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Reise-Tipp Ost- und Nordsee: Fährverbindungen auf Ost- und Nordsee

An der Ostseeküste wird es richtig spannend: Der Bau der Autobahn A 20 schreitet voran, so dass der Fährhafen Rostock immer mehr in das Blickfeld westdeutscher Skandinavienurlauber gerät. Alle Infos: 

An der Ostseeküste wird es richtig spannend: Der Bau der Autobahn A 20 schreitet voran, so dass der Fährhafen Rostock immer mehr in das Blickfeld westdeutscher Skandinavienurlauber gerät. Dazu geht die Brückenverbindung über den Großen Belt und den Øresund in ihre zweite Saison, und auch bei den Fährgesellschaften tut sich einiges.

Denn ein ganz neuer Name taucht in diesem Jahr erstmals in der Ostsee auf: Superfast Ferries. Die griechische Reederei, promobil -Lesern durch das „Camping an Bord“ auf der Strecke von Italien nach Griechenland gut bekannt, eröffnet noch in diesem Jahr zwei neue Direktrouten von Deutschland nach Skandinavien.

Den Anfang macht Mitte Mai die Route von Rostock nach Hankö an der finnischen Südwestküste, Ende August wollen die Griechen den Verkehr von Rostock nach Södertälje unweit von Stockholm aufnehmen. Ähnlich wie in der Adria setzen Superfast Ferries dabei auf gleich vier neue Schnellfähren: Die Überfahrt nach Finnland soll 22 Stunden dauern, nach Schweden nur 18,5 Stunden. Zum Vergleich: Die moderne „Mecklenburg- Vorpommern“ der Scandlines benötigt für die Fahrt von Rostock nach Trelleborg fünf Stunden und 45 Minuten, die Jumbofähren der TT Line überqueren die Ostsee eine Viertelstunde schneller. Nur: Trelleborg liegt an der schwedischen Südküste, die Entfernung vom Hafen nach Södertälje beträgt etwa 800 Kilometer.

Noch stärker fällt der Unterschied auf der Finnland-Route aus: Denn die „Finnjet“ der Silja Line macht auf der Fahrt von Rostock nach Helsinki einen Zwischenstopp in Tallinn und benötigt daher rund 25 Stunden, und die Fähren der Finnlines setzen ohnehin mehr auf Komfort denn auf Geschwindigkeit: Sie schippern in zwei Tagen von Lübeck nach Helsinki.

Für eilige Reisende, die in den ganz hohen Norden wollen, bieten die Superfast Ferries also eine interessante Alternative, die allerdings auch nicht ganz billig ist – Fahrzeuge mit einer Höhe von 2,70 Meter und mehr fallen bei Superfast in die teuerste Kategorie. Alkovenmobile und Integrierte schlagen auf beiden Strecken für die einfache Fahrt mit 78 Mark pro Meter Länge zu Buche. Dazu kommen die Kosten für die Passagiere und die für die Nachtfahrt notwendige Unterbringung in Kabinen.

Einen anderen Weg geht die Hamburger TT Line auf ihrer Stammstrecke von Travemünde nach Trelleborg. Sie setzt mehr auf Komfort und stellt in dieser Saison ebenfalls zwei Neubauten in Dienst. „Peter Pan“ und „Nils Holgersson“ sind kombinierte Fracht- und Passagierfähren, die zur Zeit in Bremerhaven gebaut werden und voraussichtlich im Februar beziehungsweise im August ihren Dienst zwischen Travemünde und Trelleborg aufnehmen werden. Beide Fähren verdrängen rund 34 000 Tonnen, sind 190 Meter lang, nehmen bis zu 774 Passagiere an Bord und weisen gegenüber ihren gleichnamigen Vorgängern eine deutlich erhöhte Frachtkapazität auf. Außerdem zeichnet eine technische Besonderheit „Peter Pan“ und „Nils Holgersson“ aus.

Beide Schiffe besitzen energiesparende dieselelektrische Pod-Antriebssysteme, die in drehbaren Gondeln unterhalb des Hecks untergebracht sind und so für eine nahezu vibrationsfreie Fahrt und sehr gute Manövriereigenschaften in engen Häfen sorgen sollen. Auf neuen Kreuzfahrtschiffen ist dieser Antrieb Standard, bei Fähren ist er noch selten. Abzuwarten bleibt, wie die Landbrücke nach Schweden in diesem Jahr angenommen wird. Für die Streckenplanung bedeutet die Fahrt über Großen Belt und Øresund für viele Schweden- Urlauber einen Umweg, dafür fällt aber die Buchung der Schiffsverbindung weg. Allerdings ist für beide Brücken eine Gebühr fällig, die per Kreditkarte oder in den EU-Währungen an den Mautstationen zu entrichten ist: Die einfache Fahrt über den Großen Belt kostet mit einem Mobil über sechs Meter Länge und 3,5 Tonnen Gewicht 350 dänische Kronen, umgerechnet also knapp 92 Mark, über den Øresund umgerechnet gut 130 Mark.

Bei den Fährverbindungen nach Großbritannien und Irland lassen rekordverdächtige Groß-Schiffe aufhorchen. Die Irish Ferries stellen mit der „Ulysses“ voraussichtlich im April auf der Route zwischen Holyhead und Dublin das von der Kapazität her größte Fährschiff der Welt in Dienst. Der 50 000-Tonner hat eine Länge von 208 Metern und kann 2000 Passagiere, 1300 Pkw oder 260 Busse in drei Stunden von Wales in die irische Hauptstadt befördern. G

roßes hat in diesem Jahr auch die Reederei P & O North Sea Ferries vor. Mit der „Pride of Rotterdam“ soll das größte Fährschiff der Welt im Mai seinen nächtlichen Liniendienst auf der Route von Rotterdam in die nordenglische Hafenstadt Hull aufnehmen, das Schwesterschiff „Pride of Hull“ wird ein knappes Jahr später folgen. Es sind zwei Schiffe der Superlative: 60 600 Tonnen groß, 215 Meter lang, 31,5 Meter breit, mit Raum für 1360 Menschen, die allesamt einen Platz in einer Kabine mit eigener Dusche und Toilette finden. Dazu nehmen die Schiffe 250 Fahrzeuge im Autodeck an Bord und besitzen auf den Frachtdecks reichlich Platz für Container. Die Angebote sind also vielfältig wie nie, entscheidend für die Wahl der richtigen Linie dürfte das Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Vor dem Griff zu Taschenrechner und Kalender sollte erst eine grundsätzliche Überlegung stehen: Eine oder mehrere kurze Überfahrten, die sich auch kombinieren lassen, oder eine Mini-Kreuzfahrt samt Übernachtung an Bord?

Beide Varianten haben Vorund Nachteile: Kurze Passagen sind natürlich billiger, außerdem werben zum Beispiel die Scandlines auf der Vogelfluglinie mit so vielen Abfahrten, dass sich die Kunden auch in der Hauptsaison das Buchen eines bestimmten Termins sparen können – nach kurzer Wartezeit kommen sie an Bord. Lange Überfahrten sind zwar teurer, aber auch deutlich erholsamer. Wer etwa von Süddeutschland bis in den Fährhafen an der Küste gefahren ist, wird für die Erholung im Liegestuhl an Deck oder die Nacht in der Kabine dankbar sein. Das Übernachten im eigenen Reisemobil ist übrigens auf Ost- und Nordsee nach wie vor nicht erlaubt, das „Camping an Bord“ bleibt allein eine Spezialität der Mittelmeer-Verbindungen. Das Vergleichen der Preise gleicht einer Sisyphusaufgabe: Nur wenige Reedereien geben sich die Mühe, ihren Kunden eine übersichtliche und leicht durchschaubare Tariftabelle vorzulegen. Wieder einmal vorbildlich: die Scandlines, die auch einen Sonderprospekt für Reisemobilfahrer auflegen. Sparen ist möglich – vorausgesetzt, man weiß, wie.

Zunächst das Einfache: Einige Reedereien offerieren vergleichsweise günstige Camper- Angebote. Die TT Line etwa auf den Routen von Travemünde oder Rostock nach Trelleborg, die Stena Line von Frederikshavn nach Göteborg, die Fjord Line vom dänischen Hanstholm nach Egersund in Norwegen. Es lohnt sich: Die Stena Line verlangt auf dieser Route in der Hauptsaison für Hin- und Rückfahrt inklusive bis zu fünf Personen ab 398 Mark, das normale „Camper-Maxi-Paket“ kostet für die einfache Fahrt ab 288 Mark. Das „Camper-Special“ der TT Line für ein bis zu neun Meter langes Mobil und fünf Personen kommt auf der Strecke Travemünde–Trelleborg und zurück im Sommer auf 580 Mark, der „Minitarif“ kostet für ein sechs bis neun Meter langes Mobil und fünf Personen mindestens 670 Mark.

Hauptproblem beim Preisvergleich: Die „Auto-Pakete“, die viele Reedereien schnüren, fallen extrem unterschiedlich aus: Die zwei bestimmenden Angaben für die Einstufung in das Preisschema sind Länge und Höhe des Reisemobils. Genau hier fangen die Unterschiede an: Einige Reedereien setzen die Grenze zwischen dem Eingangstarif und dem nächsthöheren bei sechs Metern, manche bei 6,50 Metern, andere bei acht oder neun Metern. Zweiter Faktor: der Mensch. Bei der Stena Line schließt der Preis für den Transport des Reisemobils nur den Fahrer ein, bei TT Line sind es schon fünf Mitfahrer, und bei den Scandlines sind sogar bis zu neun Personen im Preis inbegriffen. Die günstigste Verbindung schlechthin gibt es also nicht, die Preise hängen von zu vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Rabattmöglichkeiten gibt es reichlich: Schnell Entschlossene belohnen die Reedereien mit einem Frühbucher- Rabatt, der je nach Gesellschaft allerdings wiederum sehr unterschiedlich ausfällt. Bei DFDS Seaways muss der Kunde sich bis zum 28. Februar entscheiden, bei der Stena Line bis zum 30. März, bei Superfast Ferries gibt es hingegen einen Nachlass von zehn Prozent bei gleichzeitigem Buchen von Hin- und Rückreise.

Interessant ist auch der Blick auf die Tarifstaffelung. Bei DFDS Seaways, P & O North Sea Ferries und anderen Gesellschaften sind Überfahrten am Wochenende in der Regel deutlich begehrter und deshalb teurer als Passagen zu Beginn oder in der Mitte der Woche. Gelegentlich kann der Gast auf der gleichen Route zwischen verschiedenen Schiffen wählen: Die Stena Line offeriert zwischen Hoek van Holland Reisemobilisten an Bord der Fähre im Vergleich zum Katamaran ein deutlich günstigeres Angebot. Auch für Senioren gibt es Nachlässe: Aber auch hier beginnt der Seniorentarif bei einigen Gesellschaften bei 60 Jahren, bei anderen bei 65 Jahren. Doch vor dem Sparen heißt es Rechnen – die Hotlines der Reedereien helfen gern weiter.

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12. März 2001
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