Report: Service-Hotlines 13 Bilder Zoom

Service-Hotlines für Wohnmobile im Test: Der heiße Draht

Die Hotlines der Hersteller und Zulieferer versprechen Hilfe bei Notlagen. promobil wollte es genau wissen und hat die Probe aufs Exempel gemacht. Ein Erfahrungsbericht.

Ein neblig-kalter Sonntagmorgen im November, wir sind mit unserem Testmobil auf einem Autobahnrastplatz nahe Stuttgart gestrandet. Der Motor springt nicht mehr an. Eine gute Gelegenheit, den Service der Hersteller-Hotline zu testen – dass wir das Reisemobil entsprechend präpariert haben, muss im Augenblick noch niemand wissen.

Wir wählen die Nummer der Fiat Camper Assistance, die an der Sonnenblende klebt. Nachdem wir uns erfolgreich durch ein Sprachmenü gearbeitet haben, werden wir mit einem Mitarbeiter des Callcenters verbunden. Ihm berichten wir von unserer vermeintlichen Panne. Er möchte ein paar Details aus dem Fahrzeugschein und unseren Standort wissen. Etwa eine Stunde soll es dauern, bis ein Abschleppwagen kommt, denn „aus Erfahrung können die Fahrzeuge nicht vor Ort repariert werden“. Da das Reisemobil noch Garantie hat, geht die Rettungsaktion erst einmal auf Kosten von Fiat. Der Mitarbeiter verspricht, dass sich bald jemand bei uns meldet. „Um alles Weitere kümmern wir uns, machen Sie sich keine Sorgen.“ Das klingt gut.

21 Minuten später meldet sich der örtliche Abschleppdienst und verspricht, in der nächsten halben Stunde da zu sein. Exakt 75 Minuten nach Beginn des ersten Gesprächs mit Fiat rollt der Abschleppwagen auf den Parkplatz. Wohl dem, der ein beheiztes Reisemobil als Warteraum hat. Der Fahrer macht keinerlei Anstalten, einen Blick in den Motorraum zu werfen. Erst als wir ihn ausdrücklich darum bitten, klappt er die Haube einen Augenblick hoch, schaut rein, klappt sie wieder zu.

„Da kann ich jetzt auch nichts sehen“, lässt er uns wissen. Und von Fiat sei sowieso nicht erwünscht, dass er an einem „Garantie-Fahrzeug” etwas repariere. Das solle lieber die Vertragswerkstatt machen.

Abschleppdienst enttäuscht

Dabei war das Problem offensichtlich – ein gelöster Turboladerschlauch, den wir selbst abgezogen hatten, um eine plausible Panne für die Stichprobe vortäuschen zu können. Fiat sagt uns später, den Service übernehme ein externer Dienstleister, nicht etwa eine Werkstatt. Ob der Abschlepper einen technischen Hintergrund hat, ist demnach Glückssache.

Also wird abgeschleppt, und zwar zum nächsten Fiat -Händler mit Camper-Service. Das ist zum Glück nicht allzu weit, aber am Sonntag ist hier natürlich kein Techniker vor Ort. Das heißt, das Reisemobil dort auf dem Hof stehen lassen und mit dem Taxi nach Hause fahren. Würden wir nicht in der Nähe wohnen, wäre auch eine Übernachtung im Mobil oder ein Mietwagen eine Option. Etwa drei Stunden nach Auftreten der Panne sind wir wieder zu Hause und das Wohnmobil in der Werkstatt. Auch wenn es Schöneres gibt, als auf der Autobahn zu stranden, waren die Erfahrungen mit der Fiat Camper Assistance doch positiv.

Die Werkstatt findet den Fehler am nächsten Tag sofort. Zehn Minuten Zeit und eine neue Schlauchschelle und der Diesel schnurrt wieder. Mit etwas mehr Fachkenntnis seitens des Abschleppdienstes, hätte man sich den Umweg über die Werkstatt sparen können.

Fiat schneidet gut ab - was ist mit den anderen?

Die Hotline des wichtigsten Basisfahrzeugherstellers Fiat hat sich bewährt, doch wie sieht es mit dem Service der anderen aus? Beispiel Mercedes: Wir behaupten, wir wären mit unserem Reisemobil liegen geblieben. Der Callcenter-Mitarbeiter schlägt vor, uns mit einem Monteur in der Nähe zu verbinden. Der könne uns am Telefon helfen oder vorbeikommen und das Fahrzeug in Augenschein nehmen. Das würde etwa eine Stunde dauern.

Ganz ähnlich läuft es auch bei der Hotline von Iveco: Ein furchtbar hektisches Sprachmenü lotst uns bis zu einer Callcenter-Mitarbeiterin. Wir behaupten, unser Wohnmobil würde nicht mehr richtig fahren und wir säßen nun auf einem Autobahnparkplatz fest. Da wir nicht mehr in die Werkstatt kommen, schlägt uns die Mitarbeiterin vor, einen Servicetechniker vorbeizuschicken. Wenn das Fahrzeug noch Garantie hat, wäre das kostenlos – es sei denn, es läge ein Problem mit den Filter vor. Mit dem Eintreffen des Technikers könnten wir in den nächsten 70–90 Minuten rechnen. In unserem Fall eine vielversprechende Aussicht.

Die Mitarbeiter bei den Hotlines von Fiat, Iveco und Mercedes waren bei unseren Stichproben freundlich und lösungsorientiert. Allen drei Hotlines war ein Sprachmenü vorgeschaltet, das mit nur zwei Fragen schnell durchlaufen war. Innerhalb weniger Minuten wurde unser Anliegen aufgenommen und Lösungsvorschläge gemacht. Die Erreichbarkeit der Hotlines von Fiat, Ford, Iveco, Renault und Mercedes ist vorbildlich, nämlich rund um die Uhr, das ganze Jahr über.

Heizung läuft nicht, Kühlschrank kaputt? Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie die Wohnmobil-Zubehör-Hotlines abschneiden:

Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Vierneisel, Archiv

Datum

8. Februar 2014
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
529 Aufrufe
Der markante Rahmen mit den c-förmigen Rückleuchten prägt die Rückseite des C-Tourer. 10:39 Carthago C-Tourer I im Supercheck vor einem Monat
920 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z