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Liner-Spezial: Übersichtlichkeit bei Linern

Große Fensterflächen, viele Spiegel, hohe Sitzposition - in der Liner- Klasse sollte es um die Übersichtlichkeit bestens bestellt sein - oder? Alles weitere zum Thema Liner erfahren Sie hier in unserem Themenspecial .

"Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ - was der Volksmund weiß, gilt genauso für das Fahren eines teuren Wohnmobils. Nur auf das, was man sieht, kann man reagieren - eigentlich klar. Doch wenn plötzlich aus dem toten Winkel ein Auto auftaucht, fragt man sich überrascht: Wo kommt der denn her? Die Fahrerhausverglasung gaukelt zusammen mit den Rückspiegeln oft nur eine mehr oder weniger komplette Rundumsicht vor.

Wo Lücken bleiben, merkt man erst bei solchen Erlebnissen - oder wenn man die Sichtfelder ausmisst. So wie es promobil bereits zum dritten Mal, nun mit fünf Integrierten der Oberklasse, so genannte Liner, getan hat. Anders als das übliche Verfahren bei Pkw, bei dem die Sichtwinkel nur in der Horizontalen durch alle Scheiben gemessen werden, erfasst die promobil-Messung auch die Form der Sichtfelder und damit, wie nahe am Fahrzeug sie beginnen.

Erst eine Vermessung der Wohnmobil-Sichtfelder bringt Klarheit

Vermessen werden außerdem auch die Sichtfelder der Außenspiegel, die bei einem Reisemobil natürlich eine noch größere Rolle spielen als beim Pkw. Durch den in der Oberklasse inzwischen üblichen, nach oben und vorn versetzten Fahrerplatz bringen alle fünf Testkandidaten gute Voraussetzungen für den Rundumblick mit. Wer beim Rangieren schon mal einen Blumenkasten oder flachen Poller seitlich vom Fahrzeug übersehen hat und dagegen schrammte, weiß wie wertvoll - durchaus im monetären Sinne - der Blick nach schräg unten ist.

In dieser Klasse ist es inzwischen auch Standard, dem Fahrer zu den Hauptspiegeln noch Weitwinkelfelder mit an die Hand zu geben. Drei der Kandidaten operieren sogar zusätzlich mit einem Bugspiegel, der im rechten der weit nach vorn ragenden Busspiegelarme eingebaut ist. Lediglich Dethleffs hängt die Spiegel an die Seiten.

Top-Wohnmobile im Test: Arbeiten die Scheibenwischer effizient?

Ein Aspekt der besonders bei Regen oder Schnee entscheidend ist. Wenn nur ein kleiner Teil der Frontscheibe frei gewischt wird, bekommt der Fahrer geradezu einen Tunnelblick. Daher gehört zum Übersichtlichkeitstest von promobil auch die Prüfung und Beurteilung des Scheibenwischerfelds. Wichtig gerade auch in dieser Wohnmobilklasse, wo häufig Busspiegel eingesetzt werden, auf die man durch die seitliche Wölbung der Frontscheibe blickt - wenn da nicht gewischt ist, ist auch das Spiegelbild verdeckt.

Die Ergebnisse: Gilt es Hindernisse vor dem Fahrzeug möglichst lückenlos zu erfassen, hat der Carthago Liner de Luxe die Nase vorn. Der Blick trifft bereits nach wenig mehr als drei Meter vor dem Fahrzeug auf den Asphalt. Ein Bugspiegel ergänzt die Sicht vor das Mobil sinnvoll, auch wenn seine etwas verzerrte Darstellung ein wenig Gewöhnung erfordert. Auch beim Morelo Manor versucht ein Bugspiegel, die hier deutlich größere Sichtlücke vor der Front auszugleichen. Doch in dem stark verzerrten Bild findet man sich schwer zurecht. Beim Phoenix Maxi-Liner, kann der Bugspiegel nicht helfen, weil er vom Fahrerplatz praktisch nicht einzusehen ist. Concorde geht beim Charisma einen anderen Weg und testet gerade noch den Einsatz einer Bugkamera als Orientierungshilfe.

Für den Dethleffs Premium Liner gibt es keinerlei Hilfsmittel beim Blick vor den Bug. Das stark gewölbte Armaturenbrett und die Scheibenwischer in Ruhestellung gewähren dem Blick in der Mitte erst deutlich später Bodenkontakt als in den Frontscheibenecken.

Durch das Versetzen der Sitzkonsolen nach außen sorgen Carthago, Concorde und Morelo auch gleich noch für einen breiteren Durchgang zwischen den Sitzen. Nebeneffekt: Links verbessert sich der Blickwinkel, da der Fahrer näher an der Scheibe sitzt, rechts ist die Wirkung jedoch gegenteilig.

Beim Morelo- Liner, irritieren vier statt zwei Scheibenstege den Blick zur Seite etwas mehr, bei Carthago und Dethleffs stören breitere A-Säulen die Sicht nach schräg vorn, bei letzterem kommt links bereits relativ nahe noch der Außenspiegel hinzu. Natürlich ragen die Spiegel bei allen Kandidaten irgendwo ins direkte Sichtfeld, aber eben erst in weiterer, weniger relevanter Entfernung, die sich im gewählten Schaubildmaßstab noch nicht niederschlägt. Ähnliches gilt auch für die jeweiligen Fenster rechts an der Sitzgruppe.

Die Scheiben in den Aufbautüren von Concorde-  und Morelo- Liner können dagegen noch etwas Zusatzorientierung zu bieten - bei Dethleffs und Carthago sind sie dafür zu schmal. Genau für diese Bereiche sind aber vor allem die Haupt- und Weitwinkelspiegel zuständig. 

Nur ein Liner erhält den Spiegel-Award

Der Spiegel-Oscar in diesem Vergleich geht eindeutig an den Concorde- Liner. Große, gut einsehbare Hauptspiegel vermitteln einen klaren Blick nach hinten. Gut halb so groß sind die kaum verzerrenden Weitwinkelfelder. Sie müssen zwar wie bei allen fünf Kandidaten etwas mühsam von Hand und mit der Leiter eingestellt werden - was meist aber nur einmal nötig ist - die Verstellwege sind aber lang genug, um die Idealposition zu erreichen. Die Morelo-Spiegelflächen sind sogar noch einen Tick größer. Ein nicht unerheblicher Teil wird allerdings dabei von den A-Säulen verdeckt. Deutlich kleiner, stärker verzerrend, weniger weit verstellbar und teils verdeckt angeordnet sind die Weitwinkelspiegel der drei anderen Kandidaten. Eine wirklich große Hilfe sind sie darum nicht. Das gilt besonders für den linken Spiegel am Phoenix- Liner, der einerseits von der A-Säule verdeckt wird, andererseits die Seitenwand zeigt. Pfiffig ist dafür sein linker Tandemscheibenwischer, der auch bei Regen für eine gute Sicht in den Hauptspiegel sorgt.

„Sehen und gesehen werden“ heißt es eben nicht nur in der High Society - es sollte auch für Luxus- Liner gelten.

Carthago Liner de luxe

Der Carthago bietet die besten direkten Sichtverhältnisse, etwas eingeschränkt durch die relativ breiten A-Säulen. Weniger gut gelingt der Blick nach hinten, wegen der schwächeren Weitwinkelspiegel und der mangelnden Spiegelsicht bei Regen.
 
Positiv: gute Sicht vors Fahrzeug unterstützt durch Bugspiegel, relativ großes Wischerfeld
Negativ: relativ breite A-Säulen, Weitwinkelspiegel schmal, Verstellwege zu knapp, Scheibenwischer reinigen Spiegelblickbereiche nicht.

Grundpreis: ab 158.000 Euro

Concorde Charisma

Mit Ausnahme der Sicht direkt vors Mobil und nach rechts  kann der Concorde in allen anderen Disziplinen glänzen. Besonders die nahezu perfekten Weitwinkelspiegel sorgen für eine fast lückenlose Rundumsicht. Und auch das Wischerfeld ist groß. 

Positiv: große, gut einsehbare Haupt- und Weitwinkelspiegel, großes Wischerfeld; reicht bis zu den Spiegelblickbereichen, fast komplette Rundumsicht ergänzt durch Türfenster.
Negativ: 
größerer Totwinkelbereich vor und rechts neben dem Bug

Grundpreis: ab 161.900 Euro

Dethleffs Premium Liner

Der Dethleffs hat seine eigene Sicht der Dinge, mit einigen Stärken, aber auch deutlichen Schwächen. So wird die passable Rundumsicht durch breite A-Säulen behindert. Und das Wischerfeld ist winzig. Das stört den Spiegelblick aber nicht.

Positiv: direkte Sicht reicht seitlich relativ weit nach hinten
Negativ: 
Scheibenwischer behindern Blick vor den Bug, breite A-Säulen und linker Spiegel stören Direktsicht, sehr kleines Wischerfeld, betrifft aber nicht die Spiegel.

Grundpreis: ab 165.749 Euro

Morelo Manor

Im Testumfeld liefert der Morelo eine befriedigende Gesamtleis-tung ab. Die hohe Scheibengürtellinie beschränkt die Nahsicht, der Bugspiegel bietet etwas Zusatzorientierung. Die Sicht in die linken Spiegel wird durch die A-Säule behindert. 

Positiv: Haupt- und Weitwinkelspiegel mit großen Spiegelflächen, etwas Zusatzorientierung via Bugspiegel und Türfenster
Negativ:
Beide Spiegel links teilweise von A-Säule verdeckt, Scheibenwischer reinigen Spiegelblickbereiche nicht.

Grundpreis: ab 149.000 Euro

Phoenix Maxi-Liner

Der Phoenix überzeugt mit einer guten Direktsicht, auch in der Nähe. Die fünf Spiegel enttäuschen allerdings teilweise mit Totalausfall. Das Wischerfeld ist angemessen und reicht wegen des pfiffigen Tandemwischers auch bis in die Spiegelbereiche. 

Positiv: Wenig gestörte Direktsichtfelder seitlich und nach vorn, großes Wischfeld. Tandemwischer für linken Spiegel.
Negativ: 
Kleine, verzerrende, teils verdeckte, schlecht einstellbare Weitwinkelspiegelfelder, Bugspiegel nicht einsehbar.

Grundpreis: ab 153.900 Euro


 

Concorde Charisma

Mit Ausnahme der Sicht direkt vors Mobil und nach rechts  kann der Concorde- Liner in allen anderen Disziplinen glänzen. Besonders die nahezu perfekten Weitwinkelspiegel sorgen für eine fast lückenlose Rundumsicht. Und auch das Wischerfeld ist groß. 

Positiv: Große, gut einsehbare Haupt- und Weitwinkelspiegel, großes Wischerfeld; reicht bis zu den Spiegelblickbereichen, fast komplette Rundumsicht ergänzt durch Türfenster.
Negativ: 
Größerer Totwinkelbereich vor und rechts neben dem Bug

Grundpreis: ab 161.900 Euro

Dethleffs Premium Liner

Der Dethleffs- Liner hat seine eigene Sicht der Dinge, mit einigen Stärken, aber auch deutlichen Schwächen. So wird die passable Rundumsicht durch breite A-Säulen behindert. Und das Wischerfeld ist winzig. Das stört den Spiegelblick aber nicht.

Positiv: Direkte Sicht reicht seitlich relativ weit nach hinten
Negativ: 
Scheibenwischer behindern Blick vor den Bug, breite A-Säulen und linker Spiegel stören Direktsicht, sehr kleines Wischerfeld, betrifft aber nicht die Spiegel

Grundpreis: ab 165.749 Euro

Morelo Manor

Im Testumfeld liefert der Morelo- Liner eine befriedigende Gesamtleistung ab. Die hohe Scheibengürtellinie beschränkt die Nahsicht, der Bugspiegel bietet etwas Zusatzorientierung. Die Sicht in die linken Spiegel wird durch die A-Säule behindert. 

Positiv: Haupt- und Weitwinkelspiegel mit großen Spiegelflächen, etwas Zusatzorientierung via Bugspiegel und Türfenster
Negativ: 
Beide Spiegel links teilweise von A-Säule verdeckt, Scheibenwischer reinigen Spiegelblickbereiche nicht.

Grundpreis: ab 149.000 Euro

Phoenix Maxi-Liner

Der Phoenix- Liner überzeugt mit einer guten Direktsicht, auch in der Nähe. Die fünf Spiegel enttäuschen allerdings teilweise mit Totalausfall. Das Wischerfeld ist angemessen und reicht wegen des pfiffigen Tandemwischers auch bis in die Spiegelbereiche. 

Positiv: Wenig gestörte Direktsichtfelder seitlich und nach vorn, großes Wischfeld. Tandemwischer für linken Spiegel.
Negativ: 
Kleine, verzerrende, teils verdeckte, schlecht einstellbare Weitwinkelspiegelfelder, Bugspiegel nicht einsehbar.

Grundpreis: ab 153.900 Euro


 

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Konstantin Tschovikov, Jürgen Bartosch

Datum

31. Juli 2012
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