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Ratgeber

promobil-Studie Teil I

So zufrieden sind Deutschlands Reisemobilkäufer mit ihren Fahrzeugen. Die Auswertung von rund 20 000 Leserurteilen zeigt exklusiv, welche Marken vorn liegen.

16.12.2003 Redaktion promobil

Wer häufig auf Stellplätzen verweilt, der kennt die Frage gut: „Und wie zufrieden seid ihr mit eurem Reisemobil?" Fast jeder hat dazu dann eine längere Geschichte zu erzählen. Dem wissbegierigen Platznachbarn hilft sie bei seiner Kaufentscheidung sicher weiter. promobil wollte es etwas genauer wissen. Anlässlich der großen Leserwahl zum Reisemobil des Jahres 2003 fragte promobil seine Leser nach ihren Erfahrungen mit dem eigenen Fahrzeug. Die Antworten kamen gleich waschkörbeweise zurück: Auf rund 20 000 Postkarten hielten die reisemobilen Praktiker ihre Eindrücke fest. Die Marktforschung der Motor-Presse Stuttgart schrecken solche Kartenberge nicht. Hier wertet man auch vergleichbare Aktionen von promobil-Schwesterzeitschriften wie auto motor und sport aus. Aussagen zur ganz persönlichen Zufriedenheit mit einem Fahrzeug verwandeln sich dort zu einem exakt erfassbaren Zahlenwert.
Bei der Umsetzung helfen klare Symbole: 30 Einzelkriterien von der Aufbaugestaltung bis zur Wasseranlage bewerteten die promobil-Leser mit mehr oder weniger fröhlichen Smileys. Hinzu kam eine generelle Einstufung des eigenen Reisemobils auf einer Zehner-Skala. Die Marktforscher setzten die Ergebnisse wiederum in eine übersichtliche Skala von fünf erreichbaren Pluspunkten um. Wer es noch genauer wissen will, betrachtet darüber hinaus die nebenstehenden Punktesummen, die sich aus den Leserangaben errechnen. In die Rangfolge gingen ausschließlich die Erfahrungen mit bis zu drei Jahre alten Reisemobilen ein. Ältere Gebrauchte und damit auch eventuell längst vom Hersteller behobene Schwächen bleiben damit bewusst außen vor. Welche Reisemobilmarke erfüllt die Wünsche ihrer Kunden also am besten? Klarer Sieger der Zufriedenheitsstudie: die noch junge Marke Phoenix. Auf den Treppchenplätzen folgen in dichtem Abstand die direkten Mitbewerber Carthago und Concorde. Der hohe Qualitätsanspruch bei den großen Integrierten und Alkovenmobilen steht offenbar nicht nur auf dem Hochglanzpapier der Prospekte. Kein Wunder, könnte man denken: Alle drei Marken konzentrieren sich seit geraumer Zeit auf das gehobene Preissegment, sprich Reisemobile, die gerne auch über 100 000 Euro kosten. Ganz so einfach ist die Sache nicht. Wie eingangs erwähnt, spiegelt die Untersuchung in erster Linie die Zufriedenheit der Besitzer wider; und gerade in dieser Preisklasse liegen die Ansprüche besonders hoch. Respekt also für alle drei Marken. Im Vergleich untereinander wichtig: Bei Concorde und Carthago gingen auch die Ergebnisse der Campingbusse Compact und Malibu mit in die Gesamtwertung ein. Ebenfalls ganz vorne mit dabei: zwei Marken der Eura-Mobil-Gruppe. Nur knapp setzt sich Karmann vor die Stammmarke des Hauses. Das Streben nach hohen Standards in puncto Qualität und Service kommt bei den Käufern an – sicher ebenso die Kundennähe, die beispielsweise durch das Reisemobilforum in Sprendlingen sichtbar wird. Ein Hersteller zum Anfassen steigert auch die Sympathie fürs Produkt.

Auf dem Markt treten die Reisemobile von Karmann und Eura Mobil völlig unterschiedlich auf. Gerade das scheint ein weiterer wichtiger Baustein des Publikumserfolgs zu sein. Beiden Marken gelingt es offenbar auf ihre Weise, eine eigene Käuferschicht glücklich zu machen. Eine ähnliche Ursache dürften die hervorragenden Ergebnisse von Frankia und der damit verbundene sechste Platz haben. Einen Frankia kauft man nicht von der Stange, sondern man wählt sich unter unzähligen Kombinationsmöglichkeiten sein ganz persönliches Modell. Solange es dann keine Enttäuschungen bei Preis, Gegenwert oder Haltbarkeit gibt, steht einer hohen Zufriedenheit nichts mehr im Wege. So viel Individualität bei der Grundrisswahl kann ein Automobilhersteller wie VW mit Abstand nicht bieten. Doch trotz bauartbedingter Kompromisse traf der nun abgelöste California den Nerv der Kundschaft. Kein anderer reiner Campingbus-Anbieter liegt in der Auswertung so weit vorn. Wettbewerber Mercedes – von den Lesern immer noch überdurchschnittlich gut bewertet – findet sich vier Plätze weiter unten. Dazwischen liegen drei Marken, die ebenfalls nicht allein mit dem Verstand, sondern auch mit Leidenschaft gekauft werden: Flair mit unverwechselbaren Integrierten, Hobby mit dem legendären 600er und noch davor Rapido – als bestes Importprodukt auf Rang 9. Die französische Oberklassemarke hat sich als ernstzunehmende Alternative zu einheimischen Modellen etabliert. Und an welcher Stelle findet sich der unangefochtene Stückzahlprimus Hymer? Knapp unterhalb des Durchschnittswerts von 120 Punkten rangiert die Marke auf dem 15. Platz. Ein direkter Rückschluss auf die Produktqualität würde zu kurz greifen. Vielmehr offenbart sich hier ebenso ein besonders hoher Käuferanspruch an die Modelle eines Marktführers. Unter Herstellern größerer Serien und breit angelegter Modellprogramme kann sich Hymer bestens sehen lassen. Bürstner muss mit einem 18. Platz vorlieb nehmen; noch einmal drei Plätze niedriger stufen die Knaus-Besitzer ihr Fahrzeug ein, darunter liegt die in Sachen Stückzahlen erfolgreichste Importmarke Chausson und – ein Platz tiefer – Dethleffs. Ein bekannter Name weckt jeweils höhere Erwartungen, die nicht in allen Fällen erfüllt wurden. Andererseits kann auch eine Marke am unteren Ende der Preisskala wie Rimor bei der Zufriedenheit punkten. Der attraktive Preis lässt sicher manchen Schwachpunkt vergessen und bringt Rimor einen achtbaren 16. Platz ein. Besser schneidet unter den Italienern allein die auf dem Markt weit höher positionierte Marke Laika ab. Dass ein gut eingeführter Markenname ein besonders kritisches Urteil über die Produkte mit sich bringt, belegt auch der Vergleich von LMC und TEC.

Die Reisemobile entstehen auf dem gleichen Fließband und greifen auf identische Technik zurück. Während sich jedoch die frisch, kreativ und preisbewusst auftretende Marke TEC noch im Mittelfeld platzieren kann, muss die Traditionsmarke LMC, die auch kostspielige Integrierte baut, kräftig Federn lassen und findet sich auf einem 25. Platz wieder. Auch Knaus und Weinsberg liegen im Urteil der Käufer viel weiter auseinander als in Sachen Fertigungsqualität oder Modellangebot. An den zum Teil preisgünstigeren Reisemobilen von Weinsberg haben die Käufer nur wenig auszusetzen. Von einem Knaus erwartet man offensichtlich etwas mehr. Manch kleinerer Hersteller taucht in der Tabelle gar nicht auf. Das bedeutet keinesfalls eine vernichtende Bewertung. Seriöse Aussagen über die Einschätzung einer Marke lassen sich jedoch erst mit einer soliden statistischen Basis treffen, die bei seltener auf dem Markt vertretenen Modellen fehlt. Dies sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn man sich die getrennte Auswertung nach Aufbauformen ansieht. Wenn ein Hersteller zwar in der Gesamtwertung, nicht jedoch zum Beispiel in der Tabelle der Alkovenmodelle auftaucht, bedeutet dies nicht unbedingt, dass er keine solchen Aufbauten im Programm hat. Meist mangelt es schlicht an Masse für eine aussagekräftige Zahl. Auf den ersten Blick gleicht die Rangfolge der aufgesplitteten Tabellen der Gesamtwertung. Im Falle der Campingbusse ist sie sogar identisch und deshalb nicht separat aufgeführt: VW und Mercedes liegen über dem Durchschnitt, Pössl ein Stück darunter. Der Wechsel mancher Platzierungen unter den Alkovenmobilen, Teilintegrierten und Integrierten weist indessen auf besondere Schwerpunkte mancher Hersteller hin. So kommen die Alkovenmobile und erst recht die Teilintegrierten von Eura Mobil besonders gut an, während die Integrierten aus dem gleichen Hause nicht alle Erwartungen perfekt erfüllen. Der Flair kann so in der Integrierten-Wertung Boden gutmachen. Ein Sprung nach oben gelingt auch TEC, wenn es allein um die Zufriedenheit mit den Alkovenmodellen geht. Ebenfalls interessant: Besitzer eines Bürstner-T-Modells schätzen ihr Fahrzeug mehr als die Bürstner-Fahrer mit einem Alkovenmobil. Genau umgekehrt verhält es sich bei Chausson. Dort stimmen die besonders preiswerten Alkoven zufriedener als die größtenteils teureren Teilintegrierten. Und noch etwas zeigt die getrennte Auswertung: Campingbusbesitzer sind mit durchschnittlich 123,1 Punkten die zufriedensten Reisemobilfahrer, danach folgen die Eigner von Integrierten und Alkoven. Weniger positiv fällt das Urteil über Teilintegrierte aus, die mitunter mehr versprechen, als sie einlösen können. Genaueren Aufschluss hierüber und über die Plus- und Minuspunkte der einzelnen Marken bringen Detailauswertungen in der kommenden Ausgabe von promobil.

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