Mazda 6 Kroatien 8 Bilder Zoom

Camping-Tour im Mazda 6: Mit dem Pkw in Kroatien campen

Unsere Leser Ann-Kathrin und Thomas sind für eine Woche nach ­Kroatien gefahren. Doch sie hatten kein Geld für ein Wohnmobil – und haben ein ungewöhnliches Campingmobil gewählt: ihren Pkw.

Auf Campingplätzen sind uns verdutzte Blicke der Nachbarn sicher. Da steht ein frisch polierter Mazda 6. Doch wo ist der Wohnwagen? Wo das Zelt? Wir haben kein Geld für ein Wohnmobil. So kamen wir auf die Idee, unseren Mazda 6 mit einem gemütlichen Bett auszustatten. In unserem Fall wurde es ein Schaumstoff mit einer Dicke von fünf Zentimetern, den wir passgenau auf unser Auto zugeschnitten haben. Zusammen mit dem Bettzeug aus dem Schlafzimmer steht dieses Schlafabteil dem eigenen Bett in nichts nach.

Zum Schutz vor neugierigen Blicken dienen uns Sonnenschutzüberzüge, die über die hinteren Türen gestülpt werden. Selbst wenn im Innenraum Licht brennt, kann man nicht hineinsehen. Das Beste aber ist: Man kann die Fenster komplett öffnen, denn Stechmücken kommen durch den dichten Stoff nicht hindurch. Für die Heckscheibe mussten wir zu einer unkomfortableren Methode greifen: Ein Sonnenschutz mit Saugnäpfen. Unsere Lösung für die Frontscheibe: ein schwarzer Vorhang an einer passenden Stange hinter den Kopfstützen der Vordersitze – fertig ist eine komplett abgeschirmte Schlafkabine.

Wie gut das funktioniert, haben wir während unserer einwöchigen Tour nach Kroatien gesehen. Unsere erste Etappe endete nach sieben Stunden Fahrt in Feldkirchen, Österreich. Dort verbrachten wir die Nacht auf einem großen Parkplatz in Waldnähe. Für eine Zwischenstation ist das völlig okay. Flüssigseife, Wasserflaschen zum Waschen und Zähneputzen sowie Handtücher sichern ein Mindestmaß an Komfort.

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Biograd na Moru, wo wir nach acht Stunden Fahrt ankamen. Hier war jedoch weit und breit nichts zu sehen von den einladenden Campingplätzen, die im Internet angepriesen werden. Stattdessen glich die Umgebung einer Ruinenlandschaft mit baufälligen Gebäuden.

Unsere Rettung war die Insel Murter, nur eine Autostunde entfernt und rück­blickend die schönste Station des Urlaubs. Zwei Nächte blieben wir dort auf einem gepflegten Campingplatz direkt am Meer mit vielen schattigen Bäumen und großzügigen sauberen Sanitäranlagen. Tagsüber fuhren wir mit dem Fahrrad, spazierten durch felsige Hügellandschaften und genossen die Abendstunden am Wasser.

Unser nächstes Ziel war die antike Stadt Nin. Auf dem Weg dorthin liegt Zadar: Hier ist nicht nur der große Hafen beeindruckend, sondern auch die Innenstadt mit antiken römischen Säulen. An der Promenade wird man mit einem Blick auf das scheinbar grenzenlose Meer belohnt. Als Fischliebhaber kamen wir in einem eleganten Fischrestaurant ganz besonders auf unsere Kosten.

Nin, wo wir zwei Nächte blieben, beeindruckte uns mit seiner Altstadt. Zahlreiche römische Gebäude, Säulen und Torbögen geben dem Ort ein ganz besonderes Flair. Kleiner Geheimtipp: Hier fanden wir das beste hausgemachte Eis, das wir je gegessen haben. Auch die nähere Umgebung hat einiges zu bieten. So entdeckten wir eine süße antike Gedenkstätte, die aussah wie eine Burg im Miniaturformat. In einer Pizzeria mit toller südländischer Atmosphäre verbrachten wir einen schönen Abend.

Wir fuhren weiter Richtung Senj. In dieser Gegend ist ein Besuch des Nationalparks Plitvicer Seen schlicht ein Muss. Hier läuft man wie einst Winnetou auf Holzstegen durch eine beeindruckend schöne Flusslandschaft mit unzähligen Wasserfällen. Unser weiterer Weg zur Küste nach Senj führte uns durch eine schier endlose Ruinenlandschaft. Hier im Inland wird man unweigerlich an den Krieg erinnert, der immerhin noch bis 1995 tobte. Wo man auch hinsieht, entdeckt man Schilder, die vor Minen warnen. Schließlich tauchen zwei massive Panzer am Straßenrand auf, umrandet vom hohen Zaun eines Militärstützpunktes. Dies ist also eine andere Seite Kroatiens, die Urlauber normalerweise nicht zu Gesicht bekommen.

In Senj verbrachten wir zwei Nächte. Hier gibt es die sehr gut erhaltene Festung Nehaj der Uskoken, in der inzwischen ein Museum ist. Es bringt einem die Geschichte dieses erstaunlichen Volks näher. Im Café, das sich ebenfalls in dem alten Gemäuer befindet, herrscht eine unvergleichlich mittelalterliche Atmosphäre.

Der Rückweg durch Slowenien ließ unser Herz für verlassene Ruinen höher schlagen. Immer wieder Bunker und alte Gemäuer am Straßenrand. Wir freuten uns sehr auf den Besuch im Militärhistorischen Park in Pivka. Einmal lieb gefragt, erlaubte uns der Aufseher sogar, in das U-Boot hineinzuklettern. Dies ist sonst eigentlich nur mit Reservierung möglich.

Unser Fazit dieser Reise? Das war eindeutig der schönste Urlaub, den wir bisher verbracht haben.

Autor

Foto

Ann-Kathrin Hartmann

Datum

8. März 2017
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