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Mobile Menschen - Heidi und Lothar Schleinkofer

Jetzt soll ein Integrierter für Paare kommen!

Mobile Menschen: Schleinkofer Foto: Ingolf Pompe 6 Bilder

Mit ihrem Alpa, einem Alkoven für allein reisende Paare, haben Heidi und Lothar Schleinkofer viele Anhänger gefunden. In Zusammenarbeit mit Hymer wird es auf einen Integrierten übertragen.

24.06.2014

Duo-Mobil, der Name klingt so vielversprechend wie das dahinter stehende Konzept. Aber er ist – ganz streng genommen – ein Etikettenschwindel. Der Beweis steht in der Tür. Er heißt Charly und wedelt mit dem Schwanz. Später verzieht er sich in die Duschtasse, wo sein Bettchen liegt. Andererseits zeigt das nur wieder einmal, dass man nicht alles so streng nehmen sollte und dass die besten Konzepte diejenigen sind, die sich an alltäglichen Bedürfnissen orientieren und praktischen Ansprüchen Rechnung tragen. Genau das soll das Duo-Mobil tun, das Heidi und Lothar Schleinkofer momentan mit Hymer weiter zur Serienreife entwickeln.

Mit einem ganz entscheidenden Unterschied: Der Neue wird kein Alkovenmobil, sondern ein Integrierter. Das Duo-Mobil soll eigentlich ebenso wie der Alpa „für zwei gedacht und für zwei gemacht“ sein, erklärt Lothar Schleinkofer. Das jedoch würde Charly unterschlagen. Doch man kann sicher sein, dass der schwarzweiße Vierbeiner der Schleinkofers ebenfalls seinen Platz findet – zum Beispiel unter dem Tisch der Hecksitzgruppe. Die Orientierung gelingt wie bisher, weil die Raumaufteilung des neuen Duo-Mobils sich durchaus an den Alpa anlehnen soll: leicht erhöhte Rundsitzgruppe hinten, leicht geschwungene Linie der Küche links, davor Raumbad mit Dusche rechts und abteilbarer Toilette gegenüber, dann Bett und Fahrerhaus. Deren wesentlich neues Layout allerdings könnte nicht nur Charly zupasskommen. Denn statt Alkoven soll das Duo-Mobil als Integrierter ein quer und längs nutzbares Hubbett haben, das sich über den Frontsitzen so weit absenken lässt, dass es über nur eine Stufe bequem zu erreichen ist.

„Außerdem lässt sich das Fahrerhaus unterm Bett über eine Schiebetür abteilen. Irgendwie bietet das Duo-Mobil also die Vorteile von Integriertem und Alkoven in Kombination“, sagt Lothar Schleinkofer. Und was er auch schon verraten kann: Wenn der Neue auf dem Caravan-Salon Ende August seine Publikumspremiere feiert, werden nicht weniger als 18 Steckdosen an Bord sein. Die Zahl steht auch symbolisch dafür, dass man erstens an nichts sparen und zweitens nichts dem Zufall überlassen will. Beide, Heidi und Lothar Schleinkofer, sind begeistert von der Professionalität, dem Aufwand und dem Enthusiasmus, mit dem man beim Partner Hymer ihre Ideen aufgreift und in dem neuen Duo-Mobil weiter perfektioniert. So eine Vorgehensweise, die Entwicklung direkt mit den Erfahrungen aus der Praxis zu koppeln, sei nicht unbedingt branchenüblich, meint Heidi Schleinkofer und findet, die Zusammenarbeit laufe „super-ideal“. „Wir dachten ja, dass man unser Konzept nur in ein bestehendes Interieur würde einpassen können“, sagt Lothar Schleinkofer. „So aber wird vom bestehenden Innenraum nur der Kühlschrank übernommen, alles andere wird speziell für das neue Duo-Mobil entworfen und angefertigt.“

Der konstruktive Aufwand entspricht dem planerischen. Über 1.500 Gespräche haben die Schleinkofers mit Wohnmobilisten geführt, haben sich Wünsche angehört, Bedürfnisse erkannt, Forderungen notiert und Nutzungsmuster analysiert. Um schließlich eine sehr genaue Vorstellung von dem zu gewinnen, was allein reisenden Paaren – mit oder ohne Hund – in ihrem Mobil das Leben so angenehm wie möglich macht. Denn mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein „ist ja genial, aber du brauchst ein gescheites Auto“. Das war das Fazit von Heidi und Lothar Schleinkofer, als sie vor über 30 Jahren nach einer Urlaubswoche mit einem gemieteten Westfalia James Cook aus Südtirol zurückkamen. Aber es war nicht das ganze Fazit: „Der Urlaub war die reinste Katastrophe. Wir waren zu viert, keiner kannte sich im Auto aus, niemand wusste, wo man hinzugreifen hatte, es war schweinekalt im November, und es schneite uns ein.“

Vielleicht war die Katastrophe gar nicht so ein schlechter Start für die beiden. Weil die Frost- und Frusterfahrungen auf der Seiser Alm eben nicht eine typische Wohnmobilkarriere einleiteten, die die Schleinkofers vor fünf Jahren zu einem bald wieder veräußerten Concorde-Liner führte. Sondern weil sie gleich zu Anfang schon eine besondere Aufmerksamkeit und Umtriebigkeit wachrief, ohne die Heidi und Lothar Schleinkofer ihre Ideen sicher nie so konsequent und praxisnah hätten umsetzen können, wie es jetzt für das neue Duo-Mobil geschieht.

Der Fahrplan zum Duo-Mobil

Das Ehepaar Schleinkofer entwickelt 2009 in Eigeninitiative das Konzept eines Wohnmobils für allein reisende Paare. Dethleffs fertigt das Mobil unter dem Namen Alpa bis 2013. Es verkauft sich rund 300 Mal. Im September 2013 tun sich die Schleinkofers mit Hymer zusammen, um ihre Ideen in einem Integrierten weiter zu perfektionieren.
Seit März 2014 entsteht ein Urprototyp des neuen Wohnmobils, das Duo-Mobil heißen wird. Anfang Juli 2014 sollen vier seriennahe Prototypen des Duo-Mobils bei Hymer übers Band laufen und dann vielfältigen Tests unterzogen werden. Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf wird das Auto vom 30. 8. bis 7. 9. 2014 dem Publikum vorgestellt werden.

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