Straßenverhältnisse 5 Bilder Zoom

Sicher Fahren bei Wind und Wetter: Im Winter sicher unterwegs mit dem Wohnmobil

Die Straßenverhältnisse im Winterhalbjahr halten oftmals Überraschungen parat. promobil zeigt, wie man sich richtig vorbereitet und im entscheidenden Moment reagiert. Unsere Experten-Tipps.

"Puh! Das wäre fast ins Auge gegangen. Zum Glück kam gerade kein Gegenverkehr." Solche Situationen hat wohl jeder schon mal erlebt. Ganz plötzlich weht der Wind so heftig von der Seite, dass das Fahrzeug vom Kurs abkommt. Gut, wenn man da durch dosiertes Gegenlenken wieder in die Spur kommt, ohne im Graben zu landen oder andere zu gefährden.

Aufgrund der großen Seitenflächen ist diese Gefahr für Wohnmobilfahrer noch deutlich akuter als für Pkw-Lenker, und das Einfangen des Fahrzeugs umso schwieriger. Am besten übt man solche Manöver, im Idealfall bei einem Sicherheitstraining auf abgesperrtem Gelände, notfalls auf einem größeren, leeren Parkplatz.

Mindestens ebenso wichtig ist aber auch, dass man mit solchen Verkehrssituationen rechnet. Meist gibt es entsprechende Vorzeichen dafür. Im Herbst und Winter sind widrige Straßenverhältnisse natürlich besonders häufig. Nicht umsonst weisen die Jahresstatistiken die Monate Oktober und November regelmäßig als die unfallträchtigsten aus, vor allem bei den Blechschäden. Eine wichtige Informationsquelle ist auch die Wettervorhersage.

Sind starke Winde angesagt, sollten Wohnmobilfahrer hellhörig werden. Zeigt der Straßenverlauf zudem entsprechende Gegebenheiten – das Ende einer bewaldeten Strecke, eine frei stehende Brücke oder eine Passhöhe –, muss der Pilot in "Hab-Acht-Stellung" gehen. Das gilt auch beim Überholen von Lkw.

Alles mit Gefühl

Wird das Wohnmobil von einer Windböe erfasst, sollte man sachte Gas wegnehmen, statt vor Schreck eine Vollbremsung hinzulegen und maßvoll gegenlenken, ohne das Lenkrad zu verreißen.

Willkommene Hilfe verspricht neuerdings der elektronische Seitenwindassistent, der erstmals mit dem aktuellen Mercedes Sprinter in der 3,5-t-Klasse eingeführt wurde. Dabei erkennt das ESP-System Windeinflüsse, bremst einzelne Räder gezielt ab und zieht das Fahrzeug wieder in die Spur.

Die Wirksamkeit des Assistenten ist bei Testfahrten deutlich spürbar. Allerdings ist das System bislang nur für Kastenwagen zu haben, bei einigen Modellen ab Baujahr 2012 ist es für weniger als 200 Euro sogar nachrüstbar. Für Sprinter-Fahrgestelle ist der Seitenwindassistent bislang indes nicht verfügbar. Doch das soll sich bald ändern. Nach Redaktionsrecherchen sind mehrere Aufbaupartner wie Hymer oder Frankia derzeit mit Mercedes in der Abstimmungsphase.

Winterreifen ab Oktober

Außer dem Wind sind es in dieser Jahreszeit auch Straßenbedingungen selbst, die Fahrern zu schaffen machen. Nasses Laub oder feuchte Erde, etwa von Erntefahrzeugen – und die Fahrbahn hat wie bei Schnee nur noch ein Fünftel des Grips. Der Wechsel auf Winterreifen wird heute bereits ab Anfang Oktober empfohlen. Damit ist man auch besser gewappnet, sollte sich durch Regen und einen Temperatursturz gar Blitzeis bilden.

Häufiger ist aber der Fall, dass am Morgen nach einer klaren Nacht die Fahrbahn zwar trocken und griffig ist, jedoch auf Brücken noch tückische Reifglätte lauert. Generell gilt die Empfehlung, Tempo und Abstand in dieser Jahreszeit anzupassen.

Guter Durchblick

Schnelles Reagieren hängt vom frühzeitigen Erkennen ab. Den klaren Blick durch die Frontscheibe sichern frische Wischerblätter und Waschwasser mit Frostschutz. Ähnliches gilt für die Fahrzeugbeleuchtung, die in der dunklen Jahreshälfte umso wichtiger ist.

In beiden Fällen können dabei elektronische Assistenten helfen, die für neue Reisemobilmodelle immer häufiger verfügbar sind und dem Fahrer das Einschalten und Regulieren von Scheinwerfern und Scheibenwischern abnehmen. So bleiben immer weniger Gründe, das Reisemobil in dieser Jahreszeit einzumotten.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Christian Hass, ultrakreativ/Fotolia

Datum

16. Dezember 2014
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 12/2014.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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