Neuheiten 2012, Mobil-Tour Toskana 18 Bilder Zoom

Mit dem Wohnmobil in die Toskana: Traumhafte Aussichten

Vom kleinen Glück: Die Toskana ist die berühmteste Region Italiens und bietet so viel Sehens- und Erlebenswertes, dass magische Urlaubsmomente fast garantiert sind. Eine Mobil-Tour durch das Land der sanften Hügel und alten Städte.

Gestern Nacht hat sie es wieder gehört, dieses Planschen, und dieses Mal ist sie aufgestanden. Ist aus dem Haus gegangen und um die Ecke auf die Piazza del Moretto, und dann hinauf in die Via dei Mulini und vorbei an den Souvenirläden, aber an der "Osteria della Madonna", oh, Madonna: Da war es mucksmäuschenstill. Und natürlich war das Becken leer, als Luisa ankam: Sie waren weg.

Touristen, dachte sie, bestimmt Touristen. Dabei ist das Baden hier verboten! Das Wasser im Becken hatte sich nun komplett beruhigt und lag im Mondlicht, als könne es, nun ja: kein Wässerchen trüben. Es war drei Uhr in der Nacht und vollkommen still. Bis auf das Knattern einer Vespa, die sich vom Parkplatz hinter den Häusern entfernte. Luisa hörte es und seufzte. Selbst sie wusste, dass Touristen nachts um drei hier auf dem Land eher selten mit der Vespa unterwegs sind. Und auch nicht laut auf Italienisch miteinander parlieren, während sie Richtung Straße fahren.

Bagno Vignoni ist die schönste Thermalquelle der Toskana und vielleicht sogar ganz Italiens und vielleicht sogar der ganzen Welt. Der kleine Ort im Orcia-Tal wurde bekannt, weil irgendwer irgendwann im Mittelalter in einem "Unser Dorf soll schöner werden!"-Handstreich die komplette Piazza in ein Thermalbassin umgewandelt hat. Weil der Dorfplatz aber auch in toskanischen Weilern zuallererst ein Ort der Begegnung ist, trafen sich die Einwohner von Bagno Vignoni eben im Bassin.

Leider ist das Baden im Dorfplatz aus Denkmalschutzgründen mittlerweile verboten. Woran sich niemand wirklich hält. Selbst Einheimische erliegen der Versuchung, die ein mondbeschienenes Thermalbecken ausübt. Natürlich erliegen sie ihr, hin und wieder.

Faszination Toskana

Es sind ja nicht nur die Meisterwerke in der Toskana in den Uffizien und der Wein von Montepulciano und auch nicht bloß die Türme von San Gimignano oder die Ricciarelli aus dem Café Nannini in Siena und schon gar nicht all die Herrschergeschlechter und ihre Burgen allein, die gemeint sind, wenn von der Toskana die Rede ist. Es ist auch all das, was man nicht wirklich festmachen kann. Etwas, das vor der Reise immer nur in vagen Vorstellungen existiert und sich unterwegs auch nicht so richtig greifen lässt - von dem man aber weiß, dass es da ist. Etwas, das mit dem Wind über den Feldern zu tun hat und mit dem Lächeln einer Vespa-Fahrerin.

Mit dem Anblick lang gezogener Zypressenreihen in der Toskana und dem Licht, das sich abends zu strecken scheint über den Hügeln zwischen Volterra und Castelfiorentino, auf denen die alten, renovierten Landsitze der Medici hocken. Mit dem Nebel, der morgens wie Watte über der Toskana hängt und dem Geräusch der eigenen Schritte in einem Borgo, während der Siesta, wenn alles schläft. Und möglicherweise ja auch mit dem verbotenen Sprung in ein Thermalbecken, mitten in der Nacht.

Kultur, Geschichte und Genuss

Die Toskana wird ja immer gerne als eine Art Bildungsbürger-Reiseziel gesehen, aber das ist natürlich Blödsinn. Dieses Land packt einen, auch wenn man niemals Dante gelesen hat und sich kein bisschen für die Kunst von Botticelli interessiert - oft genügt es, beim Bummeln durch die Gassen von Bagni di Lucca oder Montepulciano einfach mal die Hand auf eine Mauer zu legen und die Vergangenheit zu erfühlen. Und wer könnte den Hymnen eines Chores widerstehen bei einer Probe in San Francesco oder San Frediano oder irgendeiner anderen der insgesamt 99 Kirchen von Lucca? Wer früh am Morgen auf der Piazza del Mercato in der Toskana einen Cappuccino genießt, kann erleben, wie sich die Sonne an der mittelalterlichen Mauer entlangarbeitet, bis sie einem das Gesicht wärmt.

Touristen-Hochburgen oder das ruhige Hinterland?

Das Schöne hier ist: Man kann eigentlich nichts falsch machen bei einer Reise durch die Toskana, weil die Toskana überall die Toskana ist. Man kann sich Volterra ansehen statt Pisa und sieben Weingüter statt drei Kunstausstellungen. Und wer keine Lust hat, in Florenz vor der Galleria dell’ Academia Schlange zu stehen, und sich stattdessen ein kleines Museum im Hinterland anschaut, wird dort genauso viel Toskana vorfinden.

Manchmal entdeckt man auf diese Art Plätze in der Toskana, in denen sich Schönheit und Geschichte der Region wie unter einem Brennglas bündeln. Monteriggioni ist so ein Ort. Er ist von der Superstrada von Florenz nach Siena aus zu sehen, und weil er wie eine Burg aus einem Märchenfilm auf seinem Hügel hockt, fährt man hinaus und hinauf und vertrödelt die nächsten sechs Stunden in einem winzigen Ort in der Toskana, in dem andere nach zwanzig Minuten alles gesehen haben. Man könnte hier bleiben, denkt man, über Nacht. Auch ein paar Tage. Man fragt sich sogar, wie es wäre, hier zu wohnen, in einem dieser steinalten Steinhäuser, die sich hinter der Stadtmauer ducken, ein paar Monate oder vielleicht auch ein ganzes Jahr. Diese Gedankenspiele - auch das ist die Toskana, und vielleicht ist sie das mehr als alles andere. Und wenn sie jetzt hier noch einen Dorfplatz hätten, der ein Thermenbecken ist: Die Welt wäre perfekt - hier in der Toskana. Man dürfte sich nur nicht von Luisa erwischen lassen.

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Autor

Foto

Udo Bernhart, Steffen Zink

Datum

21. September 2011
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