Mobil-Tour, Brandenburg 26 Bilder Zoom

Touren-Tipp Brandenburg: Land für Seen-Süchtige

Prächtige Idylle: Von den königlichen Schlössern und Parks von Potsdam bis zu den verträumten Seen und Weilern des Havellands – diese Region bezaubert mit Kunst und Natur. Eine Mobil-Tour durchs schöne Brandenburg.

Kiek ma, da kommt der Justav“, ruft der Mann am Nebentisch. Er meinte eigentlich nur seine Frau, aber alle, die auf der Terrasse der Meierei saßen, drehten den Kopf und guckten interessiert auf den Jungfernsee. Da kam er tatsächlich, der Gustav, das schönste Dampfschiff, das auf den zahlreichen Gewässern rund um Potsdam in Brandenburg unterwegs ist. 1908 gebaut. Bis 1987 zog der „Gustav“ Schleppkähne über Havel, Elbe und Oder. Dann wurde er gegen „konvertible Valuta“ nach Westberlin verkauft und entging so der Verschrottung. Heute fährt er perfekt renoviert - angetrieben von einer 250 PS starken „Dreifachexpansionsdampfmaschine“ - wieder auf heimischen Gewässern und zeigt Urlaubern zum Beispiel bei der Schlösser-Tour in Brandenburg oder bei der Fahrt in den Sonnenuntergang, wie schön Potsdam und Brandenburg in dieser Ecke sind. Wenn er auftaucht, ist es immer eine kleine Sensation.

Tja, so ist das hier in Potsdam und im Havelland: Vieles ist besonders und geschichtsträchtig. Auch die Meierei zum Beispiel, ein traditionelles Brauhaus in der Nähe von Schloss Cecilienhof mit wunderbarer Seeterrasse. Und das Wasser ist allgegenwärtig. Potsdam, der Süden Berlins und die Orte des Havellands sind eingekreist von einem großen zusammenhängenden Seensystem in Brandenburg: Templiner See, Schwielowsee, Wannsee, Zernsee und wie sie alle heißen - sie sind eigentlich Weitungen des Flusses Havel, der das Havelland zu einer der schönsten Seenlandschaften Deutschlands macht. Viele der Ausflugsziele in Brandenburg sind mit dem Schiff zu erreichen, man könnte an jedem Tag einer Woche andere Touren mit einem der vielen Boote unternehmen, ohne dass es langweilig wird: Inselrundfahrt, Havelseen-Rundfahrt, Tagesfahrt durch die Berliner Innenstadt - um nur mal einige zu nennen.  
      

Potsdam ist international, das merkt man schnell - schon bei der ersten Stadtrundfahrt. Der Guide erzählt die ganze Geschichte (und die ist lang!) auf Deutsch und auf Englisch. Und manchmal kann man in Englisch besser verstehen, worum es geht. Für alle anderen Sprachen gibt es Kopfhörer beim Fahrer - Russisch auf Kanal 4, Spanisch auf Kanal 5, Französisch auf Kanal 2 und Chinesisch auf Kanal 6.

Man sollte schon genau hinhören, denn es ist vertrackt mit den Kaisern und Königen, die hier in Potsdam gelebt, geliebt, gehasst und gebaut haben. Am besten, man hat zum Stadtplan eine kleine Namensliste dabei: die zehn preußischen Herrscher von 1640 bis 1918 hießen entweder Friedrich-Wilhelm, Friedrich oder Wilhelm mit den entsprechenden Ergänzungen. Für Potsdam ist es aber relativ einfach: Schloss Sanssouci und der berühmte Park sind Friedrich II. zu verdanken, der als Friedrich der Große in die Geschichtsbücher einging und als „Alter Fritz“ in den Volksmund. 

Die Orangerie, das Schloss, das Neue Palais, das Chinesische Haus im Park, das Holländer-Viertel, die russische Kolonie Alexandrowka, Schloss Cecilienhof, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg das „Potsdamer Abkommen“ unterzeichnet wurde, und die Glienicker Brücke, auf der zu Zeiten des Kalten Krieges die Spione ausgetauscht wurden - hier in Brandenburg atmet vieles große Geschichte.

Das gilt auch für das Havelland, in dem der Birnbaum von Herrn Ribbeck zu Ribbeck stand - und übrigens immer noch steht im gleichnamigen Dorf. Das Städtchen Brandenburg ist unbedingt einen Besuch wert, der Stellplatz liegt direkt auf der Dominsel - ein idealer Ausgangspunkt für die Besichtigung der schönen Altstadt.

Die Perle der Region ist aber Werder, ein kleines Städtchen vor den Toren Potsdams, das von vier Seen umgeben ist. Die knuffige Altstadt liegt auf einer Insel, Arielle heißt die Fischräucherei am Ufer, die auch ein schönes Fischrestaurant betreibt. Nahe der Altstadt treffen sich Reisemobilisten gerne am Stellplatz „Unter den Linden“, von dem aus man über das Wasser blickt. Man könnte ein paar Tage hier bleiben, Touren um die Seen in Brandenburg machen und ganz lässig per Rad nach Potsdam fahren.

Bis 1989 führten Stadt und Region ein bescheidenes Dasein im Schatten der Mauer, die um Westberlin gezogen war - heute ist Potsdam eine der Städte in Deutschland mit der besten Lebensqualität, auch eine moderne, pulsierende Metropole: Rund 20 000 junge Menschen studieren in der brandenburgischen Landeshauptstadt, es gibt eine nette Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften und die moderne Kunst- und Kulturmeile Schiffbauergasse direkt am Havelufer.

Schön, dort zu flanieren, ins Theater oder zu einer Tanzvorstellung zu gehen. Oder einfach zu einem Abendessen ins Restaurant Il Teatro oder ins Schiffsrestaurant John Barnett - wieder mit Blick aufs Wasser, dieses Mal auf den Tiefensee. Und wenn man Glück hat, auch auf den „Justav“, der hier jeden Tag vorbeidampft.

Ein Blick hinter die Kulissen des Films:

In der Filmwelt Babelsberg dürfen Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen. Im größten deutschen Filmstudio werden seit fast 100 Jahren nationale und internationale Film-Highlights gedreht, über 3000 sind es mittlerweile: Klassiker wie Metropolis oder Der Blaue Engel und moderne Blockbuster wie Inglourious Basterds und Der Ghostwriter. Der dazugehörige Filmpark feiert dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum - mitsamt spannenden Stuntshows, einer- Showarena in der Szenerie des neuen Musketier-Films und SonntagsSpecials mit tierischen Filmhelden.

Wer noch mehr Film- und Fernsehluft schnuppern will, kann sich bei der Mitmach-show als Wetterfee, Moderator oder auch als Kameramann ausprobieren. Kinder besuchen die Heimat des kleinen Tigers und des kleinen Bären von Janosch oder den originalen Löwenzahn-Bauwagen aus der TV-Serie. www.filmpark-babelsberg.de

Tolle Törns:

Eine Reise durch Brandenburg - da darf ein Ausflug zu Wasser natürlich nicht fehlen. Von Potsdam aus starten täglich Schiffe, zum Beispiel nach Berlin als Tagesausflug, zur Schlösserrundfahrt in Potsdam oder zu langen Havelseen-Törns. Und wer es individueller möchte, kann sich in vielen Orten ein Ruder- oder Segelboot, Kanu oder ein kleines Hausboot mieten (meist ist kein Bootsführerschein nötig) und auf eigene Faust durch die verträumte Havellandschaft schippern. www.schiffahrt-in-potsdam.de

Streifzug durchs Seenland:

Von kleinen Fischerstädtchen mit Lieblingsschlössern, berühmten Bäumen, Stadtvierteln auf Inseln im Fluss, einer preußischen Residenzstadt – und von einem einzigartigen Ort, der zwölf Namensvetter in aller Welt hat.

Ribbeck:
Das Gedicht vom freundlichen Herrn Ribbeck von Theodor Fontane ist bekannt - auch wenn der Birnbaum auf dem Grab von Hans Georg von Ribbeck nicht mehr der originale ist. Der Stumpf des alten „sprechenden“ Birnbaums ist heute in der Dorfkirche zu besichtigen. Im Schloss der Adelsfamilie Ribbeck gibt es heute ein Museum.

Ketzin:
Das beschauliche Fischerstädtchen liegt etwa 22 Kilometer nordwestlich von Potsdam am Havelufer und Havelkanal, umgeben von einer weiten Seen- und Bruchlandschaft. Im Ortsteil Paretz stehen eine Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert und das Schloss Paretz, der Lieblingssitz der Königin Luise von Preußen, aus dem Jahr 1797.

Brandenburg:
Zwölf Orte mit dem Namen Brandenburg gibt es in der Welt, sechs davon allein in Deutschland. Die Stadt an der Havel hat berühmte Sprösslinge: Vicco von Bülow alias Loriot und Christian Konrad Sprengel, auf den die Geschichte der „Bienen und Blumen“ zurückgeht. Spannend ist auch das Slawendorf mit zwei Slawenschiffen.

Werder:
Insel im Fluss lautet der Name der 23 000-Einwohner-Stadt. Einige Stadtteile liegen mitten in der hier bis zu 1400 Meter breiten Havel, im Umland gibt es noch vier weitere Havelseen. Sehenswert sind auch das Obstbaumuseum, die alte Ziegelei und das Motorradmuseum mit einer eigenen Sektion für Zweiradmodelle aus DDR-Zeiten.

Potsdam:
Brandenburgs Landeshauptstadt ist genau genommen im Ganzen eine Sehenswürdigkeit. Die einstige preußische Residenzstadt wartet mit berühmten Schlössern wie Sanssouci oder dem Filmpark Babelsberg auf - und mit interessanten Vierteln. Rund 15 Prozent der Potsdamer sind Studenten, was die Stadt sehr lebendig macht.

Berlin:
Wer ein wenig Stadtluft schnuppern möchte, ist in der Haupstadt wunderbar aufgehoben. Museumsinsel und Reichstag lohnen stets einen Besuch, der Kudamm lädt zum Schwelgen und Shoppen, und bei einer Spreefahrt eröffnen sich ganz wunderbare Perspektiven. Oder einfach im Café sitzen und echtes Berliner Flair genießen.

Autor

Foto

Joachim Negwer

Datum

29. August 2012
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