Autarkie wird dann ein Thema, wenn man abseits jeder Infrastruktur seinen Urlaub verbringen möchte. 7 Bilder Zoom

Autarkie im Wohnmobil: Die richtige Wohnmobil-Batterie

Das Wohnmobil ist bestens geeignet, um neue Orte zu entdecken. Eine ausreichend große Batteriekapazität ist ein Muss für Autarkie. Alles über Batterietypen und wie man Ihren Verbrauch berechnet.

Wer träumt nicht davon: Mit dem Wohnmobil tagelang an einem einsamen Strand stehen – weit und breit keine Menschenseele, die nächste Stadt meilenweit entfernt. Damit das klappt, muss das Wohnmobil zumindest für ein paar Tage autark sein, sich also selbst versorgen können. Wesentlich dafür ist der Energievorrat an Bord, denn ohne Strom findet das Campingleben schnell ein vorzeitiges Ende. 

Schließlich brauchen alle technischen Systeme Strom – und wenn auch nur für die Steuerung: Lampen, Radio, Wasserpumpe, Kühlschrank, TV, Satellitenanlage – die Liste lässt sich noch weiter fortführen. Ist man nicht an externen Strom angeschlossen, speisen sich alle diese Verbraucher aus der Bordbatterie. Wie hoch der Stromverbrauch ist, muss jeder individuell ermitteln. Dazu listet man alle elektrischen Verbraucher mit ihren benötigten Leistungen in Watt und der geschätzten Betriebsdauer in Stunden pro Tag auf.

Dann dividiert man die Leistungswerte durch die Bordspannung und multipliziert das Ergebnis mit der Nutzungsdauer. Beispiel Lesespots im Schlafzimmer: Laut Hersteller haben sie einen Leistungsbedarf von 20 Watt, geteilt durch 12 Volt Bordspannung ergibt eine Stromaufnahme von 1,7 Ampere. Bei einer täglichen Nutzung von drei Stunden kommt man auf 5,1 Amperestunden. Nun addiert man alle ermittelten Einzelwerte und kommt so zu einem ungefähren Wert für die benötigte Batteriekapazität pro Tag. Das Ergebnis der Berechnung sollte man jedoch nicht eins zu eins übernehmen, sondern noch einen Sicherheitszuschlag von 70 Prozent einrechnen. 

Die Batteriekapazität ist nicht immer gleich. Sie wird kleiner, wenn die Batterie schon älter ist. Auch bei Kälte und langer Entnahmedauer sinkt sie. Die Eigenschaften der Batterie werden auch durch ihre Konstruktionsart bestimmt. Man unterscheidet vier Arten von Bordbatterien. Nassbatterien sind die konventionellsten unter den Blei-Säure-Batterien. Sie sind einfach zu laden, haben ein gutes Leistungsgewicht und sind relativ preisgünstig. Demgegenüber müssen sie aber gewartet werden (destilliertes Wasser nachfüllen), haben eine hohe Selbstentladung und eine kürzere Lebensdauer. 

Gelbatterien sind für eine geringe Stromentnahme über einen längeren Zeitraum gut geeignet, außerdem sind sie auslaufsicher, wartungsfrei und haben eine höhere Entladungstiefe als Nass- und AGM-Batterien. Weniger positiv ist ihre begrenzte Leistung bei niedrigen Temperaturen, die lange Ladezeit und das hohe Leistungsgewicht. AGM-Batterien sind für hohe Stromabgaben geeignet und unempfindlich gegenüber tiefen Temperaturen. Hohe Temperaturen mögen sie dagegen nicht, und auch die Ansprüche an die Ladetechnik sind hoch. Lithium-Ionen-Batterien sind langlebig, wartungsfrei, und man kann sie tief entladen. Sie sind aber auch mit Abstand die teuerste Variante. 

Um die Bordbatterie zu schonen, sollte man sie nicht zu tief entladen. Erreicht man dennoch einmal ein kritisches Niveau, trennt der Unterspannungsschutz die Verbraucher von der Batterie. Ist kein Landstrom verfügbar, hilft nur noch Motor an und eine Weile herumfahren, damit die Bordbatterie zumindest teilweise über die Lichtmaschine wieder aufgeladen wird. Die Starterbatterie ist im Übrigen von der Bordbatterie unabhängig. Es kann also nicht passieren, dass das Reisemobil nicht mehr anspringt, weil die Bordbatterie die Starterbatterie leersaugt. Über das Kontrollpanel des Reisemobils kann man nachschauen, wie es um die Batterie bestellt ist. Die Restkapazität wird hier allerdings nur selten angezeigt, meist nur die Restspannung. Wer es ganz genau wissen will, kann einen Batteriecomputer nachrüsten.

Stromerzeuger fürs Wohnmobil

Als Energielieferant im Reisemobil können unterschiedliche Systeme dienen. Beliebt sind Solarmodule, die auf dem Dach installiert werden. Ihre Ergiebigkeit hängt von Dauer und Intensität des Sonnenscheins ab. Eine Alternative sind Generatoren. Sie können mit Benzin, Diesel oder Gas betrieben werden. Je nach Modell können sie Strom mit 12 und/oder 230 Volt Spannung erzeugen. Außerdem gibt es auch noch mit Methanol betriebene Brennstoffzellen. Sie sind die teuerste Möglichkeit der Stromerzeugung.

Report: Service-Hotlines

Autor

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CIVD/Thomas Bender, Archiv

Datum

16. September 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 09/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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