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Reise Service: Allergien: Keine Angst vor Pollen

Wer unter Heuschnupfen oder anderen Allergien leidet, für den kann ein Urlaub mit dem Wohnmobildurchaus durchaus vorteilhaft sein. Ein Reiseratgeber für Allergiker.

Die Nase juckt, die Augen tränen. Wer unter einer Allergie leidet, kann der schönen Jahreszeit – und ganz besonders dem Frühling – vielleicht nicht viel
Gutes abgewinnen. Allergien gegen Blütenstaub, Tierhaare oder Hausstaubmilben müssen jedoch den Weg in den Reisemobilurlaub nicht verbauen – im Gegenteil: Mit der richtigen Planung und einigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich den Nießattacken ziemlich sicher ein Schnippchen schlagen.

Wer zum Beispiel auf Tierhaare allergisch reagiert, ist im eigenen Reisemobil ohnehin bestens unterwegs; aber auch für Mietmobile gilt in der Regel, dass keine Haustiere mitgeführt werden dürfen. Wollen Sie einen Campingplatz aufsuchen, erkundigen Sie sich zuvor, ob dort Haustiere geduldet sind oder nicht.

Vor Hausstaubmilben ist man im Reisemobil ebenso gefeit. „Wollmäuse“ oder Staubansammlungen in Teppichböden oder Polstermöbeln gibt’s eher in Hotels. Dennoch sollte die eigene Ausstattung, vor allem Bettwäsche und Teppiche, von Zeit zu Zeit kritisch unter die Lupe genommen werden. Dazu gehört auch die Suche nach Feuchtigkeitsnestern, die zu Schimmelbildung führen können. Milben übrigens sind in Höhen über 1500 Metern kaum noch nachweisbar.

Wer unter Heuschnupfen oder anderen Allergien leidet, für den kann Reisemobilurlaub durchaus vorteilhaft sein. Selten bleibt es bei der Überreaktion auf ein einzelnes Allergen. Kreuzallergien, bei denen man sowohl auf Pollen als auch auf Nahrungsmittel reagiert, sind manchen Betroffenen zunächst gar nicht bewusst (siehe Übersicht unten).

So können zum Beispiel im Pesto enthaltene Pinienkerne zu Nießattacken oder
zu wunder Mundschleimhaut führen. Allergien gegen Fisch oder Krustentiere äußern sich eher durch Übelkeit und Durchfall. Im Zweifelsfall wird man die Vorteile der eigenen Bordküche nutzen und fremde Zutaten mit Vorsicht genießen.

Geradezu gefährlich können Überreaktionen auf Insektenstiche werden – ganz besonders auf Stiche von Wespen oder Bienen – oder auch auf Medikamente wie Penizillin. In seltenen Fällen können sie einen anaphylaktischen Schock zur Folge haben – sofort den Notarzt rufen! Bis zu dessen Eintreffen sollte der Betroffene durch Anheben der Beine in Schocklage gebracht werden.

Bewusstlose werden in die stabile Seitenlage gebracht, bei Kreislaufstillstand wird mit der Reanimation begonnen. Für den Akutfall ist es gut zu wissen, dass mittlerweile die Notrufnummer 112 in den meisten Ländern Europas gilt.

Die verbreitetste Allergieform ist der Heuschnupfen – eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Blütenstaub von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Tipp: Verlegen Sie Aktivitäten im Freien auf die späten Nachmittags- und Abendstunden, denn auf dem Land ist morgens mit mehr Blütenstaub in der Luft zu rechnen als abends.

Anders in urbanen Regionen: Hier liegt die höchste Pollenkonzentration erst im Lauf des Nachmittags an. Nicht jeder freut sich über Regen auf Reisen, Pollengeplagte hingegen atmen nach einem kräftigen Schauer meist entspannt auf. Doch zumindest der Beginn eines Regengusses sollte abgewartet werden, bis man sich, mit einem Schirm bewaffnet, für einen Spaziergang entschließt: Kurz nach Regenbeginn erhöht sich die Pollenkonzentration, erst nach etwa einer halben Stunde sind auch die unteren Luftschichten reingewaschen.

Blütezeiten bei Reiseplanung berücksichtigen

Bei der Reiseplanung sollten Sie nach Gebieten Ausschau halten, die weniger pollenbelastet sind. Immerhin differiert die Blütezeit in den verschiedenen Vegetationszonen, zudem ist die Belastung je nach Flora unterschiedlich. Da Pollen kaum bis in Regionen über 1500 Metern getragen werden, bleiben Hochgebirge meist frei von Blütenstaub. Dort wachsende Ried- oder Sauergräser führen nur selten zu Problemen. Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, sollte allerdings die Zeit um Ende Mai meiden – dann blühen dort die Erlen, auf die bei einer Kreuzallergie ebenfalls reagiert werden kann.

Empfehlenswert sind auch die direkten Küstenregionen, sofern mit Wind von der See gerechnet werden kann. So wird die Nordseeküste von vielen Allergikern geschätzt, enthält die Seeluft doch kaum Allergene und dafür viele Mineralien, die sich wohltuend auf die Schleimhäute der Atemwege auswirken.

Allerdings: Blütenstaub kann bis zu 400 Kilometer weit fliegen – nicht ganz auszuschließen, dass Pollen bei ungünstiger Witterungslage von den Britischen Inseln herüberwehen. Auch an der Ostseeküste pustet der Seewind die Allergie mit etwas Glück weg. Sowohl Usedom als auch Fehmarn gelten als recht sichere Gefilde für von Heuschnupfen Geplagte.

Im Mittelmeerraum setzt in weiten Teilen im späten Juni die Trockenzeit ein, die Blütezeit ist vorbei. Dann ist lediglich noch mit den Pollen des Olivenbaums zu rechnen, die übrigens selbst in Nordafrika auftreten können. Ein Hinweis: Wer daheim auf Eschen reagiert, könnte auch in der Nähe von Olivenbäumen Probleme bekommen.

Für häufigen auflandigen Wind berühmt und deshalb ein weiteres überlegenswertes Ziel für Allergiker ist die französische, spanische und portugiesische Atlantikküste.

Eine Vielzahl von Präparaten verspricht Linderung bei allergischen Beschwerden. Darunter sind Tabletten, die während der Blütezeit täglich eingenommen werden, aber auch Spritzen, die einen Wochen oder sogar Monate andauernden Schutz bieten sollen. Das Allheilmittel für alle gibt es jedoch nicht.

Von der Einnahme synthetischer Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel raten Allergologen ab, da sie mehr schaden als nutzen könnten. Eine ausgewogene Ernährung ist dagegen sicher hilfreich. Am wichtigsten: Lassen Sie durch einen Allergietest feststellen, wogegen Sie allergisch sind. Nur so können Sie die Pollenflugvorhersagen nutzen, die der Deutsche Wetterdienst über Tageszeitungen oder im Internet (www.dwd.de/pollenflug ) veröffentlicht, und den Plagegeistern mit diesen Informationen aus dem Weg gehen.

Ein Tipp für Fernreisen: Arzneien werden im Ausland oft unter anderen Handelsnamen geführt. Was tun, wenn die mitgenommenen Mittel ausgehen oder verloren werden? Packen Sie vorsichtshalber schon bei der Reisevorbereitung eine Liste mit den Wirkstoffen Ihrer Medikamente ins Mobil, dann werden Sie leichter passenden Ersatz finden. Ansonsten lohnt der Anruf beim Automobilclub – alle Assistance-Dienstleister bieten an, im Ausland nicht erhältliche und verschreibungspflichtige Medikamente an den Urlaubsort nachzuschicken.

Vorsicht: Viele Mittel wirken in anderen Zeit- und Vegetationszonen stärker. Fast alle Antihistaminika können müde machen, die Leistungsfähigkeit und die Reaktionsfähigkeit mindern. Steht ein zweiter, nicht von Allergien beeinträchtigter Fahrer zur Verfügung, sollte diesem das Steuer überlassen werden.

Die wichtigsten Kreuzallergien

Baumpollen

  • Kernobst (z. B. Apfel, Birne)
  • Steinobst (z. B. Pflaume, Pfirsich)
  • Kiwis
  • Hasel- und Walnüsse, Mandeln
  • rohe Karotten und Tomaten
  • Gewürze (z. B. Anis, Curry)

Gras- und Getreidepollen

  • Getreideprodukte (z. B. Mehl)
  • Hülsenfrüchte (z. B. Erdnüsse, Soja)
  • Tomaten

Kräuterpollen

  • Obst (z. B. Banane, Feige, Mango, Maracuja, Papaya)
  • Gemüse (z. B. Avocado, Esskastanie, rohe Karotten, Paprika, Sellerie)
  • Gewürze und Kräuter (z. B. Anis, Curry, Dill, Knoblauch, Muskat, Petersilie, Pfeffer, Zimt)

Milben

  • Krusten- und Schalentiere (z. B. Garnelen, Hummer, Krabben, Krebse, Langusten, Schnecken, Shrimps)

Mit Heuschnupfen verreisen - Die besten Tipps

  • Für die Reiseplanung die Informationen von www.pollenstiftung.de und die Pollenflugvorhersage unter www.dwd.de/pollenflug nutzen.
  • Falls nicht schon vorhanden, Pollenfilter ins Reisemobil einbauen lassen.
  • Auf einen Ventilator im Wohnraum verzichten – er wirbelt Staub und Pollen auf, was Reizungen provoziert.
  • Auf dem Campingplatz tagsüber Türen und Fenster des Mobils geschlossen halten.
  • Im Freien möglichst durch die Nase atmen, damit die Pollen sich dort ablagern und nicht in die Bronchien vordringen.
  • Bei Bindehautreizung auf Kontaktlinsen verzichten, möglichst große Brille zum Schutz der Augen benutzen.
  • Am Abend duschen, um Blütenstaub vor allem aus den Haaren zu spülen.
  • Tagsüber getragene Kleidung kräftig ausschütteln und so weit wie möglich vom Schlafbereich entfernt deponieren.
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Tschowikov, Fotolia

Datum

4. Mai 2011
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