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Mietmobile in Europa und Übersee: Reisemobile mieten

Lohnt es sich ein eigenes Wohnmobil zu kaufen? Oder mietet man sich für den Urlaub lieber eines - und wenn ja welches? Urlaubssaison 2006: Nie war das Angebot an Mietmobilen größer.

Roman Petermann aus Berlin ist ein begeisterter Reisemobilist. „Skandinavien rauf und runter“, lacht er, wenn man ihn nach seinen einschlägigen Erfahrungen fragt. Doch ein eigenes Reisemobil? Fehlanzeige. Lieber mietet sich Roman Petermann das passende Fahrzeug.

Warum? „Das ist ein Rechenexempel“, sagt er, „da ich berufstätig bin, könnte ich ein Mobil nur wenige Wochen im Jahr benutzen. Das rechnet sich nicht.“ Diese persönliche Kosten-Nutzen-Rechnung, ob sich die Anschaffung eines rollenden Ferienhauses auch tatsächlich lohnt, bekommen die Vermieter immer wieder zu hören. „Ein eigenes Fahrzeug rentiert sich erst, wenn man mehr als sechs Wochen im Jahr damit unterwegs sein kann“, hat denn auch Martina Klein, die Geschäftsführerin der Deutschen Reisemobil Vermietung (DRM), einem der großen Anbieter im Land, erkannt.

Es boomt im Reisejahr 2006. Davon sind alle größeren Mobilvermieter überzeugt. Und alle verweisen vor allem auf ein Ereignis: die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Das Mega-Event beschert den Vermietern bereits jetzt eine ungewöhnlich starke Nachfrage aus aller Welt. „Es ist wahnsinnig, was da auf Deutschland zukommt“, betont Gernot Reisinger, der Chef der beiden Dethleffs-Vermietunternehmen McRent und McRenti.

Die Reaktion ist deshalb bei allen Großen der Branche gleich: Die Flotte der Mietfahrzeuge wird 2006 noch einmal deutlich aufgestockt. Mit rund 900 Mietmobilen geht Hymer- rent im neuen Jahr ins Rennen um die Publikumsgunst; bei McRent und dem Billig-Ableger McRenti steigt die Flottengröße auf 850 Fahrzeuge, und die DRM stockt ihren Bestand auf 750 Reisemobile auf. Bei den 32 Mitgliedsbetrieben der Händlergemeinschaft Intercaravaning warten etwa 1000 Modelle auf die Interessenten.

Und schließlich tritt im Vermietgeschäft 2006 auch noch ein Neuling an: die Knaus Tabbert Group. Freilich tut sie das nicht unter eigenem Namen, sondern unter dem gelben Logo des ADAC. Der größte deutsche Automobilclub beendet die Zusammenarbeit mit der DRM und ist ab März bei 30 Knaus-Tabbert-Händlern und an 15 eigenen Stationen mit Mietmobilen präsent. Unter fünf verschiedenen Klassen können die Kunden beim ADAC wählen. Sechs Kategorien sind es bei Hymer- rent, sieben bei DRM und gar acht bei McRent. Als erster der großen Anbieter verabschiedet sich Hymer in der Saison 2006 von der klassischen Vermarktung der Mietfahrzeuge nach Fahrzeuglänge. Stattdessen richten sich die Kategorien nach dem Fahrzeugwert. So kommt es, dass im neuen Vermietprospekt ein 6,83 Meter langer Camp-Classic zum gleichen Preis zu haben ist wie der nur 5,99 Meter lange B-Classic 504.

„Damit schaffen wir mehr Gerechtigkeit“, ist Ralf Torresin von Hymer-rent überzeugt.

Apropos Preise: Die sind fast überall auf dem Niveau von 2005 geblieben. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, beteuert Oliver Waidelich, der Geschäftsführer des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes (DCHV); und: „Wenn man die Kosten auf die Anzahl der Mitfahrer umrechnet, ist ein Mietmobil nicht teurer als ein Pauschalurlaub.“ Die Tagespreise variieren bei den großen Vermietern zwischen 39 Euro für ein Kompaktmobil in der Nebensaison und bis zu rund 200 Euro für ein Luxusfahrzeug in der Hochsaison. Wer das Mietmobil in einem Nachbarbundesland übernimmt, in dem gerade keine Schulferien sind, kann ebenso sparen wie derjenige, der sich bald für diese Urlaubsform entscheidet – denn noch bieten viele Vermieter Frühbucherrabatte an.

Doch die Profis raten davon ab, ausschließlich auf den billigsten Preis zu schielen, den vermutlich ein Anbieter im heimischen Anzeigenblatt anpreist. „Was ist, wenn dort das gewünschte Reisemobil kurzfristig ausfällt?“, fragt etwa Geschäftsführer Patrick Mader von Intercaravaning und präsentiert gleich die Antwort: „Dann steht man in der Regel ziemlich dumm da.“

Sein Tipp: Wer beim Mieten auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte einen Fachhändler oder eine Vermietorganisation kontaktieren. Die böten Sicherheit und garantierten junge Fahrzeuge.

Das Internet macht’s möglich, dass man das gesamte Angebot bequem auf der heimischen Couch überblicken und zum Teil auch gleich fest buchen kann. Im Lauf des Jahres 2006 will auch die Euromobil-Autovermietung so weit sein. In dieser Organisation bieten VW-Partner an rund 100 Orten in Deutschland und den Niederlanden immerhin etwa 200 Mietmobile an. Bei der Nachfrage stellen die Vermieter vor der Reisesaison 2006 zwei Trends fest: dass jüngere Mieter vor allem wendige Kompaktmobile suchen und dass ältere Kunden immer mehr zu gut ausgestatteten Integrierten und Teilintegrierten greifen: „Die B-Klasse ist auch 2006 der absolute Renner“, bestätigt Ralf Torresin von Hymer-rent. Nach Angaben von Gernot Reisinger von McRent ist der Anteil der Alkovenmodelle in den großen Mietflotten weiter auf dem Rückzug.

Und wo liegen die bevorzugten Ziele der Mobilisten auf Zeit?

„Ganz klar: in Skandinavien oder im Süden“, weiß Martina Klein von DRM und ist sich damit einig mit den anderen Vermietern. Und noch ein bisschen Statistik: Im Durchschnitt legen die Reisemobilmieter etwa 250 Kilometer pro Tag zurück. Bei Intercaravaning hat man herausgefunden, dass die durchschnittliche Mietdauer bei knapp zwei Wochen liegt (bei Leihwohnwagen sogar bei 24 Tagen) und dass die durchschnittliche Miete inklusive aller Nebenkosten den Geldbeutel mit 1230 Euro belastet. Netter Nebeneffekt für die Anbieter: Viele Mieter verlieben sich unterwegs so in ihren rollenden Bungalow, dass sie ihn nach der Mietsaison als Gebrauchtfahrzeug übernehmen.

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Datum

17. Dezember 2005
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