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Marktübersicht Markisen fürs Wohnmobil: Völlig von der Rolle

Mobile Schattenspender sind gefragt, vor allem wenn ein Sommer so heiß wird wie der im vergangenen Jahr. Hier gibts alle Infos zu Markisen, dem Material und wie man sie anbringt.

Wer Wohnmobil fährt, urlaubt naturverbunden. Wenn es in der Kabine eng wird, verlegt er sein Wohnzimmer auf den Platz vor dem Mobil. Dort kann er es sich mit Campingmöbeln und Markise behaglich und wetterfest gestalten. „Wenigstens ein Dach über dem Kopf“, sagt sich der Reisemobilist, der mit einer Markise liebäugelt. Schließlich spendet das Tuch von der Rolle nicht nur Schatten, sondern wehrt auch einen mittelschweren Sommerregen ab.

Welche Marken gibt es?

Auf dem deutschen Markt bieten vor allem das belgische Unternehmen Omnistor (Telefon 00 32/56 52 88 99, www.omnistor.com) und der italienische Hersteller Fiamma (Telefon 00 39/03 31/70 91 11, www.fiamma.com) ihre Produkte an und bestreiten damit über 90 Prozent des Markisengeschäfts. Ein kleines Stückchen vom Kuchen versucht noch Zeltschneider Herzog (Telefon 0 71 43/8 94 40, www.herzog-freizeit.de) mit seinem Markisenvorzelt Globus zu ergattern. Markisen bestehen hier wie da aus dem Schatten spendenden Tuch, einer Abroll- und Spannmechanik und dem Markisenkasten.

Das Angebot der beiden Marktführer scheint sich zudem im Gleichschritt zu entwickeln, zumindest was Aufbau und Materialien betrifft. Unterschiede gibt es vor allem in der Länge, die zwischen knapp zwei und sechs Metern schwankt. Der Auszug reicht von etwas über einem bis knapp drei Meter.

Kleine Markisen-Materialkunde

Das Tuch besteht bei Fiamma und Omnistor aus beidseitig mit PVC beschichtetem Kunststoffgewebe. Dieses Material hält bei Regen dicht und lässt sich auch mal nass einrollen. Im Gegensatz zu anderen Zeltstoffen bekommt es dann keine Stockflecken. Ein Nachteil ist das hohe Gewicht des Materials. Zum Aufbau: Die Markise hängt fest an der Außenwand des Reisemobils und enthält neben dem Abrollmechanismus Gelenkarme, die per Handkurbel das Tuch in die gewünschte Position befördern und spannen.

Wem der manuelle Betrieb zu anstrengend ist, der ordert seine Markise mit einem kleinen Elektromotor. Bei einigen Markisen besteht die Möglichkeit, den elektrischen Helfer nachzurüsten.

Am vorderen Ende der Gelenkarme findet sich eine Leiste, die parallel zur Fahrzeugseite verläuft. Sie deckt im geschlossenen Zustand den Markisenkasten ab. Beim Ausfahren spannt sie die Stoffbahn gleichmäßig über die volle Breite. Außerdem sind in einer Nut die herausklapp- und in der Höhe verstellbaren Stützbeine der Markise verborgen. Hohe Ansprüche bestehen hinsichtlich des Markisenkastens. Er ist einerseits Grundlage für die dauerhafte Befestigung des gesamten Konstrukts am Reisemobil. Andererseits dient er als (fahr-)sicheres Behältnis von Tuch und Technik. Die Befestigung geschieht mit mehreren Montagewinkeln beziehungsweise Adaptern, die in speziellen Versionen fürs jeweilige Reisemobil erhältlich sind.

So kommt die Markise ans Mobil

Die Montage am Dach oder an der Wand bewegt sich in einem sensiblen Bereich und ist sicher keine Bastelgeschichte. Die Verschraubungen gehen durch das Wandsandwich hindurch und werden innen durch Konterplatten verstärkt. Nur der Fachmann kann sicherstellen, dass die Markise fest sitzt und die Wand nach der Montage auch wieder dauerhaft dicht hält. Die Kräfte, die bei ausgefahrener Markise und starkem Wind auf die Wandverbindung wirken, sind hoch. Deshalb werden moderne Markisen an den Befestigungspunkten mit so genannten Shock-Absorbern ausgestattet, die laut Hersteller bei hohen Windlasten Energie aufnehmen und absorbieren können. Wenn es einmal zu stark stürmt, können Sollbruchstellen dafür sorgen, dass der Markisenabgang einigermaßen glimpflich verläuft.

Der Markisenkasten seinerseits soll dafür sorgen, dass das eingerollte Tuch samt der Gelenkarmmarkise während der Fahrt sicher eingerastet in der Box bleibt. Die Preise richten sich vor allem nach Länge und Betriebsart: von etwa 450 Euro für eine kurze handbetriebene bis rund 1500 Euro für eine lange Markise mit Elektromotor.

Von der Markise zum Vorzelt

Die meisten Markisen lassen sich durch Seitenteile ergänzen und bieten dadurch auch noch Schutz vor Wind und Wetter. Die Seitenteile werden entweder in einer zusätzlich angebrachten Längsstange eingeklipst oder mit Klettband befestigt. Die Vorderwand wird üblicherweise in eine Kederschiene eingezogen, die sich in der vorderen Abschlussleiste der Markise befindet.

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Markisenzelt. Dabei handelt es sich um eine sehr tragfähige Markise, die rund ums Tuch einen Reiß- oder Klettverschluss eingearbeitet hat. Daran lassen sich sowohl Seiten- als auch Frontteile befestigen. Somit wird der Platz vor dem Mobil total umbaut. Von Herzog stammt das Markisenzelt Globus, das ganz nach Wahl auf einer Omnistor- oder Fiamma-Markise basiert. Zur Befestigung der Seitenteile wird hier eine massive Aluminiumleiste verwendet, die man an das Tuch anklipst.

Noch mehr Markisen-Zubehör

Weiteres Zubehör für Markisen sind robuste Spannbänder und Heringe, die dem Sonnendach Windfestigkeit verleihen. Um bei starkem Regen Wassersäcke im Tuch zu vermeiden, kann dieses mit Spannstangen quer zur breiten Seite nach oben gedrückt werden. Schließlich liefern die Markisenhersteller auch noch Reparatur-Sets, mit deren Hilfe kürzere Risse und andere kleine Schäden im Tuch geflickt werden können. Ein aufgeklebter Streifen PVC reicht aus, um die volle Funktion der Markise wieder herzustellen.

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Datum

22. August 2004
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