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promobil Lesermeinung - Digitalisierung: Digital an den Hebel der Macht?

Die Ansichten zur voranschreitenden Digitalisierung in der Technik der neueren Wohnmobile sind verschieden. Wir wollten es genauer wissen und haben bei unseren Lesern nachgefragt.

Von Radio und Fernsehen bis hin zu Wasserpumpe, Klimaanlage und Heizung kann heute vieles per Bedienteil oder Tablet im Reisemobil geregelt werden. promobil hat die aktuellen Ansätze der zentralen digitalen Steuerung in Ausgabe 8/2015 ausführlich dargestellt und wollte von den Lesern wissen, wie sie das finden: zeit­gemäß oder überflüssig, praktisch oder verwirrend, komfortabel oder ärgerlich? Hier einige Ansichten zu diesem Thema. 

Leser Peter Eckstein aus Graben-Neudorf:
"Wenn man’s beherrscht, ist das doch prima!"

Für die jungen Leute gehört der Umgang mit Tablet und Co. sowieso zu den Selbstverständlichkeiten, und die Herrschaften aus meiner Altersgruppe werden sich auch noch daran gewöhnen. Die Zeit bleibt nicht stehen, und ich finde es völlig in Ordnung, dass man nicht mehr wie früher alles mit dem Schraubenzieher reparieren kann. Dafür hat man dann ja auch mehr Bedienkomfort. Mag sein, dass anfangs noch Kinderkrankheiten auftreten, aber ich bin guter Hoffnung, dass sich das bald geben wird und auch die Werkstätten die digitale Steuerung beherrschen."

Leser Werner Fürst aus Emmerthal
"Das bereitet mir Unbehagen."

Viele Reisemobilisten sind geschickte Handwerker und "Selbermacher". Wir alle müssten dann in Zukunft teure und aufwendige Module benutzen, um unsere Technik zu erweitern – abgesehen von der möglichen Überlastung der Übergabepunkte. Außerdem ist das Servicenetz viel zu grobmaschig. Wenn ich mit meinem Mobil in die entsprechende Fachwerkstatt muss, fahre ich über 150 Kilometer eine Strecke. Selbst andere Werkstätten liegen mehr als 50 Kilometer entfernt. Darüber hinaus weiß ich nicht, ob in diesen Werkstätten das Fachwissen und die geeignete Technik vorhanden ist, Fehler in digitalen Systemen zu diagnostizieren und zu beheben. Fazit: Finger weg von übertriebener "Verbusung".

User "raidy" im promobil-Forum
"Von den Möglichkeiten her ist es eine tolle Sache."

Alles zentral im Griff zu haben, bietet ungeahnte Möglichkeiten des Komforts und der Bedienung. Von der Verfügbarkeit her aber ist es eine Katastrophe. Fällt die Zentralsteuerung aus oder ist ein Kurzschluss im Bus-System, geht im Mobil rein gar nichts mehr. Kein Wasser, keine Spülung, keine Heizung ...

User "reisemobil" im promobil-Forum
"Viele kritische Punkte trotz Technikbegeisterung."

Da ich technikaffin bin, nutzen wir daheim in Garten und Haus eine Fernsteuerungs-APP auf den Handys und einem Tablet. Über eine VPN-Verbindung ist auch ein Zugriff von unterwegs möglich. Trotzdem vermisse ich Derartiges im Reisemobil aus folgenden Gründen noch nicht: 1. Die Wege im Reisemobil sind kurz, und meistens sind Schalter oder Regler leicht erreichbar. 2. Die Möglichkeiten, bei einer Funktionsstörung unterwegs eine Diagnose oder Reparatur vorzunehmen, sind begrenzt, da kann simple Technik von Vorteil sein. 3. Meist brauchen derartige Einrichtungen ständig etwas Strom, und dieser ist im Reisemobil knapp. 4. Um eventuelle Funktio­nen aus der Ferne im Wohnmobil zu steuern, muss im Fahrzeug eine gute und stabile Mobilfunkanbindung oder W-LAN vorhanden sein. Dies ist auf Reisen nicht immer gegeben und kann im Ausland teuer werden. 5. Da die Hersteller sich noch auf keine standardisierte Servicearchitektur geeinigt haben, ist derzeit Remote Facility oder Fernsteuerung von Geräten nur mit verschiedenen und unterschiedlichen APPs und Anwendungen möglich.

Leser Gerhard Möller, Forchtenberg
"Wir brauchen’s nicht!"

Zum einen sind wir gar nicht so sehr viel unterwegs, dass sich für uns eine aufwendige Regelungstechnik überhaupt lohnen würde. Zum anderen kommen wir mit der herkömmlichen Bedienung gut zurecht. Wir haben uns längst daran gewöhnt, wie man zum Beispiel mit dem Navi und der Rückfahrkamera umgeht, und die Regelung der Heizung und der anderen Grundfunktionen im Mobil ist für uns sowieso kein Problem. Warum also nicht bei der manuellen Steuerung bleiben? Alles andere ist doch eher Spielerei.

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Autor

Foto

Eppler

Datum

18. November 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 10/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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