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Ratgeber: Blickpunkt: Dresden

Die sächsische Landeshauptstadt umgibt ein dichter Ring von fast 20 Stellplätzen. promobil untersucht ihre Stärken und Schwächen.

Die Reise nach Dresden beginnt zunächst einmal mit einem Kompliment. Keine andere Landeshauptstadt empfängt Reisemobilisten mit einem so dichten Angebot an Stellplätzen wie Elbflorenz.
Weder Hamburg, Schwerin, Düsseldorf noch Potsdam können gleich mit 17 Stellplätzen aufwarten, vom notorisch reisemobilfeindlichen München ganz zu schweigen. In Dresden hingegen ziehen sich zwei Stellplatzringe um die Stadt, der erste führt bis ins Herz der Stadt.
Der Parkplatz an der Wiesentorstraße, gleich neben dem Sächsischen Finanzministerium, bietet nur wenig mehr als ein gewöhnlicher Pkw-Parkplatz. Trotz der happigen Gebühr besitzt er keinen anderen Vorzug als seine zentrums- und elbnahe Lage.
Nur ein kurzer Fußmarsch über die Augustusbrücke trennt den Stellplatz
von Semperoper, Brühlscher Terrasse und Frauenkirche. Dafür müssen Reisemobilisten aber auch einige Schwachpunkte in Kauf nehmen. Der Stellplatz ist oft genug komplett ausgebucht, der Rangierraum auf den beiden für Mobile vorgesehenen Parkreihen fällt entsprechend beengt aus, und für lange Reisemobile gibt es nur zwei Parzellen. Sind diese besetzt, heißt es wohl oder übel: rückwärts hinaus und weitersuchen.
Der jüngste Stellplatz im Stadtgebiet schließt sich an die „City-Herberge“ an, ein Hotel im typischen DDR-Baustil unweit des Altmarktes. Doch auch hier hält der erste gute Eindruck einer Überprüfung nicht stand. So stehen die Mobile auf einer leicht erhöhten Schotterfläche neben dem Pkw-Parkplatz Zinzendorfstraße, auf dem sich bei Heimspielen von Dynamo Dresden motorisierte Fußballfans zuhauf einfinden.

Solcherlei Begegnungen ließen sich durch kluge Terminplanung ja noch vermeiden, an dem knappen Rangierraum auf der schmalen, durch Bäume eingegrenzten Fläche aber lässt sich nichts ändern. Hier blockieren sich im schlimmsten Fall parkende Reisemobile gegenseitig die Ausfahrt. Der dritte Stellplatz, der bei der Firma Schaffer-Mobil, liegt in einem ruhigen Außenbezirk, ist aber mit der Straßenbahn bestens an die Altstadt angebunden. Der Stellplatz bei dem größten Caravaning-Betrieb in Sachsen geht weit über das hinaus, was die meisten anderen Handelsbetriebe möglich machen. Im hinteren Bereich, fernab der Straße und mit freiem Blick ins Grüne, finden rund 40 Reisemobile einen Stellplatz, der sich als einziger der drei im Innenstadtbereich dank einladender Umgebung auch für einen längeren Aufenthalt eignet. Mehr noch, seit einem Jahr hilft eine eigens angestellte Mitarbeiterin den Gästen mit touristischen Tipps und Hinweisen weiter. Und: Der Sachse wagt sich jetzt auch unter die Reiseveranstalter, organisiert im Dezember und im kommenden Frühjahr eine mehrtägige Städtereise nach Dresden. Eine ansprechende Anlage und Ausstattung besitzen auch die drei Stellplätze in Nachbarstädten. Der gut beschilderte, privat betriebene Stellplatz in Heidenau an der südöstlichen Stadtgrenze lockt mit einem modernen Sanitärtrakt, einem gelungenen Info-Punkt und einem befestigten und vor den Straßen abgeschirmten Übernachtungsbereich – seine Lage auf einem Gewerbehof in einem tristen Industrieviertel dürfte aber nicht jedermann gefallen.

Ganz ähnlich das Bild in Freital, auf dem Stellplatz gegenüber der Tischlerei Ihmann. Auch hier gefällt die gute Ausstattung, hilft der Betreiber mit Rat und Tat, bewegt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis in einem vernünftigen Rahmen. Und dennoch: Die Mobile stehen auf der als Stellplatz vorgesehenen Rasenfläche wie auf dem Präsentierteller, es gibt weder Sicht- noch Lärmschutz zu der allerdings nur wenig befahrenen Anwohnerstraße. Die zweite Linie von Stellplätzen zieht sich um Dresden herum in die klassischen Ausflugsgebiete unweit der sächsischen Landeshauptstadt hinein. Mit Meißen, Moritzburg, Diesbar-Seußlitz und Großenhain bieten sich bei einem Ausflug in das sächsische Weinland vier Etappenstationen an. Aber auch hier verspricht die Zahl der Stellplätze mehr, als ihr Zustand halten kann: Allein der Stellplatz neben dem Natur-Erlebnisbad von Großenhain wartet mit einem für Reisemobile reservierten Übernachtungsbereich sowie einer Ent- und Versorgungsstation auf, die anderen drei Stellplätze kommen mangels Ausstattung über den Status eines einfachen Übernachtungsplatzes nicht hinaus. Ihr Reiz liegt eher in der Anbindung an eine Attraktion: an das Gasthaus „Zum Rosengarten“ und das Weingut Jan Ulrich in Diesbar-Seußlitz, an das Erlebnisbad Wellenspiel in Meißen oder an das ehemals königliche Jagdrevier bei Schloss Moritzburg. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Fahrt in die Sächsische Schweiz und in die angrenzende Oberlausitz. In Stolpen, Neustadt/Sachsen und in Pirna finden sich zumeist einfache oder kleine Stellplätze, mit einem Reisemobilhafen moderner Prägung kann die Region noch nicht aufwarten. Auch von Rückschlägen durch das landesweit grassierende Gaststättensterben bleibt der Großraum Dresden nicht verschont. Zwei beliebte Stellplätze existieren nicht mehr, weil das entsprechende Lokal seine Tore geschlossen hat. Den Stellplatz an der Elbe neben dem „Historischen Zuessenhaus“ in Kleinzadel bei Diera-Zehren gibt es ebenso nicht mehr wie den Übernachtungsbereich am Hotel-Restaurant „Rathener Hof“ in Weißig bei Struppen in der Sächsischen Schweiz. Fazit: Die im Vergleich zu anderen deutschen Landeshauptstädten große Zahl von Stellplätzen verdient Anerkennung. Jedoch erreicht Dresden das hohe Niveau der Stellplätze etwa von Berlin nicht.

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Datum

25. September 2005
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