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Bürstner T im Gebrauchtmobil-Check: Wie gut sind gebrauchte Bürstner T-Modelle?

Viele Jahre lang dominierten die Teilintegrierten von Bürstner ihr Marktsegment. Entsprechend groß ist heute die Auswahl bei gebrauchten Bürstner T.  Aber nicht alle werden ihrem guten Ruf gerecht.

Man muss schon ein wenig in die Historie einsteigen, um die besondere Beziehung von Bürstner zur teilintegrierten Bauweise zu verstehen. Mit einem Werk am Rhein gegenüber von Straßburg und einer elsässischen Dependance hatte man bei Bürstner den französischen Markt schon immer gut im Blick. Dort feierten Teilintegrierte bereits in den 90er Jahren Verkaufserfolge, während man in Deutschland noch Alkoven kaufte.

Als später dann auch bei uns die Teilintegrierten boomten, war man bei Bürstner bestens aufgestellt. Die T-Baureihe gab anderen Herstellern die Richtung vor: Klassischerweise befindet sich im Heck ein Längsbett, daneben der Sanitärraum. Daher fällt die Liegefläche eher schlank aus, wobei der ab Modelljahr 1999 auf 2,30 Meter verbreiterte Aufbau für etwas mehr Platz sorgte. Es gab ebenso Modelle mit Querbett, jedoch erlaubte die flache Bauweise keine Fahrradgarage darunter. Eine kuriose Ausnahme ist der nur kurzzeitig ab 2001 gebaute T 607 mit erhöhtem Heck.

Bürstner T-Modelle gibt es in unterschiedlichsten Varianten von 1987 bis heute. An dieser Stelle soll es um die Teilintegrierten auf Basis der zweiten Fiat-Ducato-Generation gehen, also um die Baujahre 1994 bis 2006.

Auf- und Ausbau

Vielleicht liegt es an den zum Teil französischen Wurzeln, dass der Bürstner T ein Charmeur ist – und bleibt.

Der Teilintegrierte strahlt auch nach über einem Jahrzehnt eine gewisse Eleganz aus. Das gilt für die äußere Formgebung und erst recht für das Interieur. In der Blütezeit der T-Modelle trat Bürstner an, um die Wohnlichkeit im Reisemobil neu zu definieren. Das meiste davon wirkt auch heute noch modern. Und nicht nur das: Die Möbel gebrauchter T-Modelle machen einen soliden Eindruck. Man spürt geradezu, dass die Marke Bürstner ursprünglich aus einer Schreinerei hervorgegangen ist. Die Auswertung der promobil-Befragung zeigt, dass Schäden am Mobiliar praktisch keine Rolle spielen.

Anders die Erfahrungen mit dem Aufbau: Er verdient bei der Begutachtung eines älteren Bürstner T höchste Aufmerksamkeit. Fast 40 Prozent der befragten Besitzer hatten schon einmal mit Undichtigkeiten zu kämpfen. Häufig treten sie am Boden auf.

Pflege verlangen vor allem die Modelle auf einem Alko-Chassis. An der Sperrholzplatte, die als Abschluss nach unten dient, muss der Unterbodenschutz insbesondere im Spritzbereich der Hinterräder regelmäßig ausgebessert oder erneuert werden. Modelle auf dem Plattform-Fahrgestell von Fiat sind hier mit einem Blechboden besser geschützt. Möglich, wenn auch seltener sind ebenso Undichtigkeiten an den Dachkanten, was zu Feuchteschäden in den Wänden führen kann.

Beim Check eines T-Modells gilt der Blick außerdem den Anbauteilen. In den Umfrageergebnissen ist überdurchschnittlich oft von undichten Dachhauben und Aufbautüren die Rede.

Eher ein Schönheitsfehler sind hingegen gebrochene Plastikteile am Heck oder am Einstieg. Kritischer wird es da schon, wenn der Kunststoff von Duschwanne oder Waschbecken Risse bekommen hat. Auch das könnte für ein Feuchtigkeitsproblem der Bodenplatte verantwortlich sein.

Weit oben auf der Mängelliste taucht die Bordelektrik auf. Dahinter steckt oft ein defektes Kontrollbord, dessen Anzeigen man kontrollieren sollte. Manchmal gibt auch das Ladegerät den Geist auf.

Damit in der Fülle möglicher Ärgernisse kein falscher Eindruck aufkommt: In der Leserbewertung erhält der Bürstner für fast alle Bereiche befriedigende bis gute Noten. Mehr als drei Viertel der Befragten würden das gleiche Fahrzeug noch einmal kaufen.

Basisfahrzeug

Der aerodynamisch günstig geformte und nicht übertrieben schwere Aufbau des Bürstner T überfordert das Basisfahrzeug nicht. Speziell in Kombination mit dem Alko-Fahrgestell galten die T-Modelle seinerzeit als besonders fahrdynamisch. Heute sollte man wissen, dass dessen drehstabgefederte Hinterachse regelmäßig eine neue Fettfüllung braucht, was viele Besitzer vergessen. Einige von ihnen nutzen wohl außerdem die guten Fahreigenschaften häufig aus. In der Befragung war jedenfalls relativ oft die Rede von defekten Radlagern, hohem Reifenverbrauch und mitunter auch verschlissenen Antriebswellen. Sonst verrichtet der Fiat Ducato meist sehr zuverlässig seinen Job.

Marktlage

Zwischen 20.000 und 25.000 Euro sollte man für einen Bürstner T auf Basis der zweiten Fiat-Generation einkalkulieren. Der Kilometerstand solcher Exemplare liegt meist um 100 000. Frühe Modelle mit hohen Laufleistungen findet man auch schon einmal unter der 20.000-Euro-Schwelle.

Wertsteigernd wirkt es sich in jedem Fall aus, wenn der Vorbesitzer einen Rußfilter nachrüsten ließ und das Fahrzeug eine grüne Umweltplakette hat. Ebenso hebt es den Preis, wenn bei einem werkstattgepflegten Modell erst gerade der Zahnriemen gewechselt wurde. Zu den heute gefragten, aber damals seltenen Extras gehört die Klimaanlage im Fahrerhaus. Viele andere Sonderausstattungen können sich ebenfalls auf den Preis auswirken, lassen sich aber oft auch nachträglich installieren.

Besonders häufig taucht auf dem Gebrauchtmarkt das Modell T 603 auf. Bis auf Details wie einem kleineren Kühlschrank entspricht es dem auf diesen Seiten gezeigten T 602.

Die große Bürstner-T-Familie: Welche Gebrauchtfahrzeuge gibt es?

Ursprünglich basierten alle Bürstner T-Modelle auf dem Fiat Ducato mit angeflanschtem Alko-Chassis. Zum Modelljahr 2001 kamen mit dem T 595 und T 603 erstmals zwei günstigere Varianten auf dem Fiat-eigenen Flachbodenfahrgestell hinzu. Von da an wuchs die T-Familie immer weiter. Bürstner variierte die stets mit festen Betten versehenen Grundrisse immer wieder neu. Käufer konnten zudem zwischen unterschiedlichsten Möbelfronten wählen. Im Sommer 2005 und damit ein Jahr vor dem letzten großen Fiat-Modellwechsel stellte Bürstner das T-Programm noch einmal neu auf: Die einfacheren Modelle bekamen den Namen Marano, die edleren Varianten hießen fortan Solano. Parallel dazu schickte Bürstner immer wieder Halbgeschwister der T-Modelle ins Rennen: 2002 erschien der aufwendige Avantgarde mit abgerundeter Karosserie, 2003 der T-Star auf Mercedes Sprinter und der Delfin auf dem Renault-Master-Fahrgestell.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Ulrich Kohstall, Archiv

Datum

6. März 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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