Fahrbericht: Iveco Daily 8 Bilder Zoom

Iveco Daily (2014) Fahrbericht: Schwer in Fahrt

Der Iveco Daily hat als Wohnmobilbasis seinen festen Platz. Er treibt die schwereren Luxusmobile an. Jetzt erscheint eine komplett erneuerte Generation. Nie ließ sich ein Daily so angenehm bewegen.

Dem markanten neuen Gesicht dürfte man auf dem Wohnmobilstellplatz nur selten begegnen. Der Iveco Daily gelangt vor allem als nacktes Chassis für integrierte Liner in die Welt der Freizeitfahrzeuge. Längst hat er sich im Sieben-Tonnen-Segment den Spitzenplatz erobert – schon mangels Wettbewerbern.

Gut möglich, dass man den Iveco Daily in Zukunft nicht allein wegen seiner Alternativlosigkeit wählt. Iveco hat bei der dritten Generation viele Punkte verbessert, die beim Umstieg vom Pkw in einen schweren Transporter zählen, und spricht damit verstärkt Wohnmobilfahrer an. Das spürt man gleich beim Hineinsetzen. Klare Linien geben dem Armaturenbrett eine zeitgemäße und – im Vergleich zum Vorgänger – hochwertigere Anmutung. So fällt der hohe Hartplastikanteil weniger ins Gewicht und wirft die Frage auf, ob man noch wohnmobilspezifische Armaturenbretter benötigt, wie sie bislang einige Liner bieten. Die Ergonomie lässt sich jedenfalls schwerlich verbessern. Auch an Haltern und Fächern fehlt es nicht.

Fahrerhaus-Komfort im Iveco Daily

Ein großer Fortschritt ist die Fahrerposition. Man sitzt etwas tiefer vor einem weniger flachen und kleineren Lenkrad, das nun zumindest höhenverstellbar ist. In der Summe ergeben die Änderungen eine entspannte, Pkw-ähnlichere Haltung. Ein Versprechen, das der Daily beim Fahren einlöst. Die Lenkung macht richtig Laune. Endlich bekommt man im Sieben-Tonner eine Rückmeldung zum Handling statt über den Zustand des Straßenbelags.

Fahren bedeutet hier nicht mehr Arbeit, sondern geht ähnlich intuitiv von der Hand wie in einem guten Dreieinhalb-Tonner. Die neue Vorderachse – beim Sieben-Tonner weiterhin mit Drehstabfedern – bemüht sich auch fühlbar um den Fahrkomfort. Gleichzeitig dämmte Iveco die Nebengeräusche wirkungsvoller. Doch in diesem Punkt gehen die großen Liner ohnehin eigene Wege. Gut zu wissen, dass Konstruktionen mit einem nach oben und nach vorne versetzten Armaturenbrett auch künftig keine Probleme bereiten. Die dritte Daily-Generation bleibt dem durchgehenden tragenden Leiterrahmen treu.

Das steckt drin im neuen Iveco

Alte Bekannte sind die beiden Vierzylinder mit 2,3 oder 3,0 Liter Hubraum. Sie entsprechen prinzipiell den gleich großen Exemplaren im Fiat Ducato, geben ihre Kraft im Daily aber traditionell an die traktionsstarken Hinterräder ab. Der kleinere Turbodiesel bringt es im Iveco auf maximal 146 PS und ein Drehmoment von 350 Nm, der große kommt mit zwei Turboladern auf 205 PS und stolze 470 Nm. Wer jedoch das automatisierte Agile-Getriebe bevorzugt, muss sich weiterhin mit der 170-PS-Variante begnügen, die wahlweise als Euro-6-Version mit Ad-Blue-System zu haben ist. Nicht fehlen dürfen bei einem aktuellen Basisfahrzeug außerdem Extras, die man aus modernen Pkw kennt, wie das Radio-Navi mit 7-Zoll-Monitor und der Spurverlassenswarner.

Schließlich hat man bei Iveco den Mercedes Sprinter als Hauptkonkurrenten im Visier. Durch das verbesserte Fahrverhalten, das ein gutes Stück vom Klein-Lkw in Richtung Pkw gerückt ist, hat der Daily tatsächlich Chancen, auch in leichteren Ausführungen als Basis von Alkoven und Teilintegrierten zu punkten. Vielleicht entdeckt man das neue Iveco-Gesicht dann tatsächlich häufiger auf dem Wohnmobilstellplatz.

Iveco Daily - Eine Erfolgsgeschichte

Als der erste Daily 1978 auf der Bildfläche erscheint, steht noch Fiat auf seinem Kühlergrill. Das Iveco-Zeichen taucht nur am Rande auf. Schließlich war die Nutzfahrzeugmarke erst drei Jahre zuvor aus dem Zusammenschluss von Fiat-Lkw, OM, Unic und Magirus-Deutz entstanden. 1985 erhält der Daily erstmals einen Turbodiesel, 1990 ein gründliches Facelift und wird ab 1997 außerdem in China produziert. Die zweite Generation startet 1999 mit sanften Rundungen der Karosserie und einem designverliebten Armaturenbrett. Mehrere Facelifts halten den Transporter frisch – ohne die Grundkonstruktion jemals anzutasten. Bis heute wurden 2,6 Millionen Daily in über 110 Ländern der Welt verkauft. Die europäischen Produktionsstätten liegen in Norditalien sowie in Zentralspanien.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Hersteller, Kohstall

Datum

3. September 2014
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