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Wohnmobil kaufen - die wichtigsten Tipps: Darauf sollten Sie achten

Wer ein Wohnmobil kaufen will, steht vor teuren und weitreichenden Entscheidungen. promobil klärt die wichtigsten Fragen rund um den Kauf.

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich zum Kauf eines Wohnmobils und dem besten Hobby der entschieden. Jetzt gilt es nur noch die Details zu klären. Mit diesen Tipps von promobil kann nichts mehr schiefgehen.

Einkalkulieren: Paket-Preise und versteckte Kosten

Bei der Kalkulation des persönlichen Traum-Wohnmobils sollte man nie den reinen Grundpreis ansetzen. Nur wenige Hersteller bieten bereits bei den Basismodellen eine praxisgerechte Ausstattung an.

Zur Messezeit oder im Rahmen von Sonderaktionen bieten die viele Hersteller zusätzliche Ausstattung im Paket an. Ausstellungsfahrzeuge locken meist mit Ausstattungen, die kaum Wünsche offenlassen. Oft zu Paketen geschnürt, die mit einem nicht übersehbaren Preisvorteil beworben werden. Die Frage, ob in solch einem Zubehör­paket die Elemente enthalten sind, die man sich tatsächlich wünscht, muss jeder für sich entscheiden. Ist das der Fall, sind Pakete eine gute Wahl.

Es lohnt sich jedoch, gegen­zurechnen, ob man nur mit den wesentlichen Extras nicht bil­liger fährt. Bedenken sollte man jedoch auch, dass eine spätere Nachrüstung teuer werden kann und teilweise sogar ausgeschlossen ist.

Fast alle Anbieter liefern ihre Grundversion mit kleinster Motorisierung und eher spartanisch anmutender Ausstattung aus – selbst elektrisch verstellbare Spiegel, Radiovorbereitung oder Airbags werden zumeist gesondert berechnet. Zudem sind manche Selbstverständlichkeiten nur im Paket erhältlich.

Selbst die unvermeidlichen Kosten für Überführung und die Zulassungspapiere machen mitunter einen zusätzlichen vierstelligen Betrag aus.

Unter dem Strich lohnt es deshalb, auch auf den ersten Blick stark differierende Modelle genau miteinander zu vergleichen. Bei identischer Ausstattung löst sich manches Preiswunder plötzlich in Wohlgefallen auf.

Wie die Zubehörpakete geschnürt sind, hängt von der Ausrichtung des Modells ab. Für den Käufer stellen sie eine Möglichkeit dar, gegenüber der Einzelbestellung zu sparen. In der Praxis verzichtet kaum ein Käufer auf die zahlreichen Pakete. So gibt etwa Adria Bestellquote für das so genannte Exklusiv- und das Komfort-Deluxe-Paket mit 90 Prozent an. Bei Dethleffs spricht man davon, dass die ange­botenen Grundausstattungspakete von einem großen Anteil der Kunden mitbestellt werden. Darüber hinaus entscheidet sich etwa die Hälfte der Käufer für die gehobene Lu­xus- oder Komfort-Ausstattung. Fahrzeuge von Niesmann + Bischoff sind beispielsweise zu 90 Prozent mit einer zusätzlichen Multimedia- sowie Komfort-Ausstattung versehen.

Die Lieferzeiten

Weiterer Vorteil der Paketfahrzeuge: Meist sind sie kurzfristig verfügbar. Der Traum, heute das Wohnmobil zu kaufen und bald darauf auf Tour zu gehen, rückt damit in greifbare Nähe.

Anders sieht es aus, wenn das Reisemobil à la carte bestellt wird. Das Wunschmobil muss dann erst noch gebaut werden; und das braucht seine Zeit. Ende August wird jährlich in Düsseldorf der neue Modelljahrgang präsentiert.

Die meisten Hersteller lieferten die neuen Modelle jedoch schon früher aus, die dann ab August bei den Vertragshändlern standen.

  • Die Umfrage bei Händlern ergibt ein ähnliches Bild. Bei Wohnwagen Winkler in Stuttgart geht man etwa davon aus, dass Endkunden ab Herbst beliefert werden können.
  • Wird eine andere Ausführung des Basismodells gewünscht, muss mit längeren Fristen gerechnet werden. So gibt Ford an, dass im Schnitt vier Monate von der Bestellung bis zur Auslieferung an den Reisemobilhersteller vergehen. Der dann natürlich noch Zeit braucht, um den wunschgemäßen Aufbau zu fertigen.
  • Schneller geht es, wenn das Chassis in der gewünschten Konfiguration schon dort ist. À la carte kann bei Knaus und Weinsberg innerhalb von ein bis drei Monaten realisiert werden.
  • Bei Niesmann + Bischoff geht man von einer Lieferfrist von zwei bis drei Monaten aus.
  • Auch VW veranschlagt acht bis zehn Wochen, bis die ein neuer California beim Händler steht.
  • Bei Rapido und Esterel muss mit etwa zwei Monaten gerechnet werden, wenn es sich um die Wahl von Polsterbezügen und sonstigen Ausstattungsvarianten handelt.
  • Dethleffs, Adria und Westfalia rechnen je nach Baureihe und Chassis mit einer Wartezeit von drei bis vier Monaten.
  • Fendt-Kunden müssen davon ausgehen, dass jetzt bestellte Fahrzeuge mit individueller Ausstattung erst im März nächsten Jahres verfügbar sein werden.

Wo kaufen?

Ein deutlicher Preisvorteil relativiert sich, wenn der Wohnmobil-Händler Hunderte von Kilometern entfernt liegt. Da kann jeder Werkstattbesuch außerplanmäßige Urlaubstage kosten.

Tritt ein Mangel auf, ist der Verkäufer für die Behebung des Schadens zuständig, nicht sein besser erreichbarer Markenkollege um die Ecke.

Eine Herstellergarantie lässt sich dagegen über das gesamte Netz der Vertragshändler geltend machen. Doch auch hier gilt, dass eigene Kundschaft auch mal außer der Reihe bedient wird, Fremdkunden dagegen auf der Warteliste landen.

Ärgerlich, wenn dies in den Stoßzeiten zu Saisonstart oder vor Ferienbeginn passiert.

Schnäppchenfalle Vorjahresmodell

Darauf zu spekulieren, das gewünschte Wohnmobil als Vorjahresmodell zum Schnäppchenpreis zu bekommen, kann ins Auge gehen. Viele Hersteller haben bereits vor längerer Zeit aufgehört, auf Halde zu produzieren und fertigen mittlerweile auftragsbezogen.

Bei immer mehr Herstellern ist zu hören, dass sich der Bestand der bei den Händlern auf Lager stehenden Fahrzeuge auf sehr niedrigem Niveau bewegt. Mit Abverkaufsaktionen ist also nicht zu rechnen.

Einige geben an, dass die bisherige Serie schon ausverkauft ist und man keine weiteren Sonderaktionen plant. Entsprechend geringer fällt – je nach Marke und Modell – der Verhandlungsspielraum beim Händler aus.

Bei der Freizeit AG kann je nach Hersteller mit einem Abschlag für Vorjahresmodelle zwischen zehn und 20 Prozent gerechnet werden. (Stand: Sommer 2009)

Im Hymer-Zentrum B 1 in Mülheim/Ruhr war der Modelljahrgang 2009 schon im Sommer ausverkauft, einzelne Vorjahresmodelle sollen mit 10 bis 17 Prozent Preisvorteil abgegeben werden. Es zeichnet sich ab, dass der für Kunden auf den ersten Blick erfreuliche, für Händler aber zuweilen belastende Preiskampf über Sonderangebote nicht endlos andauern wird.

Bei Lagerfahrzeugen kann jedoch gehandelt werden – um den Preis ebenso wie um Extras. Darüber hinaus kann eine durch das Abstoßen eines alten Pkw erwirkte Abwrackprämie auch zum Kauf eines neuen Reisemobils eingesetzt werden.

Sorgenfall: Gewährleistung

Bei einer Herstellerinsolvenz bleiben die Rechte des Kunden aus der Sachmängelhaftung gegenüber dem Händler bestehen. Tritt also während der Gewährleistungszeit ein Mangel auf, ist der jeweilige Händler verpflichtet, diesen zu beheben. Nach der Insolvenz der Knaus-Tabbert-Group sicherte die neu gegründete Knaus Tabbert GmbH Kunden der Vorgängerfirma eine kulante Vorgehensweise bei Garantieanträgen zu. Die Firma Seitz, die ihre Reisemobil­linie Tikro im Mai 2009 einstellte, sichert alle Garantieleistungen in vollem Umfang zu.

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Autor

Foto

Foto: Archiv, Fotolia, Ramona Heim

Datum

6. Oktober 2009
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