Genau 45 Mutterschafe erfreuen sich auf der Hopfenburg bester Gesundheit. Beweis für diese These: 15 neue Lämmer in der Saison 2013. Zoom

Hofgut Hopfenburg: Schafe zur Landschaftspflege

Genau 45 Mutterschafe erfreuen sich auf der Hopfenburg bester Gesundheit. Beweis für diese These: 15 neue Lämmer in der Saison 2013, die nicht nur die kleinen Gäste der Ferienanlage erfreuen.

Es geht nicht um Romantik. Die Schafe knabbern auf der Hopfenburg die drei Hektar große Streuobstwiese kurz. Außerdem erhalten sie das Naturreservat Beutenlay, ein sehr gutes Anschauungsobjekt für die klassische Kulturlandschaft, wie sie vor der Umwandlung zur maschinengerechten, großflächigen „modernen“ Landwirtschaft verbreitet war. Das Gelände beinhaltet ehemalige Weidewälder, einmähdige Wiesen und Schafweiden mit Wacholder auf artenreichem Kalkmagerrasen. An manchen Stellen lassen sich üppige Hutebuchen finden, die wahrscheinlich 250 bis 300 Jahre alt sind.

Alle Weidbuchen durchliefen nach der Keimung als Schösslinge ein beschwerliches Stadium als Kuhbusch.  Da ihm die Tiere von allen Seiten zusetzten, verzweigt er sich stark, ging in die Breite und wurde kugelig. Dies führt zu gewaltigen Umfängen und Durchmessern bei alten Weidbuchen. Die zahlreichen alten Hutebuchen, die zum Teil in jüngeren Aufforstungen eingewachsen sind, sollen freigestellt werden und die Flächen wieder für die Beweidung geöffnet werden.

Das angrenzende Hofgut Hopfenburg beteiligt sich an Re-Naturierung des Beutenlay. Nachdem zwei Jahre lang Ziegen den Wald gelichtet haben, werden jetzt Schafe eingekoppelt, um das alte Landschaftsbild wieder herzustellen. Das Hofgut verarbeitet die Wolle der Tiere, sie wird gesponnen und die Produkte im Hofladen verkauft.

Das ehemalige Hofgut liegt mitten im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Der regionale Bezug, die Nähe zur Natur und ein soziales Arbeitskonzept stehen im Vordergrund. Die Ferienanlage besteht aus Ferienwohnungen und einem Naturcampingplatz mit ungewöhnlichen Unterkünften wie regionaltypische Schäferwagen oder Nomadenjurten. Zur Kombination vielfältiger Angebote gehören auch eine naturverträgliche Landwirtschaft, die Haltung bedrohter Nutztierrassen, Werkstätten für traditionelles Handwerk, Gastronomie und Direktvermarktung von regionalen Produkten sowie ein Umwelt- und Naturschulungskonzept. Ein traditionelles Backhaus, der Kräutergarten sowie Seminare und Veranstaltungen mit den Schwerpunkten Handwerk und Kreativität sowie Natur und Umwelt runden das Bild ab. Info: www.hofgut-hopfenburg.de.

Das Hofgut erhielt bereits renommierte Auszeichnungen: ADAC Camping Award 2012, Auszeichnung Ecocamping und die Nominierung zum Deutschen Tourismuspreis 2012.

Autor

Foto

Volker Hammermeister

Datum

16. Juni 2013
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