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News: Steuern sparen: Saisonarbeiter

Steuern sparen: Lohnt sich das Zulassen für Monate oder überwiegen Nachteile?

Wer sein Reisemobil im Winter nicht nutzt, kann einige hundert Euro jährlich bei Steuern und Versicherung sparen. Die Lösung heißt Saisonkennzeichen. Wegen der neu geregelten Besteuerung planen immer mehr Leser, ihr Fahrzeug zukünftig nicht mehr das ganze Jahr über zu nutzen. Laut Kraftfahrtbundesamt war zum derzeit aktuellen Stichtag, dem 1. Januar 2006, bundesweit etwa jedes sechste der rund 400 000 Reisemobile mit Sai­sonkennzeichen ausgestattet.
Ersparnis hin oder her, wer sich ein Saisonkennzeichen zulegen will, sollte Pro und Contra zuvor sorgfältig abwägen. Das Sparpotenzial lässt sich am besten mit einem Versicherungsvertreter und der Höhe der künftig zu zahlenden Steuer ermitteln (promobil 1/2007).
Der Versicherungsbeitrag für Saisonkennzeichen wird ohne Zuschläge genau nach Monaten berechnet. Um die einzusparende Steuerlast zu bestimmen, teilt man einfach die Jahressteuer durch zwölf und multipliziert diesen Wert mit der Anzahl der Monate, in denen das Fahrzeug zugelassen wird. Nach diesem Verfahren wurde gemeinsam mit dem Versicherungsexperten Eberhard Schwenger von der ESV Schwenger die promobil-Beispielrechnung erstellt (siehe kostenloser PDF-Download).
Die Ersparnis geht jedoch zulasten der Flexibilität. Ein spontaner Weihnachtsmarktbesuch mit dem Reisemobil entfällt, wenn die Saisonkennzeichen nur für die Monate März bis Oktober gültig sind. Daher ist im Vorfeld genau zu überlegen, für welchen Zeitraum das Fahrzeug nicht genutzt werden soll. In der Beispielrechnung steht eine Ersparnis von rund 340 Euro einer viermonatigen Reisepause gegenüber. Ist diese Entscheidung getroffen, entfällt dafür der regelmäßige Gang zur Zulassungsbehörde für die An- und Abmeldung. Der Zeitraum der Zulassung wird di­-rekt auf den Nummernschildern ein­geprägt.
Für die Monate der Abmeldung ist einiges zu beachten. Der Platz zum Überwintern soll­te rechtzeitig organisiert wer­den. Zudem müssen die Kosten für einen speziellen Unterstellplatz in die Kalkulation einbezogen werden, damit es keine Milchmädchenrechnung wird. Die Summe, die dafür anfällt, ist von der Ersparnis abzuziehen, wenn nicht bereits zuvor ein entsprechender Platz angemietet war.
Öffentliches Gelände ist als Stellplatz tabu. Einerseits verbietet dies der Gesetzgeber, der vorschreibt, dass auch nur vorübergehend abgemeldete Fahrzeuge auf solchen Flächen nicht abgestellt werden dürfen. Andererseits verlangen auch die Versicherungen im Rahmen von so genannten Ruheversicherungen nach einem ein­gefriedeten Grundstück oder einem verschlossenen Gebäude als Abstellort für die Zeit der Abmeldung. Ist dies nicht der Fall, kann der Versicherer den Deckungsschutz versagen. Die Ruheversicherung bringt weitere Einschränkungen mit sich.
Eberhard Schwenger nennt daher einen weiteren Grund, der gegen Saisonkennzeichen und eine damit verbundene Ruheversicherung spricht: Bei der Ruheversicherung gilt der Versicherungsschutz nur für den Bereich Haftpflicht und Teilkasko, auch wenn generell ei-ne Vollkaskoversicherung besteht. Der gravierende Nachteil dabei: Schäden durch Vanda­-
lis­mus sind nur durch Vollkas-ko versichert. Dies gilt selbst auf eingezäunten Abstellplätzen und in Gebäuden.
Wer sich für ein Saisonkennzeichen entscheidet, muss auch noch die einmalig anfallenden Kosten für die Ummeldung und die neuen Kennzeichen berücksichtigen. Die Gebühren für die Ummeldung sind regional verschieden und betragen beispielsweise in Mün­chen 26,80 Euro, während dafür im Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen 30,40 Euro fällig werden.

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Datum

13. April 2007
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