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Ratgeber: 50 Jahre Transit

Der Erzrivale des VW Transporter feiert einen runden Geburtstag: Seit 1953 gibt es den Ford Transit.

Der Mann wusste genau, was er tat: Dr. Alfred Haesner heißt der Vater des Transit. Und bevor er Anfang der fünfziger Jahre zu Ford wechselte, hatte er gerade erst den VW Transporter geschaffen. Musste Haesner bei VW Rücksicht auf das Käfer-Konstruktionsprinzip mit Heckmotor nehmen, so steckte der Motor des neuen Transporters von Ford von Beginn an vorn im Aufbau und trieb die Hinterräder an. An der Entwicklung des Transporters beteiligt: ein junger Ingenieur namens Gustav Mayer, später Transporter-Mayer genannt und rund 30 Jahre lang treibende Kraft der Transporter-Entwicklung von VW. Zurück nach Köln, wo der Transit der ersten Generation in seinen ersten sieben Lebensjahren unter dem schlichten Begriff FK 1000 (Ford Köln) vom Band lief, danach als Taunus Transit. Ford baute das Fahrgestell, die Karosserien kamen von Bushersteller Drauz in Heilbronn über Neckar und Rhein per Schiff in die Domstadt. Westfalia verwandelte den nüchternen „Eilfrachter“ mit seinem Motor im Fahrerhaus in einen schmucken Campingbus, gekrönt von einem seitlich öffnenden Aufstelldach – der Beginn einer inzwischen mehr als 40-jährigen Zusammenarbeit.

Zwölf Jahre nach der Transit-Geburt ging 1965 die zweite Generation an den Start, jetzt als Kurzhauber. Die pummelige Karosserie zeigte den Hüft-speck des Wirtschaftswunders. Zunächst saßen die Außenspiegel wie Fühler weit vorn auf den Kotflügeln. Der Transit war jetzt kein Kölner mehr, sondern ein Brite, und diese Herkunft sah man ihm an. Technisch entstammte der Ford mit starrer, blattgefederter Vorderachse einem schlichten Geblüt, ein Nutzfahrzeug eben. Das hielt die Reisemobilhersteller nicht davon ab, vor dem Siegeszug des Fiat Ducato auf den Ford zu setzen. Ob nun die Verwandlung in einen Campingbus oder das Aufsetzen eines Alkovenaufbaus – der robuste Ford ließ es gerne geschehen. Einen besonderen Pluspunkt brachte er mit: Bereits 1972 gab es ihn mit einem wenn auch raubeinigen Dieselmotor und dezenten 62 PS – damals waren Diesel laut und lahm. Dies änderte sich auch 1984 nicht grundlegend, als der Ford den ersten Direkteinspritzer-Diesel seiner Klasse erhielt. Jedoch ackerten die 68 Pferde sehr genügsam.

Mit mehreren Überarbeitungen brachte es die zweite Transit-Generation auf die rekordverdächtige Lebensdauer von 21 Jahren. Der dritte Transit ab 1986 kann sich mit seiner schrägen Nase und der großzügigen Verglasung auch heute noch sehen lassen. Die aerodynamisch bestens durchgebildete Karosserie huschte nur so durch den Wind. Von Beginn an Teil dieser Ford-Palette: der Nugget. Sein Grundriss mit Heckküche fiel damals wie heute aus dem Rahmen, der moderne Ausbau setzte Maßstäbe. Das galt zwischenzeitlich auch für die Technik: Turbodiesel-Direkteinspritzer, elektronische Motorsteuerung – alles Premieren. Vor allem italienische Aufbauer freundeten sich mit dem Ford an; in Deutschland ist Hehn ein treuer Partner. Aus dem Rahmen fällt das Konzept des aktuellen Transit: Er ist wahlweise mit Front- oder Heckantrieb zu haben. Im Jahre 2000 vorgestellt, legt er aktuell richtig los: Plattform-Fahrgestell, Alko-Tiefrahmen, automatisiertes Getriebe – nach 50 Jahren ist der Transit besser in Form denn je.

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Datum

5. Januar 2004
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