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Internetverbindung für die Reisemobil-Tour

5 Möglichkeiten für Internet auf Tour

Online Unterwegs Foto: Hersteller, Dieter S. Heinz 6 Bilder

Online jederzeit und an jedem Ort: Mit Auslandstarifen, Routern und via Satellit ist der Internetempfang fast überall möglich. Wir zeigen, wie Sie im Urlaub am besten die Verbindung halten.

11.11.2016 Benjamin Köbler-Linsner

Unterwegs nach Stellplätzen zu suchen ist dank des Stellplatz-Radars von promobil jederzeit möglich. Denn kaum ein Mobilfunktarif wird heutzutage ohne Datenvolumen angeboten. Mindestens einige hundert Megabyte darf der Kunde ohne zusätzliche Kosten nutzen, egal ob er einen Pre- oder Postpaid-Tarif nutzt. Zumindest innerhalb Deutschlands. Bei Auslandsreisen wird der Zugang zum Internet allerdings oft teuer und die Stellplatzsuche meist komplizierter. Schuld daran ist das sogenannte Roaming. Dabei verlangen Netzbetreiber zusätzliche Gebühren, wenn sich der Mobilfunkkunde in einem fremden Netz befindet und Internetdienste nutzt.

Unterwegs online Foto: Hersteller, Dieter S. Heinz
Datenverbrauch: Viele Nutzer fragen sich: "Was bekomme ich eigentlich für mein Datenvolumen?" Die Pyramide zeigt den durchschnittlichen Datenverbrauch der häufigsten Onlineanwendungen.

In Ländern mit ausgebauter touristischer Infrastruktur bieten Camping- und Stellplätze oftmals einen W-LAN-Zugang für ihre Gäste an. Jedoch kommt dabei nur selten eine stabile Verbindung zustande. Außerdem wird das W-LAN-Signal auf manchen Plätzen nur in einem begrenzten Bereich ausgestrahlt, beispielsweise an der Rezeption oder an der Bar. Da greift so mancher doch aufs Roaming seines Telefonanbieters zurück.

Möglichkeit 1: Roaming im EU-Ausland

Es ist gut für Reisemobilisten, dass die Roaminggebühren 2017 verboten werden sollen. Viele Mobilfunkanbieter werben bereits jetzt mit dem Versprechen, bei Vertragswechsel oder Neuabschluss keine zusätzlichen Gebühren im EU-Ausland mehr zu berechnen. Bei bestehenden Verträgen gelten aber noch alte Bedingungen: Fünf Cent werden oftmals noch pro verbrauchtem Megabyte extra berechnet. Außer der Kunde bucht spezielle Zusatzoptionen auf seinen Mobilfunkvertrag. Diese ermöglichen es dem Reisenden, tage-, wochen- oder monatsweise ein festgelegtes Datenkontingent ohne Roaminggebühren zu nutzen.

Oft sind diese Auslandspakete für den Kunden aber nur schwer zu finden. Im Gegensatz zu den Basistarifen werden sie von den Mobilfunkanbietern nicht aktiv beworben. Auf den Internetseiten finden sich detaillierte Angaben nur in schwer zugänglichen Untermenüs oder in Preislisten, welche über einen Link im Kleingedruckten zum Download angeboten werden.

Möglichkeit 2: Auslands-Datenpakete

Welche Tarife sich für Reisemobilisten rechnen, hängt davon ab, wie häufig sie sich im Ausland aufhalten und wie oft sie dabei das Internet nutzen. Bei Aufenthalten ab einer Woche und regelmäßiger Nutzung sind Wochenpauschalen, wie die EU-Roaming-Daten-Option von Otelo, sinnvoll. Das Auslandspaket der Vodafone-Tochter bietet 300 MB Daten und kann für rund fünf Euro zu einem Mobilfunktarif hinzugebucht werden. Die Zusatzoption endet automatisch nach einer Woche oder wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. 

Von einer Tagespauschale profitieren bereits Nutzer, die auf Auslandsreisen nur selten online sind. Bei der standardgemäßen Verrechnung nach Roaminggebühren fallen für 50 MB Daten 2,50 Euro an. Mit dem EU Day Pack von O2 erhält der Nutzer dasselbe Datenvolumen für 1,99 Euro. Kunden von Vodafone können mit der Option Easy-Travel ihr tariflich festgelegtes Datenkontingent ohne Roaminggebühren im Ausland nutzen. In EU-Ländern kostet das Tagespaket 2,99 Euro, wer auch in der Schweiz, der Türkei, den USA und Kanada mobil surfen möchte, zahlt 5,99 Euro am Tag.

Die Einteilung der Tarifzonen ist unübersichtlich. Denn nicht bei allen Anbietern werden die Länder gleich gruppiert. Während Aldi Talk zwischen Europa und restlicher Welt unterscheidet, definiert Lidl Connect fünf unterschiedliche Ländergruppen. Schweiz-Touristen müssen das Kleingedruckte besonders achtsam lesen, da die Eidgenossenschaft nicht bei allen Anbietern zu den europäischen Ländern und damit zur günstigeren Preisstufe zählt.

  • Blau: 2,99 Euro/1 Tag = 50 MB Datenvolumen
  • Mobilcom debitel: 5 Euro/12 Monate = Datenvolumen laut Tarif
  • O2: 1,99 Euro/1 Tag = 50 MB Datenvolumen
  • Otelo: 4,99 Euro/7 Tage = 300 MB Datenvolumen
  • Simyo: Limitierung auf 59,50 Euro = Datenvolumen laut Tarif
  • Tchibo mobil: 4,95 Euro/7 Tage = 100 MB Datenvolumen
  • Telekom: ab 5 Euro monatlich = Datenvolumen laut Tarif
  • Vodafone: 4,99 Euro/12 Monate = Datenvolumen laut Tarif

Möglichkeit 3: Prepaid-SIM fürs Ausland

Es gibt jedoch auch gute Gründe, die deutsche SIM-Karte im Ausland zu deaktivieren. Zum einen lässt es sich nur schwer entspannen, wenn das Smartphone dauernd klingelt. Hinzu kommt, dass deutsche Mobilfunktarife im europäischen Vergleich teuer sind. Dafür gibt es mehrere Gründe: In skandinavischen Ländern wurde der Netzausbau in den 1990er Jahren stark von der Regierung gefördert. Diese Subventionen wirken sich auch heute noch auf die Mobilfunkgebühren aus. Weiterhin ist der Wettbewerb hierzulande verhältnismäßig gering. Eigene Netze betreiben lediglich die Telekom, Telefónica (O2) und Vodafone. Für Urlauber ist es ein Segen, dass Prepaidkarten in vielen Ländern ohne bürokratischen Aufwand erworben werden können. So ist beim österreichischen Provider A1 ein Datenvolumen von 2 GB bereits für 15 Euro erhältlich. Die dafür nötige SIM-Karte wird in A1-Shops und einigen Supermärkten angeboten. Ein Wechsel der SIM-Karte macht Sinn, wenn sich Reisemobilisten längere Zeit durchgehend in einem Land aufhalten. 

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Surfsticks gibt es für kleines Geld. Mit einer SIM- Karte bestückt ermöglichen sie mobilen Internetzugang für Notebook und Co.

Reisende, die grenzüberschreitende Rundfahrten unternehmen, profitieren von multinationalen Angeboten. Händler wie simlystore.com bieten SIM-Karten, die in mehreren ausgewählten Ländern ohne zusätzliche Gebühren gültig sind. Die Karte kostet 35,90 Euro und beinhaltet ein Startguthaben von einem Gigabyte Datenvolumen. 

Einige Endgeräte besitzen aber keinen SIM-Karten-Slot. Laptops und W-LAN-Tablets müssen sich in bestehende Netze einwählen, um Internetdienste nutzen zu können. Besitzt das betreffende Gerät eine USB-Schnittstelle, löst ein Surfstick das Problem und stellt die Verbindung zum Internet her.

Möglichkeit 4: Internet auf Tour dank mobilem LTE-Router 

Ein mobiler Router ermöglicht auch Geräten ohne USB-Buchse, eine Verbindung zum WorldWideWeb herzustellen. Auf den ersten Blick wirken die handgroßen Router wie ein Smartphone. Sie besitzen eine SIM-Karte, dienen aber im Gegensatz zum Handy ausschließlich als Verteilerbox für das Internetsignal. Bis zu 15 Endgeräte können sich via W-LAN mit dem Router verbinden, dabei teilen sie sichdas Datenpaket des Hotspots. Das spart Verbindungsgebühren, wenn mehrere Familienmitglieder gleichzeitig online gehen möchten. Zusätzlich können die Geräte wie in einem Heimnetzwerk untereinander kommunizieren. Bei hoher Auslastung fällt die Übertragungsgeschwindigkeit jedoch ab. Die Preise schwanken zwischen 60 und 250 Euro. Bei Abschluss eines Datentarifs werden oft subventionierte Router von den jeweiligen Mobilfunkbetreibern angeboten.

Wer über den Router lediglich ein Internetsignal transportieren möchte, kann getrost zu einem der günstigeren Modelle greifen. Das schnelle 4G/LTE-Netz unterstützen alle modernen Geräte. Die hochpreisigen Router bieten zusätzliche Funktionen, welche die Benutzung komfortabler machen sollen. Der mobile Hotspot Net-gear Aircard 810 zeigt Informationen zur Datennutzung auf einem 2,4-Zoll-Farbdisplay an. Außerdem können SMS-Nachrichten direkt über den Router abgerufen werden.

Internetkompatibel ist auch das Sicherheitssystem von teVidi. Die Kamera-Anlage dient vorrangig der Überwachung des Reisemobils, übernimmt aber auch die Funktion eines Internetrouters. Dazu wird die Basisstation mit der SIM-Karte eines beliebigen Mobilfunkanbieters bestückt. Optional wird von teVidi auch eine Multicard angeboten, die sich mit 300 europäischen Providern vernetzt.

Vergangenes Jahr hatte Eura Mobil gemeinsam mit der Telekom einen LTE-Router namens Moving Hotspot vorgestellt, der fest im Reisemobil eingebaut wird. Im Markt konnte sich der Moving Hotspot allerdings nicht durchsetzen, da mobile Router kostengünstig zu haben sind und einen ebenso guten Empfang bieten wie das aufwendig zu installierende Gerät. Einzig die mit Eura Mobil verbundene Deutsche Reisemobilvermietung (DRM) rüstet ihre Fahrzeuge weiterhin mit dem Moving Hotspot aus.

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Spezielle Satellitenanlagen ermöglichen auch Internetzugriff.

Möglichkeit 5: SAT-Anlage – Internet aus dem All

Für Vielsurfer lohnt sich unter Umständen eine internetfähige Satellitenanlage. Diese kostet zwar mehrere tausend Euro, bietet aber eine stabile Internetverbindung und Tarife, die über Landesgrenzen hinweg gültig sind. Die benötigte Hardware unterscheidet sich maßgebend von reinen TV-Anlagen. Möglich wird der Internetempfang mit einem Parabolspiegel. Flachantennen eignen sich dafür nicht. Für ausreichenden Empfang empfiehlt sich eine Spiegelgröße von 85 Zentimetern. Wichtig ist, dass die Satellitenschüssel in einem Höhenwinkel von 30 Grad ausgerichtet ist und freie Sicht nach Süden hat. Dann kann die Anlage bei Ausrichtung auf 23,5 Grad Ost mit dem Satelliten Astra3A kommunizieren.

Auf Fernsehgenuss muss während des Internetempfangs nicht verzichtet werden. Hochwertige Satanlagen wie die Oyster 85 Internet von Ten Haaft besitzen einen interaktiven LNB (iLNB), der den gleichzeitigen Empfang von Internetsignalen und eine eingeschränkte Senderauswahl ermöglicht. Optional können auch zwei LNBs in unterschiedlicher Ausrichtung installiert werden. Dann steht das volle Spektrum an empfangbaren TV-Sendern zur Wahl.

Die Anschaffungskosten für die internetfähige Oyster-Anlage betragen knapp 3500 Euro. Hinzu kommen monatliche Kosten von rund 20 Euro für ein Datenvolumen von vier Gigabyte. Besonderheit bei Satelliten-Internet: Zwischen 24 und 6 Uhr werden die verbrauchten Daten nicht berechnet. Wer unterwegs einen Film herunterladen möchte, kann den Computer getrost über Nacht laufen lassen.

BezeichnungFeaturesBezugsmöglichkeit
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