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Happy Birthday: 40 Jahre Hobby

Jubiläum: Vom Ein-Mann-Betrieb zum 2000-Mitarbeiter-Imperium – die Marke Hobby kommt beim Publikum gut an. Für Gründer Harald Striewski ist dies kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Ganz im Gegenteil.

Hobby ist anders. Ganz anders. Eine Designabteilung sucht man hier ver­gebens; andererseits weist das Unternehmen in Fockbek bei Rendsburg die höchste Fertigungstiefe aller Freizeitfahrzeughersteller auf. Dass Hobby anders ist, wurde 1984 auch bei der Premiere des ersten Wohnmobils deutlich: Dies hatte –ganz und gar nicht zeitgemäß – abgerundete Seitenwände, spitz zulaufende Fenster, eine aufwendige Metalliclackierung und erinnerte mit seinen Formen mehr an eine Yacht auf Rädern denn an ein Reisemobil.
Trotz – oder besser wegen die­-ser eigenen Pfade entwickelte sich Hobby in den vergangenen 40 Jahren zum weltgrößten Hersteller von Wohnwagen. Und seit der Inbetriebnahme des neuen Reisemobilwerks im Jahr 2003 wurde der Absatz an motorisierten Ferienhäusern glatt verfünffacht.

Das Geheimnis des Erfol­ges hat einen Namen: Harald Striewski. Nach wie vor laufen alle wichtigen Fäden bei dem Gründer und Inhaber von Hobby zusammen. Keine Modellbaureihe kommt auf den Markt, ehe sie der gelernte Schiffbauingenieur nicht abgenommen und im Detail überprüft hat.

Dass er über all die vergangenen 40 Jahre ein sicheres Gespür für Trends gehabt hat, bescheinigen alle Kenner der Wohnwagen-Branche. Sonst hätte es Harald Striewski auch kaum von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem 2000-Mitarbeiter-Imperium geschafft. Zum Weltmarktführer für Wohnwagen und zu einem der ganz we­-n­igen "big player" für Reisemobile in Europa.

Die Striewski-Hobby-Handschrift kam – und kommt – offensichtlich an. Rund 460 000 Wohnwagen der Marke wurden seit 1967 abgesetzt; dazu etwa 15 000 Reisemobile. Tendenz: kräftig steigend.

Diese Entwicklung war freilich nicht abzusehen, als Selfmademan Striewski 1965 nebenbei in der eigenen Garage seinen ersten Caravan baute. 3000 Mark hatte er sich dafür von seiner Tante ausgeliehen. Schon damals bewies er auch einen ausgeprägten kaufmännischen Sinn: Für 6000 Mark fand der Ur-Hobby einen Käufer. Die 3000 Mark konnte Harald Striewski schnell an die Tante zurückbezahlen ("Das war das einzige Mal im Leben, dass ich Schulden gemacht habe"), und obendrein hatte er gleich das Startkapital für den nächsten Wohnwagen in der Tasche. Auch der war ganz schnell verkauft. Caravan Nummer 3 war dann der lang ersehnte eigene. Mit Frau Ingeborg und Sohn Michael startete der stolze Konstrukteur zur Urlaubstour nach St. Tropez. Danach wurde auch dieser Wohnwagen verkauft.

Immer mehr Kunden standen Schlange, um bei dem Inge­nieur – der eigentlich immer noch bei einer Werft arbeitete – einen Caravan zu bestellen. Denn die Qualität der Wägelchen überzeugte von Anfang an. Weil die Nebenbei-Produktion am Feierabend oder am Wochenende nicht mehr zu schaffen war, wagte Harald Striewski 1967 den Sprung in die Selbständigkeit. In den Wirtschaftswunderjahren hatte er mit seinen Produkten genau den Nerv der Zeit getroffen: Die Sehnsüchte der Deutschen nach Ferien in der Ferne, nach Freiheit und Geselligkeit – und das alles in einem bezahlbaren Rahmen – ließen sich mit einem Hobby-Caravan 100-prozentig erfüllen. Ob es an dem populären Produktnamen lag? Jedenfalls hatte Striewski auch mit der Namensgebung eine geniale Idee. "Hobby ist für die meisten doch viel leichter auszusprechen als mein eigener Name", lächelt er noch heute.

Der Aufschwung ließ sich nicht aufhalten, und schon bald wurde Striewskis großer Traum, jeden Tag einen Caravan zu produzieren und zu verkaufen, übererfüllt. 1968 hatte die Firma bereits vier Mitarbeiter, und 1971 waren es sage und schreibe schon 132. Nun rollten täglich schon 20 Wohnwagen aus den Produktionshallen. 1972 konnte die Fertigung des 5000. Modells gefeiert werden. Heute zählen mehr als 2000 Mitarbeiter zum Firmenreich, in das Harald Striewski 1998 die tradi­tionsreiche Marke Fendt integrierte. Seit 2006 bietet auch sie wieder Reisemobile an. In der Fertigung beschritt der Hobby-Gründer stets eigene, oft genug unkonventionelle Wege. Aber in jedem Fall immer sehr innovative. Früher als alle anderen Hersteller setzte Harald Striewski auf Automation. Flexible Fertigungssysteme und Lasertechnik fanden früh Einzug in die Fockbeker Produk­tion. Zudem entwickelte er eine Reihe von Maschinen selbst, weil es Vergleichbares nicht auf dem Markt gab – oder gibt.

So sehr sich Striewski in den ersten 35 Jahren des Firmenbestehens vor allem auf Caravans konzentrierte ("Ich bin ein Wohnwagen-Mann"), engagiert er sich nun intensiv auch im Reisemobilbau. 16 Millionen Euro investierte er 2003 in ein neues Reisemobilwerk und erweiterte die Modellpalette beträchtlich. Wiederum mit Erfolg: Die Brüder des legendären Hobby 600, der mehr als ein Dutzend Mal von den promobil-Lesern zum Reisemobil des Jahres gewählt wurde, kommen beim Publikum gut an. Wie alle Fahrzeuge aus Fockbek zeichnen sie sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Über 3000 Reisemobile werden bei Hobby im Jubiläumsjahr gebaut. Und in Zukunft durchaus noch viel mehr, verrät Geschäftsführer Ruthard Drähne. Derzeit wird das Reisemobilwerk um eine 8500 Quadratmeter große Produktionshalle erweitert. Auf drei Fertigungslinien sollen künftig im Norden die Mobile vom Band rollen. "Der Wohnwagenmarkt wächst nicht mehr; die Zukunft gehört dem Reisemobil", begründet Firmengründer Striewski die Weichenstellung.

Nichtsdestotrotz will er – wie in den vergangenen 40 Jahren bei den Caravans – dafür sorgen, dass seine Marke auch auf diesem Feld stilprägend und technologisch an der Spitze bleibt. Wie wird das Unternehmen in zehn Jahren zum 50. Jubiläum dastehen? "Ich hoffe, immer noch sehr gut", sagt der Patron. Er geht davon aus, dass sich die Firmengruppe trotz der fortschreitenden Konzentration behaupten kann. Optimismus prägt derweil die Vorausschau und das Handeln: 2005 erwarb Hobby weitere 50 000 Quadratmeter Land in Fockbek und vergrößerte die Betriebsfläche um 25 Prozent. Ein klares Zeichen, dass die Expansion fortgesetzt werden soll.

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Datum

22. Dezember 2006
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