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Reise-Tipp Urlaub mit Haustieren: Mit treuen Gefährten Unterwegs

Für uns Menschen ist Reisen ein purer Genuss – für viele Haustiere jedoch nichts als Stress. Fremde Gerüche und eine ungewohnte Umgebung können den vierbeinigen Hausgenossen Angst machen. Einige Tipps:

Für uns Menschen ist Reisen ein purer Genuss – für viele Haustiere jedoch nichts als Stress. Fremde Gerüche und eine ungewohnte Umgebung können den vierbeinigen Hausgenossen Angst machen – die meisten Katzen etwa sind ortsgebunden und sollten liebevoll zu Hause betreut werden. Auch Vögel sowie die nachtaktiven Nagetiere aus dem Kinderzimmer sind nicht gerade erpicht auf eine plötzliche Änderung ihres Lebensrhythmus, unbekanntes Pflegepersonal macht ihnen deutlich weniger aus. Hunde sowie stark personenbezogene Katzen dagegen sind meist zufriedene Reisegefährten; man muss nur bestimmte Spielregeln einhalten.

Bevor man seinem Tier einen mehrwöchigen Urlaub im Reisemobil zumutet, sollte man mit kürzeren Touren sicherstellen, dass der Vierbeiner die Fahrerei überhaupt verträgt. Hunde, die Angst vor dem Autofahren haben, können spielerisch und mit viel Lob daran gewöhnt werden. Gegen Übelkeit durch die ungewohnte Schaukelei, die so genannte Kinetose, helfen Medikamente, die nicht auf den Magen einwirken, sondern die Entstehung der Krankheit im Gehirn verhindern.

Auch im Urlaub sollte man seinem Tier so viel Vertrautheit wie möglich geben. Lieblingsspielzeug, Kuscheldecke und Körbchen gehören auf jeden Fall an Bord. Nicht nur für Tiere mit empfindlichem Magen empfiehlt es sich, einen Vorrat des gewohnten Futters mitzunehmen, anstatt am Urlaubsort Tierfutter zu kaufen.

Nicht auf allen Campingplätzen sind Tiere übrigens erwünscht. Ratgeber wie der ACSI-Campingführer geben darüber Auskunft; in Zweifelsfällen empfiehlt sich ein Anruf beim jeweiligen Campingplatz. Wer ein Reisemobil mietet, darf nicht vergessen nachzufragen, ob Tiere an Bord erlaubt sind.

Wer mit seinem Tier ins Ausland reisen will, muss schon frühzeitig mit der Gesundheitsvorsorge beginnen. Für Reisen innerhalb Europas ist seit dem 1. Oktober 2004 der blaue EU-Heimtierpass notwendig, der über den Tollwutschutz Nachweis liefert. Wenn man den Ausweis bei einer Kontrolle im Urlaubsland nicht vorlegen kann, besteht die Gefahr, dass das Tier in Quarantäne genommen wird.

Gerade in süd- und osteuropäischen Ländern ist das Risiko relativ groß, dass sich das Tier mit Krankheiten ansteckt, die es hierzulande mangels Überträger nicht gibt. Eine häufige Erkrankung ist die gefährliche Leishmaniose, die zu unstillbarem Durchfall führen kann. Wegen der langen Latenzzeit treten solche Erkrankungen oft erst Monate oder Jahre nach der Ansteckung auf. Wer sein Tier mit unklaren Krankheitssymptomen zum Veterinär bringt, sollte diesen auf Auslandsaufenthalte hinweisen.

Ein vorsorglich angelegtes Zeckenhalsband bei Hunden kann Krankheitsüberträger wie Mücken abwehren, ist jedoch keine Garantie gegen Ansteckungen. Für einen eventuell notwendigen Tierarztbesuch im Ausland empfiehlt es sich, das notwendige Vokabular im Kopf zu haben. Ein mehrsprachiges Verzeichnis der wichtigsten Begriffe findet sich unter www.caravan-scgv.ch .

Sind diese Punkte geklärt, muss man nur noch darauf achten, das Tier rechtzeitig auf die Reise einzustimmen. Dazu gehört, die letzte große Mahlzeit zwölf Stunden vor der Fahrt zu verabreichen. Hunde sollten sich zwei Stunden, bevor es losgeht, noch einmal richtig bewegen. Im Reisemobil darf das Tier natürlich nicht frei herumlaufen. Großzügige Pausen, genügend zu trinken und ein paar Leckerchen zwischendurch stellen dann sicher, dass Tier und Halter ohne Stress am Urlaubsort ankommen.

Mit Waldi im Flieger

Zweimal sollte sich überlegen, ob der geliebte Vierbeiner wirklich mit von der Partie sein muss, wer das Flugzeug nehmen muss, um den Ausgangsort der Mobil-Reise zu erreichen. Die Reise im Flugzeugbauch ist kein Zuckerschlecken – einmal abgesehen davon, dass Tiere in manche Länder, darunter das Traumziel Australien, überhaupt nicht eingeführt werden dürfen. Für den Tiertransport gelten je nach Fluggesellschaft unterschiedliche Bestimmungen. Hunde, die mehr als acht Kilo wiegen, fliegen in einer Transportbox im Frachtraum mit; auf der Langstrecke kann der Transport über 100 Euro kosten. Da die Zahl der Tiere pro Flugzeug begrenzt ist, ist eine rechtzeitige Buchung notwendig. Das Tier muss rechtzeitig ans Alleinesein in der Transportbox gewöhnt werden; auch der Kontakt mit Fremden, beim Verladen unausweichlich, will gelernt sein. Eine eventuelle Gabe von Beruhigungsmitteln sollte so eingerichtet werden, dass das Tier nur während des Einladens ruhiggestellt ist. Während des Flugs drohen sonst durch den niedrigen Luftdruck und die geringen Temperaturen Kreislaufschäden. Der Frankfurter Flughafen verfügt übrigens über eine eigene Hundepension (Tel. 0 69/69 06 65 42, 13 Euro pro Tag) – sicher die vernünftigere Alternative.

Der neue EU-Heimtierpass

Deutlich erleichtert wurde das Reisen mit Tieren mit der Einführung dieses Dokuments, das neben den EU-Staaten von Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, San Marino, der Schweiz und dem Vatikanstaat anerkannt wird: Nun besteht ein europaweit einheitlicher Nachweis der Tollwutimpfung. Für Irland, Schweden, Malta und Großbritannien gelten während einer mehrjährigen Übergangsfrist Sonderregelungen, mit denen diese Länder sicherstellen wollen, weiterhin tollwutfrei zu bleiben. Spätestens ein halbes Jahr vor der Abreise in diese Länder sollte man sich um die notwendigen Impfungen kümmern. Für Reisen in andere Länder empfiehlt es sich, frühzeitig beim Tierarzt oder der diplomatischen Vertretung des entsprechenden Staates Informationen einzuholen. So kann es notwendig sein, beim Grenzübertritt ein Impfzeugnis in der Landessprache vorzulegen. Zum EU-Heimtierpass gehört ein implantierter Mikrochip (alternativ bis 2011 eine Tätowierung), durch den die Identität des Tieres festgestellt werden kann. Diese Identifikation ist auch hilfreich, falls das Tier im Urlaub (oder im Heimatland) verloren geht. Der alte gelbe Impfpass ist zwar noch so lange gültig wie die in ihm angegebene Tollwutimpfung, es kann jedoch passieren, dass er im Ausland nicht mehr anerkannt wird.

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Datum

7. März 2005
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