Mobil-Tour: Schwäbische Alb 14 Bilder Zoom

Reise-Tipp Schwäbische Alb: In vielen Dingen herausragend

Auf der Schwäbischen Alb soll ein findiger Bäcker die Brezel erfunden haben. Der promobil Reisetipp für eine tolle Wohnmobil-Tour. Zudem werden noch weitere Höhepunkte des Mittelgebirges gezeigt.

Beim Thema „Schneckenverzehr“ scheiden sich die Geister. Zustimmung und Abneigung treffen hier hart aufeinander. Alb-Guide und Biosphärenbotschafterin Rita Goller aus Münsingen-Rietheim sieht das gelassen, denn ihre Weinbergschnecken, die sie naturnah und mit Sorgfalt züchtet, finden reißenden Absatz. Unter den Stammkunden sind nicht wenige Reisemobilisten, die immer wieder zu einer Tour auf die Albhochfläche aufbrechen, verzaubert vom rauen Charme, der diese einzigartige Mittelgebirgslandschaft prägt.

Das bizarr verwitterte Juragestein bezeugt die geologische Besonderheit der Region zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Die Schwäbische Alb lag vor rund 200 Millionen Jahren am Grund eines Meeres, das Europa fast ganz bedeckte.

Beeindruckende Belege dafür sind die unzähligen Meeresfossilien, die man mit Glück sogar als Wanderer am Wegesrand findet. Ausgedehnte Wacholderheiden und der weitverbreitete Dornstrauch verfestigen den herben Landschaftscharakter. Teile der Schwäbischen Alb wurden 2008 vom Land Baden-Württemberg als Biosphärengebiet ausgewiesen. Wenig später folgte die internationale Anerkennung vonseiten der Unesco.

Wir verlassen Münsingen und rollen weiter in Richtung Bad Urach. Die einen bezeichnen das schmucke Städtchen ein wenig spöttelnd als „Schwäbisches Hollywood“. So wurden zum Beispiel viele Szenen der Mundart-Fernsehserie „Laible und Frisch“, die im Bäckermilieu spielt, auf dem Uracher Marktplatz mit seinen prächtigen Fachwerkhäusern gedreht. Die anderen nennen sie Brezelstadt, da in Urach angeblich die in Süddeutschland so geschätzte Laugenbrezel erfunden wurde.

Bei Graf Eberhard im Barte war Hofbäcker Frieder durch üble Nachrede in Ungnade gefallen, so weiß die Legende zu berichten. Der Herrscher zeigte jedoch Großmut und gab Frieder eine zweite Chance. Er sollte begnadigt werden, falls er ein Backwerk schaffen könne, „durch das dreimal die Sonne scheint“. Dem schlauen Mann gelang dieses Kunststück, indem er die Brezel in der heute bekannten Form aus geschlungenem Teig erfand.

Wandern auf der Schwäbischen Alb

Mit einer Tüte ofenwarmer Brezeln im Gepäck und straff geschnürten Wanderstiefeln finden wir uns später auf einem Parkplatz am Stadtrand wieder. Von dort führt ein schöner Weg am plätschernden Brühlbach entlang zum Uracher Wasserfall, der von dichtem Grün umrahmt ein eindrucksvolles Naturschauspiel bietet.

Ambitionierten Wanderern stehen darüber hinaus in der gesamten Region der Schwäbische Alb zwölf Wanderwege mit Qualitätssiegel zur Verfügung - darunter der Albsteig (HW1) und die sieben Traufgänge rund um Albstadt. Die Premiumwege heben sich besonders durch ihre Naturbelassenheit hervor; dazu überraschen sie immer wieder mit neuen, spektakulären Ausblicken und bedeutsamen Sehenswürdigkeiten.

Die Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb

Aussichtspunkt und Wahrzeichen der Schwäbischen Alb in einem ist das auf einem Felsen über Honau und dem Echaztal thronende Schloss Lichtenstein. Bauherr war 1842 Graf Wilhelm, der sich von Wilhelm Hauffs Bestseller-Roman „Lichtenstein“ inspirieren ließ. Mit Zugbrücke, Verlies und umfangreicher Waffensammlung spiegelt der Prachtbau perfekt das vor, was er nie war: eine Ritterburg.

Etwa 100 Jahre zuvor begann der Bau der doppeltürmigen Pfarr- und Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Zwiefalten. Das Münster ist eine überwältigende Meisterleistung süddeutscher Rokoko-Kunst. Chorgestühl und Deckenfresken zählen zu den Ausstattungshöhepunkten.

Einkaufen und Genießen

Moderne Akzente setzt indes die Stadt Metzingen, wo in den 1970er Jahren das Outlet-Shopping erfunden wurde. Heute finden Schnäppchenjäger - man beziffert ihre Zahl auf drei Millionen jährlich - Outlets von über 50 internationalen Modemarken vor. Gleichwohl konnte Metzingen sein typisches Kleinstadt-Flair bewahren. Bestes Beispiel: das winzige Marzipan-Atelier von Dorte Schetter, wo Pralinen in kunstvoller Handarbeit entstehen. Wir beschließen den Tag in einem Weinlokal am Metzinger Kelternplatz.

In Bad Urach übrigens liegt auf 510 Meter Meereshöhe der höchste deutsche Weinberg. Wer Weinbergschnecken nichts abgewinnen kann, wird vielleicht mit Familie Bächners charaktervollem Silvaner, Kerner oder Spätburgunder echte Hoch-Gefühle erleben.

Der promobil-Tipp: Feine Bierkultur

Traditionelle Braukunst ist eine Herzensangelegenheit von Ulrich Zimmermann, Chef der Berg Brauerei in Ehingen-Berg. Die Anfänge des kleinen Unternehmens reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück, seit 1757 ist es im Besitz seiner Familie. Zum klassischen Brauen gehört, dass ausschließlich Zutaten aus der Region verwendet werden. Infos zu Brauseminaren und Führungen unter www.bergbier.de

Infos und Stellplätze auf der Schwäbischen Alb

72458 Albstadt-Ebingen: Stellplatz Erlebnisbad Badkap
Gebührenfreier Stellplatz für 15 Reisemobile. Nahezu ebener, befestigter Untergrund, zentrale und ruhige Lage unterhalb des Erlebnisbades mit Blick auf die Schwäbische Alb. Anmeldepflicht. Restaurant im Eingangsbereich des Bades. Strom 2,50 Euro. Aufenthalt: maximal 3 Tage. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Beibruck 1, GPS 48°12’50”N, 08°58’42”O, Telefon 07431/1601930, E-Mail info@badkap.de

72574 Bad Urach: Reisemobilplatz Bad Urach 
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 26 Mobile in Nähe des Kurzentrums und der Alb-Thermen. Untergrund: Pflaster und Asphalt. Durch Erdwälle von der Straße getrennt. Blick zur Ruine Hohenurach. An den Wochenenden oft lebhafter Ausflugsbetrieb, abends ruhiger. Anmeldung im Haus des Gastes, außerhalb der Öffnungszeiten im Hotel Graf Eberhard. 8 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Strom und Kurtaxe. Frischwasser 0,50 Euro/60 l, Entsorgung 0,50 Euro. Parkscheinautomat. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Bäderstraße, GPS 48°30’05”N, 09°22’41”O, Telefon 07125/94320, E-Mail info@badurach.de

72393 Burladingen: Landgasthof Lauchertquelle
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 3 Mobile auf Asphalt und Rasengittersteinen hinter dem Gasthof. Warme Küche mit regionalen Spezialitäten bis 22 Uhr, dienstags und mittwochs Ruhetag. 10 Euro pro Nacht und Mobil, bei Einkehr 5 Euro Rückvergütung. Strom 2 Euro, Wasser 1 Euro. Entsorgungsmöglichkeit bei Camping Azur in Sonnenbühl (3 km). Saison: Mai bis Oktober.
Standort: OT Melchingen, Josef-Deuber-Straße 15, GPS 48°21’38”N, 09°08’39”O, Hubert Hirlinger, Telefon 07126/1561

72501 Gammertingen: Freizeitanlage an der Lauchert 
Gebührenfreier Stellplatz für 8 Mobile. Markiertes und parzelliertes Gelände auf dem Parkplatzareal der Freizeitanlage. Dort befinden sich Barfußpfad, Duftgarten, Abenteuerspielplatz und vieles mehr. Ebener Boden mit Schotter, umgeben von Bäumen. Strom 2 Euro/12 Std., Wertmarken erhältlich im Tourismusbüro, bei der Aral-Tankstelle und im Hotel Kreuz, Marktstraße 6. Entsorgung und Frischwasser in der Sammelkläranlage, jeweils 2 Euro. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Reutlinger Straße, GPS 48°15’23”N, 09°12’39”O, Telefon 07574/406100, E-Mail info@gammertingen.de

72379 Hechingen: Stellplatz am Zollernalbcamping
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 20 Mobile auf Schotter vor dem Campinggelände. Geringe Entfernung zur Innenstadt und zum Freibad. Ruhige Lage. Info-Tafel und Müllentsorgung. 10 Euro pro Nacht und Mobil, je weitere Person 2 Euro, Strom 1 Euro/kWh, Wasser 1 Euro/80 l, Entsorgung 1,50 Euro, Duschen und WC jeweils 2 Euro pro Person. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Niederhechinger Str. 41, GPS 48°21’35”N, 08°57’30”O, Jochen Klingler, Telefon 07471/9897980

72555 Metzingen: Reisemobilplatz in der Outletcity
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 19 Mobile auf Schotterrasen und Schotter. In unmittelbarer Nähe der Outlets und der Innenstadt. 10 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Strom (6 A). 3 Euro Aufpreis für 16 A. Ver- und Entsorgung für Durchreisende: 2 Euro. 24-Stunden-Tankstelle mit Backshop am Platz sowie Reisemobil-Handelsbetrieb angrenzend. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Stettertstraße 4, GPS 48°31’56”N, 09°16’34”O, Obstbau- und Weinmuseum Koch, Telefon 07123/961190

72525 Münsingen: Stellplatz am Wiesentalstadion
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 18 Reisemobile auf Schotter. Am westlichen Ortsrand bei den Sportanlagen. 5 Euro pro Nacht und Mobil, 3 Tage 12 Euro, 7 Tage 27 Euro. Zahlung beim Kassierer oder in der Touristik-Information. Strom (10 A) 1 Euro/6 Std., Frischwasser 1 Euro/100 l. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Grafenecker Straße, GPS 48°24’35”N, 09°29’08”O, Touristik-Information, Telefon 07381/182145, touristinfo@muensingen.de

72818 Trochtelfingen: Alb-Gold Teigwaren GmbH
Gebührenfreier Stellplatz für 2 Mobile bis 7 m Länge im hinteren Teil des großen Kundenparkplatzes. Ebener befestigter Untergrund. Restaurant mit durchgehend warmer Küche. Täglich Landmarkt mit regionalen Produkten. Aufenthalt maximal 1 Nacht. Falls die markierten Flächen belegt sind, ist das Übernachten auf den gegenüberliegenden Parkplätzen erlaubt. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Im Grindel 1, GPS 48°19’44”N, 09°14’25”O, Telefon 07124/9291155, kundenzentrum@alb-gold.de

Information:

Zahlreiche gedruckte Broschüren, unter anderem zu den Themen Wandern, Radeln und E-Biken in der Region Schwäbische Alb, sind zu beziehen bei nachfolgend genannter Geschäftsstelle. Sie stehen auch im Internet zum Herunterladen bereit.

Schwäbische Alb Tourismus, Marktplatz 1, 72574 Bad Urach, Telefon 07125/948106, Fax 07125/948108, E-Mail info@schwaebischealb.de , www.schwaebischealb.de

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

13. Mai 2013
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