Mobil-Tour: Ostfriesland, Leer Zoom

Stellplätze für Wohnmobile in Ostfriesland: Maritimes Flair

Mit zwölf neuen Stellplätzen zeigt sich Ostfriesland höchst wohnmobilfreundlich. Neben den schon bestehenden Plätzen mit maritimen Charakter, kamen neue in fünf Küstenorten und Hafenstädten dazu.

Reisemobilisten glücklich zu machen ist eigentlich gar nicht so schwer. Geeignete Stellplätze, attraktive Freizeitangebote und ein offenes Ohr für die Wünsche der mobilen Gäste haben etwa im südlichen Ostfriesland für einen erheblichen Aufschwung des Tourismus gesorgt. In dieser Saison dürfte dem inzwischen gemeinsam unter dem Namen „Ostfriesland“ werbenden Nordwesten der endgültige Durchbruch im Wohnmobiltourismus gelingen.

Das Stellplatznetz dehnt sich aus der bisherigen reisemobilen Hochburg, dem Landkreis Leer, über Stationen im Binnenland bis zu den beliebten Küstenbadeorten hin aus und erreicht eine bis dato ungeahnte Dichte: Zu den bekannten, im promobil-Stellplatzatlas Deutschland-Nord ausführlich beschriebenen Orten gesellen sich sage und schreibe zwölf weitere Stellplätze in allen Teilen der Region.

Gleich fünf Küstenorte und Hafenstädte weisen zu dieser Saison ganz neue oder noch wenig bekannte Flächen im Hafenbereich und insofern mit genau dem maritimem Charakter aus, den Gäste aus dem Binnenland an der Küste so schätzen.

Geradezu ideale Bedingungen bietet der Stellplatz von Harlesiel, der nach dem Probebetrieb im vergangenen Jahr nunmehr in seine erste volle Saison geht. Das Gelände, ein fast ebenes und befestigtes Areal, kann nicht nur an die 50 Reisemobile aufnehmen, es liegt genau dort, wo sich in dem kleinen Ort das touristische Leben abspielt: zwischen Strand und Hafeneinfahrt, in Sichtweite zum Freibad und den Fähranlegern, von denen aus die Schiffe nach Wangerooge ablegen.

Der freie Blick aufs Wasser ist hier keine leere Versprechung. An den Mobilen, die in der ersten Reihe direkt am Kai parken, ziehen die Autofähren zum Greifen nahe vorbei.

Mag die Entsorgungseinrichtung, ein Bodeneinlass auf einem erhöhten Teil des Stellplatzes, auch nicht nach jedermanns Geschmack ausfallen, die Kombination des Stellplatzes mit dem nahen Meerwasser-Freibad erweist sich ganz entschieden als Pluspunkt. Einen ähnlichen Charakter besitzt das Areal in Norddeich-Mole, das bisher als Geheimtipp in der mobilen Szene galt. Der Stellplatz versteckt sich im Osthafen, ist erst im allerletzten Moment, an der Schranke zum Hafengelände, beschildert und auch nicht ganz einfach anzusteuern – eine scheinbare Zufahrt endet plötzlich an einem Eisenbahntunnel, der nur Fahrzeuge bis drei Meter Höhe passieren lässt. Wer aber den Schleichweg über die Gleise hinweg findet, der landet schließlich auf einem breiten und befestigten Parkstreifen, der sogar über eine Entsorgungsstation sowie drei Stromsäulen verfügt und mitten im Hafen liegt, nur wenige Schritte von Krabbenkuttern und Autofähren entfernt. Hafen-Stellplatz Nummer drei entsteht in Horumersiel. Wie Friedo Gerdes, Marketingleiter bei der Wangerland-Touristik, erklärt, wird noch zu dieser Saison ein Teil des Hafens in einen Stellplatz für 20 Mobile umgewandelt und mit der notwendigen Ausstattung ausgerüstet – eine attraktive Ergänzung zu dem beliebten Stellplatz oberhalb des Campingplatzes im Ortsteil Schillig. Die geplanten Stellplätze in Emden sehen ebenfalls ihrer Fertigstellung entgegen. Die AG Ems, die den Alten Binnenhafen der Seehafenstadt umgestaltet, wird im Verlauf dieser Saison gleich zwei Stellplätze in der Nähe zu Museumshafen und Stadtzentrum ausweisen.

Den Parkplatz am Eisenbahndock zu vergrößern und zu vollenden wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Auf der anderen Hafenseite aber, auf dem Parkplatz am Hafentor, sind Reisemobilisten jetzt schon willkommen. Und mit dem Parkplatz an der Knock will die Reederei auch noch ein weiteres Gelände in einen offiziellen Stellplatz für Reisemobile verwandeln. Wie sich Stellplätze und touristische Angebote verknüpfen lassen, zeigen die bekannten Stellplätze in Detern-Stickhausen, Rhauderfehn und Barßel, die sich an Paddel-und-Pedal-Stationen anschließen und somit einen idealen Wechsel zwischen Rad, Kanu und Reisemobil ermöglichen.

In Norddeich gehen die Touristiker noch einen Schritt weiter und geben an ihre mobilen Gäste die „Wohnmobil-Card“ aus. Diese senkt zum einen die Stellplatzgebühr von zwölf auf neun Euro pro Nacht und Mobil und garantiert zum anderen noch eine Reihe von Vergünstigungen, allen voran Ermäßigungen beim Besuch des Spaßbads Ocean Wave, der Saunalandschaft, des Freibads und bei einer Schiffstour zu einigen der nahen Nordseeinseln. Im Hinterland der Küste finden sich ebenfalls neue Standorte für Reisemobile, die einen Besuch wert sind, allen voran der Stellplatz am Gasthaus „Zur Mühle“ in Steenfelderfeld, den der RMC Condor mit seinem Vorsitzenden Hans Woldenga angeschoben hat. Anders als bei den vielen reisemobilfreundlichen Restaurants stehen die Gäste hier nicht auf dem normalen Pkw-Parkplatz, sondern auf einem weitläufigen, parzellierten sowie mit Stromanschlüssen ausgestatteten Wiesengelände hinter dem Gasthaus – ein guter Platz für Reisemobilisten, die gern abseits der großen Touristenströme im Grünen stehen. Damit kann auch die Gemeinde Blomberg dienen. Der kleine Ort im Hinterland der Küste hat seinen Dorfplatz in einen Stellplatz verwandelt, dort eine Sani-Station installiert und bietet so eine empfehlenswerte Alternative zu den im Sommer stark besuchten Stellplätzen direkt am Meer. Beim Preisniveau öffnet sich die Schere zwischen den Plätzen am Meer und im Binnenland wieder. Während die Stellplätze in Harlesiel oder Horumersiel inklusive aller Nebenkosten und der Kurtaxe die Zehn-Euro-Grenze überspringen, findet sich im südlichen Ostfriesland immer noch so manches Schnäppchen – die attraktiven Stellplätze in Ostrhauderfehn, Weener oder Detern kosten fünf Euro pro Nacht und Mobil oder sogar noch etwas weniger.

Und einige Neulinge wie Blomberg werben sogar mit Stellplätzen zum Nulltarif um mobile Gäste. So ungern es die Touristiker in anderen norddeutschen Küstenregionen auch hören mögen, mit dem Stellplatzangebot, das Reisemobilfahrer ab dieser Saison in Ostfriesland finden, kann an Nord- und Ostsee kaum ein anderes mithalten; allenfalls das Elbe-Weser-Dreieck mit seinen ausgezeichneten Offerten in Cuxhaven und Bremervörde kommt in Betracht, ebenso der viel versprechende, neue Reisemobilhafen von Bremerhaven, der aller Voraussicht nach im Sommer zur Sail 2005 seine Tore öffnen wird. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bleibt da nur das Nachsehen.

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Autor

Foto

Silke Tokarski, Thomas Zwicker

Datum

10. Mai 2005
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