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Vorstellung Vario Perfect 1200

Deutscher Luxus für 1,2 Millionen

Impression Vario Perfect 1200 Foto: Bernd Thissen 13 Bilder

Was wäre, wenn Geld beim Wohnmobilkauf keine Rolle spielte? Bei Vario Mobil weiß man, wie man hochfliegende Träume in die Realität umsetzt. Sehen Sie hier Eindrücke des neuen Vario Perfect 1200.

15.04.2017

Gibt es überhaupt Grenzen im Wohnmobilbau? Zumindest innerhalb der EU setzt der Gesetzgeber klare Limits: Ein Fahrzeug darf nicht länger als zwölf Meter, nicht höher als vier Meter und nicht breiter als 2,55 Meter sein. Der Vario Perfect 1200 entspricht exakt diesen Vorgaben. Mehr geht nicht.

Höher, Größer, Breiter  – Vario Perfect 1200

Die hohe Kunst des Wohnmobilbaus besteht hier also erst recht darin, den Raum optimal zu nutzen. Bei Vario Mobil im Osnabrücker Land hat man jahrzehntelange Erfahrung mit solch kniffligen Aufgaben. Wie das Ergebnis letztlich aussieht, wie die Fläche aufgeteilt und in Szene gesetzt wird, hängt allein von den Vorstellungen der betuchten Käufer ab – eine ganz persönliche Planung, die sicher zu den angenehmeren Luxusproblemen des reisemobilen Lebens zählt.

In regelmäßigen Abständen baut Vario Mobil jedoch auch einen Perfect 1200 ohne Kundenauftrag. Einfach um zu zeigen, was innerhalb des genannten Rasters möglich ist. Offenbar eine ganze Menge: Wer sich in die Ausstattungsliste des hier vorgestellten Exemplars vertieft, beendet seine Lektüre auf Seite 17, wo unter dem Strich ein Gesamtbetrag von 1.235.120,55 Euro ausgewiesen wird. Das im Heck untergebrachte Porsche Cabrio taucht übrigens nicht in der Liste auf.

Reinste Handarbeit

Da überrascht es erst einmal, dass diesem Perfect 1200 Millionärsallüren fremd sind. Weder Blattgold noch funkelnde Steine hieven seinen Wert in schwindelnde Höhen. Der Perfect ist erst einmal groß und weiß – nur eben etwas größer und weißer als andere. Brillant glänzen die spiegelglatten Wände. So sauber lässt sich eine GfK-Außenhaut eben nur verarbeiten, wenn sie am Ende von Hand geschliffen und lackiert wird. Hier müssen keine großflächigen Aufkleber Unregelmäßigkeiten kaschieren.

Aufgeklebt wird ohnehin nichts. Die feinen Streifen an den Wänden sind lackiert, wobei sich die Linien selbstverständlich auch an den ausgefahrenen Erkern fortsetzen. Erst auf den dritten Blick erkennt man, dass die Wände nicht kerzengerade, sondern leicht nach innen geneigt emporragen, dass am Übergang zum Bug, an den Radläufen und Außenklappen Nahtstellen möglichst vermieden wurden.

Unauffällig versteckt sich auch die Treppe im Aufbau, bis sie ausfährt und die Reisenden einlädt, im wahrsten Sinne höhere Wohnmobilsphären zu erkunden. Oben im Perfect angekommen, spaziert man stufenfrei bis ins Fahrerhaus, ohne den Motor wahrzunehmen, der ganz vorne unterhalb der Sitze schlummert. Er stammt wie das gesamte Chassis vom mächtigen Mercedes Actros.

Armaturenbrett Impression Vario Perfect 1200 Foto: Bernd Thissen

Basisfahrzeug Mercedes Actros

Sichtbarer Actros-Anteil ist allein die Armaturentafel, die sich trotz der Nutzfahrzeugherkunft nicht verstecken muss. Die Sitze ähneln mehr jenen breiten Sesseln, die fürs stressfreie Fernsehen angeboten werden. In diesem Fall unterstützen sie das entspannte Fahren. Nur im Kaltlauf rumort der Reihensechszylinder unter der dicken Bodenplatte etwas ungebührlich, schließlich ist jeder Zylinder ungefähr dreimal so groß wie im gewohnten Fiat-Ducato-Motor. Nach kurzer Strecke benimmt er sich aber unauffällig. Solange der Fahrer die 428 PS und 2.100 Nm nicht vollständig abruft, verhilft ihm das automatisierte Zwölfgang-Getriebe zu niedrigen Drehzahlen. Eine riesige Frontscheibe, davor hängende Spiegel und nicht zuletzt die Luftfederung verwandeln den Lkw-Unterbau zu einem Reisebus. Erstaunlich leichtfüßig bewegen sich die 20 Tonnen Leergewicht selbst auf nicht ganz so breiten Landstraßen. Dank drei Achsen läuft der Perfect sauber geradeaus, sodass sich der Spurhalteassistent selten zu Wort meldet.

Drei Achsen können beim Rangieren wiederum ein Nachteil sein. Nicht so beim Perfect, dessen gelenkte Nachlaufachse den Wendekreis spürbar verkleinert. Außenkameras tragen mit dazu bei, das Millionenmobil standesgemäß souverän auf den Stellplatz zu bugsieren.

Dort kann man dem Gesetzgeber endlich ein Schnippchen schlagen und den Wohnraum über das erlaubte Format vergrößern. Der Salon wäre zwar auch mit eingefahrenen Slide-Outs problemlos nutzbar, doch erst mit voller Ausdehnung stellt sich das wahre Perfect-Gefühl ein. Das beginnt mit einer einfachen Bedienung der ausgeklügelten, unsichtbaren Auszugstechnik. Sobald die drei Erker ausgefahren sind, wird einmal mehr bewusst, wie angenehm unprätentiös der Perfect seine Perfektion zelebriert. Die außen sauber gestalteten, aber zwangsläufig Aufsehen erregenden Raumerweiterungen wirken innen ansatzlos und wie die natürlichste Sache der Welt. Wer in einem Perfect wohnt, schlängelt sich nicht durch ein Möbellabyrinth. Hier kann man nachdenklich auf- und abgehen, um über den tieferen Sinn von Luxusmobilen zu philosophieren, ein spontanes Freudentänzchen aufführen oder ein wenig Abstand gewinnen, um die Qualität der Einbauten zu bewundern.

Auch bei den Möbeln wirds luxuriös

Zwar haben scheinbar ähnliche Möbeldekore und Polster längst die Mittelklasse erobert, doch ist die Einrichtung des Perfect ähnlich weit davon entfernt, wie sein Bodenniveau von einem Tiefrahmenfahrgestell. Wunderbar weich fühlt sich das Leder an, gerne streichelt man auch die sorgfältig satin-weiß lackierten Möbelklappen oder das Edelholz, das hier wirklich ein Furnier ist – so wie auch Corian-Flächen und Bodenfliesen nichts anderes vorspiegeln, als sie tatsächlich sind. Was sie nicht zeigen: Dahinter, darunter und darin steckt geballte Technik, die etwa bewirkt, dass der riesige Raum im Winter schnell bis in alle Ecken kuschelig warm und im Sommer angenehm kühl wird, dass man nicht selber abspülen muss, dass man auf dem Badezimmerboden keine kalten Füße bekommt und einem beim Duschen nicht so schnell das Wasser ausgeht. Für Stromerzeugung und W-LAN ist an Bord ebenso gesorgt.

So ein Perfect ist wie eine eigene Insel der Vollkommenheit. Will man sie doch einmal verlassen, steht ja noch der Porsche hinter der automatisch öffnenden Garagenklappe.

Daten und Fakten zum Vario Perfect 1200

Basisfahrzeug: Mercedes Actros 2543, Sechszylinder-Turbodiesel, 315 kW/428 PS, 2.100 Nm, Leergewicht mit Sonderausstattungen 19.610 kg, Gesamtgewicht 26.000 kg, Hydraulik-Stützenanlage

Aufbau: GfK-Sandwich-Konstruktion, Wandstärke 46 mm, Doppelboden, 3 hydraulisch ausfahrbare Slide-Outs mit Oberflächenbeheizung, Pkw-Garage mit hydraulischer Schiebeplattform

Ausbau: Möbeloberflächen Furnier amerikanischer Nussbaum/satin-weiß, Heckbett 2.000 x 1.600 mm, ausziehbare Couch im Wohnraum 1.950 x 1.400 mm, Küche mit 190-L-Kühlschrank, Induktionskochfeld, Ofen, Mikrowelle, Spülmaschine, 40-Zoll-TV im Wohnbereich, 32-Zoll-TV im Schlafzimmer, W-LAN-Router

Bordtechnik: Frisch-/Abwasser-/Fäkaltank 500/400/300 L, Gastank 116 L, 6 Gel-Batterien Gesamtkapazität 1.020 Ah, Solarmodule 420 W, Dieselgenerator 8 kW, 2 Klimaanlagen mit Unterflurkompressor, Warmwasser-Dieselheizung 14.000 W, Trinkwasser-Aufbereitungsanlage

Grundpreis: 687.530 Euro, vorgestelltes Fahrzeug inklusive Extras 1.235.121 Euro

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 04/2017
Heft 04 / 2017 15. März 2017 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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