Alles über Gebrauchte Wohnmobile
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Ratgeber: Gebrauchtkauf

Viel Mobil für wenig Geld: Der Gebrauchtkauf macht’s möglich. promobil sagt, worauf Sie achten müssen.

Der Gebrauchtwagenkauf gilt als Einstieg schlechthin ins reisemobile Hobby. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Beginnt die so genannte Einsteigerklasse bei neuen Mobilen oberhalb der 50 000-Mark-Grenze, kostet ein stattlicher Alkoven aus zweiter Hand oft nicht mehr als ein Kompakt-Pkw. Den im Vergleich höheren Wertverlust in den ersten Jahren kann sich ein Gebrauchtmobilkäufer sparen. Zudem muss er sich nicht um lange Lieferfristen kümmern. Hat er das richtige Reisemobil entdeckt, kann er sofort in den Urlaub starten. Um vor Überraschungen sicher zu sein, sollte sich der Käufer in spe zuvor aber ein wenig intensiver mit Markt und Mobiltechnik beschäftigen.
Sind die Wünsche aller potenziell Mitreisenden klar definiert, beginnt zunächst die Suche nach dem richtigen Modell – ganz ohne Kompromisse werden sich die Idealvorstellungen aber nicht umsetzen lassen. Nur selten findet sich die gewünschte Ausstattung in Kombination mit jeweiligem Wunschgrundriss, -basisfahrzeug und -preis.
„Am stärksten gefragt sind derzeit Alkovenmobile mit Garage, gefolgt von kinderfreundlichen Grundrissen und Integrierten für zwei Personen“, verrät Karlheinz Wanner, Reisemobilhändler aus Dettingen. Soll das Mobil dann noch höchstens 6,50 Meter lang sein, wird die Konkurrenz unter den Kaufwilligen groß. Wer sich eine bundesweite Marktübersicht verschaffen möchte, schaut am besten in den Kleinanzeigenteil von promobil. Ergänzend zeigt die aktuelle Schwacke-Liste für Reisemobile und Caravans das eher theoretische Gesamtangebot mit Preisen und den wichtigsten technischen Daten. Einen Auszug finden Sie auf den folgenden Seiten. Allerdings gibt die Schwacke-Liste nur Anhaltspunkte zu den Kosten, denn die wirklich gezahlten Preise weichen bei guter Ausstattung, korrektem Pflegezustand und lebhafter Nachfrage oft deutlich nach oben ab.

Ebenso entspricht die Einstufung von seltener gehandelten Fahrzeugen kleinerer Hersteller nicht immer der Praxis. So erklärt Priska Hehn-Honeiker, Geschäftsführerin von Hehn Mobil: „Unsere Fahrzeuge sind in der Regel zu niedrig bewertet, da wir kein eigenes Händlernetz besitzen. Bei der Ermittlung der Schwacke- Werte spielt das auch eine Rolle“. Die Händler anderer Marken setzen für Fremdfabrikate niedrigere Preise an. Sie empfiehlt, bei Herstellern mit eigenem Vertrieb direkt nachzufragen. Beim Neukauf werden zwangsläufig oft Gebrauchtfahrzeuge in Zahlung genommen. „Wir haben immer junge Mobile im Angebot“, sagt Hehn-Honeiker. Karlheinz Wanner macht bei den Preisklassen zwei Trends aus: Zum einen sind günstige Fahrzeuge zwischen 15 000 und 30 000 Mark gefragt sowie die gehobenen Modelle im Bereich von 70 000 bis 80 000 Mark. Dazwischen läuft wenig. Wanner: „Viele überlegen sich dann eher, ob sie nicht ein günstiges Einsteigermobil als Neuwagen kaufen.“ Eine vergleichsweise spärliche Nachfrage verzeichnen auch ein bis zwei Jahre alte Luxusmobile. „Bei einer Preisdifferenz von 30 000 Mark zum Neufahrzeug drängt so manche Frau ihren Gatten, doch gleich ein neues Fahrzeug zu kaufen.“ Andererseits ist der Käufer in solchen Fällen in einer guten Verhandlungsposition. Reisemobilhändler Christian Ebel aus Maschen bei Hamburg sieht hier eine Möglichkeit, ermäßigten Preis und vollen Luxus zu verbinden: „Wer 2000 Mark in neue Matratzen, Polsterstoffe und Gardinen investiert, wird erstaunt über das Ergebnis sein.“ Im Durchschnitt haben die Reisemobile fünf bis sieben Jahre auf dem Buckel, wenn sie bei großen Händlerbetrieben als Gebrauchte angeboten werden. Wer jüngere Fahrzeuge sucht, etwa aus der Vermietung, findet derzeit einen fast leergefegten Markt vor. Kein Wunder, sind sie doch die eigentlichen Schnäppchen. Einer Laufleistung von rund 20 000 Kilometern steht oft ein Preisabschlag von rund 20 Prozent zum Neupreis gegenüber. Ganz grundsätzlich muss sich der Käufer jedoch fragen, ob das Fahrzeug privat oder bei einem Reisemobilhändler gekauft werden soll. Ersteres ist in der Regel zunächst einmal billiger. Allerdings können später auftauchende, versteckte Mängel Probleme bereiten. In diesem Fall ist es nicht so einfach, einen Vorbesitzer haftbar zu machen. „Ein privater Verkäufer kann sich“, so Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg,„leichter darauf herausreden, dass er als Laie diese Mängel nicht erkennen konnte.“ Ihm nachzuweisen, dass er die Schäden arglistig verschwiegen hat, ist in der Praxis schwierig. So kann der frisch gebackene Reisemobilbesitzer auf hohen Reparaturkosten sitzen bleiben. Anders sieht es beim Händler aus. In der Regel werden die Fahrzeuge hier vor dem Verkauf gründlich durchgecheckt. Kein Wunder: Erwarten doch die Gerichte von einem Fachmann, dass er Problemen eher auf die Spur kommt als ein weniger kompetenter Laie.

Auf jeden Fall empfiehlt Verbraucherschützerin Keßler, mündlich zugesicherte Eigenschaften im Vertrag schriftlich zu fixieren. Besteht der Verkäufer, egal ob privat oder gewerblich, auf Formulierungen wie „gekauft wie besichtigt ohne Anspruch auf Gewährleistung“, heißt es: Finger weg. Wer so etwas unterschreibt, steht im Schadensfall im Regen. Apropos Vertrag: Standard- Vordrucke, wie sie im Pkw-Handel üblich sind, gibt es speziell für Reisemobile nicht. Gängige Formulare können allerdings als Grundlage dienen, um reisemobilspezifische Eigenheiten zu ergänzen. Alles, was vom Vorbesitzer mündlich zugesichert wird, sollte im Vertrag festgehalten werden. Dazu gehört beispielsweise die Behauptung, dass der Händler eine Feuchtigkeitsmessung am Aufbau durchgeführt hat. Gerade die Dichtigkeit ist bei alten Mobilen ein heikles Thema (siehe auch promobil 4/2001). Denn selbst wenn weder Sichtprüfung noch modrige Gerüche im Wohnraum Hinweise auf Feuchtigkeit im Aufbau liefern, ist Dichtigkeit nicht garantiert. Gerade Einsteiger sind in diesem Punkt oft unvorsichtig. Christian Ebel berichtet von einem Hilfe suchenden Kunden, der andernorts gerade ein vier Jahre altes Mobil gebraucht erstanden hatte: „Der Aufbau war klitschnass. Offenbar wurde der Kunde richtig übers Ohr gehauen“. In diesem Zusammenhang lohnt auch ein Blick ins Kundendienst- Scheckheft, ob alle vorgeschriebenen Dichtigkeitsprüfungen durchgeführt wurden. Nur so haben Sie im Falle eines Falles die Chance, den Schaden auf Garantie beheben zu lassen. Übrigens: Mancher Hersteller gewährt bis zu zehn Jahre Garantie auf die Dichtigkeit. Bei allen Intercaravaning- Händlern gibt es, so Ebel, außerdem die Möglichkeit, eine Gebrauchtwagengarantie abzuschließen. Sein Tipp: „Die Mobilkäufer sollten beim Feilschen besser auf langfristige Vorteile achten, als unbedingt den letzten Pfennig herauszuhandeln.“

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Datum

10. Mai 2001
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