Alles über Gebrauchte Wohnmobile
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Kauf-Tipp Mietmobile: Wohnmobil sucht Besitzer

Gute Preise, großes Angebot: Nach dem Ende der Vermietsaison warten nun rund 2000 gebrauchte Reisemobile auf neue Besitzer.

Viele Wohnmobilisten sehnen nach dem Sommer die kalte Jahreszeit geradezu herbei, weil dann das Angebot an gebrauchten Fahrzeugen am größten ist. Landauf, landab lösen die Händler, aber auch die großen Vermietorganisationen regelmäßig ihre Mietflotten auf.

Schätzungsweise 2000 Ex-Miet-Mobile finden so jährlich den Weg in private Hände. Warum sollte man jedoch ein Fahrzeug kaufen, das offiziell zwar nur einen Vorbesitzer, de facto aber zehn, zwanzig oder gar noch mehr Benutzer während der Mietphase hatte? Die Argumente dafür hat Gernot Reisinger, der Geschäftsführer der Dethleffs-Vermiettochter McRent, schnell bei der Hand: „Gute Preise für junge Wohnmobile, die auch noch gut gepflegt sind.“

Für die Vermieter sind die Wohnmobile schließlich Wirtschaftsgüter, die Rendite erbringen sollen. Zum einen durch die Mieteinnahmen, zum anderen aber auch durch den Verkauf als Gebrauchtfahrzeug. Weil Mieter in möglichst neuen Fahrzeugen unterwegs sein wollen, achten die marktrelevanten Unternehmen auf möglichst junge Flotten. Nach spätestens zwei Jahren werden die Mietmobile deshalb bei den großen drei der Branche – DRM, Hymer-Rent und McRent – ausgemustert.

Auch die Händler, die Mietmobile im Angebot haben, bieten diese nach längstens drei Jahren zum Verkauf an. „Wir verkaufen am Saisonende so viel Fahrzeuge wie möglich, damit wir zu Saisonstart im Frühjahr wieder möglichst jung aufgestellt sind“, bestätigt Ilona Cason von der Deutschen Reisemobil Vermietung (DRM) in München, die zur Eura-Mobil-Gruppe gehört.

Wie viel man sparen kann? „Eine ganze Menge“, verspricht Ernst Geisser, der Hymer-Mobile am Mega-Center in Sulzemoos bei München vermietet. Nachlässe von bis zu 30 Prozent gegenüber dem Listenpreis sind bei ihm für ein Alkovenmobil, das anderthalb Jahre im Mieteinsatz war, durchaus drin. Bei der populären Hymer-B-Klasse fallen die Rabatte in der Regel etwas geringer aus. Bei den DRM-Partnern sind nach Auskunft von Ilona Cason die Schwacke-Notierungen die Richtschnur für die Preise. In den meisten Fällen können Interessenten mit Fahrzeugen rechnen, die nach zwei Mietjahren zwischen 40 000 und 70 000 Kilometer auf dem Tacho haben.

Interessant: Je kleiner die Fahrzeuge, desto mehr werden sie während der Mietphase auf den Straßen bewegt. Entsprechend dem Mietmarkt hat sich auch das Angebot an gebrauchten Mietmobilen in den vergangenen Jahren leicht verändert: Bei den Nutzern auf Zeit stehen zunehmend mehr Integrierte und Teilintegrierte hoch im Kurs, vor allem Modelle mit Grundrissen für zwei Personen – der Anteil der Alkovenfahrzeuge ist leicht rückläufig. „Wer sich rechtzeitig umschaut, findet aber in jedem Fall sein Traummobil“, betont Ralf Torresin, der in der Zentrale in Bad Waldsee die Aktivitäten von Hymer-Rent bündelt. Alleine in diesem Jahr wechselt der Branchenprimus europaweit etwa 450 Fahrzeuge aus seiner Mietflotte aus.

Anfragen nach bestimmten Modellen bekommt Torresin von Interessenten zwar immer wieder – doch die leitet er umgehend an Hymer-Händler weiter, über die ausschließlich der Verkauf der Flotte erfolgt. Auch bei McRent und der DRM werden potenzielle Verkäufer an die regionalen Mietstationen verwiesen. Ein Großteil der jungen Gebrauchten wird auch über die Internetbörsen wie www.caraworld.de angeboten.

Ängste, dass die Mietfahrzeuge wegen der vielen Vornutzer schlechter in Schuss sein könnten als „normale“ Gebrauchte, versucht Gernot Reisinger von McRent zu zerstreuen: „Nach jedem Einsatz werden die Fahrzeuge intensiv gecheckt – es liegt schließlich gleichermaßen im Interesse der Mieter wie auch der Vermieter, dass die Wohnmobile in Ordnung sind.“ Daneben gilt auch für die Gebrauchten aus der Vermietung die gesetzliche Gewährleistung. Bei Hymer-Rent übernehmen die Käufer obendrein den vom Vermieter abgeschlossenen Schutzbrief.

Nicht nur für Kaufinteressenten ist derzeit der Gang zu einer Mietstation angebracht: So offeriert die DRM, mit einem Mietmobil im Süden zu überwintern. Das Mobil kann ohne Extra-Gebühren in Südspanien abgegeben werden. Inklusive aller Kilometer und Bereitstellungskosten gibt es das rollende Ferienhaus ab 1780 Euro. Konkurrent McRent wartet ab 2005 mit Nachlässen von bis zu acht Prozent bei Langzeitmieten ab drei Wochen auf. Wer bis Ende Januar den Vertrag unterschreibt, erhält obendrein einen Frühbucherrabatt von fünf Prozent. Zudem tritt McRent im kommenden Jahr mit der Tochterfirma McRenty an – diese will den Markt mit noch günstigeren Konditionen und Fahrzeugen der Dethleffs-Billigmarke Sunlight aufmischen. Gute Zukunftsaussichten auch für Interessenten, die erst Ende 2005 einen Kauf eines Gebrauchtmobils ins Auge fassen: Nach einer insgesamt befriedigenden Saison wollen alle großen Anbieter ihre Mietflotten 2005 ausweiten. Hymer-Rent will erstmals die Marke von 1000 Fahrzeugen knacken. Konsequenterweise wächst damit auch das Angebot der gebrauchten Wohnmobile.

Die Spar-Alternative

Neue Idee. Warum ein gebrauchtes Mietmobil kaufen, wenn man auch mit einem neuen Wohnmobil Geld sparen kann? Das Angebot kommt von Uwe Boch, dem Geschäftsführer von WVD-Südcaravan in Freiburg (Telefon 07 61/15 24 00, www.wvd.com). Er garantiert jedem Käufer eines Reisemobils drei Jahre lang eine Rückerstattung von jährlich mindestens 5000 Euro – vorausgesetzt, das Fahrzeug steht außerhalb der eigenen Nutzung als Mietmobil zur Vermietung zur Verfügung und der Kunde akzeptiert den Listenpreis. Quasi zum Nulltarif, so behauptet Boch, ließe sich damit der Unterhalt des Neufahrzeugs finanzieren, weil die Mieteinnahmen über dem Kreditbedarf lägen. Letztlich würden die Mieteinnahmen auch den Wertverlust mehr als wettmachen, wenn das Mobil nach drei Jahren verkauft wird. Der Zugewinn sei umso größer, je geringer der Neuwert des Fahrzeugs ist. Boch hofft auf große Resonanz für sein Modell, dessen Vorteile er darin sieht, dass der Käufer Eigentümer des Fahrzeugs bleibt und jederzeit darauf zurückgreifen kann. Steuerliche Vorteile bietet seine Offerte freilich nicht. Ab der Saison 2005 will der Freiburger Händler bis zu 50 Kunden-Mobile in seine Vermietflotte aufnehmen.

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Datum

19. November 2004
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