Ratgeber: Kaufberatung Markisen 2010 26 Bilder Zoom

Kaufberatung Wohnmobil-Markisen 2010: Der grüne Salon

Eine Markise am Wohnmobil erweitert den Wohnraum nach draußen. promobil bietet den Überblick über die verschiedenen Systeme und Modelle.

Sonnen- und Regenschutz

Draußen zu Hause – die Markise am Mobil erweitert den Komfort auf Reisen enorm. Denn das flexible Stoffdach dient nicht nur als Sonnenschutz. Auch bei Schmuddelwetter ist es eine willkommene Erweiterung der teils begrenzten Wohnfläche im Fahrzeug. Und selbst wenn man sich nicht darunter aufhält, ist sie nützlich.

Die Markise hält zum Beispiel den nächtlichen Tau weitgehend von den draußen abgestellten Campingmöbeln fern. So kann man gleich mit dem Frühstück starten. Kein Wunder also, dass die meisten Reisemobile eines dieser vielseitigen Stoffdächer mit sich führen. Doch welche Markise passt zu mir und meinem Fahrzeug?

Welche Markise für wen?

Die Unterscheidung erfolgt zunächst nach der Bauform. Dabei sind sogenannte Kassettenmarkisen am gängigsten. Hier befindet sich die gesamte Mechanik samt dem Tuch und den Stützen zum Transport in einem schlanken Gehäuse. Der Sonnenschutz wird dann per Handkurbel oder motorisch ausgerollt. Wer mit einem Motorantrieb an der Markise liebäugelt sollte beachten, dass sich nur manche Typen damit nachrüsten lassen. Einige Modelle müssen gleich ab Werk mit Motor bestellt werden. Kassettenmarkisen unterteilt man weiter in Typen zur Wandmontage und Exemplare, die auf dem Dach befestigt werden. Die Wahl entscheidet sich zum einen durch die von dem Fahrzeughersteller vorgese­henen Befestigungspunkte und zum anderen durch die Dachkantenform. Auch eine vorhandene Dachreling beeinflusst die Entscheidung. Bei Kastenwagen mit Seriendach zum Beispiel lassen sich Markisen für die Dachmontage eleganter platzieren. Gleichzeitig erzielt man so eine großzügige Stehhöhe unter den Gelenkarmen.

Eine interessante Lösung ist der Ausbau der Markise zum leichten Markisenzelt. Dazu werden zwei Seitenteile und ein Fronttuch mit Hilfe von Alu- und Keder-Schienen mit dem Stoffdach verbunden. Ein solcher Zusatzraum ist vor allem an kühleren Frühjahrs- und Herbstabenden angenehm, da man so länger in gemütlicher Runde vor dem Mobil sitzen kann. Echte Vorzeltqualitäten für lange anhaltende Schlechtwetterphasen darf man von einem Markisenvorzelt allerdings nicht erwarten. Mit ihren Leichtbaustützen und den nur vorübergehend befestigten Seitenteilen können die Markisenzelte einem waschechten Vorzelt in Sachen Robustheit nicht Paroli bieten. Doch dafür ist diese Variante – Markise plus Zeltoption – in der Summe leichter als zwei separate Lösungen. Und man hat bei einem kurzen Stopp schnell den ersehnten Schattenspender zur Hand. Verweilt man etwas länger an einem Ort, ist dann das Markisenzelt schnell komplettiert.

Da man immer nur das zur Markise gehörende Markisenzelt kombinieren kann, sollte man bei der Wahl des Sonnendachs auch schon die Merkmale der dazu passenden Zeltwände unter die Lupe nehmen. Als traditionsreicher Zelthersteller kann DWT auf umfangreiches Know-how in Sachen Stoffbehausungen zurückgreifen. Denn neben einer möglichst kurzen Aufbauzeit der textilen Wände sollten gute Belüftungsmöglichkeiten mit zu den Entscheidungskriterien gehören. Sonst wird es in dem optionalen Stoffhäuschen schnell stickig – besonders bei feuchtwarmer Witterung.

Atumgsaktiv und wasserdicht - die Stoffe

Atmungsaktive Stoffe können das Raumklima in einer solchen Behausung fördern, das liegt auf der Hand. Doch die allermeisten Markisendächer bestehen aus einem hermetisch dichten PVC-Gewebe, da man bei der Entwicklung eine wasserdichte Bedachung zum Ziel hatte. Bei der Vervollständigung zum Markisenzelt setzen die Hersteller dann in der Regel ebenfalls dichte Seitenwände ein, so dass den Belüftungsmöglichkeiten eine besondere Bedeutung zukommt. Als Zeltspezialist verfolgt hier DWT eine eigene Strategie und bietet zwei seiner Markisenbaureihen mit einer Textilbespannung aus luftdurchlässigem Acryl-Gewebe an. Dieses robuste Material kennt man von der Terrassenmarkise. Die Kombination mit luftdurchlässigen Wänden soll laut DWT zu einem deutlich besseren Zeltklima führen.

Was die Wandlung vom Sonnenschutz zum Vorzelt anbelangt, nimmt das Fiamma-Modell Zip eine Sonderrolle ein: Ab Werk verfügt es über Reißverschlusshälften an den Tuchseiten. Damit lassen sich die Seitenwände des Leichtbauzelts besonders flink befestigen. Und damit die im Vergleich zum Tuch dickeren Reißverschlusshälften nicht das Aufrollen behindern, ist das Stoffdach zum Fahrzeug hin leicht konisch zugeschnitten und die Tuchtrommel eigens ausgespart. So rollen sich die Zipperhälften immer wendelförmig auf.

Klassiker mit Kurbel

Die Kurbelmechanik und die ausladenden Gelenkarme einer Kassettenmarkise sind allerdings recht schwer.

Als leichtere Alternative kann man auch sogenannte Sackmarkisen verwenden. Hier wird auf den Kurbelkomfort verzichtet. Statt-dessen rollt man das Tuch per Hand aus. Zwei integrierte Spannarme halten dann das Tuch straff. Wie bei den Kassettentypen sind auch hier die Stützfüße integriert. Das seitlich an der Wand hängende Futteral mag manchem nicht als Zierde seines Reisemobils erscheinen, objektiv gesehen spricht jedoch nichts gegen den Einsatz einer manuellen Markise, solange man das Transportfutteral in einer erreichbaren Höhe am Fahrzeug montieren kann. Aber gerade bei Fahrzeugen mit Doppelboden ist die Aufbautür in der Regel so hoch platziert, dass sich eine darüber befestigte Markise in unerreichbarer Höhe befindet. Dann ist die Verwendung einer Sackmarkise nicht empfehlenswert.

Kompakte Alternativen

Eine interessante Variante der kurbellosen Markisen ist die Fiamma F 35 pro, die während der Fahrt in einer eleganten Aluminium-Kassette verstaut ist. Sie kombiniert geschickt das geringe Gewicht eines kurbellosen Sonnenschutzes mit dem eleganten Verstaukonzept einer Kassettenmarkise.

Unabhängig von der jeweiligen Bauform müssen alle Markisen nach dem Aufbauen gegen Windangriffe gesichert werden. Bei ruhiger Wetterlage genügen dazu je zwei an den Stützfüßen eingeschlagene Erdnägel. Zur Sicherung einer unbeaufsichtigten Markise bei Abwesenheit oder bei bevorstehendem schlechtem Wetter verwendet man spezielle Sturmbänder oder Abspannsets. So wird das Anheben des Stoffdachs durch eine Windböe zuverlässig verhindert. Vorsicht ist auch bei Regen geboten. Zusätzlich eingehängte Streben an der Unterseite des Tuchs reduzieren das Risiko von großen und damit gewichtigen Wasseransammlungen in der Tuchmitte. Erfahrene Camper reduzieren zusätzlich die Höhe einer Markisenstütze. Von dem so zur Seite geneigten Tuchdach kann das Wasser zügig ablaufen.

Die Montage

Bei Mobilen mit Sandwichwänden legen viele Fahrzeughersteller bereits bei der Wandfertigung die Position für das Sonnendach durch eingelegte Verstärkungen fest. Ist dies nicht der Fall oder die Position bei einem älteren Fahrzeug nicht bekannt, so muss die Wand komplett durchbohrt und auf der Innenseite abgestützt werden. Das ist eine Arbeit für einen Fachbetrieb, denn neben der sicheren Befestigung ist die penible Abdichtung der Bohrlöcher gegen das Eindringen von Feuchtigkeit für den Werterhalt des Mobils elementar. Und hier sollte man besser einem versierten Reisemobilprofi vertrauen.

Tipps zur Markisenpflege

  • Vor dem Einrollen Ästchen und Blätter vom Tuch entfernen. Sie können Löcher und Verfärbungen verursachen.
  • Zum Saisonende reinigt man die PVC-Tücher und die Kassette mit Seifenlauge und einem Schwamm von Blütenstaub und Schmutz.
  • Die beweglichen Teile danken den gelegentlichen, sparsamen Einsatz von Silikonöl.
  • Dehnt sich das Tuch etwas ungleichmäßig, schließt die Kassette nicht mehr sauber. Dann sollte man rechtzeitig ­einen Fachhändler aufsuchen, der die Markise justieren kann.
promobil Logo

Autor

Foto

Foto: Hersteller

Datum

10. August 2010
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Videos
02:15 Offroad-Fahrschule mit promobil vor 5 Tagen
114 Aufrufe
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
557 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z