die richtige ist. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Handelt es sich um ein aufgebautes Wohnmobil, muss in der Regel der Hecküberhang durch eine Rahmenverlängerung überbrückt werden, damit die Kupplungskugel nicht unter dem Aufbau sitzt. Besitzt das Mobil bereits eine Rahmenverlängerung, ist zu prüfen, ob diese ausreichend tragfähig ist.

Da manche ab Werk eingebauten Rahmenverlängerungen hauptsächlich als Montagehilfen dienen und wenig tragende Wirkung haben, müssen sie beim Einbau der Anhängekupplung getauscht werden. Weiter ist der benötigte D-Wert für die Anhängekupplung zu ermitteln. Er bezeichnet das Maß für die maximale Belastung der Konstruktion. Mit Hilfe der Angaben aus den Zulassungspapieren, nämlich den zulässigen Gesamtgewichten von Fahrzeug und Anhänger, lässt er sich nach einer feststehenden Formel berechnen.

Voraussetzungen für eine Anhängekupplung

Neben dem D-Wert muss auch die zulässige Anhängelast des Wohnmobils den Anforderungen genügen. Dabei ist es wichtig zu prüfen, ob der Hersteller des Aufbaus die Vorgaben des Basisfahrzeugs einschränkt. Etwaige Abweichungen sollten auf einer zweiten Plakette, die sich oft im Motorraum findet, ablesbar sein.

Die Auswahl und Bestellung der passenden Teile übernimmt meist die Werkstatt, die auch den Einbau vornimmt. Wer den Umbau einem Fachbetrieb, beispielsweise dem Wohnmobilhändler, überlässt, beugt im Schadensfall auch etwaigen Haftungsfragen vor.

Die Mechaniker dort verfügen auch über entsprechende Erfahrung, um nötige Zusatzarbeiten durchzuführen. Da jeder Aufbauhersteller eigene Konstruktionsprinzipien verfolgt, sind unter Umständen der Abwassertank zu versetzen oder die Standstützen umzubauen. Der Einbau der Anhängekupplung beginnt mit der Befestigung der Halterungen. Diese kann man, je nach Platzverhältnissen am Unterboden des Fahrzeugs, innen oder außen an das Originalchassis anschrauben. Ebenso werden die Rahmenverlängerung und die Quertraverse per Schraubverbindung miteinander fixiert. Wichtig: Ähnlich wie beim Reifenwechsel sollten alle Schrauben, hier nach 1000 Kilometern, kontrolliert und nachgezogen werden.

Für die abschließend herzustellende Stromverbindung der Beleuchtungsanlage ist am Originalchassis bereits ein Zentralstecker vorgesehen. Das Modul mit der Steuerung findet seinen Platz am besten neben der Starterbatterie im Fahrerhaus. Dort ist es vor Feuchtigkeit geschützt.

Zeit und Kosten der Anhängekupplung-Montage

Für den Einbau einer Anhängekupplung benötigt ein Mechaniker in der Werkstatt rund vier Stunden, je nach Zusatzarbeiten für die Vorbereitung des Fahrzeugs entsprechend länger. Das führt zu Montagekosten von rund 400 Euro. Je nach Region und Fachbetrieb kann es jedoch durchaus Unterschiede geben. Dazu kommen die Kosten für das Material. Die am Dauertestwagen angebaute Anhängekupplung kommt inklusive Rahmenverlängerung auf 795 Euro, für den Elektriksatz werden noch einmal 199 Euro fällig.

Der letzte Arbeitsschritt besteht darin, das Typenschild am Fahrzeug anzubringen. Neben technischen Daten wie der Stützlast oder dem D-Wert ist dort auch die sogenannte E-Nummer eingetragen. Diese Prüfnummer - die mit einem „E“ beginnt - zeigt, dass das Bauteil nach europäischer Norm geprüft und europaweit zugelassen ist. Somit entfällt eine gesonderte Abnahme der Anhängekupplung durch den TÜV und eine Eintragung in die Zulassungsbescheinigung.

Notieren sollte man sich jedoch das neue Leergewicht des Fahrzeugs. Der komplette Bausatz der Linnepe-Anhängekupplung mit Rahmenverlängerung, Quertraverse und Elektriksatz wiegt in diesem Fall rund 47 Kilogramm. Damit verringert sich zwar die Zuladung des Reisemobils, den Einsatzbereichen und Transportmöglichkeiten sind so aber noch weniger Grenzen gesetzt als zuvor.

Auf der nächsten Seite: Alles zum Thema Fahrvorschriften und Tempolimits im Überblick. Außerdem: Checkliste für die Montage einer Anhängekupplung.

Autor

Foto

Christian Hass

Datum

22. November 2013
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