promobil 06/2014 Zentralschweiz 11 Bilder Zoom

Mit dem Wohnmobil an den Vierwaldstättersee: Urlaubswelt für Natur- und Kulturfreunde

Wiege der Eidgenossenschaft und Zentrum der Innerschweiz: nur zwei der Beinamen, die Luzern und die Region um den Vierwaldstätter See schmücken. Mobilfahrer entdecken dort eine tolle Urlaubswelt.

Luzern - Die Stadt des Wassers und des Lichts

Ein Rundgang durch Luzern beginnt am besten am Ufer der Reuss, wo die berühmte Kapellbrücke sich schräg über den Fluss entlangzieht. Sie und der angebaute Wasserturm, beide um 1300 erbaut, waren Teile der Stadtbefestigung. Vor 20 Jahren zerstörte ein Brand das Mittelstück der Holzbrücke – und damit einen Großteil der Original-Giebelbilder mit interessanten Szenen aus der Stadtgeschichte. Da alles gut dokumentiert war, folgte rasch der Wiederaufbau. Die meisten Gemälde sind nun Reproduktionen. Ein Engel, so die Legende, zeigte den ersten Luzernern mit einem Licht den Standort für den Bau einer Kapelle. Daher spricht man auch von der Leuchtenstadt. Die Eröffnung des Gotthardpasses im Mittelalter beflügelte die wirtschaftliche Entwicklung; davon zeugen die reich bemalten Bürgerhäuser und die schönen, mit Brunnen verzierten Altstadtplätze.

Die Landschaft rund um den See

Namensgeber des Vierwaldstätter Sees sind die vier Waldstätten, die Gründungsorte der Eidgenossenschaft, darunter die legendäre Rütliwiese am Urnersee, einem Seitenarm. Die Uferorte lassen sich am besten mit dem Schiff erkunden. Bereits 1837 ging das erste Personenschiff in Betrieb, weitere kamen schnell hinzu. Die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstätter See (SGV) verfügt heute über eine stattliche Flotte an historischen Schaufelraddampfern und eleganten Salon-Motorschiffen, die zwischen Luzern und den beliebten Sommerfrischen am See zumeist stündlich verkehren. Angeboten werden darüber hinaus viele Spezialfahrten, zum Beispiel bei Sonnenuntergang.

Weggis zählt zu den am meisten besuchten Orten am Nordufer, das gerne als „Riviera“ bezeichnet wird. Die geschützte Südlage am Fuß der Rigi und eine Reihe mondäner Bauten tragen viel zum südländischen Flair bei, das zum Flanieren entlang der palmengesäumten Seeuferpromenade einlädt. Von dort aus bietet sich eine fantastische Aussicht auf den Pilatus und die Berge von Unterwalden.

Sehr lohnend ist auch ein Stopp im Dorf Gersau, das über viele Jahrhunderte eine selbständige Stadtrepublik war, oder in Brunnen. Der im Herzen der Urschweiz gelegene Ort ist berühmt für seine Lage am steilen, wildromantischen Ufer des eingangs genannten Urnersees.

Das gute Kulturangebot

Das Lucerne Festival ist ein Konzertereignis erster Güte, das in diesem Jahr zum 76. Mal stattfindet. Es gehört zu den renommiertesten Klassik-Events der Welt. Jährlich kommen rund 120.000 Musikfans zu den drei Festivalblöcken an Ostern, im Sommer und im Herbst. Herbert von Karajan dirigierte hier, Größen wie Anne-Sophie Mutter oder die Wiener Philharmoniker spielten. www.lucernefestival.ch

Fast genauso viele Besucher vermeldet stolz der Veranstalter des Blue Balls Festivals, das wie das Lucerne Festival im futuristisch gestylten Kultur- und Kongresszentrum (KKL) der Stadt stattfindet. Jedes Jahr Ende Juli geben dort Pop-, Blues-, Rock-, Jazz- und Soul-Künstler Konzerte, darunter bekannte Vertreter wie die aus Kalifornien stammende Sängerin und Harfenspielerin Joanna Newsom, der Rhythmand-Blues-Musiker John Legend oder die Söhne Mannheims. Liebhaber der bildenden Kunst zieht es in die Sammlung Rosengart, wo über 300 Werke moderner Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts zu bewundern sind – vor allem von Picasso und Klee. Gegründet wurde dieses Museum von der Kunstsammlerin Angela Rosengart, die mit Pablo Picasso befreundet war. www.rosengart.ch

Die Bräuche und das alte Handwerk

Man nennt die von Willy Renggli mit großer Sorgfalt hergestellte Holzkohle das schwarze Gold aus Romoos. Renggli ist einer der letzten neun Köhler in der Schweiz, welche die alte Tradition der Holzköhlerei am Leben erhalten. Er lädt interessierte Gäste ein, ihn und seinen Betrieb im Ortsteil Bramboden zu besuchen, um mehr zu erfahren über die Geschichte des Handwerks und über die Fertigkeit, Holz in hochwertige Kohle zu verwandeln. www.familie-renggli.ch

Auch die "Glasi" in Hergiswil, einer ruhigen Ufergemeinde nahe Luzern, ist unbedingt einen Besuch wert. Sie ist die älteste Glashütte im Land. Sehr eindrucksvoll schildert das
Glasi-Museum die Höhen und Tiefen der fast 200-jährigen Unternehmensgeschichte.
www.glasi.ch

Nochmals deutlich älter ist das Schwingen, eine eidgenössische Interpretation des Ringkampfs. Die Wurzeln dieses Traditionssports sind im 13. Jahrhundert zu finden, als einige Senner anfingen, aus Spaß ihre Kräfte zu messen. 600 Jahre später wurde daraus ein Nationalsport mit speziellen Regeln, die zum Beispiel den beherzten Griff in die leinenen Hosenbeine des Gegners festlegen. Wettkampftermine unter www.luzern.com/schwingfeste

Die historischen Zahnradbahnen

Als vor gut 125 Jahren der Ingenieur Eduard Locher die Idee hatte, auf den Pilatus, den Luzerner Hausberg, eine Bahn zu bauen, lachten viele über ihn. Doch es gelang ihm, mit dem System der Doppelzahnstange tatsächlich einen Antrieb zu konstruieren, der die bis dahin unvorstellbare maximale Steigung von 48 Prozent möglich machte. www.pilatus.ch

Auf die Rigi, die häufig die "Königin der Berge" genannt wird, verkehren neben zwei Luftseilbahnen auch zwei Zahnradbahnen. Die Vitznau-Rigi-Bahn hatte ihre Einweihungsfahrt im Mai 1871; sie war die erste Bergbahn Europas. Nur vier Jahre später wurde die Arth-Rigi-Bahn in Betrieb genommen. Beide benutzen die gleichen Normalspurgleise. www.rigi.ch

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promobil

Datum

5. Juli 2014
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