Ratgeber: Gas im Ausland 5 Bilder Zoom

Gasversorgung im Ausland: Auf Suche nach Gas?

Geht während der Urlaubstour das Gas im Ausland zur Neige, ist guter Rat teuer. Nicht in allen Ländern lassen sich deutsche Gasflaschen einfach tauschen, und auch das Füllen kann Probleme bereiten. promobil sagt Ihnen, wie Sie vermeiden, dass Gasmangel die Urlaubsfreude trübt.

Morgens brodelt das Kaffeewasser, und die Lebensmittel werden im Kühlschrank frisch gehalten. Gehen am Abend die Temperaturen runter, sorgt die Heizung für wohlige Wärme. Ob Herd, Heizung oder Kühlschrank – mit Gas betrieben ist man auf Reisen relativ unabhängig. Zur Gasversorgung hat sich die Verwendung von Gasflaschen mit fünf beziehungsweise elf Kilo Inhalt durchgesetzt. Gefüllt mit Propangas, das den Vorteil hat, selbst bei Minustemperaturen verwendbar zu sein.

Der Nachschub stellt innerhalb der deutschen Grenzen kein Problem dar. Neben einer Auffüllung beim Gasfachhandel können die entleerten grauen Flaschen auch auf vielen Campingplätzen sowie in Baumärkten gegen volle getauscht werden. Geht die Reise jedoch ins Ausland, ist die Nachschubfrage oft nicht so einfach zu lösen. In vielen Ländern verhindern unterschiedliche Anschlüsse und natio­nale Gesetzgebung das schnelle Auffüllen am Wegesrand. Zumindest in den meisten Anrainerstaaten Deutschlands ist der Wechsel problemlos. In den

Beneluxländern können sowohl deutsche Flaschen getauscht als auch meist vom Gashandel wiederbefüllt werden. Der Urlaub an der holländischen Nordseeküste gilt daher als problemlos. Auch in

Dänemark können auf größeren Campingplätzen Flaschen getauscht werden. Die Firma Kosan Gas wartet darüber hinaus in mehreren Städten mit Füllstationen auf. Die in

Polen ge­bräuchlichen Flaschen entsprechen den deutschen Pen­dants.

In Tschechien können mit­gebrachte Behälter bei diversen Gasgesellschaften mit neuer Füllung ver­sehen werden. Probleme sind auch in

Österreich nicht zu befürchten – dort wird die glei­che Bau­art verwendet wie in Deutschland. Anders sieht es in der

Schweiz aus. Laut ADAC können deutsche Flaschen nur in Ausnahmefällen über einen Adapter befüllt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, für die Zeit des Aufenthalts eine Schweizer Ausführung mit Druckregler zu mieten. Infos gibt es beim örtlichen Flüssiggashandel oder bei Shell Gas.

Mietflaschen, die gegen Pfand (etwa 35 Euro) auf Campingplätzen sowie an Tankstellen ausgeliehen werden können, stellen die Alternative dar, wenn der eigene Brennstoff in

Frankreich zur Neige geht. Deutsche Behälter werden dort nicht neu befüllt. Zum Anschluss der einheimischen Produkte ist ein Adapter aus dem Europa-Füll-Set erforderlich.

In Spanien können zwar fest eingebaute Gastanks an entsprechenden Tankstellen auf­gefüllt werden, nicht aber mitgebrachte Flaschen. Bleibt der Griff zur spanischen Alternative, die es inklusive Verbindungsstück und Regler bei Repsol gibt. Hier bietet man auch die sogenannte X-Police an, welche die Einrichtung der Bordanlage auf die spanische Version nebst Anschlussteilen beinhaltet (Kosten rund 70 Euro). Detaillierte Informatio­nen bieten in diesem Fall die Firmen Repsol und Cepsa sowie die Rezeptio­nen von international besuchten Campingplätzen. Einfacher stellt sich die Nachschubbeschaffung in

Portugal dar. Dort können deutsche Gasbehälter an Gasfüllstationen betankt werden, die mit einem blauen Elefanten gekennzeichnet sind. Relativ unproblematisch ist auch die Situation in

Italien. Mittels Adapter aus dem Europa-Adapter-Set können deutsche Flaschen nachgefüllt werden. Die nächstgelegenen Adressen bringt man am besten auf dem Campingplatz in Erfahrung. Schwierig gestaltet sich das Auftanken zwischen Bozen und Palermo, wenn das Fahrzeug über einen integrier­ten Gastank verfügt: Die italienische Steuergesetzgebung ver­bietet die Abgabe von Flüssiggas für Campingfahrzeuge mit fest eingebautem Gasbehälter.

Ist die östliche Adria das Ziel der Reise, sollte der Nachschub kein Problem sein:

In Slowenien füllen Flüssiggasanbieter deutsche Flaschen auf – meist ist noch nicht einmal ein Adapter nötig.

In Kroatien wird unter anderem bei der Gesellschaft INA für volle Behälter gesorgt. Allerdings nur, wenn die Flasche nicht älter als fünf Jahre ist. Auch hier empfiehlt sich, ein Adapter-Set parat zu haben. Zur Not kann dieses auch vor Ort beschafft werden. Noch einfacher ist die Neufüllung in

Ungarn, wo die angebotenen mit den deutschen Ausführungen identisch sind. Wer auf dem Weg dorthin bereits in der Slowakei Gas benötigt, kann dies mittels des Euro-Füll-Sets an dortigen Füllstationen erledigen lassen.

Gesichert ist der Nachschub auch auf der Balkan-Rou­te. Ob in Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien oder Rumänien – hier macht sich das Euro-Füll-Set beim Betanken der Originalflaschen ebenfalls bezahlt. Ausnahmen dagegen sind Bulgarien, die Ukraine und die GUS-Staaten. Für diese Länder sind keine passenden Adapter erhältlich, was man im Vorfeld beachten muss.

In Griechenland lässt sich der Gasnachschub meist nur in größeren Städten realisieren. Zudem muss man damit rechnen, dass ein Adapter benötigt wird. Infos zu Füllstationen geben sowohl Campingplätze als auch die Auslands-Notrufstation des ADAC in Athen (Tel. 0030/2109601266). Wer auf griechische Flaschen zurückgreift, kann diese ohne Zwischenstücke an die Bordanlage anschließen. An Tankstellen wird Flüssiggas nur für gasbetriebene Fahrzeuge abgegeben – nicht aber in fest installierte Tanks zum Betrieb der eigenen Bordanlage gefüllt. Beim Besuch der Britischen Inseln gibt es im

Vereinigten Königreich die Möglichkeit, bei einigen Filialen der Firma Calor-Gas deutsche Flaschen neu befüllen zu lassen. Alternativ lassen sich landesübliche Calor Gasflaschen (Kauf und Rückgabe in jeder Verkaufsstelle möglich) mittels Adapter anschließen. In der Republik

Irland können deutsche Flaschen bei einigen Füllstationen von Calor-Cosangas aufgefüllt werden. Über viele Jahre war es in

Norwegen nicht gestattet, ausländische Gasflaschen neu zu befüllen. Mittlerweile wirbt die Firma LPG Norge auf ihrer Homepage in deutscher Sprache damit, dass an ihren Gas-tankstellen alle Flaschen mit Gas versehen werden können. Da jedoch auch in

Schwe­den und Finnland mit Versorgungsschwierigkeiten für Besitzer deutscher Behälter zu rechnen ist, empfiehlt sich bei Bedarf der Griff zur Leihflasche von AGA, die in allen drei Ländern getauscht werden kann. Neben den handelsüblichen Elf-Kilo-Behältern sollen mittlerweile auch kleine Fünf-Kilo-Flaschen im Handel sein. Für den Betrieb ist ein im Land zu erwerbender Adapter erforderlich.

Island-Urlauber können in Reykjavik (Esso Budar) ihre Flaschen tauschen und füllen lassen.

In Estland, Lettland und Litauen wiederum können deutsche Flaschen mittels Euro-Füll-Set betankt werden.

Eine überlegenswerte Alternative stellt der zeitweilige Umstieg auf Butangas dar. Die Firma Campingaz bietet ihre blauen Flaschen in den meisten europäischen Ländern an, die Anschlüsse sind identisch. Zudem können sie weltweit getauscht werden. Zum Betrieb im Reisemobil ist ein Sicherheitsflaschenventil erforderlich, das unter 20 Euro erhältlich ist. Während die breite Verfügbarkeit, vor allem in Südeuropa, verlockend erscheint, kann Butan bei Temperaturen unter null Grad nicht verwendet werden – in nordischen Ländern wird es deshalb nicht offeriert.

Zudem kann Butan preislich nicht mit Propan konkurrieren: Die größte, 2,75 Kilo fassende Leerflasche ist gut ein Viertel teurer als eine graue Flasche mit fünf Kilo Fassungsvermögen. Für eine Füllung muss mit dem dreifachen Betrag gerechnet werden. Dennoch sind die Campingaz-Produkte ein Tipp für jene, die eine Reserve im Gepäckraum haben wollen und sich die Auseinandersetzung mit fremden Gassystemen ersparen wollen. Es versteht sich von selbst, dass gerade vor längeren Touren ins Ausland die Reserven aufgefüllt sind. Dies gilt sowohl für die grauen Stahlflaschen als auch für die leichten Alugas-Ausführungen. Beide verfügen übrigens über identische Anschlüsse. Ist der Umstieg auf eine ausländische Fremdflasche unumgänglich, sollte vorher geprüft werden, ob diese auch in den Gaskasten hineinpasst. Auch muss sie genauso gesichert werden wie deutsche Flaschen.

Wird das Gas im Ausland akut knapp, sollte der erste Weg zur Rezeption des Campingplatzes führen. Größere Plätze verfügen oftmals über eine eigene Lagerhaltung. Zudem kann dort auch in aller Regel der Kontakt zur nächstgelegenen Auffüllstation vermittelt werden.

Rückzug: BP-Gas eingestellt

Seit dem vergangenen Jahr hat sich BP- Gas mit seinen Leichtflaschen wieder vom deutschen Markt zurückgezogen. Ein Tausch vorhandener Flaschen ist noch in Österreich, Belgien, den Niederlanden sowie in den vier skandinavischen Ländern möglich. Entleerte Flaschen werden in Deutschland von der Firma Thoms Energieservice in Garbsen (Tel. 05131/449911) zurückgenommen.

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Foto: Tschovikov/Archiv

Datum

16. August 2010
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