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Adria Teilintegrierte im Gebrauchtcheck: Coral, Stargo und Izola als Gebrauchtmobil

Coral, Stargo oder Izola – die flachen Modelle aus dem Hause Adria tragen vielerlei Namen. Allen gemeinsam ist eine überdurchschnittliche Qualität, wie die Befragung unter Besitzern zeigt.

Die jüngere Historie der Marke Adria ist eine echte Erfolgsgeschichte. Erst im Jahr 1998 beginnt man am Stammsitz im slowenischen Novo Mesto mit dem Reisemobilbau. Zuvor hatte Adria langjährige Erfahrungen mit Caravans gesammelt, ließ aber die wenigen Reisemobile extern fertigen.Nur ein Jahr nach dem Neustart mit Alkovenmodellen tauchen die ersten Teilintegrierten auf. Ohne einen nennenswerten Heimatmarkt müssen sich die Slowenen an den Bedürfnissen in ganz Europa orientieren, und sie lernen schnell.

Wenn man heute einen gebrauchten Adria Coral aus dem Baujahr 2004 – wie auf diesen Seiten abgebildet – besichtigt, könnte man ihn für jünger halten. Einerseits weil er sich rundum bestens gehalten hat, andererseits weil das gesamte Konzept immer noch stimmig und zeitgemäß erscheint.

Mit Backofen und hohem Kühlschrank empfiehlt sich der Adria für Hobbyköche. Die Öffnung zur Garage hat der Vorbesitzer für den Hund eingebaut.
Auf- und Ausbau 

Wie immer sind die Ergebnisse des promobil-Gebrauchtchecks jedoch nicht der Eindruck eines einzelnen Exemplars, sondern die Auswertung einer Befragung unter Besitzern. Wie bei allen Modellen, die hauptsächlich auf dem Fiat Ducato basieren, orientiert sich die Redaktion zur besseren Vergleichbarkeit an dessen Modellzyklen: Gefragt waren also Erfahrungen mit Adria Teilintegrierten bis zum großen Ducato-Modellwechsel 2006. 

Das wohl wichtigste Ergebnis gleich vorweg: Über 90 Prozent der Befragten würden sich das gleiche Modell noch einmal kaufen. Auch bei der Bewertung nach Schulnoten erhalten die Adria Teilintegrierten durchweg gute bis sehr gute Beurteilungen. Ein Grund für diese ausgeprägte Zufriedenheit dürfte auch die hohe Zuverlässigkeit sein. 

Wirklich schwerwiegende Schäden blieben die Ausnahme. Im Lauf der Jahre schwächelt aber dann doch das eine oder andere Teil. Beispielsweise die Schlauchverbindungen. Sie sind stark mitverantwortlich, dass die Wasseranlage weit oben in der Mängelstatistik auftaucht. Hier und da musste auch eine Wasserpumpe getauscht werden, ein Brauseschlauch brach hinter der Duschwand ab oder der Abwassertank ließ sich nicht mehr richtig schließen. 

Analog zu vielen Wohnmobilen dieses Alters stehen auch Dachluken und Fenster weit oben auf der Mängelliste. Ältere Luken neigen zur Undichtigkeit. Bei den Fenstern setzte Adria auf stabile Rahmen, allerdings wurde bei einigen Modellen offenbar der Ausschnitt zu groß gewählt; die Fenster mussten nachträglich abgedichtet werden, was bei heutigen Gebrauchten eigentlich erledigt sein dürfte. 

Häufiger als bei vergleichbaren Wohnmobilen traten Schäden an den Möbeln auf. Bei genauerer Betrachtung verbergen sich dahinter jedoch keine großen Dramen: Meist löst sich lediglich die Sperrholzfüllung aus dem massiv hölzernen Rahmen der Möbelklappen, was auch in Eigenleistung behebbar ist. 

Kritischer wird es, wenn es um die Dichtigkeit des Aufbaus geht. Grundsätzlich behaupten sich die Adria auch in diesem Punkt gut. Allerdings kommt es beispielsweise vor, dass Spritzwasser der Hinterräder in das Holz der Bodenplatte eindringt. Wer sichergehen will, achtet beim Gebrauchtkauf auf einen unversehrten Schutzanstrich des Bodens. Die Druckprobe gibt Auskunft über eine mögliche Verrottung der Holzplatte. 
Und noch etwas erscheint bedenkenswert, falls ein Gebrauchter größeren Bedarf an Ersatzteilen aufweisen sollte: Nach den Erfahrungen einiger Leser klappt die Versorgung mit selten benötigten Teilen manchmal nur schleppend. 

Basisfahrzeug 

Beim Thema Chassis können sich die Adria Teilintegrierten nicht von Wettbewerbern absetzen. Schließlich bauen sie bevorzugt auf den üblichen Fiat Ducato, der auch in dieser Befragung den Hauptanteil hat. Vordere Radlager zählen mit Abstand zu den häufigsten Schäden. Fast alle anderen genannten Ärgernisse gehen auf das Konto von Verschleiß oder sind eher Einzelfälle. 

Der Mercedes Sprinter als Basis der Stargo-Modelle ist in Sachen Haltbarkeit nicht unbedingt die bessere Wahl. An den frühen CDI-Motoren nervten defekte Injektoren die Besitzer. Heute ist es vor allem Rost an den Türen und am Unterboden, der Renovierungsarbeiten verlangt. Der seltene Renault Master bleibt in den Auflistungen der Mängel insgesamt unauffällig. 

Marktlage 

Erst ab Baujahr 2000 – als Reimo den Import übernahm – kamen die Teilintegrierten von Adria in langsam steigenden Stückzahlen auf den deutschen Markt. Wenig aussichtsreich erscheint daher die Suche nach besonders frühen und daher günstigen Exemplaren. Ebenso wenig kann man darauf spekulieren, dass Adria als Importmarke zu niedrigeren Preisen gehandelt würde als traditionsreiche einheimische Fabrikate. 

Ohnehin ist das Angebot an Adria Teilintegrierten sehr überschaubar. Die aktuellen Rekordzahlen bei der Besitzumschreibung von Reisemobilen aus zweiter Hand hinterlassen ihre Spuren. Bei keinem Reisemobilhändler in erreichbarer Nähe fand sich ein Coral für den Fototermin. 

Das vorgestellte Modell kommt aus dem Gebrauchtwagenhandel, wo man sich des guten Rufs der Marke Adria und der lebhaften Nachfrage durchaus bewusst ist. Aus den genannten Gründen dürfte es schwierig sein, einen Teilintegrierten von Adria für weniger als 20.000 Euro zu finden. Um 25.000 Euro sollte man schon einkalkulieren, um unter den bis 2006 gebauten Modellen überhaupt eine Auswahl zu haben. Für ein gutes Exemplar mit gefragtem Grundriss darf es dann auch mal etwas mehr sein. Einige Angebote überschreiten sogar die 30.000-Euro-Grenze. In solchen Fällen gibt’s allerdings Konkurrenz aus eigenem Hause. Wer mehr als 30.000 Euro ausgeben will, findet bereits Adria auf Basis der neueren Fiat-Generation. Doch auch hier ist die Anzahl der Angebote nicht üppig, was auf ein weiterhin stabiles Preisniveau schließen lässt.

Darauf müssen Sie beim Adria Gebrauchtkauf achten!

Betten: Der Großteil unter den gebrauchten Teilintegrierten von Adria ist mit einem Doppellängs- oder -querbett ausgerüstet. Das Längsbett ist zwar besser zugänglich, aber ziemlich schmal. Außerdem fällt der Stauraum viel kleiner aus. 

Sanitärraum: Wie bei vielen Reisemobilen dieser Baujahre können die Kunststoffteile rissig werden. Das betrifft Waschbecken ebenso wie Duschverkleidungen und -bodenwannen. Positiv für alle, die Unabhängigkeit schätzen: Viele Adria haben eine separate Dusche. 

Wasseranlage: Wenn es zu Feuchtigkeitsschäden in einem Adria kommt, hat das oft mit den Verbindungen in der Wasserinstallation zu tun. Ein gründlicher Check der Schlauchschellen bewahrt vor bösen Überraschungen. 

Aufbaumaterial: Schon früh setzte Adria GfK als Außenhaut des Aufbaus ein. Wer einen Gebrauchten mit dem robusten Wandmaterial sucht, muss allerdings auf das Baujahr achten: Die vor dem Modelljahr 2001 gebauten Modelle haben eine Alu-Haut. 

Fahrerhaussitze: Vor allem die frühen Modelle haben eine echte Viererdinette ohne Einbeziehung der vorderen Sessel. Grundrisse mit drehbaren Sitzen nutzen den Raum besser aus, allerdings ist die Handhabung der Drehfunktion umständlich und das Fahrerhaus nur mäßig beheizt. 

Basisfahrzeug: Neben dem Fiat Ducato kommen als Basis für Teilintegrierte von Adria auch der Renault Master und der Mercedes Sprinter in Frage. Hauptargument für den Renault Master ist der kräftige 3,0-Liter-Motor, Pluspunkt des Mercedes Sprinter die häufig eingebaute Automatik.

Daten und Fakten der Teilintegrierten von Adria

Baureihe: Adria Serie 70/Coral/Izola/Stargo 
(Baujahre 1999 bis 2006) 
Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Renault Master, Mercedes Sprinter 
Bauweise: Teilintegrierter mit GfK-Außenhaut, Holzverstärkungen, EPS-Isolierung 
Sitz-/Schlafplätze: 4–6/2–4

Vorgestelltes Modell: Adria Coral S 680 SP 
Erstzulassung: 12/2004 
Kilometerstand laut Händler: 108.000 
Preis: 27.990 Euro 
Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg 
Gesehen bei: Oldy Love Classic Cars, 68519 Viernheim

Jahr für Jahr mehr Auswahl 

Aus dem Adria-Werk kommen ab Modelljahr 2000 die ersten Teilintegrierten, zunächst nur mit französischem Bett. Erst ein Jahr später reicht man ein Modell mit Querbett nach. Laufen die frühen Exemplare noch unter dem Namen Adriatik, erhalten die Teilintegrierten – aber auch die Alkovenmodelle – ab Modelljahr 2002 die Bezeichnung Coral. Ein Jahr später ergänzt der Stargo auf Mercedes das Angebot. Dritte Alternative unter den Basisfahrzeugen ist zur Saison 2005 der Renault Master, der die Izola-Baureihe antreibt. Ein Jahr zuvor legt Adria auch bei den Modellen auf Fiat Ducato noch einmal nach: Günstiger und etwas einfacher als der Coral sind die Modelle der Serie 70. Wer einen Coral mit Einzelbetten sucht, muss nach einem S 660 SL Ausschau halten, der jedoch erst zum Modelljahr 2005 ins Adria-Programm gelangt.

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promobil Archiv

Datum

4. November 2016
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