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TV im Wohnmobil: Marktübersicht SAT-Anlagen

Noch immer ist keine Empfangsmethode so reichweitenstark wie das Satellitenfernsehen. Bei der Auswahl der richtigen Antenne spielen aber auch andere Kriterien eine wichtige Rolle.

+++ In der Bildergalerie finden Sie einen Überblick über Flachantennen, tragbare Systeme, Kuppelantennen, Parabolantennen und Komplettsysteme. Die vollständigen Infos zu den einzelnen Produkten und mehr zum Thema "TV im Wohnmobil" finden Sie in der kostenpflichtigen PDF-Version zu diesem Artikel.+++

Die Technik der Satelliten-Empfänger für Wohnmobile hat sich in den letzten Jahren spürbar weiterentwickelt. Dennoch hängt die Wahl der richtigen Sat-Antenne hauptsächlich von Dingen ab, die weniger technisch sind. Zu allererst von den Platzverhältnissen auf dem Reisemobildach. Wenn der lange Arm der Parabolantenne nicht an der Klimaanlage vorbeikommt, ist automatische Ausrichtung und LNB-Verstellung sinnlos. Ganz davon abgesehen, dass jemand, der sich in Mitteleuropa aufhält, gar keine Riesenschüssel braucht. Es passen eben nicht alle Sat-Antennen zu jeder beliebigen Kombination aus Camper und Mobil.

Starke Reichweiten mit Parabolantennen

In Sachen Reichweitenstärke sind die Parabolantennen immer noch ungeschlagen. Mit einer Schüssel mit 80 Zentimeter Durchmesser auf dem Dach flimmern sogar an der Algarve, in Marokko, dem nördlichen Skandinavien oder Sankt Petersburg noch Bilder über den Fernseher, die die Satelliten Astra und Hotbird ausstrahlen. Darüber sind die Programme abgedeckt, die für Reisemobilfahrer aus dem deutschsprachigen Raum wichtig sind. Mit einem Spiegel mit 60 Zentimeter Durchmesser kommen TV-Freunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz noch in Mittelschweden, Polen und Spanien in den Genuss ihrer Lieblingssender.

Wer weit in den Südwesten oder Osten Europas fährt, ist gleich mit einer Parabolantenne mit Auto-Skew gut beraten. Die können die Neigung des LNB automatisch umstellen, was in Portugal oder Kroatien wegen der Erdkrümmung bisweilen notwendig wird. Auf das Dach zu klettern und das LNB manuell umzustellen ist aber ziemlich umständlich. Bei Flachantennen, die selten einen Auto-Skew haben, ist es ein bisschen einfacher. Hier muss mit einem Hebel an der Rückseite der Spiegel nur leicht geneigt werden. Das geht auch durch ein Dachfenster.

Der Nachteil von Parabolantennen liegt auf der Hand. Mit großen Spiegeln und langen LNB-Armen brauchen sie viel Platz. Wenn eine Klimaanlage, zwei Dachfenster, eine Notbelüftung und die Solarpaneele schon das Dach bevölkern, kann es eng werden für die Sat-Schüssel. Unter Umständen stößt der Arm dann während des Ausrichtens an.

Flachantennen: Die Meister in puncto Kompaktheit

Solche Wohnmobile sind dann ein Fall für Flachantennen. Da das LNB im Gehäuse der rechteckigen Spiegel steckt, brauchen sie während der Satellitensuche wenig Platz. Ten Haaft hat mit der Cytrac eine Flachantenne entwickelt, deren Reichweite mit einer Sat-Schüssel mit 60 Zentimeter Durchmesser vergleichbar ist. Mit anderen Flachantennen reicht das Empfangsgebiet aber nicht so weit. Für Reisemobilisten, die in Mitteleuropa bleiben und nur gelegentlich einen Abstecher an die nordspanische Costa Blanca, nach Süditalienoder Südschweden machen, genügt es jedoch noch.

In Sachen Reichweite sollten Reisemobilisten sich von den Empfangsdiagrammen (Footprints) der Hersteller nicht täuschen lassen. Die Branchengrößen wie Ten Haaft, Crystop, Alden, Teleco oder Kathrein kalkulieren hier relativ vorsichtig und geben realistische Empfangsgebiete an.

Kuppelantennen trotzen Wind und Wetter

So agiert nicht jeder Hersteller, was an keinem Antennentyp deutlicher wird als an Kuppelantennen. Megasat gibt für den Campingman zum Beispiel ein Empfangsgebiet an, das nicht viel kleiner ist als das der hauseigenen Satschüssel mit 65 Zentimeter Durchmesser. Dabei ist der Campingman nur eine abgedeckte Parabolantenne mit einem Spiegel mit maximal 46 Zentimeter Durchmesser. Der Vergleich mit kleineren Flachantennen liegt da schon eher auf der Hand.

Ohnehin haben Kuppelantennen andere Vorzüge als die Reichweite. Dank ihrer Haube sind sie überall vor Wind, Regen und Hagel geschützt. Parabolantennen sind dagegen richtige Windfänger. Flachantennen haben damit weniger zu kämpfen, dafür laufen die Regentropfen schlechter ab, wenn ihr Neigungswinkel gerade etwas zu flach ist.
Die Haube der Kuppelantennen hält außerdem den Fahrtwind von der eigentlichen Empfangseinheit ab. Da sich der Spiegel der guten Modelle zudem schnell ausrichtet, ist sogar auf der Autobahn Empfang möglich. Reisemobilisten nützt das vor allem, wenn sie auf der Tour im Ausland die heimischen Radiosender hören möchten.

Was bei der Kuppelantenne ein absolutes Muss ist, gehört mittlerweile auch bei den Parabol- und Flachantennen zum guten Standard. Die automatische Ausrichtung. Es werden zwar immer noch manuelle Antennen verkauft, ihre Bedienung wird seit der Digitalisierung aber immer schwerer. Der Sat-Finder als Hilfe beim Ausrichten ist dann ein obligatorisches Zubehör.

Das neueste am SAT-Markt: Komplettsysteme

Ein Trend, dem sich immer mehr Hersteller von Satanlagen anschließen, ist die Entwicklung von Komplettsystemen. Hierbei wird die Antenne über den Fernseher gesteuert. Wobei das manchmal nur die halbe Wahrheit ist. Bei Ten Haaft und Teleco nimmt der Fernseher die Befehle nur entgegen und leitet sie an eine versteckt eingebaute Steuerbox weiter. Nur Aldens A.I.O.-System und die One-Cable-Solution von Alphatronics und Kathrein kommen ohne zusätzliche Box aus. Die Steuereinheit ist schon in die Fernseher integriert.

Egal in welcher Bauweise, die Komplettsysteme bieten einen deutlichen Komfortgewinn. Wer auf dem Fernseher zum Beispiel von einem Astra-Sender auf einen Hotbird-Sender umschaltet, bekommt kaum mit, dass die Sat-Antenne automatisch auf den anderen Satelliten umschwenkt. Bei individuellen Zusammenstellungen muss dagegen oft eine zweite Fernbedienung zur Hand genommen werden, um die Antenne umzuschalten.

Bei der One-Cable-Solution von Kathrein und Alphatronics kommt noch eine weitere Funktion dazu, die bei der Konkurrenz fast durchweg fehlt. Die von der Antenne empfangenen Signale können über den optionalen W-LAN-Stick UFZ 131 auch gestreamt werden. Wer vor dem Reisemobil fernsehen möchte, muss draußen keinen zusätzlichen Fernseher verkabeln. Es genügt ein großes Tablet, das die Fernsehsignale per Funk empfängt. Die nötige App stellt Kathrein kostenlos zur Verfügung.

Wer eine Antenne von Teleco, Ten Haaft, Alden oder Kathrein haben möchte, spart mit einem Komplettsystem zudem ein paar Euro.

Portraits Redaktion

Foto

Andreas Becker, Archiv, Hersteller

Datum

6. Mai 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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