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Ratgeber: Modelle 2004

Neue Reisemobile auf Freizeitmessen wie CMT, CBR und Co bringen das Angebot in Schwung.

Attraktive Preise gehören zu jeder Caravaningmesse wie Besucherströme und brandneue Modelle. Dafür sorgen schon clevere Reisemobilhändler und feilschende Kunden. Doch in diesem Frühjahr tragen auch immer mehr Hersteller zu einem unwiderstehlichen Preis-Leistungs-Verhältnis bei. Das ein oder andere Schnäppchen gibt’s gleich ab Werk: Zahlreiche Modellneuheiten auf den Freizeitmessen sprechen kühl kalkulierende Käufer an. Beispiel Knaus: Während zumeist das größte und edelste Modell im Mittelpunkt der Neuheitenschau steht, dreht man den Spieß einfach um. Wir haben das kürzeste Alkovenmobil, heißt es dort stolz. Auf der CMT in Stuttgart, der ersten Freizeitmesse dieses Frühjahrs, feiert der Sport-Traveller 500 L Premiere. Nur fünf Meter misst der Kompakte und ist damit nicht länger als ein Pkw der Mercedes S-Klasse. Im Preis unterbietet er Luxuslimousinen deutlich. Ab 30 550 Euro sind Schnäppchenjäger dabei. Der adäquate 2,3-Liter-Turbodiesel ist in der knappen Kalkulation zwar noch nicht mit drin, dafür jedoch ein insgesamt hochwertiges Erscheinungsbild und eine gemütliche L-Sitzbank. Wie beim etwas längeren 500 D lässt sich das Bad in einen wagenbreiten Ankleidebereich verwandeln, der auch den Kleiderschrank mit einschließt. Die Freunde aufwendiger Komfortausstattung kommen auf den Knaus-Ständen der Frühjahrsmessen ebenso wenig zu kurz. Ein speziell ausgerüsteter Sun-Liner zeigt dort, was an Multimediatechnik im Reisemobil möglich ist. Hohen Komfort und attraktive Preise verbindet Dethleffs mit zwei Sondermodellen. Ein Alkovenmodell und ein Teilintegrierter namens Summer Edition versprechen stolze 6000 Euro Preisvorteil. Ihre Ausstattung verdient das Prädikat komplett. Von der Fahrerhaus-Klimaanlage über ein hochwertiges Soundsystem bis hin zum Campingmöbelset ist alles an Bord, um sofort auf große Fahrt zu gehen. Ein eigenständiges Dekor und das Sechs-Augen-Gesicht deuten von außen auf die Sonderstellung hin. Den Reiz der Summer Edition macht jedoch nicht allein die umfangreiche Ausstattung aus. Beide Modelle bringen Grundrisse mit, die bei Dethleffs in dieser Form bislang nicht im Angebot auftauchten. Der T 6441 (für 44 799 Euro) variiert die Längsbettaufteilung und kann wahlweise mit 135-Liter-Kühlschrank oder breiter Anrichte geliefert werden. Das Alkovenmodell A 5841 (für 47 852 Euro) wartet ebenfalls mit einem Längsbett auf, bringt aber darüber hinaus einen doppelten Boden mit. So füllt der gut sechs Meter lange A 5841 eine interessante Nische: Die Frühjahrsneuheit Summer Edition spricht Käufer an, die ein besonders wintertaugliches und dabei kompaktes Modell mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen – und überdies entschlussfreudig sind, denn die Stückzahl ist wie beim T-Modell auf 80 Exemplare limitiert.

Selbst bei der Nobelmarke Phoenix sinken die Preise. Allerdings auf etwas anderem Niveau. Trat der zum Caravan-Salon 2003 neu eingeführte Liner bislang nur als High-End-Mobil zu Preisen über 150 000 Euro auf, wird ein neuer Abkömmling der integrierten Baureihe erschwinglicher. Der neue Liner 7000 kostet 107 800 Euro. Aufbau und Innenleben nehmen Anleihen bei den Topversionen, doch statt eines MAN treibt ein Iveco Daily die Liner 7000 bis 8800 an. Zwischen 7,40 und 9,20 Meter Länge entsteht damit genau genommen eine zweite Phoenix-Liner-Baureihe. Die zehn Iveco-Varianten fallen ein wenig schmaler und flacher aus als die MAN-Modelle, nehmen also eher Flair-Käufer als Clou-Interessenten ins Visier. Carthago begann bereits ein Modelljahr zuvor, die Erfahrungen mit Luxusmobilen in stückzahlträchtigere Segmente umzusetzen: Die Chic-Baureihe entstand. Jetzt geht es darum, noch vorhandene Lücken im Programm zu füllen. Auf der CMT steht erstmals ein teilintegrierter Chic mit Einzelbetten, der neue T 51. Trotz getrennt angeordneter Liegeflächen findet in der großen Heckgarage darunter sogar ein Motorroller Platz. Wünsche nach weiteren Staumöglichkeiten erfüllt ein hoher doppelter Boden. Die Preisliste für das Siebeneinhalb-Meter-Modell auf Fiat beginnt bei vergleichsweise moderaten 65 222 Euro. Damit konkurriert der Chic T beispielsweise mit dem ähnlich konzipierten Eura Mobil Contura. Eura Mobil komplettiert seine neu aufgelegte Teilintegrierten-Baureihe ebenfalls zum Jahresauftakt: Zur CMT kommt der 662 HB als siebter Grundriss hinzu. Seine Spezialität ist das Querbett im Heck. Den Raum darunter nutzt Eura Mobil nicht allein für die bei dieser Konstellation übliche Garage, sondern auch für den Kleiderschrank. Dieser Umstand ermöglicht eine recht kompakte Außenlänge von sechseinhalb Metern. Der Grundpreis liegt bei 52 500 Euro. Ab 45 850 Euro gibt es zum Frühjahr außerdem den ähnlich langen 650 VB in der Alkovenbaureihe Sport. Ein Längs-Etagenbett mit hochklappbarer unterer Liegefläche und ein zweiter Kleiderschrank weisen ihn als klassisches Familienmobil aus. Die Eura-Mobil-Schwestermarke Karmann verbessert ihr Preis-Leistungs-Verhältnis dagegen mit der Einführung einer neuen Baureihe. Der Ontario (siehe auch promobil 1/2004) entspricht im Preisniveau dem bekannten Missouri auf VW LT, bietet mit seinem Mercedes-Sprinter-Fahrgestell jedoch einen stärkeren Basismotor und eine erweiterte Serienausstattung. Zu Preisen ab 54 000 Euro gehört er auf jeden Fall zu den günstigeren Alkovenmobilen mit Stern am Bug. Das trifft ebenfalls auf den Rotec 6700 G von TEC zu, der auf der Hamburger Reisemesse Premiere feiert. Die Überraschung ist allerdings nicht allein sein Preis von 52 990 Euro, sondern vor allem der in Alkovenmobilen ungewöhnliche Grundriss (siehe auch promobil 1/2004) ): Zur beliebten Halbdinette kommt ein Schlafzimmer mit Einzelbetten im Heck. Halbdinetten geben in Teilintegrierten längst den Ton an. Elnagh präsentiert gleich zwei so eingerichtete Modelle auf den Frühjahrsmessen. Während der neue Clipper 90 als Spitzenmodell der Einsteigerserie dem Längsbett-Standard folgt, überrascht der Slim 6g mit Querbett und Garage. Beide basieren auf dem Fiat Ducato.

Doch auch der direkte Wettbewerber Ford Transit gewinnt an Schwung. Chausson nimmt ab sofort die Frontantriebsfahrgestelle mit Common-Rail-Turbodiesel ins Angebot. Bis zur Münchner CBR werden je ein Alkovenmodell und ein Teilintegrierter mit rund sechseinhalb Meter Länge fertig sein. Preise stehen noch nicht fest, sollen aber knapp kalkuliert sein. Das gilt ebenso für den ersten Adria Van mit Mercedes-Sprinter-Karosserie. Bislang bildeten Fiat Ducato und Peugeot Boxer das Rückgrat der erfolgreichen Campingbus-Produktion. Mit dem Mercedes erweitern die Slowenen ihre Palette nach oben. Das Erfolgsrezept bleibt: Serienhochdach, eine Sitzgruppe aus drehbaren Fahrerhaussesseln und Halbdinette sowie ein festes Heckbett. Diesen bei Campingbussen stark nachgefragten Grundriss übernimmt nun ebenso Bavaria-Camp. Marino heißt der neue Ausbau, der wie seine Markengeschwister auf dem Citroën Jumper basiert. Einheitlich fällt auch die Preisgestaltung aus. Der Marino ist wie der Player oder Caryssimo ab 34 050 Euro zu haben. Ungewöhnlich in diesem Segment: ABS, Airbag, elektrische Fensterheber oder Zentralverriegelung kosten keinen Cent extra. Eine Klasse für sich sind die Ausbauten des neuen VW T5. Der langsame Serienanlauf bei VW und Dachspezialisten hält das Angebot derzeit in Grenzen, doch die Auswahl wächst: Auf der CMT will Dipa einen T5-Campingbus mit mittelhohem GfK-Dach zeigen, bei rechtzeitiger Lieferung aller Komponenten ebenso einen Ausbau mit langem Radstand. Auch bei Fischer ist ein langer T5 in der Planung. Bis zum Messestart in Stuttgart soll der Piccolo mit neuem Aufstelldach von SCA vorzeigbar sein. Neben neuen Modellen können die Besucher der Frühjahrsmessen ebenfalls neue Reisemobilmarken entdecken. In Hannover gibt Cariva sein Debüt. Massiv wirkende Alkovenaufbauten auf Mercedes Sprinter oder auf Iveco Daily wollen verwöhnte Käufer ansprechen. Auch sonst fehlt es keineswegs an den nötigen Zutaten für die Oberklasse: Warmwasserheizung, Doppelboden und eine enorme Auswahl an Grundrissen, die kompakte wie geräumige Modelle umfasst. Andere Neuerscheinungen machen wiederum durch scharf kalkulierte Preise von sich reden. Die bereits in ihrer italienischen Heimat gestarteten Rimor-Zweitmarken Blucamp und Kentucky Camp drängen jetzt auf den deutschen Markt. Ab gut 35 000 Euro beginnen die Preise für Teilintegrierte und Alkoven von Blucamp. Alle neun Modelle bauen auf den Ford Transit und verfügen über eine überdurchschnittliche Ausstattung, die größtenteils eine Fahrerhaus-Klimaanlage umfasst. Unter den sieben Kentucky Camp findet man neben Ford-Modellen auch einen Alkoven und Teilintegrierten auf Mercedes Sprinter. Die Preise für die rund sieben Meter langen Spitzenmodelle übersteigen allerdings die 50 000-Euro-Schwelle. Technisch sind Blucamp wie Kentucky Camp eng mit den Rimor-Geschwistern verwandt. Die Marke Joint, ein spanischer Ableger der italienischen SEA-Gruppe, will ebenfalls den deutschen Markt erobern. Mit drei Teilintegrierten und sieben Alkovenmodellen steht gleich ein stattliches Angebot in den Startlöchern. Die eigentliche Sensation sind jedoch die Preise. Der Importeur der Region Nord, Reisemobil- und Wohnwagenpark in Stade, bietet die Teilintegrierten ab 29 100 Euro an, die Alkovenmobile sogar ab 23 950 Euro. Vom Teuro kann also kaum noch die Rede sein. Die Kalkulation vieler Hersteller spricht vielmehr dafür, dass die Freizeitmessen 2004 zum Frühjahrserwachen des gesamten Reisemobilmarkts werden.

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Datum

17. Februar 2004
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