Caravan Salon 2012 19 Bilder Zoom

Neue Trends bei Wohnmobilen: Das müssen Sie sehen!

Der Caravan-Salon in Düsseldorf gilt als Laufsteg für neue Wohnmobile. In welche Richtung geht der Trend? promobil ist für Sie vor Ort und zeigt Ihnen die wichtigsten Neuheiten der Saison 2013 - folgen Sie uns! Alle Infos, alle Neuheiten und allses Wissenswerte rund um den Caravan Salon finden Sie in unseren großen Special: Caravan Salon 2012

Sie stehen im Rampenlicht. Ihr Erfolg hängt von Ausstrahlung, Charakter und Belastbarkeit ab. Wie Topmodels ziehen neue Reisemobile die Blicke auf sich. Welche Typen kommen in dieser Saison gut an? Welche Modelle fallen durch? Am Ende entscheidet das Publikum. Reisemobilkäufer dürfen sich in der Modemetropole Düsseldorf auf eine Fülle neuer Kreationen freuen. Wir haben die Höhepunkte des Modelljahrs 2013 vorab für Sie sortiert.

Sportlich- elegante Wohnmobile mit Stil und Ambiente

Ohne perfektes Make-up geht auf dem Laufsteg gar nichts. Das gilt ganz ähnlich für Reisemobile auf dem Caravan-Salon. Ein appetitliches Äußeres und eine anziehende Einrichtung gehören klar zu den Gewinnerfaktoren. Innere Werte allein sind offenbar zu wenig. Beispiel Eura Mobil: Im vergangenen Jahr stellte man die Baureihe Profila T vor, nun bekommt der Teilintegrierte trendigere Möbel. Eura-Mobil-Geschäftsführer Holger Siebert: „Der Profila T war vom ersten Moment an technisch ausgereift. Wir haben aber festgestellt, dass hohe Qualität nicht genügt. Der Wohnraum muss auch schön sein.“ Also wird die Einsteigerbaureihe innen heller und freundlicher.

Designermode, die Reisemobilkäufer früher nur aus Luxuslinern kannten, setzt sich in volkstümlicheren Preissegmenten durch. Die großen Hersteller setzen auf bezahlbaren Schick. Holger Siebert: „Der Trend geht in diesem Jahr zu preiswerteren Fahrzeugen.“

Erfreulich: Trotz Kostenbewusstsein entsteht kein Modediktat. Immer mehr Hersteller folgen dem Beispiel von Bürstner und Frankia: Der Käufer hat nun auch bei Chausson, Challenger und Rapido die Wahl zwischen zwei Möbeldekoren - ganz wie im Luxusmobil. Für die Oberklasse kommt eine Variante ins Spiel: Hochglanzoberflächen wie bei Niesmann + Bischoff sowie Rapido. Neue Campingbusse von VW und La Strada kommen plötzlich ganz ohne Holzdekor aus.

Die Stoffe der neuen Saison zeigen Naturtöne in sämtlichen Schattierungen, aufgelockert hier und da durch gewagte Polsterkombinationen und freche Farbtupfer. So kennt man es von stilvoller Kleidung: Accessoires entscheiden oft über den Gesamteindruck. Das können edle Klappengriffe oder exquisite Lampen sein. Die Möbelformen selbst halten sich zunehmend zurück. Eine neue Geradlinigkeit bestimmt den Einrichtungstrend, der durch kontrastierende Oberflächendekore alles andere als langweilig wirkt. Paradebeispiel ist wohl die neue Möbellinie von Hobby. Der Premium Van beweist, dass ein modernes Reisemobil in der Preisklasse um 50.000 Euro mehr Ambiente bietet als vor Kurzem noch manches Oberklassefahrzeug.

Einen Trend gibt die Hobby-Reihe auch in der Aufbaumode vor: Die Anordnung der Aufbaufenster folgt nicht allein technischen Gegebenheiten, sondern einer klaren Designlinie. Ähnliche Effekte erzielen großflächige dunkle Foliendekore an den Aufbauten neuer Modelle von Hymer, Bürstner oder Carthago. Die Kontrastwirkung schmeichelt den Formen und fasst die Fenster vorteilhaft zusammen.

Immer mehr Reisemobilhersteller schicken auch das Ducato-Fahrerhaus zur Stilberatung. Nach Rapido und Dethleffs hat nun Knaus einen eigenen Bug für den Fiat konzipiert. So bekommt die Marke ein Gesicht. Erfolgreiche Autohersteller haben es vorgemacht.

Von extravaganten Autos kennt man ebenso große Glasdächer oder Frontscheiben, die sich weit nach oben ziehen. Wie so etwas am Reisemobil aussieht, zeigt Bürstner mit dem Grand Panorama. Ob es ein Trend wird?

Immer wichtiger: Aufbau und Grundriss von Reisemobilen

Man könnte meinen, es ginge um die Sommermode. Die neue Kollektion fällt auch bei den Reisemobilen kürzer aus. Vergleichsweise kompakte Alkovenmobile findet man nun bei Adria, Challenger, Chausson, PLA und TEC. Im Programm von LMC und Pilote kommen Integrierte hinzu, die das magische Sechs-Meter-Maß nicht überschreiten. Immer mehr Teilintegrierte mit Hubbett verzichten auf eine zusätzliche Liegefläche im Heck und bleiben dadurch entsprechend kompakt. Neue Beispiele dafür findet man bei Adria, Carado, Sunlight und TEC.
Nicht zuletzt sind schmale und kurze Teilintegrierte im Kommen, gerne Vans genannt. Bürstner Brevio und Hymer Compact überraschen in dieser Klasse mit einer großen Heckklappe. Der Hobby Premium Van beerbt den Van Exclusive. Zwei weitere Pioniere unter den Vans kommen in ganz neuer Form: der Dethleffs Globebus T und der Knaus Van TI.

Knaus-Geschäftsführer Michael Tregner sieht hier einen starken Trend: „Die Kunden wünschen sich ein Fahrzeug, das sich auch für Städtetouren eignet, aber sie wollen auf Komfort nicht verzichten.“ Nebenbei sind schlanke Modelle auch leichter. Tregner: „In den Fokus rücken kompakte Reisemobile mit nachhaltiger Zuladung, die die 3,5-Tonnen-Grenze nicht überschreiten.“ Werden die teilintegrierten Vans die bislang erfolgreichen Campingbusse von der Bühne drängen? Bei Knaus, mit ausgebauten Kastenwagen ebenfalls gut im Geschäft, sieht man das jedenfalls nicht so. Michael Tregner: „Kastenwagen haben Alleinstellungsmerkmale wie die Schiebetür als größtmöglicher Zugang, den automobilen Charakter und damit auch die bessere Möglichkeit, normale Parkplätze zu nutzen.“ Kurios: Die neuen Campingbusse fallen länger aus als früher.

Galt für gängige Ducato-Ausbauten vor Kurzem noch sechs Meter Länge als Idealmaß, greifen die Hersteller nun verstärkt zur längsten Variante. Deshalb messen viele aktuelle Kastenwagen 6,36 Meter - mehr als einige neue Integrierte. Verkehrte Welt? Der Hintergrund des Wachstums leuchtet ein. Campingbus-Fahrer bevorzugen ähnliche Grundrisse wie etwa Käufer von Teilintegrierten: Gut erreichbare Einzelbetten mit großem Stauraum darunter sind hier wie dort ein Renner. Das funktioniert im Kastenwagen erst über sechs Meter Länge so richtig gut. Auf dieser Grundfläche baut beispielsweise Karmann sogar ein längs montiertes Doppelbett ein. Gleichzeitig schätzen auch Campingbus-Besitzer einen vergrößerbaren Sanitärbereich wie ihn Pössl bietet. Der etwas schwammige Begriff Raumbad hält auch im Kastenwagen Einzug.

Mehr denn je nähern sich Grundrisse von Campingbussen, Teilintegrierten und Integrierten. Doch in einigen Fällen spielen die aufgebauten Modelle mit ihren kerzengeraden Wänden ihr Plus an nutzbarer Breite voll aus.
Mit geschickter Anordnung kann man hier ein Querbett mit Garage darunter einbauen, das man wie ein Queensbett bequem vom Fußende aus erreicht. Carthago zeigte im vergangenen Jahr solch ein Arrangement. Jetzt folgen Adria, Elnagh, Eura Mobil und Frankia. Speziell in der 3,5-Tonnen-Klasse kann man so gegenüber Queensbetten Raum und letztlich auch Gewicht einsparen.

Reisemobile sollen in Zukunft leichter und sicherer werden

Das leidige Thema Gewicht. Es beschäftigt magere Models vor der Modenschau und gestandene Reisemobilentwickler vor jeder neuen Saison. In diesem Jahr häufen sich endlich die positiven Nachrichten über geglückte Schlankheitskuren vieler neuer Modelle.

LMC, ohnehin Vorreiter in Sachen Leichtbau, will mit dem neuen Explorer weitere überflüssige Pfunde abgebaut haben. Hymer gelingt nach langer Pause wieder ein 3,5-Tonner auf Mercedes Fahrgestell, passend Starlight getauft. Hymer-Geschäftsführer Jörg Reithmeier: „Unser Ziel war es, alle Modelle, die sich im Grenzbereich um 3,5 Tonnen bewegen, immer unter dieser Grenze zu halten. Jetzt liegen 70 Prozent der Hymer-Grundrisse unter 3,5 Tonnen.“ Reithmeier denkt dabei nicht nur an Überholverbote und Mautgrenzen, sondern auch an den Führerschein jüngerer Fahrer: „Eine Mehr-Generationen-Nutzung verbessert die Wirtschaftlichkeit eines Reisemobils.“ Ums liebe Geld geht es letztlich auch bei einem weiteren Trend. Reisemobilhersteller verwenden immer häufiger feuchtigkeitsresistente Kunststoffe statt herkömmlichem Holz im Aufbau.
Geschäftsführer Jörg Reithmeier: „Zu unseren Produkten gehört Werthaltigkeit. Deshalb bauen wir den GfK-Boden für alle Modelle in Serie ein.“ Für diese Tendenz finden sich ebenso Beispiele in den höherwertigen Baureihen von Dethleffs und Rapido. Als Isoliermaterial der Wände setzt sich Styrofoam gegenüber dem einfachen Styropor durch, etwa in allen Baureihen von Laika und Pilote und den gehobenen Modellen von Elnagh, Mobilvetta und McLouis. Solche Fortschritte wirken auf Messen wenig glamourös, unterstützen aber den Trend zu Haltbarkeit und Umweltschonung.

Das gilt nicht zuletzt auch für die Beleuchtungstechnik. Der Siegeszug der LED-Lampen verringert den Stromverbrauch im Reisemobil deutlich. Darüber hinaus können die kleinen Energiesparer im Interieur stilvolle optische Akzente setzen.

Im Hintergrund halten sich bei diesem Modellwechsel die Basisfahrzeuge. Am Fiat Ducato ändert sich nach den Neuerungen zur Saison 2012 nichts - oder, besser gesagt, fast nichts, denn alle Fahrzeuge mit Klimaanlage bekommen eine praktische Außentemperaturanzeige im Cockpitdisplay.

Eine weitere, weitaus wichtigere Änderung betrifft die meisten Hymer-Baureihen. ESP und Beifahrer-Airbag, im Pkw längst selbstverständlich, gehören hier zur Serienausstattung.

Ins Rampenlicht drängt der vor einiger Zeit komplett erneuerte Renault Master, vor allem im Hobby-Programm. Gegen Ende seines Lebenszyklus bewegt sich dagegen der Ford Transit mit gebremster Dynamik. Doch unter der Haube arbeitet bereits ein Vorbote des Nachfolgers: Die heckgetriebenen Varianten gibt es mit einem neuen 155-PS-Vierzylinder - zu haben bei Challenger, Chausson und Rimor. Verfechter des Heckantriebs werden erfreut feststellen, dass der Mercedes Sprinter jetzt wieder häufiger zum Einsatz kommt. Er treibt neue Varianten von Adria, Hymer und Rapido an.

Gleichzeitig befindet sich der Fiat mit Alko-Chassis und hinterer Tandemachse wieder auf dem Vormarsch. Wer nicht mit 3,5 Tonnen zurechtkommt, weicht dann gleich in die Fünf-Tonnen-Liga aus. Die aktuelle Minimode passt eben nicht zu jeder Gelegenheit.

Kommentar

Nichts gegen elegante Einrichtungen und effektvolle Beleuchtung. Schließlich will man sich auf Reisen richtig wohlfühlen. Der wahre Fortschritt des Modelljahrgangs 2013 liegt für mich jedoch dort, wo man ihn nicht sieht. Endlich packen immer mehr Reisemobilhersteller Neuerungen an, die promobil seit Jahren fordert: Die Aufbauten gewinnen durch dauerhaftere Materialien an Qualität. Messbare Erfolge vermelden die großen Marken ebenso beim Leichtbau. Gleichzeitig rückt das sonst gerne verdrängte Thema Sicherheit in den Vordergrund, wenn erste Hersteller das ESP in die Serienausstattung nehmen. Bitte weiter so.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Jacob Yuri Wackerhausen

Datum

21. August 2012
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