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Liner-Spezial: Servicefreundlichkeit bei Linern

Ölstandskontrolle, die Lampen der Scheinwerfer auswechseln, Scheibenwaschwasser auffüllen – wer kleine Wartungsarbeiten selbst ausführt, freut sich bei einem Integrierten oder Liner über eine weit öffnende Motorklappe. Alles weitere zum Thema Liner erfahren Sie hier in unserem Themenspecial .

Hersteller von Transportern überbieten sich mit langen Ölwechselintervallen. Für gewerbliche Käufer ein wichtiges Argument, denn wenn der Lieferwagen in der Werkstatt steht, verdient er kein Geld.

Besitzer von Wohnmobilen auf den gleichen Basismodellen sollten sich davon nicht blenden lassen: Neben den Kilometerintervallen gibt es auch vorgegebene Zeitabstände, die bei geringen Laufleistungen greifen. Beim Iveco Daily, wichtigstes Fahrgestell für Oberklasse-Wohnmobile und Basis aller fünf Testkandidaten, ist der Wechsel von Motoröl und Filter auch bei der neuesten Motorengeneration auf zwölf Monate terminiert. Wer auf Gewährleistung und Kulanz Wert legt, der sollte dieses Intervall zumindest während der ersten vier Jahre tunlichst einhalten.

Für den Ölwechsel ist meist die Werkstatt zuständig, doch die Daily-Betriebsanleitung listet im Kapitel „Kontrollen, die vom Nutzer durchgeführt werden müssen“ eine beachtliche Anzahl an Servicearbeiten auf.

So fordert etwa die Anleitung, zumindest theoretisch, vor jeder Fahrt im Liner die Füllstände von Motoröl, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser zu prüfen. Wöchentlich stehen zusätzlich das Servolenkungsöl, der Kraftstofffilter und die Reifen auf dem Programm.

Der tägliche Check der Maschine ist eher Theorie

In der Praxis wird es auf einen Servicerundgang um den Liner vor jeder größeren Reise hinauslaufen. Doch schon beim ersten, eigentlich ganz selbstverständlichen Schritt - dem Öffnen der Motorhaube - zeigen sich beträchtliche Unterschiede. Während man bei Dethleffs und Carthago tief in den Fußraum zum Original-Iveco-Zughebel abtauchen muss, platziert Concorde ein griffigeres Exemplar etwas weiter vorn. Noch leichter geht´s im Morelo mit seinem griffgünstig platzierten Bügelhebel. Ganz aus der Reihe tanzt der Phoenix- Liner . Er platziert zwei Drehknebelschlösser mit Spezial-Dreikantschlüssel direkt in der Motorhaube - nicht nur Ästheten und Schlüsselverleger scheuen sich vor dieser Lösung.

Eine große Klappe vor dem Motor ist keine Schande, sondern im Gegenteil erwünscht. Besonders einfach gelingt der Zugang, wenn die Haube leichtgängig und vollständig nach oben schwenkt und ohne fummelige Aufstellstange stehen bleibt - Beispiel: Die Liner von Carthago.

Concorde zeigt dagegen, dass eine große Klappe nur die halbe Miete ist. Mächtige Stütz- und Querstreben verbauen den Zugang beträchtlich. Um an den Motordeckel zu gelangen, bleibt nur eine 700 mal 140 Millimeter große Lücke. Beim Peilen des Ölstands ist zudem der Kugelhahn des Motorwärmetauschers der Warmwasserheizung im Weg.

Verlängerte Arme wünschte man sich ebenfalls beim Dethleffs Liner. Die winzige Öffnung der Motorhaube und die flache, darum relativ weit nach vorn ragende Bugmaske lassen die Maschine nur in der Ferne erahnen. Wie bei einer Operation am offenen Herzen kann dagegen der Morelo-Fahrer im Motorraum hantieren. Trotz deutlich kleinerer Haubenöffnung liegt aber auch hinter der rundlichen Schnauze des Phoenix- Liner das Meiste in Griffweite.

Selbst Waschwasser nachfüllen kann zum Problem werden

Waschwasser für die Scheibenwischer nachfüllen ist vor allem im Winterhalbjahr der wichtigste Servicehandgriff. Beim Concorde- Liner muss man sich dafür tief hinunter in den Motorraum wühlen. Phoenix und Carthago bieten an gleicher Stelle immerhin mehr Bewegungsraum. Beim Dethleffs- Liner sitzt der Behälter höher und hat einen eigens verlängerten Einfüllstutzen.

Besonderes Lob verdient sich hier der Morelo mit einem Einfüllstutzen à la Frischwassertank, geschickt in der Frontmaske platziert. Direkt zugänglich und sogar leicht komplett demontierbar liegen nach dem Öffnen der Motorhaube auch die Morelo-Scheinwerfersysteme. Auch bei den vier Kontrahenten ist die Zugänglichkeit der Lampen - anders als bei manch anderem Integrierten - eher unproblematisch.

Carthago schützt die empfindlichen Kontakte an der Scheinwerferrückseite zusätzlich durch ein Blech. Ähnliche Sorgfalt wäre allerdings auch an den offen installierten Relais andernorts im gleichen Motorraum des Liners angeraten.
Die Starterbatterie, die im Winter einen gelegentlichen Kontrollblick nach dem Säurestand dankt oder bei Saisonmobilen vielleicht ausgebaut wird, findet sich nur im Concorde unter der Haube. Die anderen platzieren sie in Fächern unter dem Fahrerhaus - zwar gut geschützt, aber nur im Phoenix leicht erreichbar.

Sollte Starthilfe nötig sein, spielt die Batterieposition keine Rolle: Zu diesem Zweck ist im Daily-Motorraum unter einer Abdeckung extra eine separate Plusklemme vorgesehen. An der Originalstelle in Motornähe findet sich bei allen fünf Kandidaten auch der Kraftstofffilter und der Ölbehälter der Servolenkung. Bedingt durch die Einbausituation fällt die Zustandskontrolle schon beim Serien-Daily nicht ganz leicht, das ändert sich auch bei den fünf Oberklasse-Integrierten nicht wesentlich.

Unterschiedlicher ist der Zugang des Luftfilters. Ihn tauscht zwar in der Regel die Werkstatt, doch kann sie bei Concorde und Dethleffs dafür eher Extrakosten wegen erhöhtem Zeitbedarf fordern als bei Phoenix, Carthago und Morelo.
Die Behälter für Kühlwasser und Bremsflüssigkeit verstecken sich schließlich ganz oben unter dem Dach des Motorraums, vorn hinter der Frontscheibe. Concorde platziert den Kühlwasserbehälter im Liner dabei so geschickt, dass die Kontrolle und das Nachfüllen dennoch akzeptabel möglich ist. Beim Morelo fällt der Check deutlich schwerer. Fürs Nachfüllen ist eine Schlauchpumpe oder Ähnliches nötig.
Gleiches gilt fürs Kühlwasser im Liner von Phoenix. Der Einfüllstutzen für die Bremsflüssigkeit ist dagegen durch die Armaturenbrettverlängerung nach oben ins Cockpit geführt. Nach Entfernen einer großen Abdeckung kann der zweijährliche Austausch vom Fahrerhaus erledigt werden. Noch pfiffiger machen es Dethleffs und Carthago, die zudem auch den Kühlwasserbehälter von oben her zugänglich machen. Freilich will das Hantieren mit diesen öligen Flüssigkeiten in den edel eingerichteten Fahrerhäusern dabei mit Bedacht erledigt werden.

Es lohnt sich, bei der Entwicklung von Integrierten neben Design und Komfort auch auf die Servicefreundlichkeit zu achten, denn laut Iveco „hängt von diesen Eingriffen das perfekte Funktionieren Ihres Fahrzeugs ab“.

Carthago Liner de luxe

Der Servicecheck beim Carthago macht keine allzu große Mühe. Gut gelöst ist der Zugang von oben durch eine Abdeckung im Armaturenbrett. Zum Nachfüllen des Waschwassers sollte der Behälter jedoch wenigstens um 90 Grad gedreht werden.

Positiv: Scheinwerfer leicht zugänglich und mit Spritzschutzblech, Starterbatterie geschützt und zugänglich im Doppelboden.
Negativ: Einfüllstutzen für Waschwasser ungeschickt gedreht, Sicherungskasten im Fußraum mühsam zu erreichen.

Concorde Charisma

Zahlreiche Stütz- und Querstreben verstellen ungeschickt den Zugang, den die wuchtige und große Motorhaube eigentlich freigibt. Die Scheinwerfer und auch der Kühlwasserbehälter sind durch die Haubenöffnung relativ gut erreichbar.

Positiv: Kühlwasserbehälter von vorn relativ gut zugänglich, Sicherungen mühsam erreichbar, Extraschlüssel nötig.
Negativ: Heizungsinstallationen stören bei Ölpeilstabentnahme, Zugang zum Luftfilter durch Stützstreben stark verbaut.

Dethleffs Premium Liner

Die winzige Haubenöffnung erschwert Wartungsarbeiten am Motorblock beträchtlich. Überraschend gut erreichbar sind dabei trotzdem die Hauptscheinwerfer, der Scheibenwasch- und Kühlwasser- sowie der Bremsflüssigkeitsbehälter.

Positiv: Kühlwasser und Bremsflüssigkeit von innen zugänglich.
Negativ: Zugang zu den Sicherungen im Fußraum mühsam, Stoßfängerlampen weder von oben noch unten erreichbar, Starterbatterie geschützt, aber schlecht zugänglich eingebaut.

Morelo Manor

Morelo macht dem Fahrer den Service besonders leicht. Geschickt, wie die große Haube öffnet und den Waschwasserstutzen freigibt. Die sperrige Aufstellstange passt da weniger, und Nachfüllen von Kühlwasser gelingt nur mit Schlauchpumpe.

Positiv: Motorölpeilstab und -einfüllstutzen leicht erreichbar, relativ viel Bewegungsraum für den Luftfilterwechsel, Sicherungen und Motorhaubenöffner gut zugänglich.
Negativ: Starterbatterie geschützt, aber mühsam erreichbar eingebaut.

Phoenix Maxi-Liner

Abgesehen von den hemdsärmeligen Haubenschlössern gibt sich der Phoenix, trotz kleinerer Haubenöffnung, relativ aufgeräumt. Unverständlich: Warum neben dem Bremsflüssigkeits- nicht auch der Kühlwasserstutzen von innen erreichbar ist.

Positiv: Starterbatterie geschützt und gut erreichbar installiert, relativ viel Bewegungsraum zum Waschwassernachfüllen, Ölpeilstab und -einfüllstutzen befriedigend erreichbar.
Negativ: Kühlwasserbehälter oben im Motorraum schwer erreichbar.

Phoenix Maxi-Liner

Abgesehen von den hemdsärmeligen Haubenschlössern gibt sich der Phoenix, trotz kleinerer Haubenöffnung, relativ aufgeräumt. Unverständlich: Warum neben dem Bremsflüssigkeits- nicht auch der Kühlwasserstutzen von innen erreichbar ist.

Positiv:
Starterbatterie geschützt und gut erreichbar installiert, relativ viel Bewegungsraum zum Waschwassernachfüllen, Ölpeilstab und -einfüllstutzen befriedigend erreichbar.
Negativ:
Kühlwasserbehälter oben im Motorraum schwer erreichbar.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Konstantin Tschovikov, Jürgen Bartosch

Datum

31. Juli 2012
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