Mit AUTOMATISCHEN HUBSTÜTZANLAGEN lassen sich Bodenunebenheiten perfekt ausgleichen. 9 Bilder Zoom

Hubstützen und Luftfedern: Was unterscheidet Hubstützen und Luftfedern?

Mit automatischen Hubstützanlagen lassen sich Bodenunebenheiten perfekt ausgleichen. Aber auch Luftfedern leisten beim Nivellieren gute Dienste. promobil erklärt die Unterschiede. 

Hubstützen sind das Nonplusultra, wenn das Reisemobil ausgewogen und fest abgestellt werden soll. Sie bringen das Fahrzeug auf Knopfdruck ins Lot – ohne körperliche Anstrengung und weitere Nivellierungshilfen wie zum Beispiel Keile. Die Stützen gleichen zum einen Höhenunterschiede exakt aus, gleichzeitig steht das Fahrzeug mit ihnen wankfrei auf dem Boden. Selbst Personen, die leicht seekrank werden, spüren dank Hubstützen keine Schwankungen im Innenraum ihres Wohnmobils. 

Zwar gibt es mechanische Kurbelstützen deutlich günstiger, diese dienen aber nur zum Fixieren, da sie das Gewicht eines Reisemobils nicht vollständig tragen. Zudem erfordert das Kurbeln Körpereinsatz. Das automatische Nivellieren gelingt am günstigsten mit elektrischen Hubstützen. Solider, haltbarer und tragfähiger sind jedoch hydraulische Anlagen. 

Hydraulische Hubstützen sind so stabil, dass sie das Fahrzeug komplett anheben können.

Sie bleiben indes keineswegs nur schweren Linern vorbehalten. "Immer mehr Aufträge kommen von Besitzern eines Fiat-Ducato-Reisemobils, teilweise rüsten wir auch Kastenwagen mit hydraulischen Hubstützen aus", sagt Michael Berberich, Entwicklungsleiter bei Goldschmitt. 

Montage von Hubstützen: Eine Frage des Gewichts

Wer sich entscheidet, Hubstützen am eigenen Wohnmobil zu montieren, muss das Mehrgewicht der Anlage und die verringerte Zuladung berücksichtigen. Je nach Ausführung bringen die Stützen samt Kompressor rund 70 Kilo auf die Waage. Zudem hat der Komfort seinen Preis: Bei Goldschmitt müssen Mobilisten etwa 6.000 Euro für die Nachrüstung einer Hubstützenanlage einplanen. 

Die Anschaffung lohnt sich vor allem für Menschen, die sensibel auf Schwankungen reagieren. Durch die schnelle Justierung machen hydraulische Hubstützen sich insbesondere bei häufigen Standortwechseln bezahlt. Auch Menschen mit Rückenbeschwerden profitieren davon. Das Mehrgewicht von rund 70 Kilo reduziert die Zuladung jedoch spürbar. Eine Montage an Fahrzeugen der 3,5-Tonnen-Klasse sollte daher gut überlegt sein. 

Hubstützen können mehr als nivellieren

Beim Entsorgen können sie etwa das Fahrzeug auf einer Seite anheben, damit der Tank leichter leer läuft. Zudem sind sie beim Reifenwechsel nützlich. Je nach Bedarf lassen sich einzelne Räder oder auch das gesamte Fahrzeug anheben. Bei hochwertigen Systemen verhindert eine Schlauchbruchsicherung, dass die Stützen im Fall eines Defekts ungewollt eintauchen. So kann sicher unter dem Fahrzeug gearbeitet werden. 

Der Mehrfachnutzen von Vollluftfedern

Luftfedern erhöhen in erster Linie den Fahrkomfort, können aber auch zum Höhenausgleich verwendet werden. Mit den Top-Modellen lässt sich das Reisemobil wie mit einer Hubstütze per Knopfdruck nivellieren. Damit das Fahrzeug vollkommen wackelfrei steht, muss es jedoch zusätzlich mit Kurbelstützen oder Stützböcken fixiert werden. 

2-Kanal-Anlagen, mit denen sich einzelne Achsen heben bzw. senken lassen, sind zum Nivellieren oft schon ausreichend. Hochwertige 4-Kanal-Systeme können sogar jede Feder bzw. jedes Rad einzeln ansteuern. Für den Einbau in ein Fiat-Ducato-Chassis müssen dafür jedoch etwa 8.000 Euro und 40 Kilo Mehrgewicht eingeplant werden.

Via Fernbedienung werden die Hubstützen ausgefahren.

Hubstützen und Luftfedern fürs Wohnmobil im Vergleich

Hubstützen

Wackelfreier Stand und müheloser Höhenausgleich sind mit Hubstützen möglich. Sie lassen sich grundsätzlich an jedes Reisemobil montieren, reduzieren aber die Zuladung je nach Ausführung deutlich. Daher lohnt sich eine Hubstützenanlage vorwiegend für Fahrzeuge jenseits der 3,5-Tonnen-Klasse. Die Steuerung erfolgt über eine Fernbedienung. Für eine Nachrüstung fallen ab 5500 Euro an. 

  • Stabilisiert im Stand 
  • Höhenausgleich im Stand 
  • Einfache Bedienung

Eine Höhenkorrektur reicht vielen Reisemobilisten im Stand bereits aus. Vollluftfedern heben das Fahrzeug an, verhindern aber nicht, dass das Reisemobil wackelt.

Luftfedern

Eine Höhenkorrektur reicht vielen Reisemobilisten im Stand bereits aus. Vollluftfedern heben das Fahrzeug an, verhindern aber nicht, dass das Reisemobil wackelt. Mit automatischen Sensoren erkennen Vollluftfedern, wenn das Reisemobil eben steht. Die Nivellierung erfolgt einfach mit einem Knopfdruck. Während der Fahrt spielen Luftfedern ihre Stärken erst richtig aus: Sie bieten Fahrkomfort und Sicherheit – insbesondere bei Fahrzeugen mit großem Hecküberhang. 

  • Höhenausgleich 
  • Mehr Fahrkomfort 
  • Einfache Bedienung

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

8. November 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 10/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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