Reifendruck nach der Winterpause messen. 16 Bilder Zoom

Tipps für die neue Wohnmobil-Saison: Frisch in den Frühling

Raus aus dem Dornröschenschlaf: Vor der neuen Reisesaison wird das Mobil geputzt und durchgecheckt. Darauf müssen Sie außen, innen und am Basisfahrzeug achten. Außerdem: Große Checkliste.

Die ersten Blumen drücken durch die Erde, die Sonne lässt sich wieder öfter blicken, und der kalte Winterwind wird von einer lauen Brise abgelöst – alle Zeichen stehen auf Frühling. Höchste Zeit, das Reisemobil aus dem Winterschlaf zu wecken und fit für die neue Saison zu machen. Das gilt natürlich auch für alle, die die kalten Monate für Wintercamping genutzt haben und jetzt die Spuren von Matsch, Schnee und Salz beseitigen wollen.

Frühjahrsputz: Guter Start mit der Außenreinigung

Die Außenreinigung steht als erster Punkt auf dem Programm. Ein offizieller Waschplatz mit nach oben offenen Boxen ist dafür die beste Wahl, spezielle Lkw-Waschanlagen sind eher mit Vorsicht zu genießen, da die groben, eventuell noch verschmutzen Bürsten die empfindlichen Beklebungen am Aufbau beziehungsweise den Lack beschädigen könnten und das Waschmittel zu aggressiv sein kann. Es ist also Handarbeit gefragt.

Sinnvollerweise fängt man dabei immer oben an und arbeitet sich nach unten vor, ansonsten könnte herunterlaufender Schmutz das saubere Ergebnis zunichtemachen. Im ersten Durchgang wird das Reisemobil komplett abgespritzt, um groben Schmutz zu entfernen.

Achten Sie darauf, nicht direkt in die Fensterdichtungen zu sprühen. Auch die Lüftungsschlitze vom Kühlschrank und der Heizungskamin sollten nicht mit der vollen Ladung Wasser bedacht werden. Es folgt der Einsatz eines milden Reinigungsmittels. Im Fachhandel tummeln sich viele geeignete Produkte. Ist die Verschmutzung nicht zu stark, kann man aber auch getrost einen günstigen Allzweckreiniger benutzen. Hartnäckigen Regenstreifen, die sich bevorzugt am oberen Rand der Aufbauwand bilden, rückt man jedoch am besten mit einem Spezialmittel zu Leibe.

Für vollen Durchblick sollte man auch die Scheiben nicht vernachlässigen. Vorsicht ist bei Acrylglasscheiben geboten: Sie vertragen herkömmliche alkoholhaltige Glasreiniger nicht. Im besseren Fall werden sie stumpf, im schlimmsten bekommen sie Risse. Besonderer Zuwendung bedürfen auch Gummidichtungen. Dafür eignen sich spezielle Pflegemittel, aber auch gewöhnlicher Babypuder, der das Aneinanderkleben verhindert. Wie Fenster, Türen und Klappen regelmäßig gepflegt werden, lesen Sie in unserer aktuellen Folge "Basiswissen".

Kunststoffteile am Aufbau werden mit einem Schwamm und mildem Reiniger behandelt, Scheuermittel sind hier tabu. Vergilbte Kunststoffteile werden mit Farbauffrischer, erhältlich standardmäßig in den Schwarz und Weiß, wieder recht ansehnlich.

Außen hui, innen hui: Die Innenreinigung

Die Innenreinigung erfolgt, nachdem das Äußere wieder in präsentablem Zustand ist. Verunreinigungen auf Möbeln lassen sich meistens mit geringem Aufwand entfernen. Verwenden Sie dabei nicht zu viel Wasser, ein feuchtes Tuch genügt. Polster und textile Wandoberflächen saugt man ab, ebenso eventuell vorhandene Unterflurfächer und die Ritzen rund um die Aufbautür. Auch der Gaskasten sowie die Heckgarage lassen sich mit einem Staubsauger leicht reinigen.

Kalkablagerungen in Bad und Küche verschwinden mithilfe von Essigreiniger. In der Küche lohnt es sich auch, die Brenner zu überprüfen. Zündet und brennt die Flamme gut? Auch den Kühlschrank sollte man probeweise einschalten und auf Funktion testen. Die Lüftungsgitter bei Bedarf abnehmen und den Raum dahinter reinigen. Eine defekte Dichtung der Kassettentoilette kann unangenehme Gerüche im Bad zur Folge haben, dann sollte man sie schleunigst austauschen. Einer genaueren Inspektion unterzieht man den Wassertank. Im Idealfall wurde er vor der Winterpause bereits gereinigt und sämtliches Wasser abgelassen. Es reicht dann, die Anlage durchzuspülen, zu desinfizieren und mit frischem Wasser wieder aufzufüllen.

Technik warten, nicht auf Ausfälle

Auch das Basisfahrzeug sollte beim Frühjahrs-Check nicht zu kurz kommen. Sind Sommerreifen aufgezogen, und haben sie noch genügend Profiltiefe? Vier Millimeter sollten es auf jeden Fall noch sein. Schauen Sie auch nach Standplatten, Rissen oder anderen Beschädigungen an den Pneus. Wichtig: Prüfen Sie den Reifendruck, das geht an jeder Tankstelle. Generell gilt: Reifen sollte man nach etwa sechs Jahren Betriebszeit austauschen, unabhängig von der Tiefe des Profils.

Vergessen Sie nicht die Kontrolle von Wischwasser, Ölstand und Bremsflüssigkeit. Die Inspektion des Unterbodens offenbart marode Stellen und zeigt, wo der Rost vielleicht schon angegriffen hat und Handlungsbedarf besteht. Wem es zu mühselig ist, dabei auf dem Rücken unter dem Mobil herumzukriechen, kann diese Inspektion auch in einer Werkstatt durchführen lassen. Apropos Werkstatt: Schauen Sie auch nach, wann die nächste Haupt-  beziehungsweise Abgasuntersuchung ansteht. Vor allem bei saisonal zugelassenen Reisemobilen verliert man diese Termine gerne aus dem Blick. Ist das Reisemobil nun also auf Herz und Nieren geprüft und erstrahlt in neuem Glanz, steht einer gelungenen Reisesaison nichts mehr im Wege. Ein geputztes Reisemobil macht zwar noch keinen Sommer, hebt aber schon mal merklich die Laune.

Die promobil Checkliste für den Saisonstart

Chassis

  • Reifendruck nach der Winterpause messen. Ebenfalls sinnvoll: mit dem Drehmomentschlüssel die Radmuttern nachziehen.
  • Felgen reinigen ist kein Hexenwerk. Die meist in Sprühflaschen erhältlichen Felgenreiniger müssen kurze Zeit einwirken. Dann abspülen.
  • Profiltiefe messen ist Pflicht, mindestens drei bis vier Millimeter sollten die Reifen noch haben.

Innen

  • Polster können abgesaugt werden, bei Flecken helfen Reinigungsschäume. Duftsprays sorgen für eine frische Note im Reisemobil.
  • Gasbrenner inspizieren: Springt die Zündung gleich an, brennt die Flamme ruhig?
  • Kühlschrank anmachen. Wird es in angemessener Zeit kühl? Die Lüftungsschlitze an der Außenseite müssen von Zeit zu Zeit gereinigt werden.

Aufbau

  • Dachfenster kontrollieren. Dichtungen und Dichtfugen dürfen nicht beschädigt sein. Falls Moos vorhanden ist, dieses entfernen.
  • Spritzwasser nachfüllen: Vor allem wer im Winter unterwegs war, hatte hier vermutlich einen hohen Verbrauch. Außerdem: Ölstand kontrollieren. Acrylglasfenster brauchen eine Sonderbehandlung, da sie auf Glasreiniger allergisch reagieren: Der Alkohol darin verursacht Risse und Trübungen.
  • Dichtungen müssen geschmiert werden, damit sie nicht spröde werden. Pflegestifte gibt‘s im Zubehörhandel.
  • Gaskasten und andere Staufächer sollten wenigstens einmal im Jahr gesäubert werden. Ein Staubsauger leistet hier gute Dienste. Kunststoffteile nicht mit Scheuermittel oder aggressiven Reinigern behandeln. Statt spezieller Kunststoffpflege geht auch Seifenwasser.
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Datum

8. Mai 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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