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Wohnmobil und Zubehör im Internet kaufen: ebay - An- und Verkauf

Alle drei Minuten wird in Deutschland ein Auto verkauft. Vier Porsche wechseln am Tag den Besitzer. Rund 150 Reisemobile gehen binnen einer Woche über den Ladentisch.

Manch einer mag nun fragen: „Mehr nicht?“ Doch Vorsicht, keine vorschnellen Urteile: Was auf den ersten Blick nach den kumulierten Verkaufszahlen aller Fahrzeughändler Deutschlands aussieht, beschreibt genau genommen die unvergleichliche Erfolgsstory eines einzigen Unternehmens – Ebay.

Das Internet-Auktionshaus, 1995 von Pierre Omidyar in den USA gegründet, ist heute die größte Online-Handelsgemeinschaft der Welt. Weltweit werden rund zehn Millionen Artikel bei Ebay angeboten. Permanent. Vor der Reisemobilgemeinde macht ein solches Forum auch nicht Halt: Aktuell warten allein beim deutschen Ebay-Ableger mehr als 500 Reisemobile und Caravans sowie rund 4500 Zubehörteile auf ihren zukünftigen Besitzer – Zahlen, die das Auktionshaus auch hierzulande zur wichtigsten Reisemobilbörse überhaupt machen. Kein Wunder, denn schließlich hat Ebay gegenüber An- und Verkaufsalternativen wie den Kfz-Märkten der Tageszeitungen, den schwarzen Brettern der Supermärkte oder auch den anderen Auktionshäusern im weltweiten Netz einige klare, nicht von der Hand zu weisende Vorteile: Ebay ist auch für Neulinge einfach zu verstehen. Und es ist ungemein schnelllebig – spätestens nach zehn Tagen endet jedes Angebot, ständig kommt neue Ware ins Netz. Neben der riesigen Auswahl an Produkten jedweder Art hebt vor allem eins Ebay von seinen Konkurrenten ab: die Leichtigkeit, mit der der Nutzer über festgelegte Kategorien und frei wählbare Suchbegriffe selbst speziellste Dinge findet. Nachteil: Der Branchengigant kassiert dafür auch stattliche Preise. Die Angebotsgebühr für Zubehörverkäufe schlägt je nach Größe und Gestaltung der Offerte mit bis zu 4,80 Euro zu Buche, bei Fahrzeugen verlangt Ebay sogar satte 10 Euro. Die Verkaufsprovision, die das Auktionshaus kassiert, beträgt bei Mobilen 50 Euro plus 0,5 Prozent vom Verkaufspreis – nicht gerade ein Schnäppchen. Sie sollten also vor dem Einstellen Ihres Angebots stets sorgfältig zwischen den Kosten und den Erfolgsaussichten abwägen, sonst wird Ihr Gewinn schnell von den Gebühren aufgezehrt. Immerhin ist Ebay für Käufer kostenlos. Lediglich der Preis für den ersteigerten Artikel nebst den obligatorischen Versandkosten muss entrichtet werden. Was beim Anbieten eines Artikels zutrifft, lässt sich eins zu eins auch auf das Abgeben eines Gebots übertragen. Vorsicht ist auch hier die Mutter der Porzellankiste. Nicht jedes Produkt in Ebays unendlichen Weiten ist ein Sonderangebot. Also: Immer erst den Preis prüfen, dann bieten; schließlich hat der 3-2-1-meins-Thrill schon in so manchem soliden Zeitgenossen den Zocker zum Leben erweckt. Über die Gefahr des Zuvielbezahlens hinaus lauern bei Ebay noch andere Problemherde. Auktionsbetrug hat Hochkonjunktur, und die angewandten Methoden werden immer professioneller. Ebay versucht dem gleich doppelt entgegenzusteuern: Zum einen mit einem Bewertungssystem, bei dem jeder zufriedene (oder unzufriedene) Käufer beziehungsweise Verkäufer seinem Geschäftspartner eine Note für den getätigten Verkauf gibt. Anhand der Anzahl positiver oder negativer Bewertungen können zukünftige Interessenten dann bereits im Vorfeld feststellen, ob beispielsweise der potenzielle Verkäufer vertrauenswürdig ist. Betrüger von ihren Manipulationen abhalten kann man auch auf eine zweite – deutlich wirkungsvollere – Art: mit dem so genannten Treuhandservice. Hierbei zahlt der Käufer nach einer abgeschlossenen Auktion den Kaufpreis auf ein gesichertes Ebay-Konto ein. Erst wenn der Verkäufer die Ware geliefert hat und der Käufer grünes Licht erteilt, wird das zuvor sicher „geparkte“ Geld dem Konto des Verkäufers gutgeschrieben. Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal etwas schief laufen – ein Käufer zahlt nicht, oder ein Verkäufer will partout die Ware nicht ausliefern –, bleibt Ihnen nur der Weg zum Anwalt Ihres Vertrauens. Schließlich wird mit dem Bieten bei einer Online-Auktion ein virtueller, voll rechtskräftiger Kaufvertrag abgeschlossen. Und das mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. So können Privatverkäufer zum Beispiel die Gewährleistung grundsätzlich ausschließen, was sie aber keineswegs von der Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Lieferung entbindet. Anders ist die Lage bei gewerblichen Anbietern: Diese sind keinesfalls berechtigt, die Gewährleistungsrechte zu umgehen, sondern dürfen lediglich beim Verkauf von Gebrauchtware die Frist von zwei auf ein Jahr verkürzen. Des Weiteren hat ein Käufer, der Produkte eines gewerblichen Anbieters ersteigert, das Recht, diese innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückzugeben und damit den Kaufvertrag zu widerrufen. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollten Sie vor Ihrem Gebot einige Dinge klären: Ist der Verkäufer eine Privatperson oder ein Gewerbetreibender? Dies erfragen Sie mit einer kurzen E-Mail an der Anbieter. Handelt es sich bei den Produkten vielleicht um gestohlene Ware oder Fälschungen? Fragen Sie nach Originalhandbüchern oder Rechnungen. Haben Sie das Angebot komplett und sorgfältig gelesen? Manchmal tauchen Auktionen auf, bei denen hin-
ter der Artikelbezeichnung in Klammern „Verpackung“ oder „Bild“ steht. Hier sind ganz klar Betrüger am Werk. Oberste Maxime: Vorsicht sollte beim Bieten stets mit von der Partie sein. Was bleibt also nach objektiver Betrachtung übrig vom modernen Ebay-Hype? Klare Antwort: eine Menge. Wenngleich auch der Auktionskrösus nicht ohne eine gesunde Portion Skepsis genutzt werden sollte. Für all jene, die nicht wahllos drauflos bieten, die das Ganze nicht als Spiel, sondern Geschäft verstehen, bietet das Internet-Auktionshaus jedoch eine gute Plattform für das ein oder andere Schnäppchen.

Zehn Tipps für ebay-Nutzer

Clever kaufen:

  • Bevorzugt von privat und Ebay-Neulingen kaufen: Hier sind besonders häufig Schnäppchen zu finden.
  • Vorsicht Ehrgeiz: Legen Sie vor dem Bieten stets Ihren Maximalpreis fest und halten Sie sich auch daran.
  • Hochwertige Produkte persönlich anschauen: Fahrzeuge oder teures Zubehör niemals ungesehen kaufen.
  • Tippfehler suchen: Wurde zum Beispiel ein „Dethleffs“ fälschlicherweise als „Detleffs“ eingestellt, könnte das Ihre Chance sein.
  • Versandkosten einkalkulieren: Oft lauern hier versteckte Preistreiber.

Clever verkaufen:

  • Originalbilder verwenden: Viele Bieter schauen erst auf die Fotos und dann auf die Beschreibung.
  • Guter Auktionstitel: Möglichst viele Informationen im Titel wecken Interesse bei den Bietern.
  • Seriöses Layout: überlange Textblöcke und Animationen vermeiden.
  • Klare Hinweise: Versandkosten und Zahlungshinweise deutlich formulieren, das vermeidet viel Stress.
  • Treuhandservice nutzen: Gerade bei hochwertigen Produkten zeigen Sie damit, dass Sie glaubwürdig und nicht auf Gaunereien aus sind.

"Auktionen bringen Händler um ihren verdienten Lohn“

Nutzen Sie Ebay als Verkaufs- oder Vermietplattform?

Henzler: Nein.

Wieso konzentrieren Sie sich auf den direkten Kontakt zu Ihren Kunden?

Henzler: Fahrzeuge werden bei uns nicht unbesehen gekauft. Beim Kauf eines Reisemobils stellen sich enorm viele individuelle Fragen, die letztlich nur am Objekt direkt zu klären sind.

Ihr Urteil über Händler, die Mobile zusätzlich oder sogar ausschließlich über Ebay verkaufen?

Henzler: Versteigerungen sind für unsere Branche ungeeignet, da wir eindeutige Kalkulationen zugrunde legen und bei jedem Fahrzeug eine klare Preisvorstellung haben.

Sehen Sie in Ebay einen ernst zu nehmenden Konkurrenten zu normalen Handelsbetrieben?

Henzler: Nein. Eine Online-Präsentation kann die menschlichen Sinne nicht umfassend bedienen. Übers Netz können Sie weder fühlen, riechen, schmecken noch dreidimensional sehen. Deshalb ist eine Internetofferte allenfalls geeignet, um zu beurteilen, ob sich der Weg zum jeweiligen Händler lohnt.

Wenn es in Ihrer Macht stünde, würden Sie Ebay am liebsten ganz abschaffen?

Henzler: Grundsätzlich halte ich nichts von Auktionshäusern wie Ebay. Sie profitieren von der Präsentationsleistung der Händler oder Hersteller, die hierfür enorme Aufwendungen haben und durch den Onlinekauf letzten Endes um ihren verdienten Lohn gebracht werden.

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Datum

4. Januar 2005
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