Mobil-Tour: Abruzzen 17 Bilder Zoom

Touren-Tipp Abruzzen: Das wilde Herz Italiens

Bären, Wölfe und Luchse fühlen sich in den Abruzzen sehr wohl. Ebenso Wohnmobilsten, die diese ursprüngliche Gebirgslandschaft Italiens abseits ausgetretener Pfade auf sich wirken lassen möchten.

Besonders stolz ist Tommaso D’ Amico (72) darauf, dass er vor einigen Jahren seinen lang gehegten Lebenstraum verwirklichen konnte: die Besteigung des zweithöchsten Gipfels der Erde, des legendären K2. Weil er als Kind klein und schmächtig war und durch jede Öffnung passte, nennen ihn alle in seiner Heimatgemeinde, dem Abruzzen-Dorf Barrea, nur „Pasetta“ (abgeleitet von „pasa“ = Knopfloch). Doch aus dem zarten Kerlchen wurde rasch ein kräftiger Junge, der als Elfjähriger zum ersten Mal loszog, um das Gebirge allein zu durchwandern.

Von da an bestimmen die Berge sein Leben: Er zählt zu den Vätern des „Sentiero Italia“, des ersten italienischen Fernwanderwegs, und ist Mitbegründer des „Caminaitalia“, einer Bewegung, die das Wandern im Land noch attraktiver machen möchte. Im Hauptberuf betreibt Pasetta einen Campingplatz. Das Dorfzentrum liegt nur ein paar Schritte entfernt. Am Eingang zum alten Kern weitet sich die Hauptstraße zu einem Aussichtsbalkon, der einen weiten Blick über den zu Füßen liegenden Barrea-Stausee eröffnet.

Hohe Berge, wilde Tiere und dichte Ahornwälder

Rechts ragen der Hausberg Monte Greco (2283 Meter) und links die waldreichen Höhen des Monti-della-Meta-Massivs empor. Im Hintergrund erhebt sich der Monte Marsciano (2242 Meter). Weite Teile liegen in der besonders geschützten Zone des Abruzzen-Nationalparks. Eine Gruppe Motorradfahrer dringt in das das bislang stille Panorama ein. Ihre Maschinen nähern sich dem Dorf von unten her über Serpentinen.

Im Café nebenan sitzen in Würde ergraute Herren, die alle Zeit der Welt zu haben scheinen. Wer weiter spaziert, erreicht alsbald das restaurierte Kastell, dessen Mauern eine erweiterte Rundumsicht bieten. So kann man etwa in den dahinter liegenden „Vallone de la Foce“ hinunterschauen, eine schmale Klamm, durch die sich der Sangro-Fluss zwängt.

Morgen, am Tag zwei, wollen wir uns ebenfalls auf ein motorisiertes Zweirad schwingen. Gleich in der Früh brechen wir auf; stilecht auf einem (gemieteten) roten Blechroller erkunden wir die Gegend. Im Gepäck: Entdeckergeist, gute Laune, eine bunt karierte Decke, knuspriges „Pane“ und herzhafte Wildschwein-Würste. Munter schnurrt das Motörchen die Kehren hinauf. Der nächste Weg führt durch die Serra Traversa, eine von dichten Ahornwäldern geprägte Passhöhe.

Glaubt man Pasetta und seinen farbenreichen Schilderungen, sollen dort wieder einige Braunbären durchs Gehölz streifen. Offiziellen Angaben zufolge ist deren Population im gesamten Park auf etwa 100 Tiere angewachsen. Biologen äußern jedoch Zweifel an dieser hohen Zahl. Einig ist man sich hingegen bei den Wölfen: rund 40 sind dokumentiert. Als verbreitet gelten Wildkatze und Steinmarder, ebenso der Luchs. In den Hochlagen kann man gelegentlich Gämsen erspähen, derweil am Himmel unter anderem Mäusebussard und Steinadler kreisen.

Malerische Dörfer und alte Kirchen

Zurück zur Serra Traversa, wo dahinter eine steile, sehr kurvenreiche Straße hinunter in die Provinz Latium führt. An den Hängen kleben malerische Dörfer, wie etwa Settefrati. Es soll im zweiten Jahrhundert von Märtyrer-Söhnen gegründet worden sein, den sogenannten Sieben Brüdern (sette frati). Die Kirche wurde im Jahr 991 zum ersten Mal erwähnt, doch von ihr ist nur noch ein Portal übrig.

Überhaupt keine alte Bausubstanz weist die monumental wirkende Wallfahrtskirche Madonna di Canneto auf, die sich in einem Seitental versteckt. Das ursprüngliche, aus 1288 stammende, stark beschädigte Gotteshaus wurde abgerissen und die Fassade nach Originalplänen wiedererrichtet. Der Innenraum gleicht einem nüchternen Versammlungssaal; er ist dazu gedacht, die vielen Menschen aufzunehmen, die jedes Jahr im August in das entlegene Gebirgstal pilgern. Für den Rückweg nach Barrea wählen wir die Strecke über San Biágio und Alfedena.

Nach Originalem muss man dagegen in Scanno gewiss nicht lange suchen: Das Bergdorf, das man über den Godi-Pass erreicht, mutet wie ein lebendiges Freilichtmuseum an. Nach wie vor sitzen die alten Frauen von Scanno vor den Häusern – gekleidet in ihre traditionellen schwarzen Trachten. Sie schwatzen, sticken und werfen ab und an einen wachsamen Blick auf ihre Enkel, die munter in den Gassen herumtollen. Scannos besonderer Schatz sind die vielen altehrwürdigen Palazzi.

Längst haben wir den Roller wieder gegen das Wohnmobil eingetauscht und staunen über das herrliche Gebirgspanorama, das im benachbarten Maiella-Nationalpark an uns vorüberzieht. Die Abruzzen – das wilde Herz Italiens – begeistern eben nicht nur die K2-Erprobten.

promobil-Tipp Abruzzen: Blaue Fluten im Lago di Scanno

Geheimnisvoll glitzert der Lago di Scanno im hellen Sonnenlicht. Die Farbe seines Wassers variiert zwischen Helltürkis und Kobaltblau. Der Natursee wird weithin gerühmt für seine hervorragende Wasserqualität, was ihn zu einem beliebten Badeziel macht. Die „blaue Flagge“, die über dem Strand am Südufer weht, kündet ebenfalls davon. An den Wochenenden und in den Ferien geht es dort oft sehr lebhaft zu. Es gibt eine große Picknickwiese und vieles mehr. Doch auch Ruhesuchende finden entlang des Ufers garantiert ein schönes Plätzchen. Gleich hinter dem See beginnt die wilde Sagittario-Schlucht (Gole del Sagittario). Auf den Felsen thronen winzige Dörfer. Besuchenswert ist vor allem Castrovalva mit seinen balkongesäumten Gässchen.

Stellplätze in den Abruzzen

I-67030 Anversa degli Abruzzi: Agritourismo La Porta dei Parchi
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 4 Mobile auf einem Bio-Hof an einem Fluss, umrahmt von prächtigen Maiella-Gipfeln. Einkaufsmöglichkeit und warme Küche. Pro Wohnmobil und Nacht 10 Euro inklusive Strom, Ver- und Entsorgung. Voranmeldung erforderlich!
Standort: Piazza Roma 1, GPS 41°59’35”N, 13°48’18”O, Dr. Manuela Cozi, Telefon 0039/086449492, E-Mail info@laportadeiparchi.it

I-67030 Barrea: Camping La Genziana
Kleiner Terrassen-Campingplatz mit 110 unparzellierten Stellplätzen. Schöner Panoramablick. Standardausstattung. Zum Ortszentrum 600 m. Mobil 8,50 Euro, Personen je 8,20 Euro, Kinder bis 9 Jahre 4 Euro, Strom 2,60 Euro. Duschen 1 Euro. Hund 3 Euro. Ganzjährig geöffnet, außer bei hohem Schnee.
Standort: Contrata Tre Croci, GPS 41°44’60”N, 13°59’30”O, Tommaso D’ Amico, Telefon 0039/086488101, E-Mail pasettanet@.it , www.campinglagenzianapasetta.it

I-67055 Gioia dei Marsi: Hotel Filippone
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 3 Wohnmobile auf dem Hotelparkplatz. Pro Fahrzeug und Nacht 10 Euro, bei Verzehr kostenlos. Zur Ortsmitte mit Einkaufsmöglichkeit 500 m.
Standort: Via Duca degli Abruzzi 173 Q, GPS 41°57’18”N, 13°41’40”O, Telefon 0039/086388111, E-Mail //info@filippone.it:info@filippone.it , www.filippone.it

I-67100 L’ Aquila-Tempera: Area Attrezzata Oasi Camper
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 9 Reisemobile auf Wiese im Naturpark-Gelände. Guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Sulmona und in den Nationalpark Gran Sasso.10 Euro pro Wohnmobil und Nacht inklusive Ver- und Entsorgung. Strom 2 Euro.
Standort: Via L’ Aquila, GPS 42°21’55”N, 13°27’22”O, Mobil 0039/3297640251, E-Mail marco.alessand@virgilio.it

I-67032 Pescasseroli: Camping Sant’ Andrea
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 150 Fahrzeuge. Umzäumtes Gelände in der Kernzone des Nationalparks. Schotterrasen. 15 Euro pro Wohnmobil und Nacht inklusive 2 Personen, Strom und weiteren Serviceeinrichtungen. Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr.
Standort: Loc. Sant’ Andrea, GPS 41°48’14”N, 13°47’15”O, Telefon 0039/3355956029, info@campingsantandrea.com, www.campingsantandrea.com

I-67100 San Demetrio Ne’Vestine-Stiffe: Area Camper Grotte di Stiffe
Gebührenfreier Stellplatz für 15 Wohnmobile auf dem Busparkplatz an der Stiffe-Grotte. Strom 2,50 Euro, Ver- und Entsorgung 2,50 Euro.
Standort: Via del Mulino 2, Loc. Stiffe, GPS 42°17’16”N, 13°33’29”O, Telefon 0039/086286142.

I-65020 Sant’ Eufemia a Maiella: Agricampeggio Colle dei Lupi
Campinggelände für 40 Wohnmobile auf einem Bauernhof. Malerische Gebirgslage im Nationalpark Maiella. 14 Euro pro Person und Nacht, Kinder von 4 bis 10 Jahren 8 Euro inklusive aller Serviceeinrichtungen und Schwimmbadnutzung.
Standort: Contrata San Giacomo, GPS 42°07’08”N, 14°01’21”O, Maria Felicia Timperio, Telefon 0039/085920370, E-Mail mf.timperio@tiscalinet.it , www.colledeilupi.it

65028 Tocco da Casauria: Agriturismo Madonna degli Angeli
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 4 Reisemobile. Auf einem Landgut an einer historischen Poststation. 25 Euro pro Wohnmobil und Nacht inklusive 2 Personen, Strom, Wasser und Duschen. Weitere Personen je 5 Euro. Aufenthalt mindestens 3 Nächte, Ankunft nur bis 19.30 Uhr möglich.
Standort: Contrada Madonna degli Angeli 7 GPS 42°13’30”N, 13°55’34”O, Lorenzo de Pompeis, Telefon 0039/0854223813, info@madonnadegliangeli.com, www.madonnadegliangeli.com

I-67030 Villetta Barrea: Area Camper
Gebührenfreier Stellplatz für 4 Wohnmobile auf einem öffentlichen Parkplatz. An der Durchgangsstraße am östlichen Ortsrand mit Sicht auf bewaldete Höhen. Ausgewiesene Flächen auf Asphalt für Fahrzeuge bis maximal 8 m Länge. Keine Ver- und Entsorgung. Zur Dorfmitte mit Bäcker und Lebensmittelladen 500 m. Ganzjährig nutzbar.
Standort: SS 83, GPS 41°46’27”N, 13°56’39”O, www.comune.villettabarrea.aq.it

Weitere Informationen zu den Abruzzen

Erste Anlaufstelle für Italien- und Abruzzen-Reisende ist das Deutschlandbüro des italienischen Verkehrsbüros ENIT in Frankfurt.

Adresse: ENIT, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt, Info: Tel. 069/237434, Fax 069/232894, E-Mail frankfurt@enit.it , www.enit.de

Darüber hinaus informieren unter anderem folgende Internetseiten detailliert über die Region: www.abruzzotourismo.it, www.italien-inseln.de

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

12. Juni 2013
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